Mit dem Computer aus der Krise

Willkommen in der Computer-Steinzeit!

Die Deutschen haben ein Problem mit dem Computer. Nur 61 Prozent der Beschäftigten hierzulande arbeiten im Büro an einem PC – eine Zahl, die sich seit 2007 nicht mehr verändert hat! Außerdem ist das Mittelmaß: Selbst die Belgier und Holländer sind da weiter als wir, von den Nordländern ganz zu schweigen: In Finnland sitzen drei Viertel der arbeitenden Bevölkerung tagsüber vorm Bildschirm.

Hier drängt sich geradezu der direkte Zusammenhang zwischen volkswirtschaftlichen Erfolg und der Computernutzung im Betrieb auf. Denn in den Ländern, die uns angeblich durch ihre Faulheit und Verschwendungssucht den ganzen Euro-Schlammassel beschert haben, sind Computer am Arbeitsplatz Mangelware, nämlich in Italien (44 Prozent) und Griechenland (43 Prozent). Womit sich im Übrigen eine ebenso einfache wie charmante Lösung der Eurokrise abzeichnet: Schickt den Griechen kein Geld, sondern unsere ausrangierten PCs, dann wird die hellenische Wirtschaft von ganz alleine zum olympischen Höhenflug ansetzen. Weiterlesen

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Berlin war eine Reise wert!

Regelmäßige Leser dieses Blogs wissen ja, dass ich im vorigen Sommer ein kleines Problem mit dem Herzen hatte, das sich schnell zu einem sehr großen Problem hätte ausweiten können, wenn die Kardiologen in der Isar-Klinik mich nicht mittels Laserablation wieder fit gekriegt hätten (siehe: „Mit dem Laser nach Berlin„). Allerdings musste ich notgedrungen meine Anmeldung zum Berlin Marathon 2011 verfallen lassen und war auch fast ein halbes Jahr lang trainungsunfähig. Ich habe in dieser Zeit fast zehn Kilo zugenommen und wußte auch nicht, ob ich jemals die Laufschuhe würde wieder anziehen können.

Es hat geklappt, zwar nicht in einer Zeit, wie ich sie mir gewünscht hätte, aber meine Pumpe und ich haben die volle Distanz durchgehalten, und ich bin froh, mich wieder als „Marathoni“ fühlen zu dürfen. Ich denke, der Ausdruck auf meinem Gesicht beim Zieldurchlauf sagt alles, oder: Ereichterung, Euphorie, endlose Müdigkeit und nur noch ein Wunsch, den mir meine liebe Frau wie immer nach einem Lauf gleich im Zielraum erfüllte, nämlich ein großes, kaltes Glas Bier!

Und nächstes Jahr? Klar bin ich dabei. Wenn alle dazu nötigem Körperteile mitspiele, versteht sich…

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Viel zu viel Profil

Foto: Christine Matouschek

Langsam hat es sich auch bis in die letzten Winkeln der Marketingabteilung herumgesprochen, dass die Tage der Gießkannenwerbung vorbei sind. Schließlich hat uns Amazon ja schon vor Jahren gezeigt, wie man mit Hilfe von Profilmarketing, kollaborativen Filtersystemen, Business Intelligence und CRM die totale Konsumententransparenz schaffen und dem Kunden vorauseilend alle Wünsche von den Augen ablesen kann. Ja, hier und dort erhebt noch eine Kulturpessimist müde die Stimme und beklagt den „gläsernen Verbraucher“, aber wir Insider wissen doch schon längst, wohin die Reise geht: „Jeder Kunde ist eine Zielgruppe“, so lautet die Losung in der Welt von Web 2.0 und „Personal Marketing“.

Doch halt! Kann es sein, dass wir mit der Personalisierung übers Ziel hinausgeschossen sind? Es gibt heute Online-Shops, in denen weiblichen Besuchern nur Frauenkleider zu sehen bekommen. Klingt doch einleuchtend, oder? Verschone mich mit Dingen, die mich nicht interessieren und biete mir nur noch Sachen, auf die ich ohnehin scharf bin, dann rollt der Rubel, so das Kalkül. Weiterlesen

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Nicht ohne mein Handy!

Ein Handy für alle Fälle...

„Ortungsdienste für Handy helfen in der Not weiter. Das sagt der IT-Branchenverband BITKOM in einer neulich herausgegebenen Pressemitteilung. Als ich weiterlas, wunderte ich mich ein bisschen darüber, wie harmlos die Notlagen sind, die sich der Verband in diesem Zusammenhang vorstellt. „Ortungsdiensts können helfen, ein verlorengegangenes Handy schnell wiederzufinden“, schreiben sie.

