Having the Right Conversation about Online Banking Security

Sometimes the most interesting conversations are about something you never really expected to discuss, but I digress.

No, seriously: You sometimes get sidetracked on a topic that becomes so fascinating that your meeting is almost over before you get back to what you really wanted to talk about. Take for instance a conversation I had recently with Julian Lovelock of ActivIdentity. There are lots of things I as an analyst wanted to know about their recent acquisition by HID, who are at home in the “old” world of physical access management and who obviously wanted to buy into the “new” world of logical access control. ActivIdentiy makes most of its money selling often highly customized authentication solutions to businesses, but they derive a large chunk of their income (about 20 percent) from what they call “commercial business”, which essentially means online banking.

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Mein Online-Abendstern

„O du mein holder Abendstern“, singt Wolfram im dritten Akt von Tannhäuser. Etwas prosaischer heisst es im Schlager „Ach du mein kleiner Abendstern, wie hab ich dich doch so gern.“ Und wenn die Augen einer schönen Frau leuchten, ist der Vergleich mit den glitzernden Himmelslichtern ja auch gar nicht so weit hergeholt.

Ich habe meiner Herzensdame zum Valentinstag deshalb ein etwas anderes Geschenk gemacht – einen Stern! Er liegt in der Konstellation Gemini und war bislang Sternguckern lediglich unter seinen trockenen Koordinaten – DE:+21°33’52.60″ / RA:06h 43m 27.436s – bekannt. Seine Helligkeit beträgt 9.18. Jetzt heisst er „Stella Gabi“, und meine Frau und ich werden an lauen Sommerabenden hochblicken, hoffentlich das Sternbild der Zwillinge finden (und erkennen), und ich kann ihr ins Ohr flüstern: „Das ist deiner ganz allein!“

Möglich macht das dankenswerterweise eine kleine Firma namens „Online Star Registery“, die für nur 89 Dollar, bezahlbar im Voraus und per Kreditkarte, einen noch namenlosen Stern auswählt und ihn unter dem gewünschten Namen beim amerikanischen Urheberrechtsbüro („Copyright Office“) unter Angabe der entsprechenden kosmologischen Koordinaten eintragen lässt.

Innerhalb von drei bis vier Werktagen flattern einem mit der Post eine eindrucksvoll mit Prägruck und Stempel versehene Urkunde sowie eine Sternenkarte ins Haus, aus der die Lage des Himmelkörpers zu ersehen ist.Außerdem liegt der Sendung ein Büchlein mit dramatischen Aufnahmen diverser Galaxien bei, die vom Hubble-Weltraumteleskop gemacht worden sind.

Die meine hat sich jedenfalls sehr gefreut. Erst recht, weil ich am heutigen Valentinstag weit weg weile. Denn wie geht es doch so schön im Schlager weiter? „Schade das du jetzt nicht bei mir bist, denn heut am Tag hab ich dich vermisst….“

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Doctor nihil sine causa

Wer gedacht hat, über unseren (immer noch) amtierenden Verteidigungsminister sei schon alles gesagt, der hätte heute Morgen den „Monatsrückblick“ von Holger Pätz im Valentinsmusäum hören sollen. Nein, keines der üblichen hämischen Verrisse – eine Verteidigungsrede, eher, klug zusammengestellt aus humanistischen Bonmots („Er hat sich das Staatsmotto Amerikas zu Herzen genommen – ‚e pluribus unum‘ – ‚aus Vielem eins‘), zeitgeistigen Versatzstücken („das nennt man nicht mehr Plagiat, das heißt heute ‚Rekontextualisierung‘“) und guten Kalauern („er promovierte ‚summa cum cluate‘“). Und überhaupt sollten sich die Zitatgeber doch freuen, dass sich zu Guttenberg ihre Textstellen aus dem Orkus des Vergessens befreit und ins Licht plötzlicher Berühmtheit geführt hat.

Am Schönsten fand ich allerdings seine Bemerkung, Politiker wie Horst Seehofer könnten ihre Glaubwürdigkeit besonders herausstellen, wenn sie an geeigneter Stelle darauf hinweisen, dass sie keinen Doktortitel haben. Denn was passiert, wenn sich die Macher von GuttenPlag Wiki demnächst auch den Dissertationen anderer Titelträger zuwenden, lässt sich absehen? (Nicht wahr, Herr Doktor Kausch?)

