Mit ‘TCP/IP’ getaggte Artikel

Can encryption cure the Cloud?

Montag, 21. Februar 2011

Some while back I had a conversation with Martin (“Tall Martin”) Buhr about Cloud Security. At the time, he was the European head of Amazon’s Web Services, and he has recently moved on to Nimbula (“the Cloud Operating System company”) as head of sales and business development, but his words came back to me during an analyst panel at RSA Conference in SFO, where I shared the rostrum with Eric Maiwald of Gartner and Jonathan Penn of Forrester and during which we touched on regulation issues that could block the development of Cloud Computing.  In Europe, the case is very clear: The European Data Protection Directive only allows personal data to be transferred to so-called “third countries” if that country provides an adequate level of protection. The most prominent third country is, of course, the United States which chooses for reasons we needn’t get into here to refuse individuals the right to control their personal data the way Europeans can.

In the age of packet switching, nobody can be sure some piece of information won’t make a hop over to New York or San Francisco on its way from, say, London  to Frankfurt. That is the charm and the wonder of TCP/IP, that data will always find a workaround if some part of the net is blocked, clogged or restricted. The original scenario, of course, was a Russian attack on the U.S. military’s communications infrastructure, and the thing data packets were supposed to get around were gaping, radioactive holes in the ground where major U.S. cities (and telephone hubs) once stood.

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40 Jahre und ein bisschen weise

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Hat sie, oder hat sie nicht? Die Blogosphere ist heute voll von Posts zum Thema „40 Jahre Internet“.  Am 29. Oktober 1969 vernetzten US-Forscher erstmals zwei Computer per Fernverbindung über Modem und Telefonstandleitung. Damit war das Arpanet geboren – „der direkte Vorläufer des Internet, wie silicon.de vermeldete.

Ich möchte ja niemandem das Fest verderben, aber so richtig nach Feiern ist mir irgendwie auch nicht zumute. Erstens gab es vorher schon Verbindungen zwischen Computern. Lawrence G. Roberts und Thomas Merrill haben bereits 1965 den legendären TX-2 am MIT in Boston per Telefonleitung mit dem Q-32 am UCLA in Kalifornien verbunden (siehe ISOCs „History of the Internet“.

Als eigentliche zumindest theoretische Geburtsstunde des Internet finde ich ohnehin den August 1962 geeigneter. Damals hat MIT-Forscher J.C.R. Licklider, der  später der erste Chef von DARPA wurde, mehrere Memos verfasst, in denen er das Konzept eines „Galactic Network“ beschrieb, ein soziales Netzwerk, das die meisten Eigenschaften des heutigen Internets vorwegnahm. Man könnte sogar noch ein Jahr weiter zurückgehen bis zum 1. Juli 1961, als Leonard Kleinrock am MIT die erste wissenschaftliche Arbeit über die so genannte Paketvermittlung veröffentlichte. „Packet switching“ ist das eigentliche Herz des Internets. Allerdings dauerte es bis 1973, ehe Vinton Cerf und Bob Kahn das entsprechende Protokoll, TCP/IP, erfanden und damit den entscheidenden Startschuss zur globalen Vernetzung und der daraus sich ergebenden totalen Veränderung von Wirtschaft und Alltag gaben.

Dass diese Veränderung danach geradezu zwangsläufig war, hat mir Cerf vor ein paar Jahren einmal am Rande der CeBIT zu erklären versucht, und er hat dazu ein ganz einfaches Beispiel verwendet. „Stell dir einen Kühlschrank mit Internet-Anschluss vor“, sagte er, und er beeilte sich zu sagen, dass es solche Kühlschränke auch damals schon längst gibt. Sie werden etwa seit dem Jahr 2000 von Firmen wie LG in Korea oder Samsung in Japan gebaut, und sie verfügen über einen kleinen eingebauten Computer, einen Web-Server und einem Scanner, mit dem er die Barcodes an den Lebensmittelpackungen lesen kann um beispielsweise festzustellen, ob die Milch schon sauer ist. Der Besitzer kann seinen Kühlschrank programmieren und ihm sagen, was er alles gerne vorfinden möchte, wenn er abends heimkommt. Der Kühlschrank kann die gewünschten Dinge per Internet beim Supermarkt um die Ecke bestellen. Und in Ländern, in denen die Servicekultur etwas ausgeprägter ist als hier bei uns, da werden die Waren ins Haus geliefert und sogar, wenn das gewünscht wird, in den Kühlschrank geräumt.

