The Robin Hood of Languages

The Joys of Yiddish - WikipediaDid the Yiddish language start out in Italy or Germany? Another one of those questions on Quora that start the wheels in my head spinning round in circles, until finally this answer popped out:

Linguistically, Yiddish refers to the language spoken by Ashkenazi Jews — Jews from Central and Eastern Europe, and their descendants. Though its basic vocabulary and grammar are derived from medieval West German, Yiddish integrates many languages including German, Hebrew, Aramaic and various Slavic and Romance languages.

The most widely-accepted theory is that the language developed in the 10th century, when Jews from France and Italy began to migrate to the German Rhine Valley, especially to the Alsace. There, they mixed the languages they brought with them with the German spoken by their new neighbors, producing the earliest form of Yiddish. As Jews continued to migrate eastward – a result of the Crusades and the Black Plague – Yiddish spread across Central and Eastern Europe and began to include more elements from Slavic languages. Weiterlesen

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Tu felix an-Namsā

Geschichte - "Ostarrichi"-Urkunde für eine Woche zu sehen - Wiener Zeitung Online

Man muss Quora einfach lieben. Jetzt fragt eines „Warum heisst Österreich Österreich“ und es stellt sich heraus, dass die Antwort gar nicht so einfach ist.

Österreich hieß ursprünglich „Ost Reich“. Auf Latein hieß die Gegend Marchia orientalis (östliches Grenzgebiet). So hieß es jedenfalls in dem Ostarrîchi Dokument vom 996, wo das Markgraftum Austria beschrieben wird. Weiterlesen

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Warum sind alle Raben schwarz?

Bei uns im Lungau wimmelt es zur Zeit vor Krähen – so sehr, dass es in der Salzburger Jägerschaft ernsthaft diskutiert wird, den Abschußverbot für Rabenvögel aufzuheben. Nebenan in der Steiermark gibt es bereits Ausnahmen vom Verbot des absichtlichen Tötens für Nebel- und Rabenkrähen. Landwirte klagen über steigende Fälle von Schäden durch Rabenvögel an landwirtschaftlichen Kulturen am Feld, die ihnen – anders als übliche WIldschäden – nicht ersetzt werden. Auch Schäden an Siloballen, bei denen es sich um bereits eingebrachte landwirtschaftliche Erzeugnisse handelt, können grundsätzlich nicht als Wildschaden abgegolten werden.

Wenn man in Zeiten wie diesen viel Ruhe hat, um auch über scheinbar Nebensächliches nachzudenbken, bieten Krähen und Rabenvögel viel Stoff für Besinnung. Da traf es sich gut, dass jemand auf Quora wissen wollte: „Gibt es Hinweise auf Beziehungen zwischen Rabenvögeln und Menschen in der Antike oder im Mittelalter?“

In der Volksüberlieferung und in der Literatur gibt es seit Jahrtausenden viele Hinweise auf Raben. Die meisten Darstellungen spielen auf das Aussehen und Verhalten des weit verbreiteten Kolkraben (Corvus corax) an. Aufgrund seines schwarzen Gefieders, seines krächzenden Rufs und seiner Ernährung von Aas wird der Rabe oft mit Verlust, Tod und schlechten Vorzeichen assoziiert.

Doch seine Symbolik ist komplex. Als sprechender Vogel steht der Rabe auch für Prophezeiung und Einsicht. Raben fungieren in Geschichten oft als Psychopompoi (Seelengeleiter), die die materielle Welt mit der Welt der Geister verbinden. In der griechischen Mythologie werden Raben mit Apollo, dem Gott der Prophezeiung, in Verbindung gebracht. Sie gelten als Unglückssymbol und waren die Boten des Gottes in der Welt der Sterblichen. Weiterlesen

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Eine Tradition der Ignoranz

Wer, ich? Ich weiß von nix!

Gibt es in Amerika einen „Kult der Ignoranz“. Das ist so eine von diesen Fragen auf Quora, die mir keine Ruhe lassen, und ich bin ihr deshalb auf den Grund gegangen. Und es stimmt tatsächlich: Aus mir unerfindlichen Gründen wird Unwissenheit, die anderswo als Mangel gilt, in den Vereinigten Staaten seit Jahrhunderten gefeiert. Die republikanische Partei ist ein Paradebeispiel dafür, wie Ignoranz und Verachtung der faktischen Wissenschaft als eine Tugend angesehen wird, und das seit ihrer Gründung.

Aber geben Sie nicht dem Donald alleine die Schuld: Er ist nur das jüngste – wenn auch eines der erschütterndsten – Beispiele für den Kult der Ignoranz. Früher hießen solche Leute „Know-Nothings“ – „Ich-weiß-von-nixe“. Weiterlesen

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The Gentle Art of Being Rude in Vienna

Adam Brenner: The dear Augustin awakes in the plague pit. Painting from 1841

Someone asked on Quora: „Why are Austrians seen as rude? Not so! I said. Actually, most Austrians are over-polite. They will don a saccharine smile and apologize profusely for nothing, but deep down you know they are making fun of you. I like to describe Austrian manners as “sugar-glaze culture”.

