Vor 21 Jahren im Cole-Blog: Stinkefinger fürs Telefonieren

Ob D- 21 Jahreoder E-Netz, die Reaktion der Mitmenschen auf das Telefonieren in der Öffentlichkeit erzeugt immer noch Aufsehen – und eigenartig Reaktionen. Als ich kürzlich auf der Ludwigsbrücke gedankenverloren mit meiner Frau telefonierte, kam mir ein hübsches Mädchen auf Rollerblades entgegen. Sie hielt Daumen und Zeigefinger wie ein Telefon an Mund und Ohr – und machte dann mit dem Mittelfinger eine Geste, die Stefan Effenberg schon mal den Platz in der Nationalelf gekostet hat…

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Da hört der Spaß aber auf!

Die sind doch nicht zum Vergnügen hier!

Wir leben in der Spaßgesellschaft. Alles muss lustig sein, holla die Gams, huii, ich gib‘ Gas, und das möglichst 24×7.

Mir flattert eine Pressemeldung des Internet-Verbands eco ins Haus: „Sicherheit muss Spaß machen“.

Sicherheit? Ja seid Ihr denn noch ganz bei Trost? Sicherheit muss sicher sein. Es muss schmecken wie Lebertran, weil es gut für dich ist. Aber Spaß? Nee, also wirklich nicht.

Michael Kausch schreibt auf czyslansky.net über das neue Bürogebäude von Google in München, es sei dort die Absicht gewesen, „Arbeit und kreatives Spiel miteinander kombinieren“ und zitiert einen Diskussionsteilnehmer mit den Worten: „Google will seine Mitarbeiter bespaßen.“

Bespaßen? Die Kerle sollen was schaffen! Sind die vielleicht zu ihrem Vergnügen dort? Weiterlesen

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Hilfe – ich bin im Internet auf den Hund gekommen!

An ihren Koffern soll Ihr sie erkennen!

An ihren Koffern soll Ihr sie erkennen!

Im Internet bin ich bekannt wie ein bunter Hund. Aber daran bin ich natürlich selber schuld.

Ich fülle ja dauernd irgendwelche Online-Formulare aus, um mir Zugang zu irgendwelchen mehr oder weniger nützlichen oder unterhaltsamen Websites zu beschaffen oder um etwas in einem E-Shop zu bestellen. Und da heißt es jedesmal von Neuem: Name eintragen, Straße, Postleitzahl, Wohnort, Telefonnummer, E-Mail, manchmal wollen die auch noch die Faxnummer (obwohl ich seit Jahren kein Fax mehr gesendet oder bekommen habe), häufig auch mein Geburtsdatum, beim Online-Einkauf natürlich auch die Kreditkartennummer. Und falls ich mein Passwort einmal vergessen sollte, werde ich häufig auch nach dem Geburtsnamen meiner Mutter oder dem Vornamen meines Hundes gefragt.

Leider habe ich gar keinen Hund, aber ich sollte mir vielleicht einen zulegen. Den könnte ich dann auf solche Leute wie den Betreiber von Vistaprint hetzen. Eigentlich ist Vistaprint eine ganz tolle Firma: Es handelt sich um eine Druckerei, die Visitenkarten, Briefbögen und andere analoge Kommunikationsmittel liefert. Man kann dort per Internet bestellen, tippt (wieder mal) seine persönlichen Daten ein und bekommt das Gewünschte pünktlich und zu einem wirklich günstigen Preis ins Haus geliefert. Weiterlesen

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Darf ich kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten?

Kids können das!

Kids können das!

Leiden Sie auch unter CPA? Ich sagte: Leiden Sie auch unter CPA. Also wirklich: Es wäre schon nett, wenn Sie mir wenigstens für die Dauer dieser Kolumne Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenken würden. Legen Sie bitte das Handy weg, klappen Sie den Laptop zu, schalten Sie den Organiser aus und lesen Sie weiter. Und zwar am Stück, bitte sehr, und konzentriert.

Also zurück zu CPA. Das ist die Abkürzung für „Continuous Partial Attention Syndrom“ und ist die moderne Volkskrankheit schlechthin, sagt Linda Stone, Computerwissenschaftlerin, Soziologin und einer der schillerndsten Figuren der digitalen Szene in den USA. Sie hat vor Jahren bei Microsoft die Social Computing Group gegründet, die sich mit der Frage beschäftigt, wie Menschen mit Computern umgehen und wie Technik unser Verhalten verändert. Davor hat Sie den Chef von Apple beraten.