Nun gut, wer mal sein Handy bei einer Dienstreise daheim vergessen hat kriegt schnell die Krise, aber ist das wirklich eine Notlage? „Durch Handy-Ortung können besorgte Eltern schnell überprüfen, wo sich ihr Kind aufhält.“ Ich denke, wenn ein Kind nicht will, dass die Eltern wissen, wo es sich rumtreibt, dann weiß es auch wo der Ausschaltknopf ist.

Mir fehlen in dem Pressetext die echten Notlagen: Situationen, wo es um Leben und Tod geht und aus denen der Besitzer nur Dank Handy heil herauskommt. So wie der  Skifahrer, der 2009 in Golms bei Tschagguns abseits der Pisten gefahren war und unter einem Schneebrett verschüttet wurde. Er kam mit einer Hand an sein Handy und konnte einen Notruf absetzen und wurde gerettet.

Oder der britische Koch, der 2010 beim Aufräumen in der Küche von einer riesigen schwarzen Spinne gebissen wurde, was natürlich auch einiges über die hygienischen Zustände in der britischen Gastronomie sagt. Jedenfalls konnte er das Vieh mit der Handy-Kamera fotografieren, bevor ihm die Hand auf Luftballongröße anschwoll und er ohnmächtig wurde. Der eintreffende Notarzt schickte das Foto an Spezialisten des Bristoler Zoos, die es als eine lebensgefährliche Brasilianische Wanderspinne identifizierte, die offenbar mit einer Bananenstaude auf die Insel gelangt war. Weiterlesen

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WM-Nachrichten

sms vs joynVolltreffer oder Rohrkrepierer?

Die Deutschen sind bekanntlich Weltmeister in vielen Dingen, nur leider schon länger nicht mehr im Fußball. Sie sind aber Export-Weltmeister, Urlaubs-Weltmeister und, ja, auch SMS-Weltmeister. Kein anderes Volk schickt so viele Kurznachrichten vom Handy wie wir. Das ist für die Telefongesellschaften ein Milliardengeschäft.

Da war nicht immer so. Der damalige Telekom-Chef Helmut Ricke nannte SMS 1992 bei der Vorstellung des ersten GSM-Netzwerks ein „unerwartetes Nebenprodukt“. Aber irgendwann kam jemand auf die Idee, Geld dafür zu verlangen, obwohl es den Betreiber ja eigentlich gar nichts kostet. Und wir „SMSen“ trotzdem fleißig: 41 Milliarden solcher Mini-Nachrichten  waren es 2011, so der IT-Branchenverband BITKOM.

Dass es auch heute immer noch kostenlos  geht, beweisen aber solche „Messenger Apps“ wie „Whatsapp“, Pinger, Viber und natürlich auch die Kurztext-Funktion von Skype, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Das ist den Telefonkonzernen ein Dorn im Auge, also haben sie „Joyn“ erfunden. Weiterlesen

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Suchet, so werdet Ihr finden (IX)

Who the hell is „Darren R. Huston“?

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Apples Sündenfall

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Ein Loch ist, wo nichts ist

Es war DAS Thema für die amerikanische Blogosphere. Nein, nicht das neue iPhone 5, sondern die menschenverachtende Dreistigkeit, mit der Apple wieder mal seine getreuen Anhänger mit Anlauf in die Klöten getreten hat. Wer nämlich zum ersten Mal den schicken Neuling in die Hand nahm und umdrehte, fand sozusagen am Afterausgang nicht mehr den gewohnten Schlitz, sondern ein winziges Loch.

„Lightning“ heißt die neue Schnittstelle, die den alten 18poligen Stecker ersetzt. Und das heißt: Besitzer von älteren iPhones, aber auch von Millionen von iPods und iPads, können ihre alten Adapter, Netzkabel, Docking Stations und andere Zusatzprodukte in den Müll werfen. Apple ist es ist es schittejal, und die Zubehörindustrie freut sich über einen unverhofftes Geschenk zum Weihnachtsgeschäft. Weiterlesen

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Das Internet ist kein Altersheim

