Amazon: Des einen Freud ist des anderen Leid

Amazon hat es wieder geschafft, mich als Kunden richtig zu begeistern. Seit einiger Zeit kann man beim größten Online-Buchhändler der Welt nicht nur neue Bücher kaufen, sondern sie nach dem Lesen auch wieder verkaufen.

Ich habe es kürzlich mit dem neuen Grisham („Der Richter“) so gemacht: Die deutsche Ausgabe kostete mich 24 Euro. Nun ist Grisham zwar spannend, aber einmal gelesen langt, also bot ich das Band eine Woche später bei Amazon an – und hatte schon nach einer Stunde einen Käufer, der bereit war, 15 Euro plus Porto zu bezahlen. Gut: Es wäre billiger gewesen, in die Leihbibliothek zu gehen, aber 15 Euro haben und 15 Euro nicht haben sind bekanntlich 30, oder so ähnlich.

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Nicht alle freuen sich übrigens über den neuen Amazon-Service. Der amerikanische Autorenverband Author’s Guild hat sich kürzlich in einer Presseerklärung über das neue Online-Angebot beschwert und behauptet, „Amazon fügt der Verlagsbranche großen Schaden zu!“ Angeblich leiden die Autoren, weil ihnen die Honorare entgehen und die Verlage, weil die Profite sinken.

Mag sein – aber den Kunden freut’s. Und der ist nun mal König, erst recht im Internet.

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Ich Anfänger

Dumm gelaufen: Die Namen von mehr als 50 Firmen, die vertrauliche Anfragen bei einer Anwaltskanzlei in den USA abgegeben hatten, sind dank eines dummen Fehlers per E-Mail bekannt geworden. Ein Anwaltsgehilfe hatte allen Interessenten irgendwelche Routineunterlagen zugeschickt und dabei, um sich Arbeit zu sparen, alle 50 Adressen mit Hilfe der „cc:“-Funktion seines Mail-Programms in den Kopf des Anschreibens kopiert – wo jeder Empfänger sie prompt sehen konnte.

Ich wäre ja richtig schadenfroh über einen solchen Lapsus eines anderen – wenn mir das Gleiche nicht gerade vor ein paar Wochen auch passiert wäre: Ich wollte 250 Betreiber regionaler Marktplätze in Deutschland anmailen, um von ihnen Infos zu einer großangelegten Marktstudie zu bekommen und habe dabei auf eine falsche Taste gedrückt.

Das Ergebnis: Wütende Antwortmails („Sie Anfänger!“, „Die Adressliste ist länger als die ganze Mail!“, „Trottel!“) und viel Arbeit, denn ich musste mich 250mal entschuldigen – per Einzel-Mail, natürlich.

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Sicherheit ist ausverkauft

Manchmal muss man einfach warten können. Vor zwei Jahren habe ich ein Buch geschrieben mit dem Titel „Managementaufgabe Sicherheit“, das für nichttechnische Führungskräfte, wie ich hoffe, verständlich und einfach beschreibt, wie man den Gefahren aus dem Internet durch den Aufbau einer „Sicherheitskultur“ im Unternehmen und durch viel Überzeugungsarbeit bei den eigenen Leuten begegnen kann; Tenor: „Sicherheit ist Chefsache“.

Das Buch hat sich, freundlich ausgedrückt, eher mäßig gut verkauft – bis zum 11. September letzten Jahres. Seitdem ist das Thema in aller Munde, und die Auflage steigt! Als mich Microsoft kürzlich für eine Management-Vortragsreihe engagierte und den Gästen jeweils ein signiertes Exemplar nach Hause mitgeben wollte, stellte sich heraus: Das Buch ist inzwischen vergriffen! Mal sehen, ob der Verlag sich an eine Neuauflage herantraut.

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Irrationale Orthodoxie

Es ist jetzt ebenso Mode geworden, das Internet zu verdammen, wie es vor einem Jahr Mode war, es zu bejubeln. Wenn das Internet die Schuld an der gegenwärtigen Wirtschaftmisere trägt, so die Argumentation, dann muß man sich nur davon abwenden und zurückkehren zu den alten, gewohnten Methoden der Unternehmensführung, schon ist alles so, wie es einmal war.

