Die CeBIT schafft sich ab!

In der Straßenbahn auf dem Weg von der Messe zum Flughafen habe ich diesen kurzen Kommentar auf LinkedIn gepostet:

Das Problem der CeBIT ist, dass sie verarmt. Die Aussteller bleiben weg, Zuschauer kommen alle mit einer kostenlosen Messekarte rein. Die Folgen sind deutlich zu spüren: WLAN war früher natürlich überall auf der CeBIT umsonst. Jetzt müssen wir dafür bezahlen. Der Presse-Shuttle, der uns Journalisten wirklich das Leben leichter gemacht hat, ist nach 29 Jahren abgeschafft worden, genau wie das Presserestaurant, wo man sich früher ungestört mit Informanten und Kollegen treffen konnte. Überall wird/muss gespart werden, und so baut man sich schrittweise selbst ab. Meine Prognose: Die CeBIT wird es, zumindest als eigenständige Messe, höchsten noch 3-4 Jahre geben.

Was mich am meisten gefreut hat waren die Reaktionen darauf, die ich deshalb auch hier gerne wiedergeben möchte.
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CeBIT-Nachlese 1995: Geklaute Handy-Atrappen, endlich online und Klingeln aus dem Koffer

21 JahreOb ein neues Produkt ankommt oder nicht, merkt man auf Messen daran, ob es häufig geklaut wird. So gesehen war der Mini-Handy von Nokia auf der diesjährigen CeBIT in Hannover der absolute Messeschlager. Bei Nokia war man offenbar darauf gefasst und hat im Publikumsbereich nur Attrappen ausgestellt, von denen bis Messeschluss denn auch zehn Stück fehlten. Was zu folgender wunderschönen Geschichte führte, die mir Helmut Rudolph vom Telekom-Servicepartner PC-Plus erzählte: Eine Mitarbeiterin am Telekom-Stand in der Halle 16 führte einem Messegast ihren Nokia vor. Der war ganz begeistert, steckte das Ding in die Jackentasche, nahm es wieder raus, gab es zurück und ging weiter. Danach tat es nicht mehr, was die Dame auf einen leeren Akku zurückführte. Als es allerdings auch nach längerem aufladen immer noch nicht funktionieren wollte, wurde sie misstrauisch, öffnete die Rückseite – und merkte, dass sie einem Trickbetrüger aufgesessen war. Der Kerl hatte ihren Original-Handy in beim Griff in seine Jackentasche gegen ein Dummy ausgetauscht, das er offenbar zuvor auf dem Nokia-Stand gestohlen hatte.

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Die Connect.-Redakteure stehen bei Vorstand und Pressestelle der Telekom im Ruf, immer nur zu kritisieren. Deshalb an dieser Stelle mal ein ausdrückliches Lob: Weiterlesen

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Brigotohell!

brigotohellOne of the most memorable headlines in the history of British journalism was printed by the Times of London on October 22, 1957: “Heavy Fog In Channel. Continent Cut Off“.

This has since become an iconic quotation by all who are interested in English attitudes towards Europe and the European continent. The implication is that Britain would get along fine without the continent and the rest of Europe, but the continent would be in a constant state of stress if they could not communicate with and travel to England.

Today, with a vote on Britain’s membership in the European Union pending, the same self-centered attitude is encapsulated in the virtually ubiquitous term “Brexit” – as if it was all about Britain  and it’s choice to remain or leave.

In fact, the term “Brexit” is misleading: It’s not the British that wants to leave – it’s the English, or at least the lunatic fringe in England (which unfortunately means about half of the population!)

If the upcoming vote were to succeed, politicians in Scotland have already made it clear that they will again attempt to secede from the United Kingdom, and Northern Ireland won’t be very far behind. As far as I know nobody has asked the Welsh what they think, but odds are that they, too, will eventually opt out of what remains of the Union – a relationship that was foisted on them, much against their will, by James I/VI back in 1707.

So it’s only about England, isn’t it? Weiterlesen

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Vor 21 Jahren: Keine Nummer unter diesem Anschluss

21 Jahre„Der gewünschte Teilnehmer ist vorübergehend nicht erreichbar“. Diese Computerstimme treibt mich auf die Palme, wenn ich eine Mobilfunknummer wähle. Wozu gibt’s schließlich die elektronische Mailbox? Das heißt: Ich selbst hatte bis vor kurzem auch keine. Na ja, höchste Zeit. Aber wie kommt man an so ein Ding? Ich rief als D2-Kunde bei Mannesmann den Kundendienst an unter 1212. Natürlich, geht in Ordnung. Am Nachmittag sei sie geschaltet und ich könne gleich loslegen. Ich müsse nur 55 und meine eigene Nummer wählen und dann den Anweisungen folgen. Die für den ersten Zugang nötige PIN-Nummer bekam ich gleich am Telefon mit der Bitte, sie möglichst schnell zu ändern.

