Meine Mail-Adresse ist ein Teil von mir!

E-Mail – WikipediaKennen Sie Kim Schmitz? Ich schon. Das heißt, ich kannte ihn. Inzwischen gibt es ihn ja gar nicht mehr. Er hat sich in „Kim Dotcom“ umbenennen lassen. Jedenfalls ist das der Name, der auf dem Klingelschild seiner neuseeländischen Villa stand, als jetzt die Polizei mit zwei Hubschraubern anrückte, um ihn wegen massenweise Raubkopierens auf seiner inzwischen stillgelegten Plattform Megaupload zu verhaften.

Es ist weit gekommen mit dem guten Kim. Damals, als ich ihn zum ersten Mal sah, standen wir beide am Stachus vor dem Landgericht München, wo er gerade wegen Betrugs, Computerbetrugs, Bandenhehlerei und Missbrauchs von Titeln zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Das war eine coole Geschichte damals, 1998, und Kim sah auch danach noch cool aus mit seiner randlosen Brille und seinem pausbackigen Jungengesicht. Er schwadronierte ein bisschen rum, kündigte an, in die Berufung gehen zu wollen und verschwand dann Richtung U-Bahn.

Was mich eigentlich viel mehr beschäftigt als seine buntschillernde Karriere als einer der größten Internet-Gauner ist sein angenommener Nachname. Das ist nämlich megacool: Kim Dotcom. Darauf musst du erst mal kommen. Weiterlesen

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Orwell lässt Grüssen

Dieser Beitrag erschien am 18.9.2008

Die Gedanken waren mal frei

George Orwell verdanken wir den Begriff der „Ge­danken­polizei“. Nur, dass seine verdeckt arbeitenden Psycho-Büttel im Roman 1984 auf Dinge wie angewandte Psychologie bei Befragungen und natür­lich auf allgegenwärtige Überwachung angewiesen waren, um die Mitglieder der Gesellschaft zu finden, die dazu fähig sind, Kritik an der offiziellen Doktrin zu üben. In Zukunft werden sie es wesent­lich leichter haben. Ein „brain scan“ genügt bereits heute, um einen Tat­verdächtigen rechts­kräftig wegen Mordes zu verurteilen, wie das Bei­spiel eines Gerichts im indischen Bundesstaat Maharashtra beweist.

Der Fall lässt zumindest mir die Nackenhaare zu Berge stehen: Eine gewisse Aditi Sharma stand unter dem Verdacht, ihren Verlobten, Udit Bharati, in einem McDonald’s-Restaurant in Pune vergiftet zu haben. Die 24 Jahre alte Sharma erklärte sich damit einverstanden, sich einem Test namens „Brain Electrical Oscillations Signature“ (BEOS) zu unterziehen, das vom indischen Neuroforscher Cham­padi Raman Mukundan, einem früheren Mitarbeiter des National Institute of Mental Health and Neuro Sciences in Bangalore, ent­wickelt wurde. Weiterlesen

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Die Ente Daisy

Dieser Beitrag erschien am 4.8.1996

Die Ente Daisy

Eine Handvoll Federn genügt

Die zwischenmenschliche Begegnung per Computer und Internet kann ebenso befriedigend und lohnenswert sein wie die Begegnung auf der Straße, im Café oder im Büro – geschweige denn über das Telefon, bei dem wir uns nicht sehen, dennoch aber glauben, eine unmittelbare und intensive Kommunikation betreiben zu können. Wer das nicht glaubt, der muss sich nur in den Chat-Foren, den Diskussionsgruppen oder  den Online-Communities im Internet umsehen und erleben, was dort abgeht.

Ein Beispiel aus der Praxis kann das verdeutlichen: Beim Hochwasser der Isar im Frühjahr 1995 brachte unsere damals zehnjährige Tochter eines Tages ein winziges Entenküken mit nach Hause. Das Tier war offenbar von den Wassermassen fortgeschwemmt worden. Jedenfalls war es, als es gefunden wurde, bereits unterkühlt und entkräftet.

