Online-Shopping holt auf

Das  Internet holt in den USA mit Riesenschritten auf. Das behauptet jedenfalls der amerikanische Einzelhandelsverband NRF in einer Studie, in der man das Einkaufsverhalten  im Weihnachtsgeschäft 2002 unter die Lupe nahm. Auf die Frage, welchen Vertriebskanal man für die Festtagseinkäufe gewählt habe, gab die Mehrheit, nämlich jeder Zweite (erwartungsgemäß) Discountläden an. Zum ersten Mal aber hat sich Online-Shopping auf Platz zwei vorgearbeitet: 33,2 Prozent haben dort ihre Geschenke besorgt – mehr, als in Kaufhäusern (30,6 Prozent) und Fachgeschäften (27 Prozent). Eine schöne Bescherung!

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Punkt, Punkt, Komma, Strich

Was ist eigentlich mit den „Emoticons“ passiert, auch „Smileys“ genannt?

Früher gab es kaum eine E-Mail, in der sich der Schreiber nicht seinen Worten mit Hilfe von seltsamen Zeichenkombinationen zusätzliche Bedeutung zu verleihen versuchte, nach dem Motto: Punkt, Punkt, Komma, Strich, fertig ist das kleine, quergestellte Gesicht. Es gab unzählige davon, wie zum Beispiel die Trauermiene, der Küsschenmund oder der Rauschbart (mit dem man elegant auf Kalauer reagieren konnte).

Nun, vielleicht hat die inzwischen nachgewachsene Internet-Generation diese in der Cyber-Steinzeit entstandene Zeichen-Sprache nie gelernt? Falls ja, empfehle ich einen Besuch bei www.networds.de, dem interaktiven Lexikon der Internet-Sprache, den der Langenscheidt-Verlag und die Süddeutsche Zeitung kostenlos ins Net gestellt haben. Da gibt es neben ausführlicher Erklärungen von Fachausdrücken und Abkürzungen eben auch eine eigene Emoticon-Abteilung zum Durchklicken.

Merke: Smiley am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen!

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Ausgeschlafene Online-Apotheken

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt macht sich mittlerweile stark für den Verkauf von Medikamenten übers Internet und beißt bei den Standesvertretern auf Granit. Dabei bekomme ich ständig Angebote ausländischer Online-Apotheken wie die „Pillsgroup“ (www.pillsgroup.com), die mir alles von Viagra („$7 pro Dosierung“) über das angebliche Haarwuchs-Wundermittel Propeicia  bis zum Fettverbrenner Phentermine andienen. Kein ganz billiges Vergnügen (für das superstarke Schmerzmittel Celebrex wollen sie $275 für 50 Tabletten), dafür aber angeblich ganz legal: Ich muss nur einen Online-Fragebogen mit meiner Krankheitsgeschichte und den Symptomen ausfüllen; ein lizenzierter Arzt in den USA stellt das Rezept aus, Pillsgroup bringt die Sendung noch am gleichen Tag  zur Post.

Wer will da noch warten, bis die deutsche Apothekerzunft begriffen hat, wohin die Reise im Internet-Zeitalter geht?

Apotheker sind aber nicht die einzigen, die bremsen beim internationalen Handel mit Pillen und Pülverchen. Ich habe letztes Jahr in Amerika das Präparat „Melatonin“ gekauft. Die Pillen wirken Wunder bei der Überwindung von Jet Lag bei langen Flugreisen. In den USA werden sie als „naturidentischer Lebensmittelzusatz“ in jeder Drogerie für ein paar Dollar verkauft, in Deutschland sind sie (noch) nicht offiziell zugelassen.