So weit, so gut. Das ist keine Science Fiction, sondern längst Realität, auch wenn die wenigsten unter den geneigten Lesern vermutlich schon einen solchen Kühlschrank in der Küche stehen haben. Aber was wäre, fragte Cerf, wenn es eine Personenwaage mit Internetanschluss gäbe. Vorstellbar wäre sowas ja: Krankhaft übergewichtige Menschen könnten sich morgens drauf stellen, und die Waage würde das Gewicht an den behandelnden Arzt übermitteln, der daraufhin die Medikamentierung entsprechend einstellen oder den Patienten in die Praxis bestellen könnte.

Was aber, wenn der Internet-Kühlschrank auf einmal anfangen würde, mit der Internet-Waage zu kommunizieren? Was käme dabei heraus? Schwer zu sagen. Vielleicht fände der Besitzer abends lauter Diätkost im Kühlschrank vor, oder vielleicht ließe sich die Kühlschranktür eine Zeitlang nicht mehr öffnen, weil die beiden das so beschlossen haben. Sicher ist nur: Es wäre nicht mehr alles so wie früher. „Und warum?“, fragte Cerf und lächelte triumphierend. „Weil die Vernetzung automatisch immer auch Veränderung bedeutet. Egal was Sie vernetzen oder wie sie das tun. Es kommt am Ende etwas anderes heraus, etwas Unvorhergesehenes, etwas Überraschendes!“

Wenn man bedenkt, dass wir seit Jahrzehnten dabei sind, die Wirtschaft zu vernetzen, darf es eigentlich niemanden überraschen, wenn dadurch ständig massive Veränderungen in den Unternehmen, in den Behörden, in den Schulen und Wohnzimmern der Welt in ausgelöst werden. Ungelöst ist für mich dagegen nach wie vor die Frage, wann das alles anfing – und wann wir deshalb die Champagnerkorken knallen lassen sollten. Heute jedenfalls – leider – nicht.

Wie ein Belgier das Web erfand

Mittwoch, 18. Juni 2008

Man merkt, dass man in die Jahre gekommen ist, wenn auf einmal die Jubiläen anfangen sich zu häufen. Als „Internet-Urgestein“ (immerhin habe ich die offizielle Berufsbezeichnung „Internet-Journalist“ bereits 1992 zum ersten Mal auf meine Visitenkarte drucken lassen), fällt mir das vielleicht besonders auf.

Jubiläen sind Meilensteine. Sie sind auch eine Gelegenheit, innezuhalten und zurück zu blicken. Und dazu sind wir, die wir alle in den letzten Jahren am Aufbau der Internet-Wirtschaft mitgewirkt haben, ja relativ selten gekommen. Immerhin haben wir letztes Jahr den 35sten Jahrestag der Erfindung des TCP/IP-Protokolls durch Vinton Cerf und Bob Kahn gefeiert. Beim Stöbern sind mir inzwischen aber auch andere Meilensteine aufgefallen, die sich jähren: 1979, also vor 40 Jahren, stellten zum ersten Mal zwei Studenten an der Duke-Universität eine IP-Verbindung zwischen zwei UNIX-Rechnern her und begründeten das Usenet. Königin Elisabeth schickte vor 35 Jahren als erstes Staatsoberhaupt der Welt eine E-Mail auf die Reise. Und im März 1989, also vor fast 20 Jahren, schrieb Tim Berners-Lee seinen legendären Aufsatz “HyperText and CERN”, was als Geburtsstunde des World Wide Web gilt.

