Anwendungen aus der AppFoundry

Das Intranet ist in aller Munde: Laut einer Umfrage von Forrester Research haben bereits 62 Prozent aller „Fortune 1000″ Companies“ ein solches Internet für den Hausgebrauch oder planen demnächst den Einstieg in diese neue Form der vernetzten Unternehmenskommunikation.

Das Problem ist nur: Einfach in den Laden gehen und ein Intranet kaufen können Sie nicht. Sie müssen die einzelnen Anwendungen bislang noch selbst entwickeln oder entwickeln lassen, was zwar dank der simplen Web-Sprache HTML ziemlich einfach, aber doch mit Aufwand verbunden ist. Es gab deshalb ein spürbares Aufatmen in der Branche, als Browser-Hersteller Netscape kürzlich mit dem „AppFoundry“ eine Reihe von fertigen Intranet-Programmbausteinen zum kostenlosen Herunterladen ins Net stellte (www.netscape.com). Es gibt Module für Reisekostenabrechnung, Zeiterfassung, Inventurübersichten, interne Jobbörsen und sogar ein Java-Applet, mit dem man Besprechungszimmer reservieren und Meetings online organisieren kann.

”Der EDV-Leiter im Unternehmen ist normalerweise ein armer Kerl, „meinte Netscapes Europa-Vertriebschef Karl Klarmann, als ich mit ihm über AppFoundry sprach, „weil er immer nur Geld verlangt und eigentlich merkt der Boss nichts davon. Mit unseren Intranet-Baugruppen kann er jetzt ganz schnell Erfolge vorweisen – ein völlig neues Erlebnis für ihn.“

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„Internet-Malls sind tot“

77 Prozent aller Internet-Einkäufe werden von Leuten getätigt, die ganz genau wissen, was sie wollen und die keine Zeit verplempern wollen. Das behauptet jedenfalls Marc Johnson von Jupiter Communications, der in Berlin die Ergebnisse einer neuen Verbraucherstudie vorstellte. Seine Schlußfolgerung: “Die Internet-Malls sind tot!”

Die Vorstellung, ein Online-Kunde würde wie durch ein Einkaufszentrum schlendern, links und rechts ins Schaufenster sehen und sich spontan zum Kauf von irgendwelchen Waren verleiten lassen, die er eigentlich gar nicht braucht, sei eines der großen Irrtümer der Internet-Geschichte. Dafür prüfen Online-Shopper ganz genau, bevor sie sich entscheiden: Laut Jupiter-Studie besuchen 41Prozent zwischen drei und fünf Anbieter, um sich über Preise und Leistungen zu informieren, bevor sie bestellen.

Merke:Online-Kunden sind bestens informiert!

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Online-Auktionen – der Hammer!

Online-Auktionen sind der heiße Renner der Saison. Alle wollen den sagenhaften Erfolg von eBay, dem neuesten Senkrechtstarter an der US-Börse, in Europa wiederholen. Das britische Unternehmen QXL (ausgesprochen “Quicksell”) will sich mit dem Konzept “Online-Privatauktionen für jedermann” und der Gründung einer deutschen Niederlassung in Position für einen eventuellen Börsengang. “Auktionen sind die mediengerechte Art, im Internet-Zeitalter Preise auszuhandeln”, sagte mir Europachef Stand Laurent kürzlich. Er weiß aber auch, daß die Konkurrenz nicht schläft. “Man muß im Internet der erste sein”, lautet sein Motto.

Leider können Wunsch und Wirklichkeit im Online-Geschäft hart aufeinander prallen. Das hat ein anderes Internet-Auktionshaus jetzt gerade erleben müssen: Ricardo ist vor einem halben Jahr furios gestartet. Jetzt hat sie der Verein Hamburger Auktionatoren verklagt: Der Verkauf übers Internet fällt ihrer Ansicht nach unter die EU-Fernabsatzrichtlinie. Die sieht ein Widerrufsrecht von sieben Tagen vor. Bei Versteigerungen ist der Käufer an Gebot und Abnahme der Ware gebunden. Ich bin gespannt, wie die Richter am Hamburger Landgericht entscheiden werden.

