Einfach mal abschalten!

Träumen Sie nicht manchmal auch davon, den Smartphone einfach mal auszuschalten und in aller Ruhe den Feierabend zu genießen? Dazu fehlt mir, ehrlich gesagt, die nötige Selbstdisziplin. Ich freue mich höchstens auf den Jahresurlaub im unberührten Südwestkreta. Dort in der „Wilden Svakia“ gibt es nur draußen auf der Landzunge vor dem Hotel Handyempfang. Man muss also eine Viertelstunde laufen, und dazu bin ich dann meistens viel zu faul. Vielleicht sollte ich mich bei Volkswagen bewerben. Die haben das Problem souverän gelöst: 30 Minuten nach Arbeitsschluss wird der firmeninterne Blackberry-Server einfach abgeschaltet. Eine entsprechende Betriebsvereinbarung betrifft rund 1.200 Tarifmitarbeiter und ist mit dem Betriebsrat abgestimmt. Offenbar waren einige Chefs in Wolfsburg der Ansicht, dass ihre Untergebenen rund um die Uhr per Mail erreichbar zu sein hatten. Damit ist jetzt Schluss. Die Telefonfunktion des Blackberry ist allerdings davon nicht betroffen. Es bleibt dem Chef also unbenommen, abends beim Mitarbeiter durch zu klingeln und ihm Dampf zu machen. Doch dagegen gibt es ja ein bereit bewährtes Mittel: den Ausschaltknopf…

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Suchet, so werdet Ihr finden (VII)

Ich war noch nie im „Singu Pizza“ in Dachau – vielleicht sollte ich da mal hin.

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Bye-bye, Mademoiselle Irma!

Alas, she is no more: the quintessential symbol of le Grande Nation, the icon of all that was good and graceful and charming and slightly precocious about France. I’m talking, of course, about the „mademoiselle“.

According to a report in the International Herald Tribune, French Prime Minister Francois Fillon has ordered the honorific to be banned from all official documents and registration systems. Married of not, les jeune filles are henceforth to be addressed as “madame”. In doing so, monsieur Fillon was reacting to a campaign by French feminists with names such as “Osez de feminism” (“Dare to be Feminist”) and “Les Chiennes de Garde” (“The Wachdogs”), who possibly look the part and who object to being typecast as rejects from the matrimonial mill or belittled as too young (and, presumably,  immature) to marry.

Given the ruthlessness with which French officialdom pursues linguistic improperties (using the word “computer” in a French advertisement instead of the officially sanctioned “ordinateur” can lead to stiff fines), I suppose we can expect to see a major effort soon to expunge the “m-word” not only from forms and questionaires, Internet shops and bank statements, but from literature as well. Maupassant’s „Mademoiselle Fifi“ will have to go, as will popular songs like “Mademoiselle Dany” (“… vous êtes bien jolie”). Jean Joubert will have to find an alternative title for his novel “Mademoiselle nuit”, and Channel will need a new brand name for its “Coco Mademoiselle” perfume line.

And I guess the state censors will be taking their scissors to the world of celluloid soon, too. I just can’t imagine Jack Lemmon addressing Shirley MacLain as “Madame” in “Irma la Douce”. Ne pas, s’il vous plait.

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Social Flying

Wer sagt, man kann sich seine Nachbarn nicht aussuchen

Fliegen ist schöner, aber nicht, wenn man wie ich neulich neben einer Quasselstrippe landet, die mir von Newark bis München sämtliche Einzelheiten ihres ziemlich kaputten Familienlebens einschließlich gewisser sexueller Neurosen ihres frisch in die Wüste entsandten langjährigen Lebensabschnittsbegleiters erzählen musste. Ich habe schließlich zur letzten letzten Waffe gegriffen, die einem im Gadget-Zeitalter verbleibt, um sich etwas Rückzugsraum zu verschaffen: Ich habe mir die Kopfhörer aufgesetzt und hatte endlich meine Ruhe!

In Zukunft werde ich mir überlegen, ob ich nicht von Lufthansa auf KLM umsteige. Die Käsköppe haben nämlich den endgültigen Social Media App erfunden: “Meet & Seat” erlaubt es mir, mich vorab per Facebook oder LinkedIn darüber zu informieren, wer bei meinem nächsten Flug alles mit an Bord ist und bei gegenseitigem Gefallen eine Art Platz-Partnerschaft zu beschließen. Umgekehrt kann ich vermutlich auch festlegen, neben wem ich auf gar keinen Fall sitzen möchte!