Pätz ist gut, aber Czyslansky war besser. Seine erste Doktorarbeit zum Thema „Der Einfluss des Bach’schen Kantatensatzes auf den bipolarer Determinismus“ hat er bekanntlich zusammen mit seinem Kommilitonen Peter Schickele an der University of Southern North Dakota in Hoople geschrieben. Die beiden genialen Forscher (Schickele sollte als der Entdecker des verschollenen letzten Sohns des großen Thomaskantors, des Komponisten P.D.Q. Bach zu Weltruhm gelangen) entwickelten eine Methode, die sie „Cotextualisieren“ nannten.

Das ging so: Jeder von ihnen schrieb aus mehr oder weniger willkürlich zusammengetragenen Textstellen (Czyslansky soll sich vorwiegend aus dem „Plains Farmer’s Journal“ sowie aus der aktuellen von „Reader’s Digest“ bedient haben) eine halbe Doktorarbeit. Anschließend schnitten sie die Manuskriptseiten längsweise entzwei und klebten jeweils eine Blatthälfte des einen mit einem aus der Feder anderen zusammen. Später fügten sie dort, wo es nötig schien, Füll- und Übergangswörter ein, damit der so entstandene Text einigermaßen sprachlichen Sinn machte.

Die so entstandene Arbeit reichten beide am gleichen Tag ein, allerdings bei unterschiedlichen Professoren. Während Schickele dafür die Bestnote erhielt, bekam Czyslansky seine Arbeit mit der Bemerkung zurück: „fehlende Quellenangaben ergänzen!“ Er ging daraufhin in die Unibiliothek und notierte die Titel von 136 Büchern im Regal „Hm-Ij“, weil sie direkt hinter der Eingangstür standen.

Im Übrigen erwies sich Czyslansky später als ein Pionier des Recycling-Gedankens und damit als einer der Väter der modernen Rohstoff-Wiederverwertung, indem er die gleiche Dissertation gleich zwölfmal an anderen Hochschulen einreichte, darunter die Eidgenössisch-Technische Hochschule Zürich, das Indian Institute of Technology (I.I.T.) in Bhuvaneshwara sowie die AAAardvark University in Flordia, wofür er später mit dem Verdienstorden der renommierten Akademikervereinigung IAFU ausgezeichnet wurde.

Im Besitz der Sammlung der Gesellschaft der Freunde Czyslanskys befindet sich das einzige noch erhalten gebliebene Exemplar von Czyslanskys Visitenkarte, die den Stolz wiedersiegelt, mit der der geniale Vordenker des Digitalzeitalters auf mühevoll errungenen seine akademischen Würden hinwies. Er sollte uns allen, insbesondere jedoch dem (noch) amtierenden Verteidigungsminister, als leuchtendes Vorbild dienen.

Wir werden in seinem Sinne einen etwaigen Aufnahmeantrag von Dr. ret. Freiherrn Karl-Theodor zu Guttenberg wohlwollend prüfen.

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Can encryption cure the Cloud?

Some while back I had a conversation with Martin (“Tall Martin”) Buhr about Cloud Security. At the time, he was the European head of Amazon’s Web Services, and he has recently moved on to Nimbula (“the Cloud Operating System company”) as head of sales and business development, but his words came back to me during an analyst panel at RSA Conference in SFO, where I shared the rostrum with Eric Maiwald of Gartner and Jonathan Penn of Forrester and during which we touched on regulation issues that could block the development of Cloud Computing.  In Europe, the case is very clear: The European Data Protection Directive only allows personal data to be transferred to so-called “third countries” if that country provides an adequate level of protection. The most prominent third country is, of course, the United States which chooses for reasons we needn’t get into here to refuse individuals the right to control their personal data the way Europeans can.