Nun ist ja in Deutschland bekanntlich alles, was nicht ausdrücklich erlaubt ist, automatisch verboten. Als meine Pillendose leer war und ich übers Internet welche nachbestellte, tauchte eines Tages die Zollfahndung bei mir zu Hause auf: Was ich da gemacht hätte sei illegal, ich könne froh sein, wenn man mich nicht ins Kittchen stecke. Und die Pillen, die ich per Kreditkarte online bezahlt habe, wurden natürlich von der Staatsgewalt beschlagnahmt. Und so kämpfe ich diesseits des Atlantik als braver Bürger tapfer gegen die Flugmüdigkeit an – obwohl ich dank Internet eigentlich wunderbar ausgeschlafen sein könnte…

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Amazon: Des einen Freud ist des anderen Leid

Amazon hat es wieder geschafft, mich als Kunden richtig zu begeistern. Seit einiger Zeit kann man beim größten Online-Buchhändler der Welt nicht nur neue Bücher kaufen, sondern sie nach dem Lesen auch wieder verkaufen.

Ich habe es kürzlich mit dem neuen Grisham („Der Richter“) so gemacht: Die deutsche Ausgabe kostete mich 24 Euro. Nun ist Grisham zwar spannend, aber einmal gelesen langt, also bot ich das Band eine Woche später bei Amazon an – und hatte schon nach einer Stunde einen Käufer, der bereit war, 15 Euro plus Porto zu bezahlen. Gut: Es wäre billiger gewesen, in die Leihbibliothek zu gehen, aber 15 Euro haben und 15 Euro nicht haben sind bekanntlich 30, oder so ähnlich.

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Nicht alle freuen sich übrigens über den neuen Amazon-Service. Der amerikanische Autorenverband Author’s Guild hat sich kürzlich in einer Presseerklärung über das neue Online-Angebot beschwert und behauptet, „Amazon fügt der Verlagsbranche großen Schaden zu!“ Angeblich leiden die Autoren, weil ihnen die Honorare entgehen und die Verlage, weil die Profite sinken.

Mag sein – aber den Kunden freut’s. Und der ist nun mal König, erst recht im Internet.

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Ich Anfänger

Dumm gelaufen: Die Namen von mehr als 50 Firmen, die vertrauliche Anfragen bei einer Anwaltskanzlei in den USA abgegeben hatten, sind dank eines dummen Fehlers per E-Mail bekannt geworden. Ein Anwaltsgehilfe hatte allen Interessenten irgendwelche Routineunterlagen zugeschickt und dabei, um sich Arbeit zu sparen, alle 50 Adressen mit Hilfe der „cc:“-Funktion seines Mail-Programms in den Kopf des Anschreibens kopiert – wo jeder Empfänger sie prompt sehen konnte.

Ich wäre ja richtig schadenfroh über einen solchen Lapsus eines anderen – wenn mir das Gleiche nicht gerade vor ein paar Wochen auch passiert wäre: Ich wollte 250 Betreiber regionaler Marktplätze in Deutschland anmailen, um von ihnen Infos zu einer großangelegten Marktstudie zu bekommen und habe dabei auf eine falsche Taste gedrückt.

Das Ergebnis: Wütende Antwortmails („Sie Anfänger!“, „Die Adressliste ist länger als die ganze Mail!“, „Trottel!“) und viel Arbeit, denn ich musste mich 250mal entschuldigen – per Einzel-Mail, natürlich.

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Sicherheit ist ausverkauft

Manchmal muss man einfach warten können. Vor zwei Jahren habe ich ein Buch geschrieben mit dem Titel „Managementaufgabe Sicherheit“, das für nichttechnische Führungskräfte, wie ich hoffe, verständlich und einfach beschreibt, wie man den Gefahren aus dem Internet durch den Aufbau einer „Sicherheitskultur“ im Unternehmen und durch viel Überzeugungsarbeit bei den eigenen Leuten begegnen kann; Tenor: „Sicherheit ist Chefsache“.

Das Buch hat sich, freundlich ausgedrückt, eher mäßig gut verkauft – bis zum 11. September letzten Jahres. Seitdem ist das Thema in aller Munde, und die Auflage steigt! Als mich Microsoft kürzlich für eine Management-Vortragsreihe engagierte und den Gästen jeweils ein signiertes Exemplar nach Hause mitgeben wollte, stellte sich heraus: Das Buch ist inzwischen vergriffen! Mal sehen, ob der Verlag sich an eine Neuauflage herantraut.

