Wasser Marsch!

An heißen Sommertagen gehe ich gerne mit meiner kleinen Tochter mittags auf die Isar-Insel zum baden. Dazu müssen wir den Fluß allerdings durchwaten, der mir an dieser Stelle etwa bis zum Nabel geht. Vor kurzem stehe ich da, Picknickkorb auf der Schulter, Wasser bis zum Bauch – da klingelt das E-Netz-Handy. Mit der freien Hand angelte ich das Ding aus der Tasche, hob ab und hatte Renate Knüfer von der Firma Quarterdeck an der Strippe, die mich fragte, wie es mir ginge. „Naß“, meinte ich und hatte einige Mühe, Sie davon zu überzeugen, daß ich wirklich aus der Isar aus mit ihr telefonierte.An heißen Sommertagen gehe ich gerne mit meiner kleinen Tochter mittags auf die Isar-Insel zum baden. Dazu müssen wir den Fluß allerdings durchwaten, der mir an dieser Stelle etwa bis zum Nabel geht. Vor kurzem stehe ich da, Picknickkorb auf der Schulter, Wasser bis zum Bauch – da klingelt das E-Netz-Handy. Mit der freien Hand angelte ich das Ding aus der Tasche, hob ab und hatte Renate Knüfer von der Firma Quarterdeck an der Strippe, die mich fragte, wie es mir ginge. „Naß“, meinte ich und hatte einige Mühe, Sie davon zu überzeugen, daß ich wirklich aus der Isar aus mit ihr telefonierte.

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Mobiltelefon als Einbruchswerkzeug

Nachbarn meines Freundes Fritz Bräuninger in Oberschleißheim trauten sich neulich abends nicht aus dem Haus, weil angeblich Einbrecher in der Nähe lauerten. Die Hausfrau hatte einen fremden Mann gesehen, der verdächtig auf der Straße mit einem Handy telefoniert habe. Bestimmt hätte er seinen Komplizen durchgegeben, ob jemand zu Hause sei, meinte sie.

Aber bevor wir jetzt alle von Paranoia reden bitteschön folgende wahre Geschichte aus Florenz: Dort nutzen Autoknacker das Mobiltelefon als Einbruchswerkzeug. Ein Ganove wartet ab, bis Touristen ihren Wagen irgendwo abstellen und folgt ihnen dann beim Stadtbummel auf Schritt und Tritt. Inzwischen räumt der zweite Gangster das Auto seelenruhig aus. Wenn sich die Besitzer wieder zum Wagen zurückgehen, ruft der Verfolger kurz beim Kollegen an und sagt ihm, daß er schnell verschwinden soll.

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Handy am Steuer? Lieber nicht…

An der Frage, ob man überhaupt im Auto telefonieren soll oder nicht, scheiden sich die Geister. Das gilt vor allem für diejenigen, die lässig, Handy am Ohr und eine Hand am Steuer, mit zweihundert Sachen über die Autobahn brausen oder im dichten Stadtverkehr ihre Monaco-Grand-Prix-Nummer abziehen.

Wer allerdings im Stau steht, obwohl er in fünf Minuten beim Kunden, beim Schneider, beim Scheidungsanwalt oder bei der Freundin sein sollte, der wird das Telefon im Auto nie wieder missen wollen. Wie immer gilt: Es kommt darauf an, wie man’s macht.

Wer das Unfallrisiko minimieren und den Nutzen seines Mobil-Telefons maximieren will, sollte sich für den Festeinbau mit Freisprecheinrichtung entscheiden. Die gibt es auch für Handys, so dass sich der geliebte Sprech-Knochen trotzdem mit in die Kneipe oder ins Hotel nehmen lässt.

