Woher bekam Deutschland seine Namen?

Illustration: Pixelbay

Für die Franzosen heißt das Land zwischen Rhein und Donau l’Allemagne, weil Ländernamen im Französischen generell weiblich sind. Das Wort „Alaman“ bedeutete „alle Menschen“, d.h. jedermann und stand somit für den Zusammenschluss mehrerer Stämme.

Die Engländer sagen Germany, weil die Römer die Gebiete nördlich der Alpen Germanien nannten, und England war jahrhundertelang eine römische Provinz. Der Name stammt daher aus dem Lateinischen.

Die Deutschen nennen ihr Land natürlich Deutschland. Das germanische Adjektiv theudisk bezeichnete das Volk, die kulturelle Familie, der man angehörte. Daher stammt auch das Wort „Teutonen“.

Übrigens, die Finnen sagen Saksa. Sachsen lag ursprünglich an der Nordsee und dehnte sich später nach Südosten aus. Finnen und Sachsen waren sich jahrhundertelang spinnefeind. Heute tragen drei deutsche Bundesländer den Namen Sachsen: Sachsen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Die Polen nennen den westlichen NachbarnNiemcy. In den slawischen Sprachen kommt das Wort vom Adjektiv „stumm“. Die Deutschen waren sicher nicht sprachlos, aber da die Slawen sie nicht verstanden, galten sie als das Volk, mit dem man nicht sprechen konnte.

Die Skandinavier sagen Tyskland, das vom althochdeutschen Wort diutisc abstammt und „zum Volk gehörend“ bedeutet. Daraus leiten sich das Wort Deutsch selbst und die entsprechenden Bezeichnungen in den benachbarten germanischen Sprachen ab. Die nordgermanischen Sprachen haben das Stammwort Tysk mit verhärteten Konsonanten, die westgermanischen Sprachen die weichere Form mit /d/- sowie /s/- oder /ʃ-Klang.

Im Chinesischen ist Déyìzhì 德意志 [tɤ̌.î.ʈʂɻ̩̂] eine versuchte phonetische Annäherung an das Wort „Deutsch“.

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IT im Spiegelkabinett

Es gibt kaum ein spannenderes Thema in der modernen IT als Digitale Zwillinge. Sie sind die Kopie eines realen Gegenstücks. Sie versprechen, die Innovation zu revolutionieren und die Entwicklungszeit und -kosten zu reduzieren sowie die Zusammenarbeit entlang der Lieferkette zu verbessern. Aber was sind sie wirklich?

Ein Digitaler Zwilling kann folgendermaßen definiert werden: „Eine virtuelle, computerbasierte Kopie von etwas Realem, die so modelliert ist, dass sie physische Vermögenswerte während ihres gesamten Lebenszyklus realistisch darstellt und kontrolliert und jederzeit leicht zugänglich ist.“

Diese „Digital Twins“, wie Geeks  sie nennen, sind aber weit mehr als nur Kopien eines Originals. Sie bilden sozusagen ein „Schattenreich“, wie der Economist schrieb. Digitale Nachbildungen von Flugzeugtriebwerken, Windturbinen und anderen schweren Ausrüstungen stehen an erster Stelle. Jetzt gesellen sich die elektronischen Geister der kleineren und größeren Dinge im virtuellen Raum dazu, von Zahnbürsten und Ampeln bis hin zu ganzen Geschäften und Fabriken. Sogar Menschen haben begonnen, solche Alter Egos zu entwickeln. In Amerika plant die National Football League, für jeden Spieler einen elektronischen Avatar zu entwerfen.

Die Technologien, die unter den Namen Industry 4.0 oder Smart Factory bekannt sind, bieten so große Vorteile bei der Herstellung von Produkten, dass diejenigen, die diesen Wandel nicht planen und sich nicht dafür begeistern, mit ziemlicher Sicherheit auf der Strecke bleiben werden. Digitale Zwillinge sind ein wesentlicher Baustein der intelligenten Fabrik. Dieses Konzept wurde erstmals 2002 von Dr. Michael Grieves durch seine Ideen zum Product Lifecycle Management (PLM) eingeführt. Es beinhaltete die Spiegelung dessen, was in der realen Welt existiert, in einem virtuellen Raum.