In the age of packet switching, nobody can be sure some piece of information won’t make a hop over to New York or San Francisco on its way from, say, London  to Frankfurt. That is the charm and the wonder of TCP/IP, that data will always find a workaround if some part of the net is blocked, clogged or restricted. The original scenario, of course, was a Russian attack on the U.S. military’s communications infrastructure, and the thing data packets were supposed to get around were gaping, radioactive holes in the ground where major U.S. cities (and telephone hubs) once stood.

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Bringing the Cloud Down to Earth

Without getting into the umpteenth discussion about what, ho wand where the Cloud is, I think we can safely assume that for average people, and especially for businesspeople, Cloud Computing is when you run an application or store some data on someone else’s server somewhere out there “in the Cloud”. By this definition, Salesforce.com, just to name an instance, fits just about everybody’s idea of Cloud Computing .

Oracle’s Larry Ellison would beg to differ, and he actually traded insults onstage at Open World 2010 with Salesforce’s boss Marc Benioff, whom he accused of “just running a few applications on some servers.” To which Benioff memorably replied: “You can’t run a cloud in a box, Larry” – referring to Oracle’s jumbo-sized „Exalogic Elastic Cloud“ which Ellison had just introduced.

Which is funny, because according to Chandar Pattabhiram, VP Product Marketing at Cast Iron Systems, a small Silicon valley startup recently acquired by IBM, the box metaphonre is actually a pretty good description of Salesforce itself.

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Wien liegt am Pazifik

Während ich hier so sitze im Starbucks Cafe am Fishermanns Wharf in San Francisco und versuche, meinen Jetlag mit ein paar Tassen Cinnamon Dolce Latte zu vertreiben, muss ich ganz intensiv an Wien denken. Letzte Woche habe ich im Cafe Landtmann gefrühstückt, wo ich viele Stunden als Student vergeudet habe. Dort gab es genau die gleiche Mischung aus Enui und Katerstimmung, die gleichen etwas schludrigen Typen mit Zweitagesbart sassen dort vormittagelang herum, in ihre Tageszeitungen vertieft, die eine verständnisvolle Firmenleitung dort zum kostenlosen Verzehr anbot.

Hier sind es Laptops, iPhones oder iPads, in die man mit der gleichen verschlafenen Verbissenheit hineinstarrt, und die verständnisvolle Firmenleitung stellt lediglich die Konnektivität zur Verfügung. Ja, wir sind weit gekommen im Internetzeitalter. Und irgendwie doch auf der Stelle geblieben…

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Sag mir wo die Buchläden sind, wo sind sie geblieben?

Pete Seegers Lied „Where have all the flowers gone“ hat meine Generation geprägt, und selbst Udo Lindenberg habe ich verziehen, als er es eindeutschte. Es schwang so viel Melancholie mit in dem Refrain, wehmütige Erinnerung an etwas, das uns einmal viel bedeutet hat und das wir selbst aus Dummheit und Unachtsamkeit vernichtet haben. Deshalb habe ich besonders genau gehört, als mein Freund Gunter Dueck, IBM-Obertechnologe und Besteller-Autor („Aufbrechen!: Warum wir eine Exzellenzgesellschaft werden müssen“) neulich in einem Vortrag das Ende des stationären Buchhandels verkündete.

Nicht, dass Dueck ein radikaler Bilderstürmer wäre. Im Gegenteil: Auch er erinnert sich wehmütig zurück an die Zeit, als es noch richtige Buchläden gab, in denen man stöbern konnte oder auch mal einen halben Tag sitzen und ungestört lesen. Ich habe auch solche Erinnerungen, zum Beispiel an Scribners an der Fifth Avenue in New York, dem früheren Sitz des Verlegergiganten, der Ernest Hemmingway und Scott Fitzgerald herausbrachte und das inzwischen ein Beneton „Superstore“ beherbergt. Oder Borders im Turm II des World Trade Center, wo man in bequemen Ledersessel saß und beim Hochblicken auf den Friedhof von Trinity Church blickte. Heute klafft da natürlich ein riesiges Loch.

Es gibt sie natürlich noch, die schönen Buchläden. Shakespeare & Company in Paris, zum Beispiel, das zum Glück noch immer aussieht wie ein besonders rumpeliger Dachboden und in dem sich die Bücher sogar hinter der schmalen Holzstiege ins Obergeschoß türmen. Der schönste Buchladen der Welt ist natürlich Lello & Irmao in Porto, ein Jugendstiltraum, dessen einziger Nachteil ist, dass die Bücher dort meist in Portugiesisch geschrieben sind und ich sie nicht lesen kann.