TBL, wie er unter alten Internet-Hasen liebevoll genannt wird, gilt deshalb als Vater von Hypertext, jener revolutionären Erfindung, deren Ziel es war, das ganze Wissen der Welt miteinander zu vernetzen und per Mausklick abrufbar zu machen. Aber wie das so ist mit Kuckuckskindern und mit vielen großen Erfindungen stellt sich oft erst sehr viel später heraus, dass jemand anderer der eigentliche Erzeuger ist.

Der wahre Erfinder des Hyperlinks war nämlich offenbar ein Belgier namens Paul Otlet. Wenn Sie noch nie etwas von ihm gehört haben, dann macht das nichts, denn Sie sind in guter Gesellschaft. Außer ein paar ziemlich verstaubten Museumswärtern im mittelalterlichen Städtchen  Mons scheint kaum jemand Otlet zu kennen. Im so genannten Mundaneum-Museum von Mons wird sein Andenken noch gepflegt, denn Paul Otlet hatte schon 1895 die Idee, ein weltweites Netzwerk (er benützte dafür das französische Wort „réseau“) zu schaffen, mit dessen Hilf die Menschen in der Lage sein sollten, Millionen von vernetzten Dokumenten zu durchsuchen, sich gegenseitig Nachrichten und Dateien zu schicken und sich zu Gemeinschaften – auf Internetdeutsch sagt man heute dazu „Communities“ – zusammenzuschließen.

Otlet gründete zusammen mit seinem Landsmann Henri La Fontaine am 12. September 1895 das Office International de Bibliographie mit dem Ziel, eine universelle Weltbibliothek zu schaffen, die er Mundaneum nannte. Er bekam dafür sogar ziemlich viel Geld von der belgischen Regierung, die sich damals (allerdings vergeblich) Hoffnung machte, Sitz des neugeschaffenen Volkerbunds zu werden. Otlet machte sich daran, Informationen über jedes jemals veröffentlichte Buch, jede Zeitschriftenartikel, Pamphlet oder Poster zu sammeln und sie auf ca. 8×13 Zentimeter große Karteikarten zu vermerken. Am Ende waren es mehr als 12 Millionen Stück davon, die alle durch ein von ihm erfundenes Notationssystem aufeinander verwiesen, ähnlich wie das heute wesentlich eleganter durch elektronische Hyperlinks passiert. Otlets System war sogar noch intelligenter als das von TBL, denn seine Links waren bereits kontextsensitiv, konnten sogar auf inhaltliche Übereinstimmungen oder Gegensätze hinweisen oder Beurteilungen enthalten – etwas, das Google & Co. heute mehr schlecht als recht nachzumachen versucht.

1934 schrieb Otlet ein Buch („Monde“) in dem er die Vision eines weltweiten Netzwerks von „mechanischen kollektiven Gehirnen“ beschrieb, die er „elektrische Teleskope“ nannte. Schon vorher hatte er darüber spekuliert, dass sich Informationen und Daten irgendwann elektronisch speichern lassen würden. Er hatte also bereits den modernen Computer vorausgesehen.

Leider haben die Deutschen das Gebäude, in dem das Mundaneum untergebracht war, nach dem Einmarsch 1939 in eine Ausstellung von Nazi-Kunst umgewidmet, und die meisten von Otlets Karteikarten wanderten auf den Müll. Er starb 1944, ein gebrochener Mann. Es dauerte bis 1968, ehe ein junger Student namens W. Boyd Rayward in einem alten Gebäude der anatomischen Fakultät der Freien Universität von Brüssel unter Staub und Spinnweben auf die kläglichen Reste der Sammlung stieß und sich daran machte, ein Museum zum Andenken an den Erfinder des weltweiten Datennetzwerks zu machen.

Aus Anlass seines 10jährigen Jubiläums hat das Mundaneum-Museum eine Festschrift unter dem Titel Le Mundaneum, les archives de la connaissance“ herausgegeben – auf Französisch, wie die die Website (http://www.mundaneum.be) und Ausstellung selbst. Vermutlich würde sich Otlet im Grabe drehen wenn er wüsste, dass seine Idee von einem weltweiten Netzwerk an Sprachgrenzen scheitern würde…