The only Austrians who go out of their way to be impolite are the Viennese, where something called “Wiener Grant” has a long and distinguished tradition. Some of the best cabaret performers like Helmut Qualtinger or Georg Kreisler used irony, satire, mockery, dark humor, political incorrectness and downright rudeness to criticize the authorities and the current state of affairs.

The roots of modern-day Vienna Cabaret can be traced at least back to the 17th century, when a culture surrounding impromptu poets like Max Augustin (“Lieber Augustin”) arose. The so-called “theater crisis” of 1873, triggered by an economic depression, forced the established theaters to close, and many new entertainment venues sprung up, such as the Varieté, which functioned as a mixture of circus and theater, the Chantant, or dance café, and the Singspielhalle, which was used for singing, acting and comedy performances. In it, solo entertainers and stand-up comedians were used for the first time as  intermission fillers until they were eventually given their own slots on the program. Weiterlesen

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Smelly Serenissima

A gatoli at low tide

Somone asked an interesting question on Quora, one that has followed my for most of my adult life since the very first time I visited the city and fell under its spell, namely: Why does Venice smell?

Actually, “Venice stinks” would be a better way of describing the nauseating stench emanating especially in summer from the hundreds of canals and backwaters of “La Serenissima”, which could more appropriately be called “La Puzzona” – the little stinker.

This is due to the fact that Venice, to this day, does not have a functioning sewage system or sewage treatment plants. Until the 1960s, the sewage was slowly directed into so-called „gatoli“, a brick sewer system that eventually led into the canals and that was developed as early as the 16th century.

These tunnels were built of clay bricks and were designed so that the heavier sediment sank to the bottom while the liquid part flowed right into the canal. Today’s septic tanks operate on a similar principle. The solid parts of the „gatoli“ were and still are constantly emptied into special boats. Weiterlesen

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Sing um dein Leben, Vogel!

Das darf der Herrgott bloß nicht sehen!

Auf Quora will einer wissen, warum Süditaliener und Sizilianer Schwalben fangen und verspeisen, wodurch sie vom Aussterben bedroht sind. Ich habe ihm wie folgt geantwortet:

Singvögel waren früher ein Grundnahrungsmittel, besonders für arme Leute nicht nur in Süditalien. Auf Zypern gibt es ein traditionelles Gericht namens ambelopoulia („Vögel des Weinbergs“), das mit Singvögeln zubereitet wird, die meistens von Kindern in speziellen Netzen oder mit klebrigen „Kalkstäbchen“ gefangen werden: Die Vögel landen darauf und können nicht mehr entkommen. Aber sie zierten auch die Tische der Oberschicht, wie das englische Kinderlied Sing a Song of Sixpence („Four and twenty blackbirds baked in a pie“) bezeugt.

Tatsächlich ist das Fangen von Singvögeln in den meisten europäischen Ländern, einschließlich Italien und Zypern, verboten.

In Frankreich gibt es unter angeblichen Feinschmeckern nach wie vor den Brauch des Verzehrs von ortolan (Emberiza hortulana), zu deutsch Fettammer (siehe Bild), obwohl diese Praxis strafbar ist. Den Vögeln werden die Augen ausgestochen und sie werden zwei Wochen lang in Gefangenschaft gehalten, wo sie rund um die Uhr fressen, da sie ohne Augenlicht nicht zwischen Tag und Nacht unterscheiden können. Sie erreichen oft das Dreifache ihres natürlichen Gewichts, bevor sie in Armagnac ertränkt, dann in Fett gekocht und im Ganzen gegessen werden, mit Schnabel, Knochen und allem. Sogar Franzosen scheinen aber ein Gewissen zu haben: Es ist üblich, beim Essen von Ortolan den Kopf mit einer Serviette zu bedecken, damit Gott nicht sehen kann, was man tut…

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Der Kongo liegt am Mississippi

Das Elaine Massacre Memorial wurde am 29sten September 2019 eingeweiht, 100 Jahre nach dem schlimmsten Akt von rassistischer Gewalt gegen Schwarze in den USA.

Die Geschichte meiner Heimat, Amerikas, ist bis heute von grausamen Fällen von rassistischer Gewalt geprägt. Eine der schlimmsten davon spielte sich 1919 in Elaine ab, einer kleinen Stadt am Mississippi.

Elaine liegt im Phillips County im Bundesstaat Arkansas an einer der vielen Biegungen des Mississippi, etwa 95 Meilen südwestlich von Memphis – eine Region, die im Volksmund „das Delta“ genannt wird und die über Jahrhunderte durch Gewalt und Unterdrückung geprägt gewesen ist. Ein Afroamerikaner, William Pickens, beschrieb die Region einmal als „den amerikanischen Kongo“.

