Wie erreicht man die Bergwacht?

„Handy rettete zwei Jäger vor dem sicheren Tod“, schlagzeilte die Münchner „tz“ vor einigen Wochen. Josef F. (49) und Georg S. (49) aus Dachau waren mit ihrem Geländewagen auf einer Serpentinenstraße im Froßnitztal bei Matrei in Osttirol auf eine Eisplatte geraten und abgestürzt. Ein zufällig des Weges kommender einheimischer Hubertusjünger habe daraufhin über Handy die Bergwacht alarmiert. Ich lerne daraus zwei Dinge: Erstens funktioniert das Mobiltelefonnetz mittlerweile auch in den Osttiroler Alpen. Und zweitens sollte man sich vor einer Bergtour unbedingt die Nummer der Bergwacht irgendwo notieren.

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Heiß und klebrig

Im Falle eines Falles klebt ein bekanntes Haftmittel alles – bis auf den Fuß einer Autoantenne. Ich wollte jedenfalls die „Mega Max“, die in unserem Vergleichstst verschiedener Antennensysteme so gut abschnitt (siehe connect. 4/94), an meiner Frontscheibe montieren. Dazu mußte ich sie aber zuerst vom Auto unseres Laborleiters, Klaus Ludwig, runterkriegen. Gar nicht einfach. Zum Beispiel brach dabei ein Stück von der Fußplatte ab. Das Hauptproblem aber war der mitgelieferte Klebestreifen, der die Antenne auch bei Tempo 180 am Wegfliegen hindern soll. Das Zeugs ist nämlich nur einmal zu gebrauchen.

Wer seine Antenne, etwa beim Wagenwechsel, ummontieren will, muß sich nach passendem Ersatz umsehen. Ich habe es mit einem doppelseitigen Klebeband aus dem Baumarkt versucht. Klappte auch prima – bis ich das Auto ein paar Tage später in der prallen Sonne stehen ließ. Als ich zurückkam, lag die Antenne auf der Motorhaube: Das Klebeband hatte in der Hitze regelrecht zu schmelzen begonnen und jegliche Haftkraft dabei eingebüßt. Nun rätselt die ganze Redaktion: Was hilft in diesem speziellen Fall weiter? Vorschläge von aufmerksamen Lesern werden dankbar entgegengenommen.

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Vorübergehend nicht erreichbar

„Der gewünschte Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar“. Diese Computerstimme treibt mich auf die Palme, wenn ich eine Mobilfunknummer wähle. Wozu gibt’s schließlich die elektronische Mailbox? Das heißt: Ich selbst hatte bis vor kurzem auch keine. Na ja, höchste Zeit. Aber wie kommt man an so ein Ding? Ich rief als D2-Kunde bei Mannesmann den Kundendienst an unter 1212. Natürlich, geht in Ordnung. Am Nachmittag sei sie geschaltet und ich könne gleich loslegen. Ich müsse nur 55 und meine eigene Nummer wählen und dann den Anweisungen folgen. Die für den ersten Zugang nötige PIN-Nummer bekam ich gleich am Telefon mit der Bitte, sie möglichst schnell zu ändern.

Klappte alles prima: Ich richtete die Mailbox ein, gab einen mehr oder weniger sinnigen Spruch zum Besten – und wurde gleich belehrt, daß mein Ansage zu lang sei. Zum Wiederholen solle ich 2 drücken. Nach vier Versuchen hatte ich meine Begrüßung endlich knapp genug formuliert, gab brav „Stern“ zum Beenden ein und legte auf. Am nächsten Tag rief ich von einem Festetelfon aus bei meiner D-Nummer an – und hörte wieder den Spruch: „…vorübergehend nicht erreichbar“. Also wieder Anruf bei 1212: Warum meine Box nicht tue? Ja, ich müsse sie ja auch erst aktivieren, hieß es. Und wie? Die Dame diktierte mir einen richtigen Geheimcode: „Stern, Stern, 6, 2, wieder Stern, 5, Null, Raute, dann noch Ihre D-Netz-Nummer, dann müßte es schon klappen!“ Stimmt. Aber irgendwie müßte das alles doch Auch einfacher gehen, oder?

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Apropos: Jetzt weiß ich, daß sich eine elektronische Mailbox von dem guten, alten Anrufbeantworter im wesentlichen kaum unterscheidet. Nach wie vor haben es die meisten Anrufer zu eilig (oder sind zu feig) um mir etwas aufs Band zu sprechen. Mindestens jede zweite Nachricht, die mir die Computerstimme beim Abhören verspricht, besteht aus Rauschen und dem Geräusch des Auflegens. Nur einmal hörte ich noch eine leise Stimme im Hintergrund, die ein weitverbreitetes Wort aus der Fäkalsprache von sich gab, bevor es Klick machte. Merke: Bei allem technischen Fortschritt bleiben die Menschen am anderen Ende der Leistung die selben.

