Alptraum statt Aufklärung

Orwell lässt grüßen!

Orwell lässt grüßen!

Erinnern Sie sich an die drei Slogans aus George Orwells Roman „1984“? Sie lauteten:

KRIEG IST FRIEDEN („war is peace“)

FREIHEIT IST SKLAVEREI („freedom is slavery“)

UNWISSEN IST STÄRKE (ignorance is strength)

Ich lese gerade ein außerordentlich spannendes neues Buch des Amerikaners Dave Eggers namens „The Circle“, und auch dort finden sich drei Slogans, die mir ähnliche Schauer den Rücken runterjagen wie die aus „1984“, nämlich:

SHARING IS CARING

SECRETS ARE LIES

PRIVACY IS THEFT

Es geht in dem Technothriller um eine riesige Internetfirma, eine Art Fusion von Facebook, Twitter und Google, die sich „The Circle“ nennt und die inzwischen von jedem als Tor zum Internet verwendet wird. The Circle weiß alles über uns: Wer wir sind, wo wir sind und was wir wollen. Die Firma hat überall auf der Welt winzige versteckte Kameras installiert und kann uns deshalb innerhalb von wenigen Minuten finden, egal wo wir uns versteckt halten. Sie rechtfertigt das damit, dass sich so die Kriminalitätsraten senken lassen. Babys bekommen nach der Geburt einen RFID-Chip implantiert um Kindesentführungen zu verhindern. Und Politiker werden von The Circle aufgefordert, jederzeit eine Webcam bei sich zu tragen; wer sich weigert, der wird automatisch verdächtigt, krumme Touren zu drehen. Weiterlesen

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Technik verkaufen, Teil 22: Checkliste Gesprächsvorbereitung

Folgende kleine Checkliste soll Ihnen helfen, peinliche Pannen schon im Vorfeld eines Verkaufsgesprächs zu vermeiden, Kompetenz und Selbstbewusstsein auszustrahlen und vor allem auf die Fragen Ihres gegenüber vorbereitet zu sein.

¨ Fragen zur Person: Wenn Sie zum ersten Mal bei diesem Kunden sind, erstellen Sie vorher ein kurzes Fact Sheet mit den wichtigsten Angaben zu Ihrer Person und Ihrer Firma. Die nötigen Fakten finden Sie im Geschäftsbericht oder auf der Website des Unternehmens. Trainieren Sie anhand dieser Selbstdarstellung, sich, Ihren Arbeitgeber und die wichtigsten Produkte in drei oder vier Sätzen vorzustellen – kurz, knackig und möglichst sympathisch.

¨ Fragen zum Einstieg: Sie sollten das unvermeidliche Anfangsgeplänkel beim Verkaufsgespräch möglichst auf ein Minimum beschränken – Zeit ist Geld! Überlegen Sie sich vorher eine Frage, die den Kunden auf nette und sympathische Weise zwingt, auf den Punkt zu kommen. Das kann zum Beispiel eine persönliche Frage sein („…gut erholt und voller Tatendrang zurück aus dem Urlaub?“) eine Frage nach einem aktuellen Ereignis („Ist die Messe bisher für Sie auch gut gelaufen?“) oder nach Ihnen bekannten Plänen oder Projekten des Kunden, die einen Bezug zum anstehenden Verkaufsgespräch haben.

¨ Fragen zum Thema: Welche Punkte könnten während des anstehenden Gesprächs zur Sprache kommen und welche wollen Sie unbedingt ansprechen? Machen Sie sich eine kurze Stichwortliste und haken Sie die einzelnen Punkte während des Gesprächs unauffällig ab.

¨ Fragen zum Ablauf: Legen Sie vorher für sich fest, wie das Gespräch für Sie idealerweise ablaufen soll und wie viel Zeit Sie den einzelnen Themen und Gesprächsteilen einräumen wollen. Daraus ergibt sich dann ganz automatisch ein Zeitplan, den Sie nach Möglichkeit auch einhalten sollten, damit das Gespräch sich weder zu sehr in die Länge zieht noch sich in Unwichtigem verliert.

¨ Fragen zum Preis: Irgendwann kommt sie, also seien Sie darauf vorbereitet! Legen Sie sich also vorher die Argumente zurecht, mit denen Sie den Preis rechtfertigen wollen. Und teilen Sie Ihr Angebot möglichst in verschiedene Module auf. Dann können Sie einzelne Teile weglassen, um dem Kunden entgegen zu kommen. Wer aus Angst, den Kunden zu verlieren, von vorneherein den Preis senkt, macht nicht nur ein schlechtes Geschäft: Er wirkt auch unsicher und mindert den Wert seines Produkts. Merke: Reduzieren Sie lieber die Leistung als den Preis!

