Verwirrung ist gut fürs Geschäft – leider…

Handyfalle

Dreimal verflucht sollen sie sein!

In loser Folge wiederhole ich hier einige der beliebtesten Posts seit Beginn des Cole-Blog im Januar 1995. Dieser Beitrag erschien erstmals am 23. November 2014.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der beste Mobilfunkanbieter im Land? Diese Frage klingt ja eher wie der Einstieg in ein modernes Märchen, aber die Analystenfirma T3i Group wollen es tatsächlich sagen können. Mir flatterte jetzt eine Pressemeldung ins Haus, in der über die jüngsten Ergebnisse der jährlichen „Tarifica“-Studie berichtet wird, die von denen einmal im Jahr durchgeführt wird und in der es darum geht, Preise und Leistungen der unterschiedlichen Spieler im Mobilfunkgeschäft gegeneinander abzuwägen.

Ein solcher Dienst ist ja auch dringend notwendig, denn nach wie vor ist mobiles Telefonieren für den Verbraucher vor allem eines: verwirrend! Wenn man die Kombination der beiden Suchbegriffe „Mobilfunk“ und „Verwirrung“ bei Google eingibt, spuckt die Suchmaschiene mehr als 160.000 Fundstellen aus, von „Mobilfunk: Verwirrung um Mobilcom-Schulden“ über „Mobilfunk-Discounter – Verwirrung um Guthabengültigkeit“ bis „MOBILFUNK: Verwirrung im Netz“. Am schlimmsten ist es aber bei den Verträgen, bei denen eigentlich keiner mehr so richtig durchblickt. „Absolute Verwirrung um Vertragslaufzeit“ schreibt ein gewisser Wolfgang mit rührender Hilflosigkeit im Kundenforum von Vodafon. In der Schweiz muss es offenbar auch nicht viel besser aussehen, den die Bern erscheinende Zeitung „Der Bund“ warnt in einer Headline vor dem „Geschäft mit dem Handy-Wirrwarr“ und zitiert im Beitrag den Chef des Vergleichsportals iCompare.ch, Lukas Brüderlin, mit den Worten: „Durch die hohe Komplexität der Angebote hat die Transparenz massiv gelitten.“ Weiterlesen

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How Many German Languages Are There, Anyway?

Americans and Britons, as George Bernard Shaw famously said, are two peoples separated by a common language. If so, then the same goes for Germans – except there are hundreds of different languages to choose from. On the North Sea coast, German sounds like English (or maybe Dutch), whereas in Soelden, a remote Alpine valley my wife hails from, they still speak a version of ancient Bavarian that was spoken in Southern Germany 500 years ago and is utterly incomprehensible to anyone else – but it’s still a kind of German! Sometimes, dialects can vary hugely from one village to the next.

Broadly speaking, there are six major languages that together comprise German, each being the language spoken by one of the major tribes that migrated during the “Völkerwanderung” (“migration of the peoples”) after the collapse of the Roman Empire ca. 400 AD, namely the Alamanni, the Bajuwars, the Franks, the Friesians, the Saxons, the Swabians and the Thuringians. To make things more complicated, there are also a number of “lungiostic island” that stem from the fact that parts of Germany were settled by people who spoke completely different tongues, such as Serbs, Slavs, Flemish. Weiterlesen

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Das Geheimnis des „Lorem ipsum“ ist enthüllt!

In loser Folge wiederhole ich hier einige der beliebtesten Posts seit Beginn des Cole-Blog im Januar 1995. Dieser Beitrag erschien erstmals am 26. Juli 2014.

Das Original

Das Original

Mein Freund Michael hat auf unserem gemeinsamen „Meta-Blog“ www.czyslansky.net leider etwas vorschnell das Zeitalter der totalen Blog-Verschlüsselung ausgerufen und ist gleich mit gutem Beispiel vorangeschritten, als er einen kompletten Czyslansky-Beitrag durch einen Verschlüsselungsalgorithmus jagte und das Ergebnis unter der Überschrift “Lorem Ipsum? Lorem ipsum!” online stellte. Jetzt muss er sehen, wie er aus der resultierenden Zwickmühle herauskommt, dass nämlich keiner mehr versteht, was er schreibt, und deshalb irgendwann auch keiner mehr lesen will, was er schreibt. Ich fühle mich verdammt an das Bild des “Armen Poeten” von Carl Spitzweg erinnert, jener genial-verkannte Dichter, der in seiner zugigen Dachstube hockt und die tollsten Verse zu Papier bringt – aber vergebens, denn keiner kriegt es mit.