Wichtig ist, dass diese Definition dazu führt, dass physische Vermögenswerte nur dann richtig dargestellt und kontrolliert werden können, wenn sie modellierbar sind.

Die Digitalen Zwillinge sind daher nicht nur Spiegelbilder, sondern stehen in direkter Verbindung zu ihren realen Gegenstücken: Daten „fließen“ von den physischen Objekten in ihre virtuelle Kopie, was ein korrektes Verständnis ihres Zustands ermöglicht, während die virtuelle Kopie ihr Gegenstück durch Informationen oder Anweisungen, die an das physische Objekt gesendet werden, und durch Verhaltensänderungen beeinflusst. Weiterlesen

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Old English Roast Beef and other myths

Why is English food perceived as terrible?, someone recently asked me on Quora.

Well, I guess it’s all a matter of taste, as the old lady said when she kissed the cow.

I think the answer is perfectly summed up in the English patriotic ballad The Roast Beef of Old England written by Henry Fielding for his play The Grub-Street Opera, which was first performed in 1731. It is intoned whenever members of the Royal Navy go in to dine at Mess Dinners, and has been adopted, among others, by the Royal Artillery and the U.S. Marine Corps.

The only snag is that roast beef wasn’t in fact widely eaten in medieval England, which makes the first and most famous verse slightly redundant; but that’s not the point.

When mighty Roast Beef was the Englishman’s food,

It ennobled our veins and enriched our blood.

Our soldiers were brave and our courtiers were good

Oh! the Roast Beef of old England,

And old English Roast Beef!

Here’s the rub: The lyrics go on to say: Weiterlesen

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Mein Chef, der Robot

Ralf Hillebrand von den Salzburger Nachrichten hat sich in der heutigen Ausgabe ausführlich miz einigen zentralen Thesen aus meinem neuen Buch, Erfolgsfaktor Künstliche Intelligenz, auseinandergesetzt:

Er beobachtet, wie seine Mitarbeiter mit Problemen umgehen. Er analysiert den Arbeitsablauf. Er registriert Außeneinflüsse, wie eine sinkende Nachfrage. Und schließlich trifft er Entscheidungen. So wie es ein Chef eben macht. Der große Unterschied ist aber: Dieser Boss besteht nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus x Zeilen Programmiercode. In den Logistikzentren des japanischen Elektronikkonzerns Hitachi sind bereits seit Jahren Roboter-Chefs im Einsatz. Die Software, der Computer sammelt Tag für Tag neue Daten im und um den Arbeitsprozess und lernt so immer weiter dazu.
„In manchen Bereichen sind Roboter in der Tat bessere Chefs“, sagt Tim Cole. Cole ist Autor, Moderator, Kolumnist. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich der Wahl-Lungauer mit der Digitalisierung, etwa als Chefredakteur der Zeitschrift „Smart Industry“. Vergangene Woche erschien sein neues Buch „Erfolgsfaktor Künstliche Intelligenz“. „Bei Umfragen unter Menschen, die bereits mit Robo-Chefs konfrontiert waren, war mehr als die Hälfte mit den Bossen zufrieden.“ Und das aus vielerlei Gründen: Der Computer-Chef reagiere emotionslos und unvoreingenommen, er verwalte das Budget besser, er halte Termine ein und beende Meetings pünktlich.

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Cuvée or not cuvée – that is the question!

@colourbox.com

“What is a cuvée?”, an American on Quora asked me recently. And in fact that is an interesting question. The simple answer is: Any wine made from different grape varieties, vintages or vineyard sites is called a blend. The direct German translation is “Verschnitt”. Since the prefix „ver-“ usually marks a word as negative or difficult, this could be translated as “to wrongly cut”: and the term is often used with a negative connotation. That’s why professional winemakers much prefer the term cuvée, which means the same thing. Or even better, they call it an assemblage, which sounds even more classy.

That blending wines leaves a sour taste in most Germans‘ mouths is due to past winemaking history. Traditionally, only single-variety wines were pressed in Germany. This also has to do with the fact that some popular German grape varieties are not very well suited for blending. A good example would be Riesling, which is rarely found in a cuvée.