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Schiedsrichter 2.0

Der kolumbianische Golfprofi Camilo Villegas ist bei  dem mit 1,1 Millionen Dollar dotierten Champions-Turnier auf Hawaii disqualifiziert worden, weil ein Zuschauer in Florida ihn per Twitter verpfiffen hat. Villegas hatte an Loch 15 ein paar lose Grashalme mit der Hand entfernt, während der Ball noch in Bewegung war – klarer Regelverstoß! Dave Andrews, der die Übertragung zu Hause in Daytona Beach verfolgte, schaute vorsichtshalber noch kurz auf die Website des US-Golfsverbands und schickte dann Tweets an die PGA und an den Sender Golf Channel.

Ich finde, das Beispiel sollte Schule machen. Auch andere Sportarten können davon profitieren, dass aufmerksame Zuschauer in die Rolle des Unparteiischen schlüpfen und Regelverstöße online melden.

 

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Kannibalismus macht wenigstens satt!

Überraschung! Der iPad ist nicht die ersehnte Rettung der Verlage, sondern eher das Gegenteil. Das schreibt jedenfalls die „Süddeutsche“ heute auf der Mediensaeite. Der gerade erst angelaufene Verkauf von elektronischen Magazinen ist nach kurzem Anfangshoch tief in den Keller gesackt: Wired verkaufte im Juni noch 100.000 Ausgaben übers Internet, im November waren es nur noch 22.000.

Schlimmer noch: Die Verlage kannibalisieren sich mit den Apps für iPad & Co selbst. 58 Prozent der Nutzer gaben in einer Umfrage  an, ihr Papierabo in den nächsten sechs Monaten kündigen zu wollen, weil die Verlags-App in der Regel billiger oder sogar umsonst ist. Merke: Kannibalismus ist an sich nichts Schlechtes – es wird ja wenigstens einer dabei satt…

Die Verlage haben nämlich wieder zur gleichen Todesspirale angesetzt, den sie schon im Internet vollführt haben: Um auf Biegen und Brechen Auflage zu machen, damit die Anzeigenkunden kommen, verschenken sie ihre Inhalte. Aber auch das nützt nichts, und das merken die Werbekunden auch und buchen nicht.

Die Kostenloskultur der Verlage ist nichts anderes als der kreative Offenbarungseid der Branche: Sie finden und finden kein Rezept, um ihre Daseinsberechtigung im Online-Zeitalter zu beweisen. Und so werden sie den Weg der Dinosaurier gehen. Und mit ihm der Qualitätsjournalismus.

Die Verleger sollten jeden Tag in Richtung Cupertino beten, weil Steve Jobs ihr Geschäft retten wird, hat Springer-Chef Mathias Döpfner im Frühjahr gesagt. In Wahrheit liegt ein böser Fluch über seine Branche – eine selbstverschuldete.

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Was WikiLeaks über Amerika sagen würde

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende damit zubringen, meine jüngsten Eindrücke von Amerika, dem Land, in dem ich geboren wurde und dessen Bürger ich geblieben bin trotz mehr als 40 Jahre Aufenthalt in Deutschland, in Blogform aufzuarbeiten. Ich bin gestern nach vier Wochen, in denen meine Frau und ich in Boston gewohnt haben, zurückgekehrt und bin zutiefst verunsichert und enttäuscht von vielen Dingen, die man bei einem flüchtigen Besuch als Urlauber oder Geschäftsreisender sonst nicht richtig sieht, und das Blogschreiben ist für mich die beste Möglichkeit die es gibt, meine Gedanken zu ordnen und für mich selbst eine Perspektive zu eröffnen, die mir hilft, ein informiertes Urteil zu bilden.