In der nächsten Ausbaustufe soll Meet & Seat dem Vernehmen nach zu einer Art basisdemokratischen Abstimmplattform ausgebaut werden. Dann können wir Businessreisende endlich gemeinsam beschließen, dass die Familie mit Schreikindern nach ganz hinten umgesetzt wird. Weiterlesen

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Jürgen will nicht mehr

Das musste mal gesagt werden. Und mein Freund und Skatbruder Jürgen Seitz vom Bayerischen Fernsehen hat dafür genau die richtigen Worte gefunden, als er am Rosenmontag in den „Tagesthemen“ den Kommentar zur Griechenland-Krise sprach.

Was die Politik da an Rettungsschirme aufspannt, erinnerten ihn an einen „naiven Faschingsscherz“: Sie glauben, mit der Geldpumpe und brutalen Sparauflagen die Wirtschaft des Landes in die Neuzeit befördern zu können. Dabei seien in Griechenland die Lohnstückkosten in den letzten Monaten sogar noch weiter gestiegen, weil – so Jürgen – „ein wenig produktives Beamtenheer und rabiate Gewerkschaften nicht umsteuern wollen – und können.“ Nicht einmal griechisches Olivenöl sei da am Ende noch exportfähig.

Nein, ohne Euro-Austritt sei Griechenland nicht mehr zu retten, wenn Europa nicht zu einer Transferunion verkommen wolle, in der schwache Länder sich von den reichen dauernd refinanzieren lassen. Wenn Griechenland, warum dann nicht Portugal und Irland?

Und dann hob er zum großen Finale an: „Der Internationale Währungsfond will, so wird gemunkelt, dafür nicht mehr haften. Ich auch nicht. Und Sie?“

Das hat ihn jetzt einen Platz in der „Gewinner des Tages“-Spalte bei Deutschlands auflagenstärksten Tageszeitung eingebracht – weil man in der Hamburger Redaktion offenbar glaubt, dass Jürgens in Wahrheit Volkes Stimme sei. Und da könnten sie ausnahmsweise auch mal Recht haben.

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Florence on the Potomac

I never thought I would yearn wistfully for a Newt Gingrich resurgence, but watching the sudden rise of Rick Santatorium has triggered that urge. Heaven forbid that a religious nutcase like him should ever wield power in America. In fact, the Founding Fathers decided to separate church and state precisely to ensure that religious fanatics didn’t hijack the system and turn the Republic into some kind of Florence on the Potomac, complete with Bonfires of the Vanities.

Just to remind ourselves what religious zealots used for fuel back in the 15th century: “mirrors, cosmetics, lewd pictures, pagan books, immoral sculptures, gaming tables, chess pieces, lutes and other musical instruments, fine dresses, women’s hats, and the works of immoral and ancient poets”, according to Wikipedia.

Mr. Santatorium (a.k.a. “Mullah Rick”, according to the New York Times’ Maureen Dowd) wants to throw contraceptives on his American Pyre, besides launching a crusade on “sensuality”. Presumably, this means enjoying sex as opposed to enduring it (as briefly as possible, of course) in order to procreate. (For a list of “Rick Santorum’s 12 Most Offensive Statements“, go to the ThinkProgress blog).

If that is what Tea Potties in America want, then give me the Newt any day. He may be evil, but at least he’s not plain crazy.

BTW: What do you call the Santatorium bandwagon? A “rick-shaw”, of course…

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König Kunde sucht Hoflieferant

Wer an einem schönen weißblauen Vormittag durch die Münchner Dienerstraße spazieren geht, erblickt an der strahlend gelben Renaissancefassade des Feinkostgeschäfts von Alois Dallmayr ein kleines Messingschild mit der Aufschrift: „königlich bayerischer Hoflieferant.“ Therese Randlkofer, eine ebenso resolute wie geschäftstüchtige Frau, hatte den Laden ihres verstorbenen Mannes Anton 1897 übernommen und zu einem der führenden Delikatessenhäuser Europas gemacht. Sie belieferte nicht nur die nahegelegene Residenz der Wittelsbacher, sondern zählte auch den Kaiserhof in Berlin sowie in der Spitze 14 weitere europäische Fürsten- und Königshäuser zu ihren Kunden.