In France, on the other hand, blended wines are completely normal. This is especially true for the top wines, with the exception of Burgundy. Many champagnes consist of three grape varieties: Chardonnay, Pinot Meunier and Pinot Noir. Bordeaux and other southern French wines are also cuvées. Weiterlesen

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KI ist für den Kunden da*

Alle Bilder: spreadshirt.at

„Ihr Anruf ist wichtig für uns“, sagt eine Tonbandstimme resignierten Kunden, die endlos in der Warteschleife hängen und darauf warten, mit einem menschlichen Agenten zu sprechen. Hier kann KI Unternehmen helfen, die Qualität und Konsistenz ihres Service zu verbessern und Kunden davon zu überzeugen, dass man sich tatsächlich um ihr Anliegen kümmert.

Die KI könnte den Kundenservice so stark verändern wie einst das Telefon. Davor bearbeiteten Unternehmen ja Kundenanfragen per Post oder durch persönliche Besuche. Das Telefon half den Agenten, produktiver zu werden.

Dank KI wird die Produktivität noch dramatischer steigern, weil sie eine große Anzahl von Kundenanfragen schneller bearbeiten kann als Menschen. Dies ist umso wichtiger geworden, als die Kommunikationskanäle sich vervielfacht haben: Dem Kunden stehen mehr Möglichkeiten zur Verfügung als je zuvor – E-Mail, mobile Messaging-Anwendungen und soziale Medien –, und es ist immer der Kunde, der entscheidet, welchen Weg er nimmt, um mit dem Unternehmen in Kontakt zu treten.

Die Verbraucher haben sich an den Umgang mit automatisierten Diensten gewöhnt. Umfragen zeigen, dass etwa 40 Prozent der amerikanischen Internetnutzer lieber digitale Kundendienste nutzen, als mit jemandem am Telefon zu sprechen: Selbstbedienung, so scheint es, wird als die beste Form der Bedienung empfunden. Weiterlesen

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Ein „B“ verändert Amerika

Ein Buchstabe kann eine Welt bedeuten. Nehmen wir den kleinen Buchstaben „b“. Zumindest in Amerika macht klein oder groß oft einen ganz großen Unterschied. Anders als im Deutschen, wo grundsätzlich alle Substantive und Eigennamen großgeschrieben werden, ist es im Englischen einerseits einfacher, andererseits viel komplizierter.

Zwar kann Großschreibung auch im Deutschen ein Ausdruck der Höflichkeit sein, zum Beispiel bei der persönlichen Anrede („ich danke Ihnen!“). Im Englischen gilt sie eher als ein Zeichen von Hochachtung. Gott bekommt im Deutschen immer seinen Großbuchstaben am Anfang, egal ob es sich um den christlichen, den Islamischen oder einen der vielen indischen Gottheiten handelt. Im Englischen nimmt man es mit dem ersten Gebot wörtlich: Es gibt nur einen „God“, nämlich den judeo-christlichen, und du sollst keinen anderen neben ihm haben, oder zumindest ihn nicht mit Majuskel versehen. Während fast alle englischen Hauptwörter außer Ortsnamen generell klein geschrieben werden, beginnen Titel und anderen Ehrenbezeugungen versal („your Honor“, “ Duke of Edinburgh „, „President Clinton“, „my Cousin Angie“).

Insofern ist die Entscheidung der New York Times, das Wort „Black“ für einen Menschen dunkler Hautfarbe mit großem Anfanggsbuchstaben verwenden zu wollen, ein Meilenstein – und ein mutiger Akt angesichts des in weiten Teilen der weißen Bevölkerung immer noch grassierenden Rassismus, von denen einige vermutlich auch die Times lesen oder zumindest die Anzeigenbudgets abzeichnen. Weiterlesen

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Vor 25 Jahren im Cole-Blog: Eco im zweiten Anlauf gegründet!

 

Mein Gott, waren wir alle jung damals, als der „Deutsche Internet-Verein“ in Frankfurt gegründet wurde. Der „Internet-Report“ war ein monatlicher Branchendienst für eine Branche, die es eigentlich noch gar nicht gab, nämlich die Internet-Wirtschaft in Deutschland.