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Irrationale Orthodoxie

Es ist jetzt ebenso Mode geworden, das Internet zu verdammen, wie es vor einem Jahr Mode war, es zu bejubeln. Wenn das Internet die Schuld an der gegenwärtigen Wirtschaftmisere trägt, so die Argumentation, dann muß man sich nur davon abwenden und zurückkehren zu den alten, gewohnten Methoden der Unternehmensführung, schon ist alles so, wie es einmal war.

Keineswegs, sagt Don Tapscott, ein großartiger Sprecher und Author des Buches „Digital Capital“. Wir leben nun einmal in dem, was er die „Post-Dotcom-Welt“ nennt. Gerade der Zusammenbruch der Internet-Aktien, statt Manager zu verunsichern, sollte ihm seiner Meinung nach die Wichtigkeit des Internets vor Augen führen.

„Leider sind viele sogenannte Experten heute dabei, ihre frühere irrationale Begeisterung durch ebenso irrationale Orthodoxie zu ersetzten“, klagte er kürzlich in London auf einem Seminar. „Wer glaubt, er könne die Uhr einfach zurückdrehen und sich auf die alten, bewährten Strategien und Methoden verlassen, den wird die Strafe schnell ereilen!“

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Türken sind die besseren Liebhaber

„Unsere Umfrage zeigt: Türken haben Ausdauer im Bett!“ Diese und andere lebenswichtige News aus der türkischen Gemeinde in Deutschland finde ich bei „Vaybee! AG“ (www.vaybee.com), die „türkische Community“ im deutschen Internet. Ich war neugierig geworden, nachdem mir Vaybee-Vorstand Tamer Kulmac von seinem Erfolg bei Aufbau und Vermarktung der Website erzählt hatte. Ich hatte irgendwie eine Art volkstümelnde Tourismusseite erwartet. Statt dessen fand ich ein modernes, quicklebendiges Angebot zu Stichworten wie „Lifestyle“, „Entertainment“, „Wirtschaft“ oder „Szene“. Es lebe die Multikultur!

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Kein Zurück zur Old Economy

So schnell kann es gehen: Am Mittwoch diskutiere ich noch mit dem Chef von Yahoo Deutschland, Peter Würtenberger, bei der Medienkommission der CSU in München, am Freitag flattert mir die Pressemeldung auf den Tisch: Würtenberger wechselt nach Berlin zum Axel Springer Verlag, wird dort Chef von „Bild.de“. Absetzbewegung zurück in die „Old Economy“?

Nee, meinte er, aber eine einmalige Karrierechance. Denn Springer hat sich mit Ron Sommers T-Online zusammengetan, beide sollen verschmelzen zur „Bild.de/T-Online AG“ – und dann wird richtig Gas gegeben. Würtenberger freut sich schon: „T-Online hat 14 Millionen Nutzer, die Bild-Zeitung hat elf Millionen Leser. Das wird eine echte Kraftmaschine fürs deutsche Internet“

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Hauptsache Intel ist inside

Vor 20 Jahren kam der erste PC auf den Markt – ein denkwürdiges Jubiläum.

„Wissen Sie was das heißt“, sagte mir Craig Barrett, CEO von Intel kürzlich, als er in München vor deutschen Managern sprach, „das heißt, dass es  inzwischen eine ganze Generation von jungen Menschen gibt, die gar nicht wissen wie es war, als es noch keine PCs gab!“

Nur, dass die PCs heute ganz anders aussehen – unter Umständen auch gar nicht mehr an einen „klassischen“ PC erinnern. „Auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas haben wir einen PC vorgestellt, der nur zum Abhören von MP3-Musik dient“, sagte mir Barrett. Ein anderer PC, der „Chat Pad“, sieht aus wie ein dünner Notizblock.

Im Grunde ist es dem sportlichen Mittsechziger, der am liebsten im Rollkragenpulli herumrennt, völlig egal, welche Form der PC hat – Hauptsache, es stecken seine Chips drin…

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