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Große und kleine Gauner

Um Gaunereien und diebische Elster geht es aus irgendwelchen Gründen in dieser Kolumne immer wieder. So auch diesmal: Mein Freund Jörg, ein wohlbetuchter Archtiket, den ich schon lange um seinen sündteuren Mercedes Sportcabrio beneide, wurde kürzlich das Opfer von Automardern. Die Jungs sind aber wohl noch nicht sehr lange im Gewerbe: Sie klauten das Handset seines festeingebauten Autotelefons. Was sie damit ohne Elektronik-Kasten anfangen, wissen sie wohl ganz alleine …

Apropos Gaunereien: Preisbrecher Axicon macht sich bei mir zur Zeit sehr beliebt mit ihren Tarif- und Rechnungsspielchen. Ich hatte im Sommer für das Handy meiner Frau (die sehr wenig damit telefoniert) eine D1-Karte mit dem supergünstigen „Schnuppertarif“ abgeschossen – nur 44 Mark Grundgebühr im Monat, dafür aber wesentlich höhere Gespröchskosten, Laufzeit ein Jahr. Die erste Rechnung kam – und man verlangte von mir für einen Monat 69 Mark Grundbetrag plus Gesprächsgebühren. Ein Anruf brachte Klarheit: Offenbar hatte jemand beim Abtippen meines Antrags das Wörtchen „Schnupper“ mit „Normal“ ersetzt. Kaum war die Sache geklärt, flatterte mir Ende November ein Brief ins Haus, in der Axicon den Zusammenschluß mit den Konkurrenten Martin Dawes und Proficom verkündete und mir ankündigte, daß „im Rahmen der Tarifharmonisierung“ der Schnuppertarif ganz wegfällt. Ersatzweise solle ich ab 6. Januar den neuen „Partner-Tarif“ berechnet bekommen („für Kunden interessant, deren monatliches Gesprächsaufkommen nicht besonders hoch ist …“). Kostenpunkt: 70 Mark im Monat. Empörter Anruf bei Axicon: Schließlich hätte ich doch einen Vertrag! Die freundliche Dame vom Kundenservice beschwichtigte: Natürlich laufe mein Vertrag weiter. Und im Frühjahr solle es ohnehin ganz neue Tarife geben. „Wir von Axicon werden uns dafür einsetzen, daß es wieder einen Billigtarif gibt“, meinte sie hoffnungsfroh. Wie sagt Beckenbauer? Schaun mer mal.

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Mailbox-Pingpong

Mein Kollege Christian Spanik vom ZDF ist vor kurzem von Düsseldorf nach Österreich in die Gegend von Salzburg umgezogen. Nun ist er der erste Mensch, den ich kenne, der es schafft, unter zwei Mobiltelefon-Nummern gleichzeitig nicht erreichbar zu sein. Er hat nömlich neben seinem digitalen deutschen D-Netz-Anschluß auch einen Handy fürs alpenländische Analog-Netz. Beide sind auf Mailbox geschaltet und bitten den lieben Anrufer höflichst, die jeweils andere Nummer anzurufen. Spanik sitzt, wie ich ihn kenne, irgendwo in der Mitte, telefoniert überhaupt nicht und grinst sich eins…

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Tut E doch?

Gute Nachricht für unsere Leser in Wien: Das in dieser Kolumne gelegentlich mit wohlmeinendem Spott überzogene österreichische „E-Netz“ funktioniert tatsächlich. Ich weiß das von meinem Kollegen Christian Ortner, Chefredakteur der WirtschaftsWoche Österreich, der seine komplette Redaktion mit Handys ausgestattet hat. Mit durchschlagendem Erfolg, wie er mir versichert: Die Jungs sind nun auch im hintersten Winkel des benachbarten Kaffeehauses erreichbar.

Außerdem beweisen die Kollegen beim mobilen Telefonieren mindestens genausoviel Kreativitöt wie beim Schreiben. Wenn einer mal wegschaut, klauen sie ihm das Gerät und programmieren es um auf Anrufweiterleitung. Sehr beliebt sind die Nummer von „Hostessen“, die einsamen Herren für Geld nicht nur den Stefansdom zeigen. Es müssen sich in Wien herrliche Szenen abspielen, wenn die Ehefrau beim Herrn Gatten anruft um zu fragen, wann er nach Hause kommen will…

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Das Handy genügt!

Wozu braucht der Mensch mit Mobiltelefon Überhaupt noch einen festen Apparat? Diese eher akademische Frage beschäftigt mich schon lange. Allerdings habe ich bereits ein Festnetztelefon. Doch nun ziehe ich gerade um von Stuttgart nach München, pendele aber erst mal ein paar Monate lang quasi zwischen zwei Welten: In der alten Wohnung bin ich selten erreichbar, in der neuen hat die Telekom noch keinen Anschluß zuwege gebracht. Also bleibt das Mobiltelefon meine einzige Verbindung zur Außenwelt.