Doch der Erste Weltkrieg brachte auch im Delta Veränderungen mit sich, ebenso wie in den urbanen Zentren des Nordens. Männer und Frauen wanderten in die Fabriken des Nordens aus oder gingen zum Militär, was zu einem Arbeitskräftemangel auf den Baumwollfeldern und in den Holzfabriken führte. Die Frauen erhielten von den Männern im Militär Schecks für die häuslichen Zuteilungen, wodurch sie Bargeld erhielten, das sich der Kontrolle der Pflanzer entzog. Folglich mussten die Plantagenbesitzer und Holzfäller höhere Löhne zahlen, um die Baumwolle pflücken oder das Holz fällen zu lassen. Noch schlimmer aus Sicht der Pflanzer war, dass die gefürchteten radikalen Industrial Workers of the World (Wobblies) Gerüchten zufolge auf den Feldern und in den Fabriken aktiv wurden.

Am späten Abend des 30. September versammelten sich schwarze Farmpächterfamilien in der Hoop Spur Kirche in der Nähe von Elaine. Sie kamen, um über die Mitgliedschaft in einer Organisation namens „Progressive Farmers and Household Union“ zu diskutieren, die ihnen helfen sollte, einen fairen Preis für die geerntete Baumwolle zu erhalten und Land zu kaufen.

Um 23 Uhr schoss eine Gruppe von weißen Männern in die Kirche. Schwarze Wachen erwiderten das Feuer und töteten einen weißen Vertreter der Missouri Pacific Railroad. Die Nachricht von der Schießerei erreichte schnell die Kreisstadt Helena. Bald verbreitete sich die Nachricht, dass Schwarze Weiße in Elaine angriffen. Am frühen Morgen des 1. Oktober schickte der Sheriff weiße Veteranen des American-Legion-Postens, um zu unterdrücken, was er für einen Aufstand hielt. Im Laufe des Tages kamen mindestens 1.000 weiße Bürgerwehrler aus dem ganzen Bundesstaat und aus Mississippi, um sich den Plantagenbesitzern, ihren Managern, Sheriffs, Deputies und den Veteranen anzuschließen, um das niederzuschlagen, was sie einen Aufstand nannten. Am Ende des Tages waren unzählige schwarze Frauen, Männer und Kinder abgeschlachtet worden. Weiterlesen

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Ein Buch, das mehr ist als die Summe seiner Teile

Ossi Urchs (* 16. August 1954 +25. September 2014)

Das ist wieder so eine Frage auf Quora gewesen, die unter die Haut geht: „Findest Du, dass das Mitschreiben in einem Buch das Buch zerstört, oder ist das für Dich in Ordnung? Und warum?

Ich habe vor ein paar Jahren mit meinem besten Freunde ein Buch geschrieben. Er hieß Ossi Urchs und war der „Internet-Guru“ Deutschlands, und mich bezeichnete die „Süddeutsche“ einmal als den „Wanderprediger des deutschen Internets“. Wir kannten uns damals schon über 20 Jahren und waren enge Freunde geworden. Wir schrieben beide lange Jahre erfolgreich für die deutsche Ausgabe des „Playboy-Magazins“, und wir waren inzwischen, jeder für sich Autoren von mehreren Büchern über digitale Themen (bei mir sind es mittlerweile ein rundes Dutzend!).

Vor allem aber haben wir viel miteinander geredet. Jedes Jahr am Vorabend der Cebit trafen wir uns in Hannover im wunderbaren Ristorante Roma in der Goethestrasse, aßen köstliche italienische Spezialitäten, die von der Schwester des Besitzers nach den Rezepten ihrer Mutter zubereitet wurden, und tranken viel zu viel köstlichen italienischen Wein. Dabei ließen wir das vergangene Internet-Jahr Revue passieren. Und so ganz nebenbei haben wir alle anstehenden Probleme dieses noch jungen und hoffnungsfrohen Zukunftsmediums, die sich im Laufe des Jahres aufgestaut hatten, im Handumdrehen gelöst.

Das Problem war: Weil wir so viel Wein getrunken hatten, konnten wir uns meistens nicht mehr an die Lösungen erinnern…

Und deshalb haben wir uns jedes Jahr wieder vorgenommen, ein gemeinsames Buch zu schreiben, in der wir unser gesammeltes Wissen und unsere Erfahrungen aufarbeiten und der Welt als unser gemeinsames Erbe hinterlassen würden. Weiterlesen

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Die Deutschen und ihr Gruß

Jemand hat neulich auf Quora folgende Frage gestellt: Seit wann gab es den Hitlergruß bei der NSDAP und wer hat ihn eingeführt? Das ist eines dieser Fragen, die sich bei mir im Hinterkopf einnisten und keine Ruhe geben. Außerdem lebe ich unweit von Braunau am Inn, wo das Unglück bekanntlich seinen Lauf nahm. Also habe ich meine Hausaufgaben gemacht, und das hier ist dabei herausgekommen.

Der gesprochene Gruß „Heil“ wurde in der pan-deutschen Bewegung um 1900 populär. Er wurde von den Anhängern von Georg Ritter von Schönerer verwendet, dem Vorsitzenden der österreichischen Alldeutschen Partei, der sich als Führer der österreichischen Deutschen betrachtete und den der Historiker Carl E. Schorske als „der stärkste und konsequenteste Antisemit, den Österreich hervorgebracht hat“, bezeichnete – lange bevor Hitler kam. Weiterlesen

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