Frau Stone ist davon überzeugt, dass der moderne Mensch zunehmen außerstande ist, sich auf eine einzige Sache zu konzentrieren. Vielmehr sei er ständig gezwungen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun und hat sich deshalb über Zeit die Fähigkeit angeeignet, seine Aufmerksamkeit aufzuteilen. Weiterlesen

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Fragen zur Digitalen Transformation in Deutschland

Warum tun sich manche Unternehmen so schwer, mit den Veränderungen des Digitalzeitalters zurecht zu kommen, und warum sind andere erfolgreich? Warum ist Apple heute mehr wert als GE, Wal-Mart, GM und McDonald’s zusammen? Warum gibt es kein einziges deutsches Unternehmen, dass es mit den „Big 4“ – Apple, Google, Facebook und Amazon – aufnehmen kann?  Schlafen sie in den deutschen Vorstandsetagen? Ist der deutsche Unternehmer besonders zukunftsresistent? Sind die deutschen ein Volk von Technik-Muffeln, und was bedeutet das für die Zukunft des Standorts Deutschland und den Wohlstand in diesem Land?

Diese und andere Fragen müssen heute am Anfang eines Diskurses um die so genannte „Digitale Transformation“ stehen. Diese verlangt von Unternehmen und Managern, sich neu zu erfinden, liebgewordene Gewohnheiten und Denkweisen aufzugeben und sich dem Druck des Neuen anzupassen. „Disruptive“ Mitbewerber drängen in den Markt und verdrängen etablierte Marktführer in atemberaubendem Tempo. Welcher Hahn kräht heute noch nach Nokia, dem einstigen Giganten des Mobiltelefons; vier Jahre brauchte Apple nach Einführung des iPhone im Jahr 2007, um Nokia als Spitzenreiter abzulösen. 2014 wurde die Handysparte von Nokia an Microsoft verscherbelt, die zwei Jahre später endgültig den Stecker zogen und den unrentablen Geschäftsbereich einstellten.

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Think for yourself

technology-vs-humanity

Beware: the Singularity is near! Singularity being defined, in the words of the legendary computer scientist John von Neumann, as “the moment beyond which „technological progress will become incomprehensively rapid and complicated.“

And the pace is picking up. Never mind Moore’s law and its often predicted “end”, at least as far as silicon chips go. In fact, we are now experiencing exponential growth in many other parts of our lives, too. “Deep learning”, neural networking and cognitive computing are rewriting the rules in the game between mankind and machine. 20 years ago IBM’s Deep Blue first managed to beat the human chess master Gary Kasparov. In 2016, Google’s DeepMind beat Lee Se-dol, the world champion at the Chinese game of Go. Go is hugely more complex than chess. In fact it’s said to be the hardest game in the world, with some 2.08 times 10^170 possible moves; that’s a number with 171 digits; more possible moves than there are atoms in the universe.

Google’s DeepMind managed to do this without being programmed: it essentially taught itself the game. A great example when we consider how ‘humanly sustainable’ these technologies will or won’t be in the future. Or, as Gerd Leonhard writes: “Self-learning computers are not very likely to tolerate human inefficiencies just because we are used to them.”

So what to do? Leonhard believes what we need a new set of Laws and Ethics of Robotics and of Artificial Intelligence that will allow us to control our machines without necessarily understanding their computations. First, he believes, we need to face up to the problem. Second, we need to start making personal decisions about how we handle technology. This could mean that we no longer keep our smartphones on the nightstand, or that we choose to switch them off not only during flights, but at certain times of day or during holidays. On average, people in the United States check their phones 46 times per day, according to Deloitte. This could be a place to start. Weiterlesen

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Vor 21 Jahren im Cole-Blog: Der Mann in der Mitte

21 JahreMein Kollege Christian Spanik vom ZDF ist vor kurzem von Düsseldorf nach Österreich in die Gegend von Salzburg umgezogen. Nun ist er der erste Mensch, den ich kenne, der es schafft, unter zwei Mobiltelefon-Nummern gleichzeitig nicht erreichbar zu sein. Er hat nömlich neben seinem digitalen deutschen D-Netz-Anschluß auch einen Handy fürs alpenländische Analog-Netz. Beide sind auf Mailbox geschaltet und bitten den lieben Anrufer höflichst, die jeweils andere Nummer anzurufen. Spanik sitzt, wie ich ihn kenne, irgendwo in der Mitte, telefoniert überhaupt nicht und grinst sich eins…

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Unentschieden im Morgengrauen

clinton-football

Ich habe mir heute zum zweiten Mal in diesem Jahr kurz nach Mitternacht den Wecker gestellt, um ein amerikanisches Großereignis im Fernsehen anzuschauen, Das erst Mal war Super Bowl 50 im Februar, jetzt war es die Debatte zwischen Hillary und The Donald. Beide Sendungen haben angeblich mehr als 100 Millionen Zuschauer gehabt, aber der Sieg der Denver Broncos war deutlich spannender.