Und siehe da: Es funktioniert prima! So langsam hat sich meine D-Netz-Nummer unter Kunden und Kollegen herumgesprochen. Dadurch klingelt es zwar häufiger (und häufig in peinlichen Situationen, wie im Restaurant oder im Meeting). Aber da zahlt sich die Mailbox aus: Wenn ich nicht gestört werden will, schalte ich das Handy einfach aus. Sobald ich wieder einschalte, wähle ich den elektronischen Anrufbeantworter, höre die Nachrichten ab und rufe zurück. Bleibt jetzt nur die Frage: Soll ich mir in München überhaupt noch eine feste Rufnummer verpassen lassen oder nicht? Mal sehen …

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In Zusammenhang mit dem bevorstehenden Umzug mußte ich übrigens neue Visitenkarten drucken lassen. Ohne groß nachzudenken habe ich dabei die Nummer meines Mobiltelefons draufsetzen lassen. Erst nachher fiel mir auf, daß eigentlich kein Mensch, den ich kenne, die mobile Nummer auf seiner Karte hat. Warum eigentlich? Wollen die Leute alle gar nicht, daß man sie unterwegs anruft? Oder müssen sie erst die alten Karten aufbrauchen aus der Zeit, als es noch kein D-Netz gab?

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Telefonieren am Steuer – geil!

Kürzlich durfte ich den neuen Sieberener-BMW meines Kollegen Hans Grohmann von der Werkstatt abholen. Da habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, mal das serienmäßig eingebaute Telefon auszuprobieren. Eine Wucht, sage ich Ihnen! Das Ding ist mit der Anzeige des Autoradios gekoppelt, und die Rufnummern aus dem Kartenspeicher leuchten orangefarben von einem Display im Armaturenbrett. Im Lenkrad sind zwei Druckknöpfe integriert, mit denen man die Nummernliste rauf und runter blättern kann, der Wählvorgang wird dann mit einem weiteren Knopfdruck ausgeläst. Der Ton läuft über die versteckten Lautsprecher des Radios und in einer Qualität, wie ich sie noch nie erlebt habe. Das Mikrofon ist auch irgendwo unsichtbar untergebracht und funktioniert erstklassig.

Als ich meine Mutter anrief und sie fragte, ob ihr denn irgendwas an der Verbindung auffalle, meinte sie nur: „Ja, du klingst lauter als sonst …“

Einziger Nachteil des Super-Telefons: Ich war so in das Spielen mit Knöpfen und Nummern beschäftigt, daß ich das 150.000 Mark teure Auto um ein Haar an die nächste Hauswand gerammt hätte.

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Kommunikationsstörung

Ehekrach per Handy: ein unerforschtes Thema für Sozialwissenschaftler. Das kam mir jedenfalls in den Kopf, als ich kürzlich vom Viktualienmarkt aus mit meiner Daheimgebliebenen telefonierte und ihr freudestrahlend mitteilte, ich habe ein wunderbares Lammcarrée fürs Abendessen erstanden. Ich hätte sie doch biteschön vorher informieren sollen, meinte sie, schließlich habe sie auch schon eingekauft. Und wie das so ist: Ein Wort führte zum anderen, die Stimmen wurden lauter, und irgendwann knallte sie den Hörer hin.

Nun kenne ich die Impulsivität meiner Lebenspartnerin, genauso wie ihre Neigung, sich rasch wieder abzureagieren. Aber inzwischen war ich selber sauer. Als es wenige Minuten später am Hand läutete, kochte ich immer noch – und schaltete wütend den Apparat aus. Als ich später wieder einschaltete und die Voice Mailbox abhörte, war denn auch die Stimme meiner Liebsten zu vernehmen, die süffisant meinte: „Wie sollen wir uns wieder versöhnen, wenn du nicht zu erreichen bist …?“

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Der Herr Professor und sein Handy

Was macht ein D-Netz-Professor eigentlich? Diese Frage liess mich nicht ruhen, nachdem ich in der FAZ gelesen hatte, dass in Dresden Deutschlands erstes Lehrstuhl für Mobilfunk ins Leben gerufen worden ist. Also rief ich – natürlich per D-Netz – bei der Technischen Universität an und sprach mit Gerhard Fettweis über seine Arbeit.

„Der Mobilfunk-Nutzer versteckt sich in Häusern, rast mit 200 Sachen über die Autobahn, macht auch sonst allen mäglichen Mist und verlangt auch noch, daß die Verbindung stabil bleibt,“ meinte der gerade 32 Jahre alte Herr Professor, der bis vor kurzem noch in Berkley in Kalifornien Mobilfunkterminals entwickelt hatte. Jetzt bringt er angehenden Elektroingenieuren die Grundlagen des Mobilfunks bei.

Sein Lehrstuhl für mobile Nachrichtensysteme sei von Netzbetreiber Mannesmann gestiftet worden und soll die Voraussetzungen für den Aufbau einer mobilen Datenautobahn in Deutschland erforschen. Schwerpunkte sind die Verbesserung der Sprachqualität sowie der Aufbau neuer Mehrwertdienste.

Das Handy hält Professor Fettweis für ein echtes Wunderwerk der Technik. „Wissen Sie, dass so ein Mobiltelefon einen größeren Prozessor hat als ein Pentium-PC“, fragte er mich. Ja, meinte ich, aber hoffentlich verrechnet er sich nicht immer, so wie Intels Super-Chip.

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