Zum Frühstück Ekelfleisch

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Aufgepasst, liebe Deutsche: So sieht Bacon aus (links), und nicht so (rechts)!

Also Ihr mögt ja ein Volk von Dichtern und Denkern sein, liebe Deutsche, aber Ihr versteht absolut nichts von Bacon! Bacon, das sind in zivilisierten Ländern, wie beispielsweise meine Heimat Amerika, knusprig gebratene Speckstreifen, die man zum Rührei oder zu Pfannkuchen mit Ahornsyrup – übrigens die einzige zivilisierte Art, Pfannkuchen zu essen – zu sich nimmt.

Und Ihr? Zumindest in Euren Hotels gibt es einen schmierigen Haufen kurz aufgetauter weisslicher Speckklumpen, die der Küchenlehrling kurz in die Mikrowelle geschoben hat. Dieses halbgare Labberzeugs ladet Ihr auf Eure Teller und esst es. Bei uns wäre ganz schnell die Lebensmittelaufsicht zur Stelle, denn für den menschlichen Verzehr ist sowas völlig ungeeignet. Weiterlesen

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Was macht mein Computer, wenn ich weg bin?

Auch eine Lösung: Lassen Sie die Katze auf den Computer aufpassen, wenn SIe weg sind!

Auch eine Lösung: Lassen Sie die Katze auf den Computer aufpassen, wenn SIe weg sind!

Nur weil ich Paranoid bin, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht hinter mir her sind. Dieser alte Witz fiel mir ein, als ich mit David Ting zusammen saß, dem Gründer einer kleinen Software-Firma, die sich auf IT-Sicherheit spezialisiert hat und der eine Lücke entdeckt hat, an die ich, ehrlich gesagt, noch nie gekommen bin, obwohl ich seit Jahren in dieser Branche unterwegs bin. Er nennt es das „Walkaway Problem“.

Was passiert, so fragte mich Ting, wenn du dich zwar ordentlich auf deinem Computer eingeloggt hast, aber plötzlich sich die Natur sich zu Wort meldet? Du stehst auf uns gehst aufs Klo! Meldest du dich deswegen vom Server ab? Natürlich nicht. Das heißt: Dein Computer ist in der Zwischenzeit völlig unbewacht, und jeder, der zufällig in dein Büro kommt, kann sich hinsetzen und hat vollen Zugang zu deinen Daten und Anwendungen. Er kann lesen, was du gerade in eine Mail geschrieben, aber noch nicht abgeschickt hast. Er kann schnell mal ein paar Daten auf ein USB-Stick ziehen oder, wenn er ein besonders gerissener Hacker ist und nur auf diese Gelegenheit gewartet hat, dir schnell mal eben ein Virusprogramm auf den Rechner spielen, der ihm später von zu Hause uneingeschränkten Zugang zum System verschafft. Weiterlesen

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Sind deutsche Unternehmer Facebook-Nieten?

Wer will uns noch aufhalten?

Wer will uns noch aufhalten?

Wenn es so weitergeht, hat bis spätestens 2020 jeder Mensch auf der Erde – Mann, Frau, Kind und Greis – einen Facebook-Account. Gut, es wird nicht so weitergehen: Irgendwann schwächt sich auch die exponenziellste Wachstumskurve einmal ab. Aber mehr als eine 1,5 Milliarden sind es schon – ein Siebtel der Weltbevölkerung.

In Deutschland bietet sich an der Facebook-Front allerdings ein geteiltes Bild. Ja, es stimmt, dass Facebook inzwischen Google als des Deutschen liebste Anlaufstelle im Internet abgelöst hat. Das sagen jedenfalls Studienschreiber von PricewaterhouseCoopers (PwC): Zwei Drittel aller User starten angeblich mittlerweile bei Facebook zu der weiten Reise durch den Cyberraum. Und die Analysten von comscore behaupten, dass wir inzwischen fast 20 Prozent unseres Online-Zeitbudgets dort ausgeben.