Im Auto können Sie die langen Gespräche mit Kollegen oder Freunden nachholen, für die im Bürostress keine Zeit bleibt. Als äußerst unhöflich gilt es aber, diese Plauderstunde dann zu veranstalten, wenn Sie Passagiere im Wagen haben. Abgesehen davon, dass nicht jeder alles über Ihr letztes Liebesabenteuer oder über den gelungenen Steuerbetrug erfahren soll, gibt es kaum etwas Langweiligeres als einem anderen beim Telefonieren zuhören zu müssen

Und noch ein Tipp: Sollten Sie ältere oder besonders nervöse Beifahrer befördern, dann sagen Sie ihnen gleich, dass Sie ein Telefon an Bord haben – damit sie nicht beim nächsten Anruf vom Klingelgeräusch an den Rand einer Herzattacke getrieben werden.

(aus: connect. D-Netz Knigge; Autor: Tim Cole; © 1994 by Motor-Presse Stuttgart)

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D-Netz Knigge: Auf der Straße

Das Leben in unseren Innenstädten verlagert sich dank Fußgängerzonen, Straßencafés und fliegenden Händlern – vor allem im Sommer – immer mehr auf die Straße. Da gibt es keinen logischen Grund, weshalb man nicht auf der Straße telefonieren sollte (es sei denn, Sie überqueren gerade die Fahrbahn, aber wer so dämlich ist, dem wird auch dieses Buch nicht helfen können).

Moderne D-Netz-Handys stären Spaziergänger viel weniger als etwa ein Walkman, unter dessen Ohrknöpfen so ein metallenes Geklingel nach außen dringt. Ein mobiles Telefon, richtig eingestellt, ist da im Vergleich flüsterleise.

Ärger kann es hingegen geben, wenn sich ein Mobilfunker (um auch einmal die amtlich korrekte deutsche Bezeichnung für ein mobiles Telefon zu verwenden) im Pulk der Fußgänger unvermittelt in ein stehendes Verkehrshindernis verwandelt. Morgens am Hauptbahnhof oder samstags vor dem Kassenhäuschen am Fußballstadion laufen Sie Gefahr, von den Menschenmassen zertrampelt zu werden, wenn Sie plötzlich stehenbleiben, um ein Gespräch entgegenzunehmen. In einer solchen Situation ist es stets eine gute Idee, schnell in einen Hauseingang zu treten, sich auf eine Bank zu setzen oder sogar – warum nicht? – in ein Telefonhäuschen zu schlüpfen. Es wird Sie schon keiner wegen Missbrauchs von Posteigentum festnehmen. Weiterlesen

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Handy-Knigge: Keine Manieren, kein Job

Ein Mensch müsste schon hinterm Mond leben oder die letzten Jahre auf einer einsamen Insel verbracht haben um nichts von der Revolution mitzubekommen, die das mobile Telefonieren ausgelöst hat. C- und D-Netz erleichtern vieles, schaffen aber eine Reihe neuer Probleme im ohnehin schon problematischen menschlichen Miteinander. Denn des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid.

Wer beispielsweise mit seinem Buchmacher telefoniert, während der Vertriebschef gerade die neuste Verkaufsstrategie erläutert, hat keine Manieren. Und bald auch keinen Job mehr.

Wer andererseits beim Seelengespräch mit der baldigen Ex-Freundin einen Anruf von seiner nächsten Herzensdame entgegennimmt und sich turtelnd fürs Kino verabredet, ist nicht nur taktlos, sondern beweist – schlimmer noch – mangelnden Sinn für den korrekten Umgang mit moderner Telekommunikation. Da kann nur noch ein D-Netz-Knigge helfen.

Während wir es bisher gewohnt waren, beim Telefonieren allein zu sein, vollziehen wir heute den Telefonverkehr mit unseren Handys und Porties meist in aller Öffentlichkeit. Nur der grüßte Exhibitionist wird dabei nicht das Bedürfnis verspüren, die Nerven seiner Mitmenschen möglichst wenig zu strapazieren. Fingerspitzengefühl und gesunder Menschverstand reichen dabei aber häufig nicht aus: Es fehlt der Ratgeber für alle, die das mobile Telefon als ständigen Begleiter im Alltag nutzen wollen oder müssen.