Das Geschäftsmodell des Hoflieferanten ist heute aus der Mode gekommen, was eigentlich schade ist, denn es bietet einige wichtige Vorteile für den Händler: Er weiß genau, wer sein Kunde ist, er kennt dessen Geschmack, er weiß ungefähr, wann und wie viel er liefern muss und kann zumindest in der Regel einen etwas höheren Preis verlangen als der, den die Laufkundschaft zu zahlen bereit ist.

In der global vernetzten Wirtschaft hat das Modell des Hoflieferanten eine ungeahnte Aktualität bekommen, denn im Internet ist der Kunde wirklich König! Weiterlesen

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You Can Say Thou To Me

Ob Helmut Kohl tatsächlich denIrrsinnssatz „you can say you to me“ von sich gegeben hat, ist wohl kaum schlüssig nachzuweisen. Auf jeden Fall aber gilt es seit ich denken kann als Standard-Beispiel dafür, wie sich Deutsch- und Englischsprechende bei der Anrede verhauen können. Wir Angelsachsen kennen nur das „you“, was von unseren deutschen Gegenüber als ein Ausdruck des hemdsärmeligen betrachtet wird, ein Grad an Informalität, um die man uns wahlweise beneidet oder verdammt, weil es als Ausdruck von Oberflächlichkeit angesehen wird.

Jetzt stolperte ich zufällig über einen Beitrag auf philognosie.net, in dem behauptet wird:

„Das Englische ‚you‘ bedeutet nicht ‚Du‘, sondern entspricht eher einer Anredeform, die der altdeutschen Form ‚Ihr‘ näherkommt, einem Plural, der Respekt bezeugt.“

Wenn das stimmt, lag Kohl ja noch weiter daneben, als ich dachte. Hätte er das gesagt, dann hätte er damit ja versuchen wollen, das Eis zu brechen und sein Gegenüber auf eine persönlichere Gesprächsebene zu führen. Weiterlesen

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Suchet, so werdet Ihr finden (VI)

„Britische Fernabsatzrichtlinien“? Was hat das bei mir auf der Homepage zu suchen?

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Der TV-Komplott: Wie ARD und ZDF heimlich nach der Weltherrschaft greifen

Die üblichen Verdächtigen!
Die Chefs von ARD und ZDF haben die Bundesregierung aufgefordert, das Handelsabkommen ACTA „sofort“ zu unterzeichnen, wie es in einer Erklärung der Deutschen Content Alliance heißt, der neben den beiden großen öffentlich-rechtlichen Sendern auch der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e.V. (VPRT) und die GEMA angehören. Dass am vergangenen Wochenende Hunderttausende von Internet-Fans gegen ACTA auf die eisigen Straßen Deutschlands gegangen sind, beeindruckt die Medienbonzen nicht – im Gegensatz zu der Politik, die ganz schnell einen Rückzieher machte und ACTA erst mal ad acta gelegt hat. Für die Fernsehmacher ist das Internet nach wie vor ein Hort von Kriminellen, die ständig versuchen, sich an ihren kostbaren Inhalten zu vergreifen.

Damit stellen sich ARD und ZDF in eine Reihe mit jenen Medienkonzernen, deren Geschäftsmodell zunehmend darin besteht, ihre Kunden strafrechtlich zu verfolgen und Teenagern die Staatsanwaltschaft ins Haus zu schicken, weil sie den Ausdruck „information wants to be free“ allzu wörtlich genommen haben. Notabene: Es sind die gleichen Herren, die sich gegenseitig dicke Jahresgehälter aus den Taschen ihrer unter Zahlungszwang stehenden Fernsehgebührenzahler spendieren. Nein, sie kennen keine Scham, die Sender-Popanze!

Dass die Fernsehmacher keine Ahnung haben, was ihre Zuschauer wollen, ist ja nicht gerade eine brühfrische Erkenntnis. Dazu genügt ein Blick ins aktuelle Programm. Man könnte sie deshalb auch als eine zunehmend belanglose Irritation abtun – gäbe es nicht konkrete Hinweise darauf, dass es sich bei den Sendern in Wahrheit selbst um kriminelle Vereinigungen handelt, deren geheimer Auftrag darin besteht, die Jugend der Welt zu hilflosen, willensunfähigen Abhängigen zu machen – Drogendealer, deren „Stoff“ aus bunt angemalter Luft besteht, der aber extrem süchtig macht. Weiterlesen

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