Soziale Netzwerke sind ein alter Hut. Früher nannte man sie „Seilschaften“, „Alumni-Vereine“ oder schlicht „Klüngel“ (besonders in Köln). Heute heißen sie Facebook oder so, und sie sind – wen wundert’s – auch bei den Alten sehr beliebt. Das behauptet jedenfalls der IT-Branchenverband BITKOM in einer Pressemeldung, die unlängst über den Ticker, beziehungsweise übers Netz ging. 41 Prozent aller Senioren mit Internetzugang seien angeblich in sozialen Netzwerken aktiv, wird da behauptet. „Auch ältere Menschen profitieren von den Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten sozialer Netzwerke“, wird BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder in dem Text zitiert. Angeblich bleiben die Online-Senioren auf diese Weise mit ihren Kindern oder Enkeln in Kontakt und erfahren über deren Facebook-Seiten, was die jüngere Generation so treibt. Ob denen das unbedingt recht ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Vor allem aber freut sich Rohleder über den „starken Anstieg bei der Internetnutzung in der Generation 65-Plus“. Angeblich nutzt aktuell jeder Dritte in der Generation 65-Plus inzwischen regelmäßig das Internet. Weiterlesen

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Mein Zeitungssterben

Zeitungssterben by Tim Möller-Kaya

Ich hatte ja gehofft, dass ich es noch bis zum Ablaufdatum schaffe, ohne auf elektronisches Papier umsteigen zu müssen. Aber dann kam es alles ganz anders. Es fing damit an, dass ich mir so einen schicken kleinen Kindle von Amazon zugelegt habe, um auf Reisen nicht mehr diese wuchtigen Schmöker mitschleppen zu müssen. Jetzt trage ich eine ganze Bücherei in der Westentasche mit mir herum und lese im wahrsten Sinne des Wortes wo ich geh‘ und steh‘: In der Straßenbahn, beim Zahnarzt (im Behandlungsstuhl!), auf dem Zugklo. Ich lese sogar heimlich im Flieger während Takeoff und Landung. Man muss nur aufpassen, dass es die Stewardess nicht mitkriegt, aber die streiken ja sowieso…

Aber meine Tageszeitung, die sollte mir das Schicksal eigentlich schon aus der toten, klammen Hand reißen müssen. So hatte ich mir das jedenfalls gedacht. Ja, ich weiß: Den Zeitungshäusern weht der Wind hart ins Gesicht. Im Juni stellte die „Times-Picayune“ ihre Printausgabe ein und erscheint nur noch online, womit New Orleans die erste amerikanische Großstadt ohne eigene Tageszeitung wurde. Erst Katrina, dann das! Aber meine verbleibenden Jahre, so dachte ich, würde ich schon noch das schöne haptische Gefühlserlebnis des Blätterns in toten Bäumen mir bewahren können.

Doch dann kam der Umzug. Weiterlesen

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Ein Computer zum Küssen

Lieben Sie Ihren Computer? Ich meine: Lieben Sie ihn wirklich? Haben Sie ihn zum Beispiel so gerne, dass Sie ihm gelegentlich einen zarten Kuss auf den Bildschirm setzen würden? Dann sind Sie Ihrer Zeit voraus, jedenfalls laut Christian Lamprechter, Deutschlandchef von Intel, dem Halbleiter-Riesen, der uns so Dinge beschert hat wie Moore’s Law (verdoppelte Chipleistung alle 18 Monate), die „Wintel-Allianz“ mit Microsoft und den schon fast ubiquitären Werbespruch „Intel inside“.

Lamprechter ist eigentlich eher ein ruhiger, kopfgesteuerter Typ. So wirkt er jedenfalls auf mich. Kein feuriger Südländer, schon eher der kühle Klare aus dem Norden, der sein Gefühlsleben gut im Griff hat. Aber in seinem tiefsten Innern scheint wohl ein Vulkan zu brodeln.

Das wurde überdeutlich bei der Vorstellung der neuen ultraflachen, ultraschnellen und folglich auch „Ultrabook“ genannten Laptop-Generation im Münchner Haus der Kunst. Nun ja, es sind ja auch schicke Teile, die kleinen Dinger, fast so schön wie die legendären Eierbücher von Apple, die bislang als das Nonplusultra in der Laptop-Couture galten. Toshiba, Acer, Dell, Samsung, Asus, Lenovo und Sony waren in München mit ihren neuesten Kreationen vertreten, die nur noch so flach sind wie ein Essteller (mit 15 mm nennt sich der „Aspire S5“ von Acer denn auch „the world’s thinnest ultrabook“) und teilweise in modischen designerfarben glänzen – der Computer wird eben immer mehr zum Lifestyle-Accessoire. Weiterlesen

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