Der Trend geht zum Zweit-Pad

Mein schöner, neuer iPad ist weg! Nein, ich habe ihn nicht im Flieger liegengelassen (übrigens gehen jedes Jahr mehr als 600.000 Laptops auf diese Weise verloren, wie eine amerikanische Versicherungsfirma behauptet). Er ist auch nicht von einem Mitreisenden im Zug eingesteckt worden, während ich auf der Toilette war (was einem Freund neulich mit seinem Computer passiert ist).

Nein, es ist ganz einfach: Meine liebe Frau hat ihn sich unter den Nagel gerissen. Anfangs war sie ja ziemlich skeptisch, als ich das Ding von einer USA-Reise zurückbrachte. Doch dann habe ich den Fehler gemacht und ihn eine Zeitlang auf dem Wohnzimmertisch liegenlassen. Und dort hat sie angefangen, damit herum zu surfen und hat festgestellt, dass man mit einer einfachen Fingerbewegung den Text beliebig vergrößern kann. Und da sie inzwischen eine Lesebrille braucht, sie aber aus Gründen der Eitelkeit ungern aufsetzt, war mein iPad genau das, was sie sich offenbar schon lange gewünscht hat.

Jedenfalls hat sie mir unter Androhung von Essensentzug und sonstigen schlimmen ehelichen Strafen verboten, das Ding in Zukunft mit auf die Dienstfahrt zu nehmen. Mir wird also wohl oder übel gar nichts anderes übrig bleiben, als noch einen zu kaufen. Der Trend, so scheint es, geht zum Zweit-Pad.

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Karaoke fürs Kinderzimmer

Unsere Nachbarn haben einen kleinen Sohn, und wenn sie mal ausgehen wollen, bitten sie uns manchmal, ob sie uns das Babyfon rüberstellen dürfen. Der Grieche am Eck, zu dem sie gerne gehen, ist leider knapp außer Reichweite des Geräts, also rufen wir sie an, wenn der junge Stupor mundi wieder schreit, und sie müssen die alles stehen und liegen lassen und nach Hause stürmen, weil wir sonst wahnsinnig werden ob es blechernen Krächzens aus dem winzigen Billiglautsprecher des klobigen Geräts.

Das muss aber alles nicht mehr sein, denn jetzt gibt es das Babyfon fürs Handy! Darauf machte mich dankenswerterweise der Branchenverband BITKOM per Pressemeldung aufmerksam. Möglich machen das so genannte „Apps“ – winzige Applikationen, die es beispielsweise für Apples iPhone sowie für Mobiltelefone mit dem zunehmend beliebteren Android-Betriebssystem von Google gibt.  Sie heißen  „Babysitter Phone“, „BabyPhone Deluxe“ oder „Dial My Nanny“ (funktioniert wahrscheinlich nur bei Paaren, die  sich ein Kindermädchen leisten können) und bieten alle die gleichen Grundfunktionen:  Man legt das Mobiltelefon mit eingeschaltetem App ins Kinderzimmer und geht zum Griechen, Italiener, Franzosen oder in die kleine Kneipe am Eck.

Fängt das Blag an zu schreien, löst das einen Anruf an eine vorher festgelegte Telefonnummer aus. Voraussetzung ist also, dass beide Elternteile über ein Handy verfügen, aber das dürfte heute eher selbstverständlich sein. Wahlweise kann man auch die Festnetznummer der Groß- oder Schwiegermutter hinterlegen, die freut sich sicher, mal wieder von dem kleinen Wonneproppen zu hören, selbst mitten in der Nacht.

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Today’s Peoetic Reflection

All, all, of a piece throughout;
Thy chase had a beast in view;
Thy wars brought nothing about;
Thy lovers were all untrue.
‚Tis well an old age is out,
And time to begin a new.
John Dryden (1631 – 1700)
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LDO, oder: Das Ende von E-Mail

Meine Tochter schreibt keine Mails mehr. „Oh Papa, E-Mail ist doch so 20stes Jahrhundert“, meinte sie neulich. Stattdessen benützt sie Facebook, um mit ihren vielen „Freunden“ – oder das, was sie für Freunde hält – zu kommunizieren. Als sie kürzlich mit ihrem Freund Schluss machte, tat sie das sozusagen coram publico auf ihrer Facebook-Seite, unter reger Zuschauerbeteiligung: Die einen waren dafür, den Typ in die Wüste zu schicken, die anderen rieten ihr, es nochmal mit ihm zu probieren. Die Debatte endete eins zu null für die Wüste.