Wie gesagt: Das ist jetzt sein Problem. Meines ist, dass ich mich (wie wahrscheinlich so ziemlich jeder Leser) gefragt habe, wo dieses blöde “Lorem ipsum” überhaupt herstammt und was es bedeutet. Es ist mir in meiner Laufbahn hundertfach begegnet in Layouts und Dummies von Artikeln und Zeitschriften, und ich ging immer davon aus, dass es für jemanden, der im Lateinunterricht besser aufgepasst hat als ich, durchaus einen Sinn ergibt. Was macht der Mensch im Digitalzeitalter also: Er fragt Google. Und dort gibt es höchst unterschiedliche Deutungen und Deutungsversuche. Weiterlesen

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Denk mal nach!

Dass Denkmäler entzweien können, wissen wir nicht erst seit Charlottesville. Dort marschierten Neonazis und Rassisten aus Protest gegen die geplante Entfernung einer Statue zu Ehren von Robert E. Lee, dem Oberkommandierenden der Südstaatenarmee im amerikanischen Bürgerkrieg. Viele (darunter auch ich) fragten sich, wieso man einem Vaterlandsverräter überhaupt ein Denkmal gesetzt hat, der gegen seinen Eid als Offizier der US-Armee verstieß, um zur Gegenseite überzuwechseln und einen bewaffneten Aufstand gegen die demokratisch legitimierte Regierung leitete, bei der geschätzte 620.000 Soldaten starben. Aber das ist eine komplizierte Geschichte.

Dass man aber in Amerika jetzt die vielen Denkmäler überdenkt, ist schon bemerkenswert. Donald Trump schüttete Öl ins Feuer als er fragte, ob als nächstes George Washington und Thomas Jefferson dran wären. Beide hielten schließlich Sklaven. Inzwischen werden in den Medien auch andere Namen ins Spiel gebracht, zum Beispiel George Armstrong Custer oder Andrew Jackson, die beide des Völkermords an der amerikanischen Urbevölkerung angeklagt werden, oder Benjamin Tillman, der eine Organisation namens „Red Shirts“ gründete, die zwischen 1898 und 1900 Schwarze, die ihr Wahlrecht ausüben wollten, massenweise auspeitschte und  verprügelte. Weiterlesen

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Good Goys, Bad Guys

Kuddos to the Huffington Post for giving us one of the greatest headlines in recent times, namely „Goy, Bye“ for an article describing the firing of Stephen Bannon as Donald Trump’s strategy (now there’s an oxymoron for you) advisor.

However, I suppose it gave many of us cause for some head-scratching. I mean, nobody likes Bannon very much, but why, if you wanted to insult him, do so in Yiddish of all languages? I could think of a few choice words in plain English that would suffice for the occasion. Weiterlesen

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A beautiful statue of Donald Trump

Donald Trump, who never served in the military for a single day, is maliciously defaming one of America’s most distinguished generals, John Pershing, by falsely accusing him of war crimes while commanding troops against insurgents in the Philippines.

The same Donald Trump, who is commander in chief of the United States military, professes admiration for Robert E. Lee, a rebel against said United States who, in any other country, would have been shot for treason after finally surrendering at Appomattox.

Maybe we should erect a statue of him shooting himself in the foot. It would be “beautiful”.

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A loaf of bread, a steak, and thou

Photos: Chicago Meat Authority, Photocase

My grandfather Clifford Alonson Cole was a pious man of the cloth, and for him – and especially for his wife, my grandmother Bessie Mae – foul or frivolous language was both sinful and a sign of bad taste. But once when we sat down with them to a dinner of T-bone steak, Grandpa solemnly intoned this obviously old and treasured gem: “The closer the bone, the sweeter the meat; the prettier the girl the harder to get.”