Unsere Tochter schaute mich mit großen Kinderaugen an und sagte: „Papi, was machen wir damit?“ Als begeisterter Hobbykoch hätte ich ihr zwar ein paar Rezepte für Enten sagen können, nicht aber, wie man eine wenige Tage alte Ente füttert oder großzieht. In unserer Not beschlossen wir, gemeinsam ins Internet zu gehen und Hilfe zu holen. Schließlich soll es ja Online-Foren zu jedem erdenklichen Thema der Welt geben, warum also nicht auch zu diesem? Weiterlesen

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Wer hat Santa gestohlen?

Coca-Cola“-Werbung mit Weihnachtsmann, 40er Jahre. Vorherige Genehmigung zur Nutzung mit Coca-Cola erforderlich.

Und was hat Coca-Cola damit zu tun? Eine ganze Menge, wie wir sehen werden.

Am Ende des ersten Milleniums war der Heilige Nikolas bereits eine etablierte Figur im kanonischen Kalender. Pilger suchten sein Grab in Myra auf, einer Stadt in Anatolien etwa 100 km südwestlich von Antalya. Heute heisst sie Demre.

Myra ist nach Myrrhe benannt, ein aromatischer Harz des Myrrhenbaums (Commiphora myrrha), ein uraltes Heilmittel mit adstringierenden, entzündungshemmenden und desinfizierenden Eigenschaften, bekannt aus der Bibel (Geschenk der Heiligen Drei Könige) und heute für Mund- und Rachenentzündungen, Darmbeschwerden, Hautprobleme und als Räucherwerk genutzt, oft in Kombination mit Kamille und Kaffeekohle. Weiterlesen

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Why We Must Boycott the 2026 FIFA World Cup in the USA!

It's Time To Boycott The World Cup - Boycott USA 2026Gastbeitrag von Liz Cheney und Adam Kinzinger*

As the world prepares for the 2026 FIFA World Cup, co-hosted by the USA, Canada, and Mexico, it is crucial to consider the implications of supporting an event held in a country under the leadership of Donald Trump. The administration’s policies and actions have raised significant concerns about the safety and well-being of participants and attendees, making a boycott a necessary and powerful statement against fascism.

The Trump administration’s harsh immigration policies and discriminatory practices pose a real threat to the safety of players, their families, and fans attending the World Cup. Long visa appointment wait times and stringent regulations could prevent many soccer enthusiasts from entering the USA, particularly those from Central and South American countries . The administration’s history of detaining and deporting individuals without due process raises serious concerns about the treatment of visitors during the event.

Boycotting the 2026 FIFA World Cup matches in the USA is not just about protesting the Trump administration’s policies; it is about standing in solidarity with those affected by its oppressive actions. By refusing to participate in or attend matches held in the USA, we send a clear message that we will not support a regime that promotes division, discrimination, and human rights violations. This boycott can also serve as a catalyst for broader international pressure on the Trump administration to change its policies and respect the rights of all individuals.

A boycott of the 2026 FIFA World Cup matches in the USA has the potential to bring about significant change. By uniting in our refusal to support the event, we can demonstrate the power of collective action and send a strong message to the international community. This boycott can also serve as a reminder that sporting events should not be used as tools to legitimize oppressive regimes or distract from their abuses.


* Die republikanischen Abgeordneten Liz Cheney und Adam Kinzinger waren die einzigen Republikaner, die im Untersuchungsausschuss zum Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 mitgewirkt haben. Am 4. Februar 2022 tadelte ein Parteitag der US-Republikaner die beiden formell dafür. Seitdem gelten Sie als die beiden größten Widersacher von Donald Trump in der Republikanischen Partei.
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Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist die E-Mail!