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Four Digital Laws

Four lawmakers: Gordon Moore, Mark Kryder, Jacob Nielsen and Michio Kaku

Four lawmakers: Gordon Moore, Mark Kryder, Jacob Nielsen and Michio Kaku

I found this post on the Business Insider blog fascinating, mainly because I only knew about two of the four laws that Greg Satell of DigitalTonto lists (and I’m no mean nerd myself!). I am reposting part of it here for the benefit of my readers, but I strongly encourage you to read the whole article which you can find here.

 

4 Digital Laws

When William Gibson said, “The future is already here – it’s just not evenly distributed,” he meant that the seeds of the future are sown in the present.  While there is no telling the exact composition of the fruit that those seeds will bear, we can expect the stalks to grow according to laws already apparent.

The information economy has been around long enough for us to have identified four digital laws that drive the growth and direction of technology:

Moore’s Law:  Back in the 80’s and 90’s, when computers first landed on our desktops, we were mostly concerned with processing power, because we wanted to be sure that our hardware would be capable of running the software that made computers useful.

Today, however, most of us pay little attention to processing speeds because we’re confident that whatever device we buy will be fast enough.  That’s because of Moore’s law, a principle first identified by Intel cofounder Gordon Moore in 1965 which states that the power of our chips doubles about every 18 months.

Kryder’s Law:  When Steve Jobs first returned to Apple, he revamped the product line and then went searching for the next big thing.  An avid music fan, he was disappointed with the primitive MP3 devices on the market and envisioned a new product that would allow him to carry around 1000 songs in his pocket.

In a matter of months, his team identified a supplier which could deliver drives that were both small enough and powerful enough to make good on his vision.  The iPod was born and Apple was on its way to becoming the most valuable company on the planet.

Of course, 1000 songs is no big deal anymore.  Today’s iPods carry 40,000 and you can buy a drive that can play 1000 full length movies for a few hundred dollars, less than the price of those original iPods.  This is thanks to Kryder’s law, which doubles storage about every 12 months, even faster than Moore’s law increases processing power.

Nielsen’s Law:  Even after we stopped worrying about the speed of our computers and our hard drives became big enough that we didn’t need to clean out our e-mail archives every month, we still had trouble accessing content because Internet connections were so slow.  Now with 4G mobile connections, we scarcely have to worry about it.

This is thanks to Nielsen’s law, which observes that effective bandwidth doubles every 21 months.  That’s’s quite a bit slower than Moore’s law and Kryder’s law, which is why bandwidth has historically been such a limiting factor, but at current speeds we can do almost everything we want to and 5G is expected around 2020.

Kaku’s Caveman Law:  Now that we have eradicated most technical limits to everyday use, the most important law to pay attention to is what Michio Kaku calls the “caveman law”, which can be stated as follows:

Whenever there is a conflict between modern technology and the desires or our primitive ancestors, these primitive desires win each time.

It is this last law, riding the wave of the previous three, that will drive the next decade of technology.  Our devices will become not only vastly more powerful, but also more natural and eventually disappear altogether.  Effective computing will become less dependent on expertise and more a function of desire.

 

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(Fast) eine richtige Rezension

Eine richtige Rezension werde das nicht, schrieb Max Urchs seinem Beinah-Namensvetter Ossi einleitend zu seinem Text über unser neues Buch „Digitale Aufklärung – Warum uns das Internet klüger macht“. Der hauptamtliche Philosoph, der unter anderem an der EBS (European Business School) in Wiesbaden lehrt, ist aber mit Ossi weder verwandt noch verschwägert. Nur geistig ist eine gewisse Verwandtschaft zu erkennen, wie seine Fast-Rezension zeigt, die ich hier gerne wiederhole:

Ihr habt ein wunderbares Buch
geschrieben, es liest sich runter wie ein Krimi und
hinterher schwirrt einem der Kopf von den vielen neuen
Ideen, die man beim Lesen aufgeschnappt hat. Ich bin froh,
Dich zu kennen, sonst hätte ich das Buch vielleicht erst
viel später gefunden. Also nochmal: Gratulation, toll
gemacht.

Ich merke schon, so geht es nun auch nicht. Stimmt zwar
alles, was ich geschrieben habe. Nur wird es dem Buch
nicht gerecht. Es ist ja kein Krimi. Es ist ein
philosophisches Buch. So habe ich es dem Frankfurter
Buchhändler gesagt, der es bei „Ratgeber in Rechtsfragen“
eingeordnet hatte. Weiterlesen

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Dumme Katholiken, kluge Protestanten

Der „funktionale Analphabetismus“ ist eine Volksseuche, die gerade in Deutschland und Österreich besonders weit verbreitet ist. Die aktuelle PISA-Studie hat ergeben, dass jeder Sechste hierzulande beim Lesen auf dem Niveau eines Zehnjährigen verharrt. Und schuld daran ist wer? Die Schulen? Die Politik? Nein: Es ist die katholische Kirche!