Grandma was properly scandalized, which is maybe why this aphorism stuck in my mind for 60 years.

Today, we were visiting our favorite butcher in Mauterndorf, and I was chatting with his charming wife Andrea, and the talk turned to various cuts of meat that are hard to find in Austria. I recently purchased a “frying pan steak” at Harrod’s in London, which consists of a piece of the rib with a thick, round slab of prime steak attached to one end. „Oh yeah, that’s just the entrecote, except you leave the bone on it”, Andrea said. Which triggered my memory, and I recited Grandpa Cole’s truism , which I then had to translate for her into German.

Suddenly, one of the butcher’s assistants piped up: “We have the same thing here in Lungau: ‘Des Fleisch am Boan, des Madel am Roan.’”

“Boan” is the local pronunciation of “Bein”, or bone. And “Roan” is “Rain” in High German, which describes an embankment or the path between two neighboring fields, the implication probably being that a pretty girl waiting for you in the pasture, like a good steak, is something to look forward to. So Grandpa, at least, wasn’t alone in his association. I’ll remember that the next time I carve a juicy T-bone…

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Doxxer sind keine Reporter

Und ich dachte, dass nichts, was Donald Trump tut, mich noch schockieren könnte, aber er hat es – wieder einmal – geschafft: Der Präsident der Vereinigten Staaten stellt Neo-Nazis, militante Antisemiten und weiße Rassisten auf die gleiche Stufe wie die Menschen, die dagegen protestieren. Nur ein Mensch ohne einen Funken Geschichtsverständnis könnte so etwas sagen, und selbst die ultrakonservativen Kommentatoren von Fox News waren sprachlos.

Ermutigt bin ich ob der Empörungswelle, die weite Teile der USA erfasst hat. Trumps ohnehin miserablen Umfragewerte sind nochmal gesunken, wie Gallup vorgestern herausfand: Mit 34% liegt er gleichauf – oder besser: gleichunter – mit George W. Bush am Ende seiner Amtszeit. Das ist übrigens Rekord für einen Präsidenten, der erst ein halbes Jahr im Amt ist.

Seinen Anhängern ist das egal: Sie stehen zu ihm, komme was wolle. Und mit seiner „Fehler auf beiden Seiten“-Rede hat er ihnen Recht gegeben. Aber wer sind diese Leute? Weiterlesen

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Der Stau bestimmt den Preis

Wenn eine Ressource knapp wird, dann regelt die Nachfrage den Preis. Das wissen wir spätestens seit 1776, als Adam Smiths Wohlstand der Nationen veröffentlicht wurde und der Begriff „Marktwirtschaft“ geprägt wurde. Das Gesetz von Angebot und Nachfrage gilt überall – nur nicht im Straßenverkehr!

Man kann sich auf den Economist verlassen, wenn es darum geht, die Augen für etwas zu öffnen, das eigentlich selbstverständlich sein sollte, aber uns Normalsterblichen aber verborgen ist. In einem Beitrag mit der Überschrift The price of jam (ich liebe die Headlines und Bildunterschriften dieses besten Wirtschaftsmagazins der Welt!) untersuchen die Autoren die Frage, wie man dem drohenden Verkehrsinfarkt unserer Innenstädte wirksam begegnen könnte. Ich bin vielleicht deshalb für dieses Thema besonders hellhörig weil ich gestern in Salzburg war, wo ab 10 Uhr in den Festspielmonaten einfach gar nichts mehr geht und die Schlange derjenigen, die in die Innenstadt strebten, bis hinaus nach Wals-Siezenheim reichte. Und ich war vor ein paar Wochen in London, wo Autofahrer seit 2003 für das Privileg, mit dem Auto in die Stadt zu fahren, kräftig zur Kasse gebeten werden: Um die die Congestion-charging Zone (CCZ) einfahren zu dürfen, muss man unter der Woche £11,50 am Tag berappen.

Anfangs funktionierte das Londoner System, trotz Protestwelle, ganz gut:  Die Zeit, die der Durchschnittsfahrer im Stau verbrachte, sank um ein Viertel! Langsam verstummten die Stimmen derjenigen, die darin einen Eingriff in die Freiheit des britischen Bürgers (und vieler ausländischer, aber die zählen dort eher nicht) sahen, überall hinzufahren, wann und wo er will.