Punkt Punkt Komma Strich – fertig ist das Angesicht | Gelarie

Vor einiger Zeit flatterte mir per E-Mail eine Pressemitteilung des E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) am Institut für Handelsforschung in Köln ins Haus mit der Betreffzeile: „Wie gut sind Ihre E-Mails wirklich?“ Es ging um eine Meinungsumfrage zum Thema Schreibstil im elektronischen Geschäftsverkehr. Demnach ist es mehr als 8 von 10 Menschen in Deutschland wichtig, dass Mails von Firmen keine Rechtschreib- oder Grammatikfehler aufweisen. Ebenso viele Befragte erwarten eine höfliche Antwort mit Formeln wie „sehr geehrter Kunde“ und „mit freundlichen Grüßen“. 85 Prozent gehen dafür angeblich selbst mit einer höflich verfassten Anfrage in Vorleistung.

Wenn das stimmt, dann bekomme ich nur Mails von den übrigen 15 Prozent: Mails, die vor Dreckfuhlern strotzen oder nur aus unvollständigen Satzfetzen bestehen. Und dass Leute wie mein Freund Michael, der ein gestandener PR-Profi ist, inzwischen auch Großschreibung und Grammatik im Internet zum Auslaufmodell erklärt hat, treibt mich manchmal an den Rand der Verzweiflung. Neulich bekam ich folgende Mail von ihm: „fyi: brauch txt asap“. Um zum Sinngehalt dieses Satzes („zu deiner Information: Ich brauche den Text so bald wie möglich“) vorzustoßen, bedarf es der Fähigkeit eines erfahrenen Hieroglyphenlesers. Weiterlesen

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Die Bibel hat doch recht

Das alle Welt geschätzt würde - Volkszählung im Römischen ReichWeihnachten ist fast vorbei – aber nur fast. Auch in der Internet-Gemeinde herrscht Festtagsstimmung. Das lässt sich jedenfalls an den Diskussionsbeiträgen im Google-Forum der „Identity Gang“ ablesen. Dort wird nach den historischen Wurzeln des modernen Identity Management gefragt.

War es wirklich die Einführung der Social Security Card (Sozialiversicherungskarte) 1935 in den USA, wie Eric Norman von der Wisconsin-Universität mutmaßt? Unsinn, konterte Mark Wahl von Informed Control, und lieferte gleich den Beweis: Eine Grafik des von der amerikanischen Volkszählungsbehörde bereits 1890 verwendeten Identity-Schemata, mit deren Hilfe man die Auswertung der Daten von seinerzeit 62 Millionen US-Amerikanern zu beschleunigen suchte.

Beide irren sich, konterte jetzt Johannes Ernst, der CEO der Firma Netmesh, es waren nämlich wieder mal die alten Römer. Weiterlesen

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Hat Jesus wirklich je gelebt?

Jesus: Gab es den Mann aus Nazareth wirklich? | FOCUS.de

Hat es je einen historisch belegbaren Jesus gegeben? Anfangs habe ich die Frage für relativ bedeutungslos gehalten. Bis mir aufging, dass die Kirchen ihre ganze Legitimation von einem historischen Jesus beziehen, über dessen Jünger es eine apostolische Sukzession gibt. Ohne diese stünden die Kirchen ohne jede Legitimation da, deswegen wird soviel Wert darauf gelegt, dass alles so war, wie in den Evangelien beschrieben. Zumindest offiziell. Wenn man das öffentlich bestreitet, dann kann man sich leicht den Kirchenbann einhandeln, was für Priester ein Berufsverbot bedeutet.

Die ältesten schriftlichen Erwähnungen von Jesus stammen aus der Zeit nach seinem Tod. Er erscheint zum ersten Mal in den Briefen des Paulus, die zwischen 20 und 30 Jahren nach der Kreuzigung geschrieben wurden. Der heilige Paulus hat Jesus aber nicht gekannt. Außerdem wird an ihrer Echtheit gezweifelt, doch dazu später mehr.

Einige Jahrzehnte später wurden die neutestamentlichen Evangelien verfasst, die möglicherweise einige Berichte aus erster Hand enthalten, was jedoch umstritten ist. Nur sehr wenige Experten halten sie für streng historisch. Weiterlesen

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Frohes Fest, allerseits!