Wenn das so ist, dann erstaunt es mich etwas, dass ich laufend über Mittelständler stolpere, die noch Facebook-Nieten sind. Und nicht nur Mittelständler: Neulich war ich bei einer der größten Bankhäuser Europas eingeladen, um einen Vortrag über Social Media zu halten. Beim Vorgespräch beeilte man sich aber, mir zu sagen, dass ihre Bank natürlich nicht dort vertreten wäre, und dass es ihren Mitarbeitern auch verboten sei, Facebook zu benützen, jedenfalls nicht während der Arbeitszeit.

Ich habe daraufhin spaßeshalber nachgeschaut, und siehe da: Es gab natürlich längst einen Facebook-Auftritt unter dem Namen der Bank, eine sehr aktive sogar. Mehr als 40.000 User hatten sich dort schon als Fans der Seite geoutet, indem sie auf den „Like“-Knopf geklickt haben.

Leider war die Seite aber voll von bitterbösen bis spöttischen Bemerkungen von Bankkunden, die sich über schlechten Service, miese Anlagetipps oder kaputte Bankomaten beschwerten. Ab und zu tauchte auch mal ein einsamer Mitarbeiter der Bank auf und versuchte, die Online-Wogen zu glätten, meistens allerdings ohne großen Erfolg und vor allem ohne Unterstützung, zum Beispiel von den Kollegen in der Unternehmenskommunikation der Bank.

Als ich diese Seite dem staunenden Vorstand präsentierte, fielen sie aus allen Wolken. „Kann nicht sein“, war ihre erste Reaktion. Die zweite: „Muss sofort abgestellt werden!“

Nun, viel Glück damit. Facebook lässt sich nun mal nicht auf Kommando des Chefs abstellen. Ignorieren auch nicht, denn es sind ja die Kunden, die hier die Initiative ergreifen. Wie sagte mein viel zu früh verstorbene Freund, der Internet-Guru Ossi Urchs: „Social Media ist nicht wie Schnupfen – es geht nicht wieder weg.“

Übrigens: Laut PwC-Studie geben ein Viertel der Onliner an, sich auf Facebook für ein Unternehmen zu entscheiden, weil sie die Marke sympathisch finden, 20 Prozent wollen über Neuigkeiten informiert werden. Eigentlich ein starker Anlass, dort präsent zu sein. Zumal es vorwiegend ja junge Menschen sind, die sich im Internet am häufigsten herumtreiben. Das sind unsere Kunden von Morgen – und unsere Mitarbeiter von Morgen. Was werden die von uns denken, wenn wir so ziemlich die allerletzten sind, die nicht auf Facebook sind?

Ich weiß, was meine Tochter sagen würde: „Was iss denn das für ein Opa-Laden?“

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Porto ergo sum!

Bild: Oliver Ottitsch

Bild: Oliver Ottitsch

Von Max Rabe sind viele Werke mit schönen Titeln überliefert, zum Beispiel „Klonen kann sich lohnen“, vor allem aber mein Lieblingssong von ihm: „Kein Schwein ruft mich an“. Ich musste neulich an ihn denken, als mir eine Bekannte von ihrer Chefin erzählte, die eine kleine Agentur betreibt. Eines Tages war es besonders still in der Firma, kein Telefonklingeln, kein Kundenbesuch. Und auf einmal steckt die Chefin den Kopf durch die Tür und sagt: „Du, würdest du mir bitte schnell eine E-Mail schreiben. Ich glaube, das Internet funktioniert nicht mehr, ich habe heute Morgen noch keine einzige Mail bekommen…“

Ja, E-Mail hat manchmal etwas Zwanghaftes an sich: Ich erwische mich selbst auch dabei, wie ich alle zehn Minuten den Smartphone rausziehe und meine Mailbox checke. Apropos: Ich habe ein Mauspad auf meinem Schreibtisch, auf dem mehrere Mäuse zu sehen sind, die gerade in einer Bäckerei arbeiten. Einer zieht einen Zettel aus einer Schublade, auf der „Mehl“ draufsteht, und sagt zu den anderen: „Hey, da ist ja Post in unserer Mehlbox!“