Keineswegs, sagt Don Tapscott, ein großartiger Sprecher und Author des Buches „Digital Capital“. Wir leben nun einmal in dem, was er die „Post-Dotcom-Welt“ nennt. Gerade der Zusammenbruch der Internet-Aktien, statt Manager zu verunsichern, sollte ihm seiner Meinung nach die Wichtigkeit des Internets vor Augen führen.

„Leider sind viele sogenannte Experten heute dabei, ihre frühere irrationale Begeisterung durch ebenso irrationale Orthodoxie zu ersetzten“, klagte er kürzlich in London auf einem Seminar. „Wer glaubt, er könne die Uhr einfach zurückdrehen und sich auf die alten, bewährten Strategien und Methoden verlassen, den wird die Strafe schnell ereilen!“

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Türken sind die besseren Liebhaber

„Unsere Umfrage zeigt: Türken haben Ausdauer im Bett!“ Diese und andere lebenswichtige News aus der türkischen Gemeinde in Deutschland finde ich bei „Vaybee! AG“ (www.vaybee.com), die „türkische Community“ im deutschen Internet. Ich war neugierig geworden, nachdem mir Vaybee-Vorstand Tamer Kulmac von seinem Erfolg bei Aufbau und Vermarktung der Website erzählt hatte. Ich hatte irgendwie eine Art volkstümelnde Tourismusseite erwartet. Statt dessen fand ich ein modernes, quicklebendiges Angebot zu Stichworten wie „Lifestyle“, „Entertainment“, „Wirtschaft“ oder „Szene“. Es lebe die Multikultur!

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Kein Zurück zur Old Economy

So schnell kann es gehen: Am Mittwoch diskutiere ich noch mit dem Chef von Yahoo Deutschland, Peter Würtenberger, bei der Medienkommission der CSU in München, am Freitag flattert mir die Pressemeldung auf den Tisch: Würtenberger wechselt nach Berlin zum Axel Springer Verlag, wird dort Chef von „Bild.de“. Absetzbewegung zurück in die „Old Economy“?

Nee, meinte er, aber eine einmalige Karrierechance. Denn Springer hat sich mit Ron Sommers T-Online zusammengetan, beide sollen verschmelzen zur „Bild.de/T-Online AG“ – und dann wird richtig Gas gegeben. Würtenberger freut sich schon: „T-Online hat 14 Millionen Nutzer, die Bild-Zeitung hat elf Millionen Leser. Das wird eine echte Kraftmaschine fürs deutsche Internet“

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Hauptsache Intel ist inside

Vor 20 Jahren kam der erste PC auf den Markt – ein denkwürdiges Jubiläum.

„Wissen Sie was das heißt“, sagte mir Craig Barrett, CEO von Intel kürzlich, als er in München vor deutschen Managern sprach, „das heißt, dass es  inzwischen eine ganze Generation von jungen Menschen gibt, die gar nicht wissen wie es war, als es noch keine PCs gab!“

Nur, dass die PCs heute ganz anders aussehen – unter Umständen auch gar nicht mehr an einen „klassischen“ PC erinnern. „Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas haben wir einen PC vorgestellt, der nur zum Abhören von MP3-Musik dient“, sagte mir Barrett. Ein anderer PC, der „Chat Pad“, sieht aus wie ein dünner Notizblock.

Im Grunde ist es dem sportlichen Mittsechziger, der am liebsten im Rollkragenpulli herumrennt, völlig egal, welche Form der PC hat – Hauptsache, es stecken seine Chips drin…

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Das Internet ist kein Börsenspiel

„Bis vor kurzem waren sie die Lieblinge der Börse. Jetzt haben sich die Dot.coms in den Winterschlaf zurückgezogen – aber sie werden wiederkommen“, beruhigte OECD-Chef Donald J. Johnston eine Gruppe von Managern auf einem Symposium in der Schweiz. Die eigentliche Leistung des Internet liege darin, dass sie Märkte und Menschen zusammenführe und die Zusammenarbeit zwischen Firmen und Volkswirtschaften in den entwickelten und unterentwickelten Ländern ankurbele. Mit kurzfristigem Kursgewinn habe das nichts zu tun.