Soll man das Handy in der Straßenbahn oder im Restaurant benutzen? Ist es statthaft, sich im Büro eines anderen oder während eines Meetings anrufen zu lassen? Wann muss ich das Gerät mit Rücksicht auf andere ausschalten und wann nicht? Fragen über Fragen, die wir mit diesem Mini-Buch beantworten wollen.

Gesellschaftliche Konventionen unterliegen einem ständigen Wandel. Was sich heute im D-Netz schickt, mag morgen schon als Fauxpas gelten oder umgekehrt. Es ist noch nicht so lange her, da lernten wir, Spargel niemals mit dem Messer zu schneiden. Heute lächelt man milde über einen, der versucht, die Stangen am Stück in den Mund zu balancieren.

Andererseits sind sich die meisten Menschen in unseren Breiten darüber einig, dass man nicht in Gesellschaft seine Fingernägel reinigt, in der Nase bohrt oder bei Tisch den Ellenbogen aufstützt. Diese Benimmregeln fußen auf einer langen Tradition. Mobiltelefone hingegen gibt es erst seit kurzer Zeit. Wer sich mit ihnen ins Getümmel wagt, betritt – wenn Sie so wollen – Etikette-Neuland. Dabei müssen Sie sich so manche Regel selber geben – eine echte Herausforderung.

 

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Einkaufsbummel im D-Netz

Sie stehen mit Ihrem Einkaufswagen im Supermarkt und wissen absolut nicht mehr, was Ihre Frau Ihnen aufgetragen hat zu besorgen? Ein Dutzend Austern? Zwei Flaschen Spülmittel? Klopapier? Zehn Eier? Ein Griff zum Handy, und Ehefrieden und Abendessen sind gerettet. Lassen Sie sich übrigens nicht von den bösen Blicken der anderen Leute in der Kassenschlange irritieren. Die stehen alle um Wechselgeld fürs Telefon an…

Das Mobiltelefon ist auch ein nützlicher Begleiter beim Einkaufsbummel. Haben Sie die Konfektionsgröße Ihrer Ehefrau vergessen? Den Zettel mit den Vorhangmaßen? Die Parfümmarke von Fräulein Tochter? Ein Anruf hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge. Das gilt übrigens auch bei Auslandsreisen. Sie stehen in London im Duty-free-Shop und wissen nicht mehr, welche Whiskymarke Ihr Schwiegervater bevorzugt? Anruf genügt!

Denken Sie aber daran, dass nicht jeder Ladenbesitzer begeistert ist, wenn Sie am Telefon über seine Preise sprechen. Gerade Discountläden oder Elektronik-Fachmärkte haben es nicht gerne, wenn die Konkurrenz über ihre Lockvogel-Angebote im Bilde ist. Ein Mobiltelefonierer vor dem Schnäppchen-Regal kommt schnell in den Verdacht, für die Gegenseite.

(aus: connect. D-Netz Knigge; Autor: Tim Cole; © 1994 by Motor-Presse Stuttgart)

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Das lange Warten auf das neue Handy

Bis vor kurzem warben die Händler damit, die Karte fürs neue Mobiltelefon würde innerhalb von zwei Stunden freigeschaltet werden. Inzwischen gibt es immer wieder Leseranrufe von Leuten, die bis zu zwei Tage warten mußten, bevor sie mit dem Ding telefonieren konnten. Ich habe daraufhin bei einem großen Service-Provider angerufen und nach dem Grund gefragt. „Wir machen seit neustem bei jedem Neukunden zuerst eine Bonitätsprüfung“, hieß es dort. Es hätten sich in letzter Zeit Fälle gehäuft, bei denen einer ein Handy gekauft und bis zu 20 000 Mark und mehr auf seine Karte zusammentelefoniert habe. Sobald nach vier Wochen die erste Rechnung kommt, verschwinden die Kerle auf Nimmerwiedersehen ins Ausland. Immer mehr Händler verlangen übrigens deshalb beim Kauf eines Mobiltelefons einen Ausweis. Es seien aber oft auch ganz normale Durchschnittsbürger, die ihre Telefonrechnung nicht bezahlen können. Da wollen sich die Dienstanbieter eben absichern.

