Ich blogge, also bin ich

Coleblog_Statistik

Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. So heißt es jedenfalls. Die Statistik meines Blogs wird von WordPress erstellt, und ich neige dazu, ihr trotzdem zu glauben, auch wenn ich nichts daran habe drehen können.

Mir fallen gleich zwei Phänomene auf. Erstens der sehr schöne Zuwachs der letzten Jahre. Zwischen 2014 und 2015 ist die Zahl der Besucher von knapp 18.000 auf 23.668 angestiegen, also um fast 30 Prozent. Die Zahl der aufgerufenen Seiten ist sogar noch stärker gestiegen, nämlich um 38 Prozent von 28.975 auf 40.019. Das sind übern Daumen so 2.000 Leser pro Monat. Okay, BILD oder Stern ist das nicht, aber es gibt sehr angesehene wissenschaftliche Journale, die mit einer solchen Auflage gut leben können. Außerdem sage ich mir: Es kommt nicht darauf an, möglichst viele zu erreichen, sondern die Richtigen! Weiterlesen

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Die Alten kommen – aber viel zu langsam!

alter_mann

Laut ARD/ZDF-Onlinestudie wächst in der Bevölkerungsgruppe +60 die Internetnutzung am schnellsten. Etwas mehr als die Hälfte gibt an, das Internet „zumindest gelegentlich“ zu nutzen. Und darauf sind wir Alten ja auch mächtig stolz.

Leider sind uns Jungen weit voraus: Die Generation zwischen 14 und 19 ist, statistisch gesehen, zu 100 Prozent online. Kein Kid, der das Internet nicht selbstverständlich nutzt.

Je älter, desto offline, könnte man das auf den Punkt bringen. Was an sich ja nichts Schlechtes sein muss. Nur haben die Alten ja in der Regel in den Unternehmen das Sagen. Und da wird die Sache zum Problem. So verlangen einer Studie des IT-Branchenverbands Bitkom zufolge 75 Prozent der Vorgesetzten in deutschen Betrieben von ihren Mitarbeitern absolute Präsenzpflicht im Büro. Home Office? Fehlanzeige! Flexible Arbeitszeitmodelle? Nicht mit uns! Weiterlesen

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In Praise of Plagiarism

copyright

Is intellectual property theft?

Listening to the high-pitched arguments about digital piracy one could almost assume that copyright or commercial legal protection of intellectual property are a law of nature; something we always enjoyed and that’s been around forever.

Not so: The term first appeared in English law in 1557 with the so-called “Statues of Anne”, a century after the invention of the printing press by Johannes Guttenberg. Its authors were not worried about intellectual property; rather they were aiming to protect the rights of printers, and specifically the members of the English “Stationers’ Company”, a guild, to publish works to which they could prove or at least somehow convincingly claim exclusive reproduction rights of some kind. The statute doesn’t even mention authors, who at the time were paid (if at all) only for providing manuscripts.

Copyrights, it turns out, aren’t there to protect artists at all: they protect publishers! Weiterlesen

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Fundsache

Bei der Recherche zum untenstehenden Beitrag über Serendipität bin ich – ganz per Zufall – auf ein wunderbares Gedicht von Eugen Roth gestolpert, das ich vor vielen Jahrn gelesen und wieder vergessen hatte – bis auf den herrlichen Halbsatz am Ende mit der vielleicht verschlungensten (und verschrobensten) Redewendung, zu der die deutsche Grammatik fähig ist.

 

 

Falscher Verdacht
Eugen Roth

Ein Mensch hat meist den übermächtigen
Naturdrang, andre zu verdächtigen.
Die Aktenmappe ist verlegt.
Er sucht sie, kopflos und erregt,Und schwört bereits, sie sei gestohlen,
Und will die Polizei schon holen
Und weiß von nun an überhaupt,
Dass alle Welt nur stiehlt und raubt.

Und sicher ist’s der Herr gewesen
Der, während scheinbar er gelesen –
Er ahnt genau, wie es geschah …
Die Mappe? Ei, da liegt sie ja!

