Nicht ohne mein Facebook!

Überraschung! Die Digital Natives wollen nicht ohne Facebook & Co. sein! Das ist jedenfalls das Ergebnis einer Umfrage des Düsseldorfer Systemintegrators Damovo unter Studenten. Gut die Studenten stammten aus München, wo die Uhren vielleicht etwas anders ticken. Und es waren auch nur 200 von ihnen, die geantwortet haben. Aber wir müssen ja froh sein, endlich mal statistische Unterstützung für unser Bauchgefühl zu bekommen, die uns sagt, dass Kids anders kommunizieren als alte Säcke, und dass sie das auch im Berufsleben tun wollen (oder wollen werden, wenn sie erst mal… – na, Sie verstehen schon, was ich meine).

Das CIO-Magazin zitierte am 19. Oktober folgendermaßen aus der Studie: „Demnach erwarten 71 Prozent der Befragten, dass ihnen im Job die gleichen Tools zur Verfügung stehen, die sie auch privat nutzen. Im Einzelnen heißt das: 44 Prozent der jungen Leute wollen nicht auf Facebook verzichten. Für 36 Prozent gehört auch Skype zum Alltag. Elf Prozent halten Xing für unabdingbar. Danach dünnt es aus: Auf Twitter wollen sechs Prozent nicht verzichten, auf die Lokalisten fünf Prozent und auf StudiVZ vier Prozent.“

Warum sie das erst im Oktober tun, wo die Studie doch seit 15. September bei Damovo online steht, hinterlässt quälende Fragen über den Online-Journalismus im allgemeinen und die Geschwindigkeit der Ausbreitung digitaler Inhalte auf der andern, aber das ist ein anderes Thema.

Fest steht, dass E-Mail bei der nachwachsenden Generation out und Social Media in sind. Kann ich bestätigen. Meine Tochter (24), die gerade in Irland arbeitet, lehnt meine Bitten, mir doch ab und zu eine Mail zu schicken, kategorisch ab. „Daddy, mail is so 20th century“, sagt sie. Statt dessen trägt sie ihr Privatleben – inklusive Trennung von ihrem Freund – lieber coram publico aus, unter reger Zuschauerbeteiligung.

Und diese Kids sollen nun auf Facebook verzichten, wenn sie zu arbeiten anfangen? Dazu fallen mir nur drei Worte ein: „Ha, ha, ha!“ Firmen, die das verlangen, scheiden also wegen nachgewiesener Assozialität als Arbeitgeber schon mal aus. Viel Vergnügen bei der Talentsuche, sage ich!

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