Und noch eine Meldung zum Thema Auktionen im Internet: Der Autovermieter Sixt hat zum ersten Mal Gebrauchtwagen unter den virtuellen Hammer gebracht, allerdings andersherum: Ausgehend von einem Basiswert wurde der Preis alle zehn Sekunden um 250 Mark gesenkt. Wer als erster mit der Maus klickte, bekam den Zuschlag zum gerade aktuellen Preis. Merke: Im Internet heißt es manchmal Nerven bewahren. Übrigens: Die Resonanz soll sagenhaft gewesen sein, sagte Sixt-Vorstand Detlev Pätsch. Am Ende sei sogar der Server unter dem Ansturm der Bietwütigen zusammengebrochen.

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Im Internet spielt die Musik

Wer verdient nun Geld im Internet? “Die Versandunternehmen”, kommt es ohne zu zögern aus dem Mund von Patrick Palombo. Der Sohn italienischer Immigranten, der in Nordafrika und Frankreich aufwuchs, ist heute weitgehend im Cyberspace zu Hause, wo er für die Schickedanz-Gruppe ein offenbar äußerst ertragreiches Internet-Geschäft unter dem Namen “Quelle Online” betreibt.

Statt 20 habe man letztes Jahr 25 Millionen Umsatz gemacht, was einer Steigerungsrate von mehr als 350 Prozent entspräche, sagte mir Palombo beim Mittagessen im “Minecci”, einem wunderbaren kleinen Italiener im Nürnberger Stadtteil Johannis. Überhaupt sind seiner Meinung nach die Versender die großen Gewinner beim Electronic Commerce. Denn worum geht es dabei? “Um die Fähigkeit, den Auftrag entgegenzunehmen, das Päckchen von A nach B zu bringen und hinterher einen After Sales Service zu bieten. Das ist unsere Kernkompetenz – jeder andere muß sich diese Fähigkeit erst aufbauen oder teuer erkaufen.”

Kein Geschäft mehr machen sollen dagegen die Schallplattenfirmen, wenn es nach KünstlerInnen wie Nina Hagen geht. Sie bietet ihre jüngste Platte, eine Sammlung indisch angehauchter Stücke mit dem Titel ”Om namah shivay”, im Internet an, in echter CD-Qualität zum Herunterladen im handlichen MP3-Format. Solche Gratis-Songs gibt es schon zu Hunderttausenden, zum Beispiel auf der Website von mp3.com. Für das enfant terrible der deutschen Musikszene ist Musik im Internet nicht nur ein praktischer Vertriebskanal, sondern auch eine Möglichkeit, sich von geldgierigen Musikbossen unabhängig zu machen: “Ich bin ja nicht so blöd, und gebe die Scheibe einer Plattenfirma, die sich dann soviel Prozente nimmt, daß nichts mehr davon übrigbleibt”, meinte sie kürzlich bei einem Besuch in München.

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Lifestyle-Drogen in der Online-Apotheke?

Das Internet darf keine riesige Selbstbedienungs-Apotheke werden, fordert die Bundesärztekammer. Die Standesvertretung ist besorgt über das Auftauchen von sogenannten „Lifestyle-Drogen“ wie die Potenzpille Viagra oder die Anti-Fett-Tabelette Xenical im Internet. Sogar tödlich wirkende Substanzen we Phenytoin könne man inzwischen rezeptfrei und ohne jeden Warnhinweis über dubisose Online-Dealer beziehen. Noch ein Grund, beim Surfen vorsichtig zu sein – und seine Kinder vorzuwarnen.