In der kleinen Analystenfirma, an der ich beteiligt bin, tobt gerade auch ein Streit darüber, ob E-Mail noch zeitgemäß sei. Eine Fraktion (und es sind diesmal komischerweise die Älteren) ist dafür, für die interne Kommunikation auf ein so genanntes „Microblogging“ namens Yammer umzustellen, das wie Twitter funktioniert, nur dass der Benutzerkreis auf die eigenen Mitarbeiter beschränkt bleibt. Wir schreiben uns zu viele Mails, meinen die Yammer-Anhänger, da hat man keine Übersicht mehr. Die Gegner (die Jüngeren, wie gesagt) scheuen vor der totalen Transparenz zurück: Da könne ja jeder alles lesen, da könne man ja niemandem mehr etwas im Vertrauen sagen. Das Ende der Debatte steht noch aus.

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400 Years of Pernicious Division

Joe Addison goes to Washington

In case you were worried that the current breakdown of the American political system is unprecedented, I suggest you read the wonderful essay „Mischiefs Of Party Spirit“ written by Joseph Addison, the original editor of „The Spectator“, anno 1711, and which so perfectly describes Washington D.C., anno 2011:

There cannot a greater judgment befall a country than such a dreadful spirit of division as rends a government into two distinct people, and makes them greater strangers and more averse to one another, than if they were actually two different nations. The effects of such a division are pernicious to the last degree, not only with regard to those advantages which they give the common enemy, but to those private evils which they produce in the heart of almost every particular person. This influence is very fatal both to men’s morals and their understandings; it sinks the virtue of a nation, and not only so, but destroys even common sense.

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Fliega uff Schwäbisch

Ansage einer AirBerlin-Stewardess auf einem Flug von Berlin nach Stuttgart:

So, weil wir Schwaben ja bekanntlich älles außer Hochdeutsch kennet hem mer des ganze jetztetle o noch auf schwäbisch für sie. Jetzt sin wir also endlich aufm schöne stuttgarter flughafen oakomme und begrüßetse recht herzlich. Sen se so freundlich und bleibetse bitte so lang hocke bis des lämple mit dem gurt druf nemme leuchtet und der flieger kommplett still stoaht. Passetse bitt uff wenn se schatulle öffnet dass ihne der kladeradatsch da obe net auf den däds flieat. airberlin, cockpit un wir schtewardessen tätn uns jetzt gern von ihne verabschiede. wir hoffet ihne gefallts im schwabenländle und wünschet ihne a gute und gemütliche heimfahrt, kommetse gut ins nest. … ? … bis zum nächsten mal in unsrem schwabenexpress, bis da no haltetse ohren steif, tschüssle n ade, ge, machetses goat.

Anzuhören auf YouTube unter http://www.youtube.com/watch?v=9W1uny6Q_3w&NR=1

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Crazy Voice Mail

Okay, so you may have read this one before, but I just told a friend about it, and he hadn’t, so I decided to post it for posterity one more time…

Answering machine message at a Mental Hospital

„Hello, and welcome to the mental health hotline……“

If you are obsessive-compulsive, press 1 repeatedly, cleaning the phone off thoroughly each time.

If you are codependent, please ask someone to press 2 for you.

If you have multiple personalities, press 3, 4, 5, and 6.

If you are paranoid, we know who you are and what you want. Stay on the line so we can trace your call, come to your home and finally capture you.

If you are delusional, press 7 and your call will be transferred to the mother ship.

If you are schizophrenic, listen carefully and a small voice will tell you which number to press.

If you are a manic-depressive, it doesn’t matter which number you press, no one will answer, because no one wants to talk to you.  Then go out and buy this institution an entire new phone system and be sure to spend your credit card completely to the limit.

If you are dyslexic, press 9696969696969696.

If you have a nervous disorder, please fidget with the pound key until a representative comes on the line.

If you have amnesia, press 8 and state your name, address, telephone number, date of birth, social security number, and your mother’s maiden name.

If you have post-traumatic stress disorder, s-l-o-w-l-y &c-a-r-e-f-u-l-l-y press 0 0 0.