Der ganze Aufwand war entbehrlich.
Und alle Welt wird wieder ehrlich.
Doch den vermeintlich frechen Dieb
Gewinnt der Mensch nie mehr ganz lieb,

Weil der die Mappe, angenommen,
Sie wäre wirklich weggekommen –
Und darauf wagt er jede Wette –
Gestohlen würde haben hätte!

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Die Entdeckung des Unerwarteten

serendipityDas Zwischenjahr – die Zeit nach Weihnachten bis Dreikönig – ist fast unerträglich langweilig. Wenn man, wie ich, zu alt ist, um bis Mitternacht aufzubleiben um zuzuschauen, wie die Menschheit das Geld verballert, das dringend nötig wäre, um den Hunger in der Welt zu stillen oder wenigstens ein paar Flüchtlingen einen Platz in der Herberge zu bezahlen, dem bleibt eigentlich nur – das Internet!

So sitzt man vor dem Bildschirm, hat eigentlich nichts dringendes dort zu suchen – und findet viele Dinge, die er entweder vergessen hat, oder auf die er nie von alleine gekommen wäre. Man klickt sich durch von Link zu Link, schmunzelt oder zieht die Stirn in Falten, je nachdem, wohin die digitalen Götter die Schritte lenken. „Browsen“, hieß das in den Frühtagen, weshalb das Softwareprogramm, das wir alle täglich verwenden, „Browser“ heißt. „To browse“ bedeutet im Englischen „blättern“ oder „durchsuchen“. Da wir Native Speakers aber für fast jedes Wort in unserer so wortreichen Sprache mindestens eine, meist aber mehrere Alternativen besitzen, hätte der „Browser“ auch genauso gut ganz anders heißen können.

Zu den Synonymen für „to browse“ zählen zum Beispiel „to scan“, „to hunt“ oder „to rummage“, wie in „to rummage around in a suitcase“, also einen prallvollen Koffer zu durchwühlen. Aber „scanner“ und „hunter“ sind bereits anderweitig belegt, und wer will schon einen „Rummager“ verwenden. Klingt irgendwie nach „rumackern“.

Dabei hätte es ein viel schöneres Wortgebilde geben können, eines, das die geradezu philosophische Dimension des Browsens, also der Suche nach Erkenntnis, beschrieben hätte. Ich meine das wunderbare Wort „serendipity“. Weiterlesen

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Vor 21 Jahren: Anschluß verpasst

21JahreDer Cole-Blog wird volljährig! Dieser Text erschien zum ersten Mal vor 21 Jahren am 2. Januar 1996 und ist noch genauso aktuell wie damals… 

 

Mein Kollege Rainer Lachenmaier von der Zeitschrift „promobil“ über eine Szene, die er vor kurzem morgens in der S-Bahn erlebt hat: „Steht da so ein Jungdynamiker –  Dreitagesbart, Trenchcoat – und geht ganz wichtig mit seinem Handy am Bahnsteig auf und ab. Als er Verbindung kriegt, höre ich ihn noch sagen: „Also, ich stehe jetzt am Bahnhof in Backnang und fahre gleich los. Ich bin also genau um 8.45 bei Ihnen.“ Da ertönt die Tonbandansage: „Vorsicht, zurücktreten, die Türen schließen selbsttätig.“ Der Junge sprintet noch los, aber da fährt der Zug schon an. Das letzte, was ich sehe, ist wie er verzweifelt das Telefon aus der Tasche zieht und zu wählen anfängt…

 


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Tu felix Austria, kiffe!

WeedAustria

Es ist schon wahr: In Österreich gehen die Uhren anders. Nehmen wir zum Beispiel nur Marijuana: Laut dem Österreichischem Drogenbericht 2015 hat sich die Zahl der Anzeigen wegen Cannabiskonsum seit 2012 von 17.000 auf 25.309 erhöht, also um fast 50 Prozent. 30 bis 40 Prozent der Österreicher hätten mindestens einmal im Leben Hanfdrogen konsumiert.