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Internet für Manager – eine Einleitung

”Gerade in mittelständischen Unternehmen herrscht eine große Verunsicherung, um nicht zu sagen eine starke Animosität gegenüber dem Medium Internet.” Das schrieb mir kürzlich eine junge Mitarbeiterin einer Internet-Agentur aus Mannheim. Sie komme sich manchmal “wie ein Gebrauchtwagenverkäufer” vor, wenn sie versuche, deutschen Firmenchefs den Gedanken an einen Internet-Auftritt schmackhaft zu machen.

Es ist schon erstaunlich, wie wenig die verantwortlichen Manager trotz Internet-Boom teilweise noch von dem neuen Medium wissen. Im Zeitalter globaler Märkte und verschärftem Wettbewerb die Zukunft des Standortes Deutschland könnte sich das fatal auswirken wenn es darum geht, rechtzeitig und richtig auf die Herausforderungen der globalen Vernetzung zu reagieren.

Die Wissenslücke deutscher Manager in Sachen Internet zu schließen und sie von dem wirtschaftlichen Nutzen der Vernetzung zu überzeugen ist das Ziel, das ich mir mit meinem kürzlich im Econ-Verlag erschienenen Buch, “Erfolgsfaktor Internet”*, gesetzt habe. Nicht nur ich bin davon überzeugt: Deutschland braucht Manager, die das Internet als persönliche Herausforderung begreifen. Im Cyberspace werden heute die Karten für die nächste Runde im Wettbewerb der Volkswirtschaften verteilt. Deutschland hat da bislang keine guten.

“Erfolgsfaktor Internet” ist der Versuch, dem Manager die Chancen und Risiken des Internet in einer Sprache näherzubringen, die er versteht und die ihn dazu animieren soll, das Thema zur Chefsache zu erklären.

Gleichzeitig ist es ein ausgesprochen untechnisches Buch, weil ich selbst ein ausgesprochen untechnischer Mensch bin, der es gerade eben versteht, einen PC zu bedienen und sich damit ins Internet einzuwählen. Zumindest in diesem Punkt weiß ich mich mit der großen Mehrheit der Manager in Deutschland einig.

Aber das, was sich in der Welt hinter dem Bildschirm abspielt, hat ja mit Technik und Computern so wenig zu tun wie der Genuß eines Violinkonzerts mit Geigenbau. Noch mag Electronic Commerce im Vergleich zum “richtigen” Handel mit Waren und Dienstleistungen eher eine Nebenrolle spielen. Doch das kann sich schneller ändern, als man glaubt.

Delta Airlines hat vor ein paar Wochen als erste Airline der Welt seine Kunden aufgefordert, Flugscheine in Zukunft bitteschön möglichst nur noch über das Internet zu bestellen; wer es noch konventionell über Reisebüro oder Ticketschalter macht, muß zur Strafe zwei Dollar extra bezahlen. Vertrieb über das Internet, das wird an diesem Beispiel deutlich, wird nicht nur gleichberechtigt neben anderen Absatzformen treten – es wird diese überholen und in vielen Fällen sogar überflüssig machen.

Wer diese Entwicklung verpaßt, hat ausgedient. Das gilt für den einzelnen Manager genauso wie für ganze Volkswirtschaften. Deutschland hat da einiges aufzuholen.

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Nobeler TBL

Der Erfinder des World Wide Web, Tim Berners-Lee, ist ein junger, sympathischer, etwas nervöser Mann, der zwar die Welt in seinen Grundfesten erschüttert hat, dem aber irgendwie der ganz große Erfolg hisher versagt geblieben ist. Seine Kollegen sind jedenfalls fast alle inzwischen Multimillionäre (zumindest auf dem Papier des Depotzettels), er schuftet dagegen noch für ein bescheidenes Gehalt als Präsident des “W3C”, des Firmenkonsortiums, das vom M.I.T. in Massachussetts aus versucht, über Standards und Industrievereinbarungen Ordnung ins Chaos des Internet zu bringen.