Doch inzwischen wartet man wieder genauso lang wie vor der Einführung der CCZ: Die Durchschnittsgeschwindigkeit ist von 32 Stundenkilometern im Jahr 2013 wieder auf 28,5 km/h 2016 gesunken. Es gibt dafür eine Vielzahl von Gründen, nicht zuletzt der Erfolg von Uber und anderen Mitfahrdiensten, die morgens einmal reinfahren und sich dann den ganzen Tag im innerstädtischen Straßenverkehr bewegen, wobei sie mehrmals Gäste aufnehmen und damit unverhältnismäßig zum Dauerstau beitragen. Die Zahl der Mitfahrzeuge, die sich tagsüber in der Stadt tummeln, hat sich von 50.000 im März 2013 auf mehr als 85.000 im November 2016 erhöht. Was passieren wird, wenn erst mal Tausende von autonomen Fahrzeugen die Menschen durch die Innenstadt kutschieren, lässt sich nur erahnen. Jedenfalls ist der Verkehrsinfarkt in London, ebenso wie in anderen Megacities auf der Welt, sozusagen vorprogrammiert. Weiterlesen

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Die nächste Blase platzt bestimmt!

 

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ An diesen berühmten Satz von George Santayana musste ich denken, als ich in den New York Times den Beitrag von Ruchir Sharma las der überschrieben war mit „When Will the Tech Bubble Burst?“ Nanu, dacht ich mir, war das nicht im 2000er Jahr, als plötzlich die Dotcom-Blase platzte? Nein, er meint die nächste Blase, nämlich die, die wir gerade an der Wall Street erleben.

„Today, tech mania is resurgent”, schreibt Sharma. Nur sind es heute nicht die vielen kleinen Startups mit einer Idee und ohne Business-Verstand, die uns in den Abgrund ziehen werden, sondern die Überlebenden von damals, die heute so groß sind, dass wir uns gar nicht vorstellen können, dass sie irgendwann einmal an die Wand fahren werden: Die GAFAs, die Ubers, die AirBuBs, die Teslas. Im Gegensatz zu den Dotcoms von einst machen die richtig satte Gewinne – und trotzdem?

Um seine Sorgen zu verstehen, muss man ein bisschen Geschichte studieren. Blasen hat es immer schon gegeben, von Hollands Tulpen-Blase des Jahres 1637 über Englands Südsee-Blase von 1720 bis den Eisenbahnblasen Amerikas in den 1830er und 1840er Jahren (jawohl, eine einzelne Branche kann auch zweimal Opfer einer Blase werden!). An den Folgen der Immobilien-Blase Ende des letzten Jahrzehnts leiden wir heute noch.

Während der ersten Tech-Blase waren es zunächst die Firmen, die das Internet gebaut haben, die für die Manie verantwortlich waren, die Ciscos, Dells, Intels und Microsofts. Ich vergesse nie, wie ich zu meiner Frau sagte, „alle kaufen Sun Microsystems. Ich denke, ich kaufe auch welche.“ Das war im März 2000 – und eine Woche später fiel uns allen der Himmel auf den Kopf. Ich hatte $75 bezahlt, und das war auch so ziemlich der Höchststand. Ein paar Tage später lag die Aktie bei $16.

Und dann waren da die vielen kleinen Startups, von denen keiner genau wusste, was sie überhaupt machen, denen man aber trotzdem das Geld hinten und vorne reinschob. Auf Bankenseminaren, bei denen ich häufig als Moderator gebucht war, machten sich richtig ernsthafte Finanzprofis Gedanken darüber, ob man die „Burn Rate“, also die Rate, mit der ein Startup in der Lage war, Geld zu verbrennen, als Kriterium bei der Firmenbewertung heranziehen sollte. Gut, Gewinn machten sie nicht, aber schau mal, wie schnell sie die Kohle verfeuern! Das müssen schlaue Kerlchen sein, die machen irgendwas richtig – so dachten alle jedenfalls. Weiterlesen

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