Klappte alles prima: Ich richtete die Mailbox ein, gab einen mehr oder weniger sinnigen Spruch zum Besten – und wurde gleich belehrt, dass mein Ansage zu lang sei. Weiterlesen

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Ist E-Mail tot?

emaildead

Mein alter Kollege Mehmet Toprak sucht gerade Zitatgeber für eine Cebit-Story in der WirtschaftsWoche über Unified Communications, und mich hat er gefragt, ob E-Mail tot sei?

Meine Antwort: Leider nicht! Dabei ist E-Mail nachweislich einer der größten Effizienzvernichter im modernen Arbeitsleben. Führungskräfte verbringen bis zu 20 Stunden pro Woche allein mit dem Lesen und Schreiben von Mails. Mitarbeiter im mittleren Management verbringen in manchen Unternehmen mehr als ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit dem Abarbeiten von Mails. Dabei handelt es sich bei mehr als 50% aller neuen digitalen Inhalte um Aktualisierungen oder überarbeitete Versionen vorhandener Informationen, wie die Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung in einer Studie herausgefunden hat. Je früher wir Mail begraben und durch moderne UC-Techniken, durch Kollaborationstools wie Teamräume, durch Firmenwikis oder durch Unternehmensblogs, desto besser für die deutsche Wirtschaft.

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Finanzkrise: Das Internet ist schuld – und die Lösung zugleich!

IT Finanzmagazin

Wie konnte das passieren? Google hat es doch schon lange gewusst, was sich da in den Finanzmärkten der Welt zusammenbraut. Wer nach „mortgage crisis“ sucht, findet Artikel aus den Jahren 2003, in denen bereits vor dem Platzen der Immobilien-Blase in den USA gewarnt wurden. Es kann also keiner behaupten, er habe es nicht gewusst.

Das In­ternet war Schuld an dem globa­len Zu­sammenbruch der Fi­nanzmärkte. 2016 kann es Teil der Lösung sein.

Eigentlich müsste das Internet wie ein Frühwarnsystem funktionieren – tut es aber offensichtlich nicht. Das kann nicht daran liegen, dass Banker nicht surfen. Wohl aber, so scheint es, schauen sie sich die falschen Seiten an. Wer immer nur wie ein Kaninchen die Schlange auf die Aktienkurse bei Bloomberg starrt, dem geht über kurz oder lang die Übersicht übers große Ganze verloren. Weiterlesen

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Bomben statt bumsen

sex und islamInteressanter Gedankengang des algerischen Schriftstellers Kamel Daoud in der Sonntagsausgabe der New York Times: Da Sex in der arabischen Welt heute vollkommen tabuisiert ist und insbesondere der Orgasmus ausschließlich für Verheiratete und Verstorbene reserviert bleibt, geben sich Selbstmordattentäter einer teuflischen Logik hin: Der Weg zur Ejakulation führt nicht über die Liebe, sondern über die Selbstentleibung.

Schade, denn der Islam war dereinst eine ausgesprochen sinnliche Religion. Aber vergesst Scheherazade, vergesst Sheikh Nafzaw und seinen „Parfümierten Garten“: Der moderne Islam basiert auf kollektiver Lustunterdrückung. Bomben statt bumsen – ein sehr lesenswertes Stück. Weiterlesen

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Männer, bleibt standhaft – pinkelt im Stehen!

SitzpinkelnIch komme heute aus gegebenem Anlass auf etwas äußerst Peinliches zu sprechen, halte es aber für meine Pflicht, hier aufklärerisch mitzuwirken. Es geht nämlich um ein Thema, dass die Menschheit in zwei Lager spaltet. Nein, nicht Flüchtlinge, nicht Angela Merkel und auch nicht das Internet. Es geht ums kleine Geschäft, vulgo „pinkeln“, und um den ewigen Streit darüber, ob Männer dieses im Stehen  verrichten sollen, wie die Natur es eben vorgesehen hat, oder vielleicht doch lieber im Sitzen, wie es vor allem Ehefrauen und Toilettenaufsichtsbeauftragte landauf, landab seit Jahren fordern.