Als ich ihn in München anläßlich der Verleihung des Eduard-Rhein-Technikpreises, des “Nobelpreis der Technologie”, kennenlernte, glänzten seine Augen nicht nur ob der Ehrung, sondern auch wegen des Schecks für 200.000 Mark, die er gerade im Festsaal des Deutschen Museums in Empfang genommen hatte. “Klar tut das Geld gut”, gab er unumwunden zu. Schließlich dreht sich im Web heute fast alles genau darum.

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Illustere Runde

Berlin ist mehr denn je eine Reise wert, seitdem es dort wieder das Hotel Adlon als Nobel-Absteige und Tagungsort gibt. Ich hatte dortselbst jetzt das Vergnügen, anläßlich des Weltkongreß der International Informations-Industrie an einer nicht ganz alltäglichen Podiumsdiskussion teilzunehmen. Erstens war die Runde illuster – Teilnehmer waren unter anderem Renato Ruggiero, Generaldirektor der Welthandelsorganisation WTO, Donald Johnston, Generalsekretär der OECD und EU-Kommissar Dr. Martin Bangemann.

Vor allem aber: Das Thema war heiß. Es ging immerhin um ein globales Rahmenwerk für Electronic Commerce, der angeblich in greifbare Nähe gerückt ist. Bei aller Technik sei die Sache nämlich relativ einfach, behauptete WTO-Chef Ruggiero unter dem Beifall von Vertretern der weltweiten Informations-Branche: “Das Internet ist nur eine weitere Möglichkeit, Handel zu treiben, und die existierenden Grundregeln gelten dort genauso wie überall sonst im Leben.”

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Internet auf allen Straßen

Möchten Sie sich gerne morgens im Auto Ihre E-Mails vorlesen lassen und gleich die Antworten diktieren? In drei bis vier Jahren wird es soweit sein, sagen die Entwickler von IBM, Sun und Netscape, die gemeinsam das “Network Vehicle” (“Netzwerk-Fahrzeug”) auf die Räder gestellt haben. Das rollende Internet basiert auf einem Van von General Motors und ist total vernetzt: Beifahrer und Rücksitz-Passagiere können auf eingebauten Monitoren im Web surfen, der Fahrer kann sich per GPS-System Lotsenhilfe holen oder Hoteltips aus dem Internet geben lassen. Und wenn Sie im Hotelzimmer sitzen und es fällt Ihnen ein, daß Sie vergessen haben, den Wagen abzuschließen, dann gehen Sie einfach auf die Webseite des Fahrzeugs und betätigen das Schloß per Mausklick. Alles schon zu sehen auf der Website von IBM. Und demnächst auf unseren Straßen.

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Surfer wollen mitmachen dürfen

Der Amerikaner Evan Schwartz aus Boston ist in Sachen Internet ein alter Hase. Jetzt hat der gelernte Wirtschaftsjournalist und Mitarbeiter der Szene-Zeitschrift „Wired“ ein hochinteressantes Buch geschrieben, „Webonomie“ (erschienen bei Hoffmann & Campe), in dem er endlich mal klar und deutlich sagt, wie das mit dem Electronic Commerce so funktioniert.

„Es geht darum, virtuelle Gemeinschaften im Cyberspace zu schaffen“, sagte Schwartz, als ich ihn am Rande der Münchner Medientage traf. „Der Web-Surfer will mitmachen, nicht einfach an einem elektronischen Ladentresen abgefertigt werden.“

Das beste Beispiel, das er kennt, ist der Online-Buchladen von amazon.com, wo Leser ihre eigenen Rezensionen und sich als Buchkritiker versuchen dürfen. Wer sich für ein bestimmtes Buch interessiert, kann erst einmal lesen, was andere davon gehalten haben und kann sich ( sekundenschnell per E-Mail ( bei dem Kollegen nach Details erkunden oder mit ihn streiten.

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