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Werkbank 4.0: Smarte Einsatzfelder für Generative KI

Gastbeitrag von Oliver Köth*

Generative KI, Agentic AI und Physical AI bringen frischen Wind in die Industrie. Während klassische KI längst für Predictive Maintenance und Qualitätskontrolle eingesetzt wird, eröffnen diese Technologien ganz neue Möglichkeiten entlang des gesamten Fertigungsprozesses – von der Konstruktion über den laufenden Betrieb bis hin zur Mensch-Roboter-Interaktion.

Die Fertigung erlebt gerade einen tiefgreifenden Wandel. Maschinen, die sich selbst optimieren, Roboter, die ihre Umgebung „verstehen“, und Systeme, die mit Ingenieuren in natürlicher Sprache interagieren, sind längst keine Vision mehr. Doch während klassische KI zwar in vielen Werken etabliert ist – etwa für Anomalieerkennung oder vorausschauende Wartung –, kommt GenAI bislang eher selten zum Einsatz. Dabei eröffnet die Technologie eine neue Dimension: Sie generiert eigenständig Entwurfsvarianten, erstellt Lastenhefte oder bereitet komplexe Wartungsanleitungen auf. Agentic AI geht noch einen Schritt weiter, indem sie in Echtzeit eigenständig Entscheidungen trifft, während Physical AI mit einem Verständnis für Raum, Material und physikalische Gesetze die Brücke zwischen digitaler und realer Welt schlägt.

Die folgenden sechs Einsatzfelder zeigen, wo sich der Einsatz besonders lohnt:

  1. Dokumentation und Konstruktion automatisieren. Im Maschinen- und Anlagenbau gilt die Erstellung von Lastenheften nach wie vor als Flaschenhals. GenAI automatisiert einen großen Teil dieser Arbeit, indem sie aus historischen Projekten, Produktdaten und Kundenanforderungen automatisch Spezifikationen generiert, die den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. So kann die Engineering-Kapazität für die Verfeinerung und Validierung genutzt werden, anstatt Zeit in repetitive Dokumentationen zu investieren. Gleichzeitig unterstützt GenAI bei der Konstruktion: CAD-Modelle werden innerhalb weniger Sekunden generiert und auf ihre Machbarkeit geprüft. Im Design-to-Order-Geschäft, in dem jedes Produkt individuelle Anpassungen erfordert, verkürzt sich die Vorlaufzeit deutlich und die Entwicklungsressourcen werden spürbar entlastet. Generative KI ist quasi der perfekte Sparringspartner, um vorhandene Prozesse zu hinterfragen und neue Möglichkeiten zu erkunden.
  2. Produktionsprozesse in Echtzeit anpassen. Auch in der laufenden Produktion sorgt KI für neue Möglichkeiten. Agentic AI ermöglicht es Fertigungssystemen, sich dynamisch an wechselnde Bedingungen anzupassen. Verändert sich beispielsweise die Viskosität eines Schmierstoffs durch Temperaturschwankungen, passen autonome Agenten Parameter wie Druck oder Geschwindigkeit der Maschine selbstständig an. In hochflexiblen Fertigungslinien, in denen unterschiedliche Produktvarianten parallel gefertigt werden, stimmen mehrere Agenten ihre Entscheidungen miteinander ab, optimieren die Reihenfolge der Arbeitsschritte und verteilen Ressourcen wie Maschinenzeit oder Werkzeugwechsel effizient. Das Ergebnis sind Produktionsprozesse, die Ausschussraten minimieren, Taktzeiten optimieren und die Produktqualität auch unter schwankenden Bedingungen sichern – und das alles in Echtzeit.
  3. Predictive Maintenance optimieren. Die vorausschauende Wartung ist nach wie vor ein wichtiges Thema, gewinnt durch GenAI und Agentic AI nun eine neue Qualität. Während klassische Ansätze auf statistische Modelle und maschinelles Lernen setzten, lassen sich Wartungszyklen heute mit GenAI und Co. noch präziser vorhersagen. KI-Modelle kombinieren Sensordaten mit Domänenwissen, um nicht nur den optimalen Wartungszeitpunkt vorherzusagen, sondern auch den Einbau von Ersatzteilen automatisch zu planen und dafür eigenständig Serviceaufträge auszulösen. So lassen sich ungeplante Ausfallzeiten drastisch reduzieren, die Verfügbarkeit komplexer Anlagen deutlich erhöhen und damit die Gesamtanlageneffektivität und Wirtschaftlichkeit der Produktion optimieren.
  4. Fachkräfte schneller einarbeiten. Darüber hinaus kann GenAI das in vielen Fabriken verstreute Wissen effizient nutzbar machen. Handbücher, Wartungsprotokolle und Schaltpläne liegen oft in unterschiedlichen Systemen vor. GenAI bündelt diese Informationen und stellt sie in natürlicher Sprache oder als visuelle Schritt-für-Schritt-Anleitungen bereit, etwa in Form von Augmented-Reality-Anwendungen. Virtuelle Assistenten greifen in Echtzeit auf Maschinen- und Produktionsdaten zu und unterstützen neue Mitarbeiter bei der Einarbeitung. Wo früher jahrelange Erfahrung nötig war, um komplexe Fertigungsprozesse zu beherrschen, können sich neue Fachkräfte heute innerhalb weniger Wochen einarbeiten – unterstützt von KI-Systemen, die nicht nur Fragen beantworten, sondern auch Handlungsempfehlungen in den aktuellen Produktionskontext einbetten.
  5. Lieferketten und Fabriken regulatorisch absichern. Digitale Zwillinge bilden Maschinen, Fabrikhallen und ganze Supply Chains realitätsgetreu ab. Dadurch lassen sich neue Abläufe simulieren, potenzielle Engpässe erkennen und Optimierungen validieren, bevor physische Änderungen umgesetzt werden. In Kombination mit GenAI entsteht eine neue Qualität der Entscheidungsunterstützung: Regulatorische Anforderungen – von branchenspezifischen Normen bis zu komplexen Compliance-Vorgaben – lassen sich automatisiert prüfen und dokumentieren. Für stark regulierte Branchen wie die Medizintechnik ist dies ein entscheidender Vorteil, da sich der Aufwand für Audits und Nachweispflichten deutlich reduziert.
  6. Mensch-Roboter-Kollaboration neu denken. Physical AI sorgt dafür, dass Roboter und autonome Systeme sicherer und flexibler mit Menschen zusammenarbeiten. Die Technologie vermittelt Maschinen ein tiefes Verständnis für räumliche Beziehungen, Materialverhalten und physikalische Gesetze. In digitalen Zwillingen trainiert, lernen kollaborative Roboter, wie sie sicher navigieren und präzise greifen. Für Fertigungsbetriebe bedeutet das: Ein kollaborativer Roboter assistiert bei Montagen, indem er menschliche Bewegungen vorausschauend antizipiert. Ein Manipulator passt seine Greifkraft wiederum an das tatsächliche Gewicht und die Form eines Objekts an. Das steigert nicht nur die Produktivität, sondern leistet auch einen entscheidenden Beitrag zum Thema „Employee Health and Safety“, das in Zeiten von Fachkräftemangel und zunehmender Automatisierung immer stärker in den Fokus rückt.

Ob automatisierte Konstruktion, selbstoptimierende Produktionsprozesse oder sichere Mensch-Roboter-Kollaboration – die neuen KI-Technologien eröffnen der Fertigungsindustrie völlig neue Möglichkeiten. Entscheidend ist, dass Unternehmen frühzeitig die Weichen stellen: mit einer sauberen Datenbasis, einer skalierbaren Infrastruktur und klaren Verantwortlichkeiten. Dann wird KI nicht nur zum nützlichen Werkzeug, sondern zum strategischen Wettbewerbsfaktor.

 

  • Oliver Koth ist Managing Director Technology & Innovation bei NTT DATA DACH
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