Frau Clinton mit ihrem festgeklebten Lächeln und Trump mit seinem halbkohärenten Gepoltere haben gewohntes Spielniveau gezeigt: Sie die geduldige, unermüdliche Mittelfeldspielerin, die auf den Punkt vorbereitet ist und jeden Spielzug sorgfältig eingeübt hat, er der zornige, aber inzwischen in die Jahre gekommene Bullenstürmer, der gewohnt ist, seine Angriffe stets aus dem Stehgreif zu improvisieren  und sich inzwischen selbst zu wundern scheint, dass die Kraft nicht mehr für zweimal 45 Minuten reicht.

Für mich war es ein klares Unentschieden. Clinton hat ihren Stammwählern bewiesen, dass sie das Spiel kontrollieren kann, aber ab und zu mit einem genialen Einfall das Spiel eine neue Wende geben kann. Trump-Anhänger bekamen ihr gewohntes Bild eines Rowdys, der alles niederwälzt und niederbrüllt , was sich ihm in den Weg stellt. Es war wie Ribery gegen Balotelli, um ein Bild aus der europäischen Variante des Fußballs zu borgen. Weiterlesen

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Why video game nuts are really quite peaceful

Getting it out of your system

Getting it out of their systems

A popular scare topic for digital pessimists as well as for the classical news media is the supposed brutalization of the young generation. We are falling back into barbarism, they say, and its all the fault of shoot-em-up games, violent videos and of course the Internet. No wonder kids steal their dad’s guns and go on a rampage, like James Eagan Holmes who shot 12 kids at a school in Aurora, Colorado, in 2014, or Anders Behring Breivik who murdered 69 teenagers aged 14-19 at the Norwegian island of Utoya in 2011.

Not that this form of mass paranoia is new. In our childhoods commics were seen by our parents as the root of all evil, especially the really gory ones. Young people, our elders believed, were certain to evolve into mindless monsters. But unfortunately for the preachers of doom there are no facts to back it up. Instead, juvenile violence in the 50ies and 60ies was in steep decline, as official statistics prove.

Today newspapers and TV channels are full of stories about mass killers and of youth gangs beating up innocent bystanders in subway stations while dozens of commuters stand by and watch. Clearly, at least Joe Public thinks so, the propensity for violence among young people is on the rise today, especially those with migration backgrounds.

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Mother’s little helper

ipad

Ich bin kein Freund von Tablett-PCs. Freunden gegenüber schimpfe ich immer über den Fortschritt, der uns zurückgebracht hat zu einem Formfaktor, der vor 4000 Jahren modern war, als die alten Kulturvölker am Euphrat und Tigris auf Tontafeln geschrieben haben. Nur weil  Steve Jobs sie wie weiland Moses seine Gesetzestafeln in die Höhe hielt, dachte ich mir, muss ich noch lange nicht dabei sein.

Aber dann war ich in Amerika und im Apple Store in New York wurde fast nur Deutsch gesprochen. Jeder, aber auch jeder, wollte so ein flunderförmiges Gerät als Reisemitbringsel haben, und so habe ich auch ich mich dazu erweichen lassen, eins zu kaufen und daheim stolz meiner Frau zu zeigen. Die zeigte mir einen Vogel, jammerte über das schöne Geld und ignorierte das Ding geflissentlich.

Anfangs rechtfertige ich den Kauf vor mir selber mit dem Argument, ich könnte damit unterwegs arbeiten. Nach ein paar Tagen aber hatte ich die virtuelle Tastatur satt, das Hin- und Herschieben von Texten und Tabellen war mühsam, und immer wenn ich es brauchte, war die Batterie leer. Und so blieb der iPad mit der Zeit immer öfter im Home Office liegen und wanderte schließlich ins Wohnzimmer, wo es seinen inzwischen angestammten Platz auf dem Couchtisch fand. Weiterlesen

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