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Übrigens: Saturn-Hansa in München bot kürzlich ein D-Netz-Handy für 30 Mark an. Selbstverständlich nur in Verbindung mit Karte, aber immerhin. Ich warte nur darauf, daß mir einer Geld bietet, wenn ich ihm sein Mobiltelefon abnehme.

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Wozu zwei Handys?

Traurige Nachricht: Meine Frau hat ihren Handy wieder abgemeldet. „Für die zwei, drei Gespräche im Monat sind mir die Grundgebühren einfach zu teuer“, meinte sie. Ein Mobiltelefon in der Familie sei genug. Ich habe mit Engelszungen geredet, aber vergeblich. Merke: Man kann die Menschen nicht zu ihrem kommunikativen Glück zwingen.

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Ich gestehe – ich habe telefoniert!

Ich muß ein Geständnis ablegen: Ich habe im Flieger telefoniert. Das heißt, nicht richtig telefoniert, sondern ich habe vergessen, den Handy auszuschalten. Da lag das Ding nun wie eine kleine Zeitbombe im Koffer und strahlte seine unheilvollen Signale aus, brachte vermutlich sämtliche Fluginstrumente durcheinander und hätte um ein Haar zum Absturz geführt, wenn der heldenhafte Pilot die Maschine nicht irgendwie doch noch heil auf den Boden gebracht hätte. Das heißt, genaugenommen hat man ja als Passagier von dem Drama im Cockpit nichts gemerkt, aber es muß sich wohl so abgespielt haben. Wie sind sonst die eindringlichen Warnungen der Fluggesellschaften vor dem gefährlichen Betrieb von Mobiltelefonen im Flieger zu verstehen?

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Vielleicht gelten die Warnungen ja auch nur für Telefone, die nicht den Fluggesellschaften selbst gehören. Ich bin jedenfalls kürzlich mit einer Maschine von United Airlines von San Francisco nach Los Angeles geflogen und fand in der Armlehne ein „cellular phone“ mit einem Schlitz, wo man die Kreditkarte durchzieht und dann nach Herzenslust telefonieren kann. Ich rief meine Frau in Stuttgart an – nur war’s da leider gerade drei Uhr morgens. Die Freude über den unverhoffte Anruf aus luftiger Höhe blieb also eher verhalten …

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Von dummen und klugen Ladegeräten

Ich habe mich von einer Anzeige der Firma „Telesand“ in einer der letzten Ausgaben von connect. zum Kauf eines Schreibtisch-Ladegeräts für meinen Nokia 2110 anregen lassen. Das gute Stück war drei Tage später schon da, per Nachnahme für 189 Mark. Jetzt steht mein Handy im Büro griffbereit vor mir, die Batterie stets prallvoll, ein weiteres Akku in einem praktischen zweiten Ladeschlitz. Um dem gefürchteten „Memory Effect“ vorzubeugen, schaltet das intelligente kleine Kerlchen den Ladevorgang ab, sobald das Akku voll ist. Ich habe das Gerät zudem zur weiteren Batterieschonung auf „langsames Laden“ geschaltet. Schließlich kann ich das Reserveakku zwischendurch per Knopfdruck total entladen und wieder hochladen lassen. Womit mein Gewissen als Handy-Besitzer wieder rein ist. Bleibt immer noch die Frage: Warum schaffen es die Handy-Hersteller nicht, ihren Produkten gleich ein richtiges Ladegerät mitzugeben wenn sie wissen, daß ständiges gleichmäßiges Laden die Batterie zerstört? Oder wollen die das vielleicht sogar, um den Umsatz bei Ersatzbatterien anzukurbeln?

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