Und dann schlug ich die Wochenendausgabe der „International Herald Tribune“ auf und merkte, dass ich mir die Mühe sparen kann. Denn Thomas Friedman, der brillante Kolumnist, Essayschreiber und Buchautor („The World Is Flat“) hat mir die Arbeit abgenommen. Unter der Überschrift „From WikiChina“ hat er schonungslos und treffsicher genau die Punkte aufgegriffen, die ich in meinem Kopf herumtrage, und er hat es auf eine sehr witzige Weise getan, indem er die jüngste Veröffentlichung hochgeheimer amerikanischer Diplomatenpost durch die Website WikiLeaks zum Anlass nahm, eine fiktive Depesche der chinesischen Botschaft in Washington verfasste und sich vorstellt, wie es wäre, wenn auch sie unverhofft an die Öffentlichkeit geraten würde.

Statt selbst etwas zu schreiben, habe ich deshalb beschlossen, seinen Text ins Deutsche zu übersetzen und ohne Rücksprache mit ihm oder den Anwälten der „New York Times“, die vermutlich das Copyright an seinen Texten besitzen, hier als „befreites Dokument“ zu veröffentlichen. Ob ich deshalb, wie WikiLeaks-Gründer Julian Assange in den Untergrund abtauchen muss, wird sich zeigen…

Von: Botschaft der Volksrepublik China in Washington

An: Außenminsterium

GEHEIMSACHE

Thema: Amerika heute

Es läuft gut hier für China. Amerika ist weiterhin ein politisch zutiefst gespaltenes Land, was sicher hilfreich ist für uns und unsere Ziel, die USA als die mächtigste Volkswirtschaft und Nation der Welt zu überholen. Aber wir sind vor allem deshalb optimistisch, weil die Amerikaner wegen der falschen Dinge gespalten sind.

Es liegt hier etwas mutwillig Selbstzerstörerisches in der Luft, als hätte Amerika so viel Zeit und Geld wie es braucht, um sie mit politischer Kleinkrämerei zu vergeuden. Sie streiten über Dinge wie (wir haben das übrigens nicht frei erfunden) wie und wo ein Flughafen-Sicherheitsangestellter sie berühren darf.

Wir freuen uns, berichten zu können, dass sie über den jüngster Vertrag mit Russland über den Abbau atomarer Waffen. Die Republikaner scheinen so scharf darauf zu sein, Präsident Obama zu schwächen, dass sie bereit sind, einen Vertrag zu torpedieren, der womöglich dazu beigetragen hätte, die Beziehungen zwischen den USA und Russland in Fragen wie Iran zu verbessern. Und da alles, was Russland und Amerika dazu bringen würde, aufeinander zuzugehen, uns am Ende isolieren würde, sind wir Senator Jon Kyl aus Arizona dankbar dafür, dass er unsere Interessen denen Amerikas voran stellt und die Ratifizierung des Vertrags durch den US-Senat blockiert. Der Botschafter hat Senator Kyl und seine Frau zum Abendessen in Mr. Kao’s Chinese Restaurant eingeladen um ihn für seine Standhaftigkeit beim Beschützen von Amerikas (sprich: unserer) Interessen zu danken.

Amerikaner haben gerade das hinter sich, was sie eine „Wahl“ nennen. Soweit wir es verstanden haben geht es dabei darum, dass ein Kongressabgeordneter versucht, mehr Geld als der andere einzusammeln (von den Unternehmen, die sie eigentlich überwachen sollen) damit er im Fernsehen häufiger größere Lügen über den anderen Kerl erzählen kann bevor der der andere es mit ihm macht. Das hinterlässt bei uns ein Gefühl der Erleichterung. Es bedeutet, dass Amerika nichts Ernsthaftes unternehmen wird, um seine strukturellen Probleme zu lösen: ein aufgeblähtes Staatsdefizit, ein zunehmend schwächelndes Bildungssystem, eine zerbröselnde Infrastruktur und schwindende Immigration von neuen Talenten.

Der Botschafter reiste kürzlich mit dem, was die Amerikaner ein Schnellzug nennen – die „Acela“ – von Washington nach New York. Unsere Bullet Trains von Bejing nach Tianjin legen die gleiche Strecke in 90 Minuten zurück. Seiner brauchte drei Stunden – so stand es auch im Fahrplan! Unterwegs benützte der Botschafter sein Handy, um in seinem Botschaftsbüro anzurufen, und in einer Stunde brach die Verbindung zwölfmal zusammen. Wir möchten nochmals betonen, dass wir das alles nicht erfunden haben.