Manchmal glaube ich, wenn ich über die neue Kommunikationsvielfalt nachdenke, dass ich kurz vor einer großen philosophischen Erkenntnis stehe, so wie einst Descartes mit seinem „cogito ergo sum“ („Ich denke, also bin ich“). Wie wär’s zum Beispiel mit „porto, ergo sum“. „Portare heißt auf Latein schließlich nicht nur „bringen“, sondern auch „übertragen“. Und spätestens, seitdem die Deutsche Post den „E-Post Brief“ eingeführt hat, muss man für E-Mails auch Porto zahlen: 55 Cents, dafür weiß ich aber auch, dass die Mehl – äh, die Mail – beim Empfänger wirklich angekommen ist. Das ist so was wie ein digitaler Einschreibebrief.  Und wenn der Empfänger keine E-Post-Adresse hat, dann druckt die Post meine Mail sogar aus und stellt sie auf konventionellem Weg zu: als Brief. Weiterlesen

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Der Rumpelstilzchen-Effekt, oder warum ich einen Anonymizer verwende

Ach wie gut, dass niemand weiß…

Ach wie gut, dass niemand weiß…

Ich habe die Märchenfigur des Rumpelstilzchen immer sehr sympathisch gefunden. Für mich war er ein zwar etwas kauziger, aber schlaues Kerlchen, der wusste, wie man andere an der Nase herumführt, und ich fand es immer schade, dass am Ende der Geschichte die Königin seinen Namen rausfand und er vor lauter Ärger selber in tausend Stücke platzte.

Vielleicht bin ich auch deshalb ein so großer Freund vom anonymen Surfen. Ich bin einer von denen, die Fragebögen von Herstellern, die ich ausfüllen muss, bevor ich zu irgendwelchen Angeboten oder Informationen durchgereicht werde, grundsätzlich fälschen. Ich behaupte dreist, mein Name sei „Julius Caesar“ oder „Anne von Kleve“, dass ich am 30sten Februar 1866 geboren sei und rote Haare habe. Manchmal geht das schief, wenn der Programmierer nämlich eine vernünftige Plausibilitätsprüfung in sein System eingebaut hat, damit es erkennt, dass ich unmöglich 144 Jahr alt sein kann. Nur wenn  ich will, dass eine bestellte Ware bei mir ankommt oder eine Kreditkartenzahlung online durchgeht, gebe ich meinen richtigen Namen an – versuche aber auch da, mich auf das Allernötigste zu beschränken, also nur die Felder auszufüllen, die mit einem Sternchen als „unbedingt erforderlich“ gekennzeichnet sind. „Informationelle Selbstbestimmung“ nennt sich das. Weiterlesen

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Vor 21 Jahren im Cole-Blog: Ab in die Zelle!

21JahreIn meinem „D-Netz-Knigge“ erinnere ich daran, dass man bei wichtigen Sitzungen doch bitte den Handy ausschalten soll, um andere nicht zu stören. Daran musste ich wieder während des CeBIT-Forums der Wirtschaftswoche denken. Alle hörten gespannt dem überaus interessanten Vortrag meines Freundes Prof. Norbert Bolz über die Konturen der kommenden Kommunikationsgesellschaft zu, als es draussen im Foyer plätzlich laut und vernehmlich piepste.

Der Mann, der daraufhin abhob, verfügt über ein schneidendes Organ. Jedenfalls übertönte er mühelos und ohne Mikrofon Norberts lautsprecherverstärkte Stimme. Jeder im Raum konnte ganz genau hören, wie der Mobiltelfonierer sich mit einem gewissen Peter über private Dinge unterhielt und sich anschliessend mit ihm zum Mittagessen verabredete.

Oh, wie war es doch schön, als sich solche Leute in Telefonzellen zurückgezogen und die Tür hinter sich zugemacht haben…

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Der Blog ist tot – mal wieder…

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Es geht immer noch aufwärts!

Ich weiß nicht genau, seit wann kluge Kommentatoren den Tod des Blogs angekündigt oder konstatiert haben. Habe eben kurz gegoogelt und sofort einen solchen Beitrag aus dem Jahr 2009 gefunden, aber es gibt sicher auch ältere.

Nun, Todgesagte leben bekanntlich länger.

Im Dezember 2013 schrieb Jason Kottle für den angesehenen Nieman Journalism Lab einen Post mit dem Titel „R.i.P. The Blog, 1997-2013„, was immerhin meine eigene Beobachtung bestätigt, wonach der Begriff „Blog“ erst zwei Jahre nach dem Start meines eigenen „Online-Tagesbuchs“ 1995 erfunden wurde. Ich war also meiner Zeit defintiv mal voraus. Weiterlesen

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Was Facebook alles nicht über mich weiß

Facebook weiß alles, aber sonst nichts!