Die bittere Wahrheit ist: Männer tröpfeln. Sie tun es nicht absichtlich, sondern sozusagen gottgegeben. „No matter how hard you shake or squeeze; the last drop goes in your Beeveedees“, lautet ein alter amerikanischer Spruch, wobei „BVD“ in den 30er und 40er Jahren die führende Unterwäschemarke Amerikas war, bekannt für kratzende Unterhosen aus Rippware. Es ist also nun mal so, dass die letzten Tropfen immer erst dann fließen, wenn Mann glaubt, sein Geschäft bereits verrichtet zu haben und sich gedanklich und oft auch körperlich anderen Dingen zuwendet.

Die piktogrammatische Forderung, die uns immer wieder am stillen Ort begegnet, lautet: „Männer, setzt Euch gefälligst hin, wenn Ihr müsst!“ Ein solches Ansinnen nimmt jedoch keine Rücksicht auf das männliche Leitungssystem. Weiterlesen

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21 Jahre Cole-Blog: Digitaler Mundraub

21 JahreMobilfunk hat manches verändert , so auch das Ritual beim Geschäftsbesuch. Früher tauschte man mit Kunden oder Partner zunächst Nettigkeiten aus, bot sich Kaffee an und kam dann erst zur Sache. Heute ist die erste Frage nach der Steckdose. Ich habe mir mittlerweile eine Reihe mehr oder weniger witziger Standardformulierungen zurechtgelegt, um die zwischenmenschliche Stimmung gleich auf Anhieb zu verbessern. Beispielsweise: „Darf ich mal eben mein Handy bei Ihnen auftanken?“ Oder: „Danke, kein Kaffee – aber kann ich vielleicht ein bisschen Strom tanken?“ Und schließlich: „Bitte die paar Ampére auf die Rechnung setzen.“

Noch aberwitziger wird es unterwegs auf Reisen, beim Restaurantbesuch, zum Beispiel, wo ich inzwischen meinen Sitzplatz nicht mehr nach der Aussicht oder nach dem Ambiente, sondern ausschließlich nach der Verteilung der Steckdosen richte. Neulich saß ich in Berlin im Steakhaus, hatte gleichzeitig Laptop und Handy am Stromnetz angehängt und den Koffer kunstvoll so hingestellt, dass der Kellner möglichst nichts merken sollte. Falls doch, hatte ich mir schon die passende Antwort zurechtgelegt: „Noch nie was von Mundraub gehört, wa …?“


Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 12. Februar 1996 im Cole-Blog.

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Ein Häschen im Schloss (eine wahre Facebook-Geschichte)

adare-manor-hotel-golfDiese Geschichte ist so schön, dass ich sie unbedingt weitererzählen muss. Außerdem ist sie ein perfektes Beispiel dafür, wie man als Unternehmen Social Media richtig einsetzen sollte. Niemand will auf Facebook irgendwelche abgestandenen Pressetexte lesen, und auch die x-te Version Ihres Mission Statement interessiert keine Sau. Was die Leute wollen sind authentische Geschichten, so wie diese.

Das Adare Manor Hotel ist eines der nobelsten Herbergen Irlands. Es liegt in einem Dorf westlich von Limerick und wurde im frühen 19ten Jahrhundert als Herrschaftssitz des Earl of Dunraven errichtet. Es liegt inmitten eines 3,4 Quadratkilometer großen Parks und Königin Victoria gab sich 1897 hier die Ehre. Das im Tudorstil errichtete Granitgebäude strahlt eine Erhabenheit aus, die auf Normalsterbliche nicht nur ein bisschen einschüchternd wirkt.

Daran änderte sich auch nichts , als der verarmte letzte Earl von Dunraven das Ungetüm 1982 an eine Investorengruppe verkaufte, die daraus eine Nobelherberge machte, komplett mit einem der schönsten Golfplätze der an Golfplätzen weiß Gott nicht armen Insel, wo 2008 und 2009 der Irish Open ausgetragen wurde. Mehrfach als das beste Hotel von Irland ausgezeichnet und mit Zimmerpreisen ab 480 Euro die Nacht, ist das Adare Manor (das übrigens gerade wegen Renovierungsarbeiten bis 2017 zu ist) nichts für Otto-Normalurlauber. Weiterlesen

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