In einem Interview unseres lokalen Käsblättchens, den „Salzburger Nachrichten“, kommt heute der Göttinger Bildungswissenschaftler Prof. Stefan Hopmann zu Wort, der im Interview zwar richtig erkennt, dass unser Schulsystem noch aus dem Feudalismus stammt, also im Grund ein „Staatsschulwesen“ ist, das von oben zentralistisch dirigiert wird. De facto fürht das dazu, dass „die Stammtische den Daumen auf den Schulen haben“. Dagegen könnte man ja etwas tun, beispielsweise den Schulen mehr Autonomie und finanzielle Unterstützung geben, was ihnen erlauben würde, sich viel mehr auf einzelne Schüler einzustellen und deren individuelles Lerntempo mitzugehen.

Es sei aber schon auffällig, so der gute Professor, das gerade Länder mit starkem protestantischen Hintergrund wie Finnland (Platz 2), Holland (Platz 4) oder Schweden (Platz 5) in Sachen Lesekultur längst die katholisch geprägten Länder Österreich (Platz 10) und Deutschland (Platz 12) abgehängt haben, von den Papisten-Hochburgen Italien und Spanien mal ganz angesehen, die in der Studie die beiden Schlusslichter bilden.

Eine verlockende Schlußfolgerung, finden Sie nicht? Die katholischen Dumpfbacken, die zeitlebens gelernt haben, dem einschläfernden Singsang des Pfaffen über sich ergehen zu lassen, der sozusagen die Schleuse bildete zwischen Gott und Mensch und dessen durch die Kirchengewölbe hallenden Bibelsprüche ins eine Ohr rein und durchs andere wieder raus geflogen sind. Ihm gegenüber der evangelische Arbeitsethiker, der sich mühsam Buchstabe für Buchstabe durchs Buch der Bücher quält, getreu dem Motto Luthers, der dem Gläubigen auftrug, die „schöne Wahrheit des Evangeliums“ bitteschön selbst zu lesen. Weiterlesen

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You’re the product!

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Lob aus berufenem Munde

Am vergangenen Montag haben Ossi Urchs und ich unser neues Buch, „Digitale Aufklärung – Warum uns das Internet klüger macht“ im Münchner PresseClub vorgestellt, Dort hat zunächst uner gemeinsame Freund Dr- Michael Kausch, einst ein Produkt der vielbesungenen „Frankfurter Schule“ und heute Chef der Agentur Vibrio in Oberschleißheim, eine Laudatio verlesen, die es verdient hat, hier auszugsweise wiedergegeben zu werden. Den vollständigen Text finden Sie auf unserem gemeinsamen „Meta-Blog“ www.czyslansky.net. Dort findet sich auch ein nettes kleines Video vom Event, das unser Freund Alexander Broy schnell mal gedreht und geschnitten hat.

Worum geht es heute eigentlich? Um nichts wirklich Wichtiges. Nur um ein einfaches Buch. Also um etwas, das dem Aussterben längst anheim gegeben ist. Keine Ahnung, warum Sie sich für etwas so ganz und gar Altertümliches überhaupt noch interessieren. Vielleicht wegen des Inhalts. Es hat immerhin fast einhundert Seiten. Um genau zu sein: es enthält 291.453 Anschläge. Wir reden also über ein Buch in 2.082 Tweets.

Was heißt das?

Einerseits: ich selbst habe für ziemlich genau 4.000 Tweets vier Jahre und vier Monate gebraucht. Tim Cole und Ossi Urchs haben ihr Buch in nicht ganz zwei Jahren verfasst. Kurz: wenn Ihr uns etwas sagen wolltet, so hättet ihr das ebenso gut auch twittern können. Eure Anschlag-pro-Tag-Leistung entspricht derjenigen eines durchschnittlichen Twitteratis.

Andererseits: Tim hält dieses Buch für die Quintessenz von nicht weniger als dreißig Jahren, denn solange kennen sich die beiden Autoren schon. Ihre intellektuelle Blutsbrüderschaft beschlossen sie in ihrer gemeinsamen Zeit als “Edelfedern” beim bekannten Frauenmagazin “Playboy” in den 80iger Jahren des letzten Jahrhunderts des letzten Jahrtausends. Dieses Buch ist nichts weniger, als der Ausdruck einer wahren Altersfreundschaft.