Wir haben hier in der Botschaft einen Witz: „Wenn dich jemand aus China anruft, klingt es so, als säße er nebenan. Und wenn dich einer von nebenan in Amerika anruft, klingt es, als riefe er aus China an!“ Diejenigen von uns, die in Chinas Botschaft in Zambia gearbeitet haben, berichten, dass der Mobilfunkdienst in Afrika besser funktioniert als in Amerika.

Aber die Amerikaner kriegen davon nichts mit. Sie reisen selten ins Ausland, und sie merken deshalb nicht, wie weit sie zurückgefallen sind. Deshalb finden wir es hier in der Botschaft witzig, wenn die Amerikaner darüber streiten, wie „außergewöhnlich“ sie sind. Nochmal: Das ist nicht alles erfunden! Auf der Vorderseite der Washington Post stand am Montag ein Artikel, in dem es hieß, die Republikaner Sarah Palin und Mike Huckabee würden Obama dafür verdammen, dass er die „Außergewöhnlichkeit Amerikas“ in Frage stelle. Die Amerikaner haben aufgehört, daran zu arbeiten, außergewöhnlich zu sein, und reden lieber darüber, wie außergewöhnlich sie sind. Sie scheinen nicht zu verstehen, dass man sich nicht selbst für „außergewöhnlich“ erklären kann – nur andere können einem dieses Adjektiv verleihen.

In der Außenpolitik können wir nicht erkennen, wie Obama die US-Streitkräfte aus Afghanistan  befreien könnte. Er weiß, dass die Republikaner ihn einen Weichling nennen werden, wenn er es tut. Also werden die Amerikaner weiterhin jeden Tag 190 Millionen Dollar dort versenken. Das bedeutet, dass Amerika die militärischen Mittel fehlen werden, um uns irgendwo anders Paroli zu bieten, besonders in Nordkorea, wo unsere geistesgestörten Freunde nach wie vor alle sechs Monate Amerika erneut an der Nase herumführen, bis den Amerikanern nichts übrig bleibt, als zu uns zu kommen und darum zu betteln, die Sache abzukühlen. Bis die Amerikaner es aus Afghanistan herausgeschafft haben, werden die Afghanen sie sicher so sehr hassen, dass es den chinesischen Minenfirmen, die heute schon dort tätig sind, ein Leichtes sein sollte, die restlichen seltenen Bodenschätze Afghanistans aufzukaufen.

Die meisten Republikaner, die gerade ins Abgeordnetenhaus gewählt worden sind, glauben nicht, was ihre Wissenschaftler ihnen über die von Menschen verursachte Klimaveränderung sagen. Amerikanische Politiker sind Rechtsanwälte (nicht Ingenieure oder Wissenschaftler wie unsere Politiker ), und sie werden weiterhin verrückte Dinge über die Wissenschaft erzählen, und keiner wird ihnen widersprechen. Das ist gut so. Es bedeutet, dass sie niemals ein Gesetz unterstützen werden, das die Innovation in saubere Energieformen unterstützt – etwas, das im Mittelpunkt unseres jüngsten Fünfjahresplans steht. Und das stellt sicher, dass unsere Bemühungen, die Vorsprung bei Windkraft, Solartechnik, Atomenergie und elektrischen Autos von den Amerikanern gefährdet ist.

Schließlich weisen wir darauf hin, dass derzeit eine Rekordzahl amerikanischer Studenten dabei ist, Chinesisch zu lernen. Das sichert uns einen stetigen Nachschub an billigen Arbeitskräften, die unsere Sprache sprechen. Wir können derweil unsere 2,3 Billionen an Dollarreserven dazu verwenden, in aller Ruhe die Fabriken der USA aufzukaufen. Unterm Strich lässt sich sagen, dass die Dinge in Amerika derzeit sehr gut laufen für China.

Was für ein Glück, dass die Amerikaner unsere Diplomatenpost nicht lesen können.

Dem ist wohl nichts hinzu zu fügen.

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