If you have bipolar disorder, please leave a message after the beep or before the beep or after the beep. Please wait for the beep.

If you have short-term memory loss, press 9. If you have short-term memory loss, press 9. If you have short-term memory loss, press 9. If you have short-term memory loss, press 9.

If you have low self-esteem, please hang up. All operators are too busy talking to more important callers to talk to you right now.

If you are menopausal, hang up, turn on the fan, lay down &cry. You won’t be crazy forever.

If you are blonde don’t press any buttons, you’ll just mess it up.

If you are hopelessly addicted to the Internet, hang up the phone, get on your computer immediately and forward this email to everyone in your address book

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Shooting On Sight to Kill the American Dream

If I have ever had reason to be ashamed of calling myself an American, it was on reading the news that about 400 voters in  Kennewick, a small town incidentally located in my own home state of Washington, have endorsed a man called Loren Nichols as a city council candidate. In media interviews during the run-up to the election, Nichols said he is in favor of shooting illegal immigrants on sight.

Mind you, I am not ashamed of a nut like Nichols shooting off his mouth or voicing insane notions. That is covered by our free-speech provisions that are one of the things that normally make me proud to be an American.

No, it’s the fact that 26 percent (!) of the population in a quintessentially American small town not only didn’t rise up and shout the guy down, but actually went to a polling station and cast their vote in favor of what he says. I feel personally humiliated by this, and I don’t know how I can face my European friends in future and still extol the virtues of the American System.

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Dick Cavett’s Absurd Flying Theater

In case you, like me, missed it a few days ago: Please read Dick Cavett (yes, the Dick Cavett; he’s still alive and flying!) on the Théâtre de l’Absurde also known as Airport Security (I capitalize intentionally to show my respect for those fine, upstanding men and women who spend their days patting other people’s private parts).

Apparently, unlike me, Dick has courage enough to actually ask them about their jobs. And his choice of questions reveals the same genius for getting straight to the point that once made him the King of Talk. For instance:

„What sort of jokes are you tiredest of by one patted?“ (Answer: „Hey, cute stuff, whatca doin‘ after the show?“)

Or how about this one:

„Is anybody really dumb enough to try and go through security carrying a gun?“ (Answer: „You’d be amazed at how many guns we get this way.“)

But my favorite exchange goes like this:

Cavett (after an inspector has confiscated a small unmarked bottle of liquid from a plastic bag and deposited it in a nearby large container): „Supposing whatever possibly dangerous substance it contained had, say, ‚olive oil‘ written on it, would it be OK?

Inspector: „Yes.“

Cavett: „Do you ever feel a little funny standing eight inches from a barrel full of possible explosives for the rest of the day?“

Inspector: „Move on…“

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Freibier per Handy

Brüder, zur Sonne, zum Freibier!

Endlich mal eine wirklich sinnvolle App fürs Handy. Die amerikanische Biermarke Budweiser verspricht jedem, der unter der verspäteten Hitzewelle dieses ansonsten ziemlich verregneten Sommers leidet, eine Art „Hitze-Rabatt“. Der „Budweiser Ice Cold Index“ ist eine Art Wette auf das Wetter: Je wärmer es wird. je weniger kostet das Bier.

Okay, sie machen es nur in Irland, wo es ohnehin jeden Tag regnet. Und sie müssen dort ja auch irgendwas tun, denn welcher Ire wäre so irre, diese amerikanische Eulenpisse zu trinken wenn er auch ein ordentliches Guiness kriegen kann? Aber ich finde, da hat einer mal eine echt coole Marketingidee gehabt, dafür sollte man ihn auch loben dürfen.

Funktionieren tut das so: Man lädt die App herunter und meldet sich bei Budweiser an. Dafür gibt es gleich mal einen Gutschein für ein Gratis-Glas. Danach läuft die Sache automatisch: Jeden Mittag um eins verkündet Budweiser, ob das Termometer in meiner Region weit genug nach oben geklettert ist. Da das Ganze ja in Irland stattfindet, hat man sich auch nicht allzu ehrgeizige Ziele gesetzt: Schon bei 16 Grad bekommen Zecher einen Preisnachlas von einem Euro bei allen teilnehmenden Pubs, ab 18 Grad sind es zwei Euro und ab 20 Grad gibt’s Freibier für alle! Na ja, ein Glas voll, wenigstens. Wir wollen ja nicht übertreiben!

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