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Warum wir eine neue Aufklärung brauchen

Digitale AufklärungAls die Stadt Lissabon 1755 zerstört wurde, löste das ein Erdbeben in den Köpfen der Zeitgenossen auf, die nicht mehr an die Gnade der göttlichen Vorsehung glauben konnten. Ohne diese geistigen Leitplanken waren sie aber führungs- und orientierungslos. In einer ähnlichen Situation ist der Mensch im Zeitalter der digitalen Vernetzung wieder: Alte Begriffe und Kategorien genügen nicht mehr um das zu beschreiben, was er erlebt. Wir müssen uns selbst neue Leitlinien schaffen, wenn wir nicht hilflos und fremdbestimmt durchs Leben im Zeitalter des Internet torkeln wollen.

These 10: Wir brauchen eine „digitale Aufklärung“: neu und selbst gedachte Kategorien, die allein dieser grundsätzlich veränderten Welt gerecht werden können. Nur damit können wir diese Welt kritisch reflektieren und produktiv nutzen.

In einer ähnlichen Situation des fundamentalen Wandels befand sich die Menschheit schon einmal gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Erstarrte gesellschaftliche und wirtschaftliche Verhältnisse wurden über den Haufen geworfen. Das zwischen klassischer Logik und mittelalterlicher Scholastik gefangene Denken war hoffnungslos überfordert angesichts der gewaltigen Dynamik der Veränderungen. Angesichts dieses klassischen Dilemmas bestand Immanuel Kants Antwort in seiner Maxime: „Jederzeit selbst zu denken, ist die Aufklärung.“ Vor der gleichen Aufgabe stehen wir heute angesichts der digitalen Aufklärung

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Technik verkaufen, Teil 21: Das Verkaufsgespräch – Dialog statt Monolog

Den Kunden und seine Bedürfnisse kennen lernen, vom Kunden her denken, Hoflieferant des Königs Kunden sein: Diese und ähnliche Allgemeinplätze füllen Hunderte von Verkaufshandbüchern, schmücken die Mission Statements unzähliger Unternehmen und stehen als schöne Absichtserklärung über jedem anständigen Businessplan. Doch bleibt es, wie wir alle aus Erfahrung wissen, meist bei den Absichtserklärungen; der Kunde wird in Wirklichkeit oft als Störfaktor empfunden. Ein Zustand, der sich in einem uralten Techniker-Witz wiederspiegelt:

Wie so oft steckt auch in diesem Witz ein wahrer Kern: Wenn Techniker und Manager unterschiedliche Sprachen sprechen und die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven sehen, ist keine erfolgreiche Kommunikation möglich. Ein Techniker, der verkaufen will, muss sich mit seinem Kunden auf gleiche Augenhöhe begeben, ihn und seine Bedürfnisse, seine Sorgen und Wünsche ernst nehmen – dann wird aus einem Verkaufsgespräch ein zielführender und für beide Seiten lohnender Dialog. Weiterlesen

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Neue Begriffe für ein neues Denken

Digitale AufklärungWas man nicht in Worte fassen kann, das kann man auch nicht denken. Wenn wir mit der veränderten Realität einer digital geprägten Welt klarkommen wollen, müssen wir neue Begriffe  schaffen die es uns erlauben, diese selbstbestimmt zu reflektieren. Wer nur in den Kategorien von gestern denken kann, der kann keinen echten Beitrag zur Debatte um neue Werte und neue Lebensregeln leisten.

These 9: Begriffe und Erfahrungen aus der analogen Vergangenheit werden dieser, sich dynamisch weiter entwickelnden Gegenwart immer weniger gerecht. Sie wirken in der aktuellen Debatte ebenso naiv wie unpassend oder überheblich. 

Und noch eine Schwierigkeit gilt es zu meistern, die insbesondere in der aktuellen Debatte um das Internet immer deutlicher zum Vorschein kommt: Wir sind kulturell und sprachlich auf das, was wir heute erleben, in keiner Weise vorbereitet. Begriffe und Vorstellungen der Vergangenheit wirken angesichts der uns heute so eindrücklich begegnenden Veränderungen seltsam unpassend, ja antiquiert.

Wer sich heute noch einmal der Mühe unterzieht, die großen Medien- und Technologiedebatten nachzulesen, die zwischen den 60er und den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts ausgetragen wurden, wird schnell bemerken, wie unzeitgemäß sie uns inzwischen erscheinen. Die „Aufreger“ von damals, ob Privatfernsehen oder Volkszählung, entlocken uns heute nicht einmal mehr ein Gähnen. Neue Medien sind heute nicht mehr neu, sondern Schnee von gestern, und für Datenschutz muss heute im Zeitalter von NSA und WikiLeaks jeder selbst sorgen, will man nicht ganz freiwillig darauf verzichten. Wer das Internet gar, wie Jaron Lanier, für „Maoismus“ hält und sich von der Informationsflut für überfordert fühlt, wie Frank Schirrmacher, wirkt heute nicht einmal mehr naiv, sondern allenfalls hilflos.

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