Facebook weiß alles, aber sonst nichts!

„Facebook weiß alles über dich!“, so lautet ein beliebter Kassandraruf digitaler Bedenkenträger. Irgendwo in den unerforschlichen Windungen der riesigen Datenbänke schlummern angeblich alle unsere geheimsten Sehnsüchte, unsere Wünsche und Bedürfnisse, unsere Vorlieben und Abartigkeiten, die ständig von Facebook durchgekämmt und in maßgeschneiderte Werbeangebote umgemünzt werden. Auf diese Weise schreibt uns Facebook mit der Zeit vor, was wir lesen, was wir anziehen und letzten Endes sogar was wir denken sollen.

Wie weit diese utopische Vorstellung eines allwissenden Überwachungsapparats von der banalen Alltagsrealität entfernt ist, kann jeder selbst herausfinden. Er muss sich nur die Mühe machen, diesen Link zu folgen: https://www.facebook.com/ads/preferences (vorher muss man sich bei seinem Facebook-Konto einloggen.)

Dort sehen wir dann, welche Kriterien und Suchbegriffe Facebook über uns gespeichert hat und damit auch, über welche Grundkenntnisse der Algorithmus über unser Innenleben verfügt. Weiterlesen

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Dringendes Bedürfnis nach Teufelskult

Radar2

Mit Facebook ist es wie mit dem Rest des Internets, aber auch mit dem Rest des Lebens überhaupt: 99 Prozent ist Müll – aber für das eine Prozent lohnt sich die ganze Sache! Und so stößt man immer wieder auf kleine Juwelen, die schmunzeln machen oder nachdenklich, froh oder traurig, oder bei denen man einfach zu sich sagt: „Mensch, toll das es das gibt!“

So ein Juwel ist die Facebook-Gruppe „Polizeikontrollen Lungau“. Keine Ahnung, wer auf die Idee gekommen ist, andere Autofahrer per Posting zu warnen, wenn er irgendwo einen Streifenwagen am Wegrand sieht, aus dem heraus ein Beamter das Messgerät auf entgegenkommende Autofahrer richtet. Jedenfalls hat er damit ganz offensichtlich ein dringendes öffentliches Bedürfnis erkannt und befriedigt.

Die Gruppe ist jedenfalls, gemessen an der Größe der Bevölkerung des Lungau, sensationell erfolgreich. Als ich das letzte Mal reingeschaut habe hatten sich hier schon 2.701 Facebooker registrieren lassen. Hier im „Innergebirg“, wie die Salzburger diesen entlegenen kleinen Bezirk hinterm Tauernmassiv nennen, lebten bei der letzten Erhebung 2014 nur 20.668 Personen – Tendenz fallend. Wie viele strukturschwache Gebiete abseits der großen Ballungszentren leidet der Lungau seit Jahren an Landflucht: Die Jungen müssen raus, wenn sie studieren oder eine höhere Berufsausbildung machen wollen, und viele kommen nicht mehr zurück, weil es an Jobs und Aufstiegschancen fehlt.

Es machen also mehr als 13 Prozent aller Lungauer bei einer einzigen Facebook-Gruppe mit. Auf eine Stadt wie Wien übertragen hieße das, dass rund 226.000 Menschen sich auf eine entsprechende Facebook-Gruppe eintragen lassen müssten. Was sagt uns das? Weiterlesen

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Vor 21 Jahren im Cole-Blog: Raus aus der Zelle!

21 JahreMünchenbesuch: Ich hatte Termine, meine Frau wollte bummeln. Gerade für diesen Fall habe ich ihr ja zu Weihnachten einen Motorola-Handy geschenkt, aber sie wollte das Ding diesesmal nicht mitschleppen. Sie könne mich ja von der Telefonzelle aus anklingeln und einen Treff ausmachen. Am Abend zog sie dann Bilanz: „Zwei Zellen beschädigt oder außer Betrieb, die anderen dreckig, stinkend oder besetzt. Da macht das Telefonieren einfach keinen Spaß!“

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