Mein erster Gedanke war: Hätte ich denen gar nicht zugetraut. Österreicher sind nicht gerade für ihren, sagen wir mal, enthemmten Lebensstil berühmt. Aber 40 Prozent sollen sich schon mal ´nen Joint reingezogen haben? Alle Achtung!

Und dann habe ich mir überlegt, wie viele Polizisten wie lange arbeiten mussten, um 25.000 Hanfraucher zu finden, zu verhaften und anzuzeigen? Wie viele Kubikmater Akten mussten erstellt, kopiert, hin und her gesandt und schließlich zur Ablage in den Keller getragen werden? Wie viele Stunden sind Beamte im Warteraum des Gerichts gesessen, um als Zeugen gegen Leute auszusagen, deren Verbrechen darin bestand, eine Droge konsumiert zu haben, von denen Mediziner und Drogenexperten sagen, es sei weniger gefährlich als Alkohol. Notabene: Es gibt 8.000 Alkohol-Todesopfer pro Jahr in Österreich. Cannabistote? Null! Weiterlesen

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„If it is gratitude you want, get a dog“ (Markus Tullius Cicero in „Imperium“ by Robert Harris)

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Kroatisch für Feinschmecker

Gastliches Kroatien

Gastliches Kroatien

Wir sind während unseres Kroatien-Kurzurlabs durch die Beiträge von anderen Tripadvisor-Kritikern auf das Vuglec Breg aufmerksam geworden und sind neugierdehalber hingefahren. Wie auffallend viele gute Restaurants, die wir im Laufe der Jahre gesucht und gefunden haben, war auch das hier so ein Fall, wo man fährt und fährt und irgendwann eigentlich aufgeben will – und plötzlich gibt es ein unauffälliges Schild und man ist am Ziel! Und auch dieses Mal hat es sich wirklich gelohnt.

Das Haus steht inmitten der eigenen Weinberge auf einer Anhöhe mit wunderbarem Blick. Wir sind ja nur wegen des Restaurants gekommen, fanden uns aber gleich im Weinkeller wieder, wo man uns zu einer ausführlichen Probe der vielen Weißweine, Rotweine und vor allem der vier verschiedenen Schaumweinsorten einlud, bevor man uns die Übernachtungsmöglichkeiten in mehreren hübsch eingerichteten freistehenden Holzhäusern mit Namen wie „Luna“ oder „Dragec“ führte. Wir haben sofort beschlossen, das nächste Mal hier zu bleiben, damit wir uns noch näher mit den Weinen des Hauses beschäftigen können. Weiterlesen

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Glück ist eine volle Batterie

 

Vierfache Sicherheit

Vierfache Sicherheit

Ich habe das ideale Zubehör für Gadget Man im Bordshop von Air Lingus gefunden: ein Vierfach-USB-Adapter. Damit kann ich alle meine Mobilgeräte gleichzeitig aufladen!

Es sind nämlich deren viele. In meinen Vorträgen beschreibe ich den Übergang des Menschen vom Zustand des Digitalen Nomaden, der alles, was er zum Leben braucht, mit sich führen muss wie ein Astronaut seinen Sauerstoff, zum Digitalen Beduinen, der fast nichts mehr mit sich trägt außer einem Smartphone. Und einem iPad. Und einem Kindle. Und wenn er in Österreich lebt, aber viel in Deutschland unterwegs ist und sich die satten Roaminggebühren sparen will, nochmal ein zweites Smartphone mit deutscher SIM-Karte und ein Android-Tablet mit deutscher SIM-Karte.

Macht also fünf Geräte, deren Ladezustände ich ständig im Auge halten muss, weil ich sonst im entscheidenden Augenblick in der digitalen Diaspora lande. Keine Mails! Keine Anrufe! Kein Internet! Wie herrlich! Und wie schrecklich!!! Weiterlesen

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