Zum ersten Mal erschienen ist er am 13.2.1995 – die allererste Publikation in Deutschland, die das Wort „Internet“ im Titel führte. Herausgeber war Hans-Jürgen Grohmann vom IWT-Verlag in Vaterstetten. Im März 1997 erschien die letzte Ausgabe. Wir hatten einfach nicht genügend Abonnenten gewinnen können.

Ein halbes Jahr später fand jemand auf dem Web-Server des Verlag einen Ordner, im dem über 300 Aboanträge gelandet waren, die niemand bemerkt hatte. Wer weiß, vielleicht würde ich das Blatt sonst heute noch machen…

Es hat mir richtig Spaß gemacht, anlässlich des Eco-Jubiläums darin zu blättern. Was hatten wir damals alles für Themen! Weiterlesen

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Mal was über Alter(n)

Neulich zwickte und zwackte es bei mir überall, weil ich den ganzen Tag im Garten gewerkelt habe, um wenn man über 70 ist tut man sowas nicht mehr ungestraft. Am Abend setzte ich mich hin und schrieb auf Facebook:

ES IST SCHEISSE, WENN MAN ALT WIRD!

Ich habe daraufhin viele ernste und einige weniger ernste Antworten von FB-Freunden aus der ganzen Welt erhalten, aber diese kam per E-Mail. Sie stammt von meinem alten Freund und Weggefährten Toge Schenck aus Berlin, der sich wohl gerade von einer OP erholt und auch kein heuriges Häsle mehr ist. Sie hat mich sehr berührt – mir aber auch sehr viel Mut gemacht.

Alter

Von Toge Schenck*

Im Alter erfährt man endlich, aus wie vielen Einzelteilen der eigene Körper besteht oft erst dadurch, dass sie sich mehr oder minder zu erkennen geben, indem sie sich rar machen oder ganz verschwinden oder an Orten auftauchen, die sie vorher niemals bewohnt hatten, z.B. Haare, dann auch noch länger und buschiger als zu vermuten wäre, oder die Partien, die vormals straff und saftig waren nun der Haltung müde, zunehmend dem Erdmittelpunkt zuneigen (z.B. Männerbrüste), dass plötzlich etwas wehtut wovon man bisher nicht einmal wusste, dass man in dessen Besitz war, dafür andere Stellen ihre gewohnte Mittätigkeit verweigern, lieber faulenzen als sich anzustrengen.
Doof sind Schmerzen, die sich unerwartet einstellen können, interessant die ganzen Stellen, die schmerzen können und die man überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Als Kind kannte man sicherlich die Knie als Hauptschmerzquell, die des öfteren aufgeschlagen waren, kannte den beißenden Schmerz. Knie = potentieller Schmerz. Kinder kennen keinen Rücken. Wie sagt man im Rheinland? Isch habe Rücken! Weiterlesen

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A Word That Says it All

Recently, someone on Quora asked „How did the phrase “oy vey” become popularized in the USA?“ This sent me scrambling for my well-leafed copy of Leo Rosten’s wonderful book, Joy of Yiddish, which is the penultimate guide to the variety and vitality of the language and special culture of the Jews, their distinctive style of thought, and their subtleties of feeling. Published in 1968, the book contains a whole chapter devoted to the word oy!

The exclamation point, he claimed, is part of the spelling.

Oy is not a word; it is a vocabulary, he writes. It is uttered in as many ways as the utterer’s histrionic ability permits. It is a lament, a protest, a cry of dismay, a reflex of delight. For him, however sighed, cried, howled, or moaned, oy! is the most expressive and ubiquitous exclamation in Yiddish.

Oy is an expletive, an ejaculation, a threnody [dirge], a monologue. It may be employed to express anything, from ecstasy to horror, depending on (a) the catharsis desired by the utterer, (b) the effect intended on the listener, (c) the protocol of affect that governs the intensity and duration of emotion required (by tradition) for the given occasion or crisis.

Oy is often used as a leadoff for “oy vay”, which means, literally, “oh pain,” but is used as an all-purpose ejaculation to express anything from trivial delight to abysmal woe. Oy vay! is the short form for “oh vay iz mir!” (pronounced “oy VAY iz mere”), an omnibus phrase for everything from personal pain to emphatic condolence. (Vay comes from the German Weh, meaning “woe.”) Weiterlesen

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