Recht hat er: Auch wenn sich der eine oder andere an der Börse die Finger verbrannt hat – das Internet ist nun mal kein Börsenspiel, sondern ein Stück langfristiger Strukturveränderung.

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Wirgefühl im Internet

Deutschland und die Globalisierung: Auch so ein Thema, das die Welt entzweit. Für die einen sind die Deutschen ein Volk von Technokraten, die es nicht verstehen, die seelenlose Perfektion produzieren. Für die anderen sind sie  hoffnungslose Kleindenker, denen im Zeitalter weltweiter Vernetzung ganz einfach der Weitblick fehlt.

Der frühere Hamburger Oberbürgermeister Dr. Klaus von Dohnanyi, den ich kürzlich auf der Jahrestagung des Marketingsverbands „Musterhaus-Küchen“ traf, glaubt auch, dass die Deutschen anders sind, und er sieht die Wurzeln dieser Andersartigkeit schon in grauer Vorzeit bei den Germanenstämmen, von denen die Deutschen einen weltweit einzigartigen Gemeinschaftssinn abbekommen haben sollen.

Das bereitet zwar gelegentlich Probleme, sei aber im Grunde eine Chance, wenn es gelingt, dieses Wirgefühl ins Internet-Zeitalter zu übertragen – denn dort werde es dringend gebraucht. „Nicht rücksichtsloser Individualismus, sondern vernetztes Denken ist heute gefragt“, sagte er. Womöglich haben die Deutschen da den anderen sogar etwas voraus.

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Die Möbler von Musterhausküchen haben mich total überrascht. Während meiner Erfahrung nach die meisten Verbände eher zögernd auf die Herausforderungen des Internet reagieren und mühsam um Konsens ringen, ist diese Gemeinschaft von über 1.000 mittelständigen Küchenfachgeschäften mit einer beneidenswerten Konsequenz ans Werk gegangen.

Jeder Geschäftsführer bekam einen eigenen PC verpasst, mit dem er selbst per Internet seine aktuellen Geschäftsdaten – Umsatzzahlen, Bestellstatus, offene Posten – online abrufen kann. Er kann sich per Mausklick von der Hausbank eine Absatzfinanzierung zusammenstellen lassen und natürlich kann er das komplette Sortiment online bestellen. Er kann seinen Laden mit Hilfe von Quicktime-3D-Technik gegenüber dem Kunden ins rechte Licht rücken, und in Zukunft wird es sogar eine Online-Küchenplanung geben.

Ganz ohne Reibungsverluste ging das alles nicht, wie mir der Geschäftsführende Gesellschafter, Hans Strothoff, erzählte: Eine Handvoll langjähriger Mitglieder, die sich trotz aller Überzeugungsversuche hartnäckig gegen den  Fortschritt stemmten, wurden schließlich aus dem Verband ausgeschlossen. „Konsens ist gut“, meinte Strothoff, „aber irgendwann ist Schluss. Dann nämlich, wenn nichts mehr vorwärtsgeht.“

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Billiger mit der Bahn reisen dank Internet

Kunden der Deutschen Bahn AG können jetzt Fahrkarten online kaufen – und sie auch gleich daheim oder im Büro ausdrucken! Die „Surf&Rail“-Karte gilt in Verbindung mit dem Personalausweis und einer per Internet erteilten Registrierungsnummer als Fahrschein. Der neue Service wird zunächst aber nur auf 111 ausgewählten Strecken getestet und ist auch nur für Fahrten in der zweiten Klasse erhältlich. Dafür ist es aber billig: Die Strecke Berlin-Köln kostet nur 140 Mark, regulär mit BahnCard dagegen 190 Mark. Anschauen unter: www.bahn.de.

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