Deutschland digital? Nicht mit uns!

26. Februar 2015
Und um neun seid Ihr im Büro - sonst knallt's!

Und um neun seid Ihr alle am Schreibtisch – sonst knallt’s!

Das Internet verändert alles – nur nicht die deutsche Bürolandschaft. Arbeitgeber, aber auch viele Arbeitnehmer erweisen sich hierzulande als völlig beratungsresistent wenn es um die Neugestaltung der Arbeitsorganisation geht. Das ist jedenfalls das Fazit, das ich nach der Lektüre der neuen BITKOM-Studie zum Thema „Digitalisierung der Arbeitswelt“ ziehe. Home Office? Aber ohne mich! Flexible Beschäftigungsmodelle und Einbinden von Freien? Lieber nicht! Videokonferenz? Was iss‘n das?

Deutschland, ein einig Volk von Bürohengste. BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf, im Nebenjob Chef der Steuerberatergenossenschaft DATEV, war jedenfalls hörbar ernüchtert, als er heute die Studienergebnisse in einer Online-Pressekonferenz vorstellen musste. Wobei ihn offenbar die Tatsache besonders fuchste, dass nur 8 Prozent der befragten Firmen auf Videokonferenzen als Alternative zum Präsenztreffen setzt. Er war sich aber wenigstens der feinen Ironie bewusst , dass ihm die zugeschalteten Journalisten nur per Telefon lauschen konnten. Immerhin liefen seine Charts parallel im Internet. „Irgendwann sind wir auch soweit“, seufzte er zwischendurch.

Viel erschütternder waren die Zahlen, die er präsentieren musste. 75 Prozent der Firmen in Deutschland verlangen von ihren Mitarbeitern, dass sie während der Dienstzeit anwesend zu sein haben. Weitere 17 Prozent erlauben immerhin zwischen einem Drittel und der Hälfte ihrer Leute, zwischendurch auch mal woanders zu arbeiten. 73 Prozent sind überzeugt, dass der klassische Büroarbeitsplatz mit Präsenzpflicht auch in Zukunft das Modell der Wahl bleiben wird. Nur ein Drittel glaubt, dass das Home Office künftig an Bedeutung gewinnen wird. Bei 64 Prozent ist es schlicht „nicht vorgesehen.“ Weiterlesen »

Qualitätsjournalist – ein Hundeleben!

23. Februar 2015
Ein Hundeleben ist das!

Ein Hundeleben ist das!

Ich bin eigentlich kein typischer taz-Leser, aber manchmal verirre ich mich mal auf die Website und genieße den rotzfrechen Stil und die eklektische Themenauswahl der Berliner Kollegen. So auch heute, wo mich die Headline „Bald in der ganzen Stadt: Leinenzwang“ unwiderstehlich anzog.

Ich fand dort einen pointiert geschriebenen und außerordentlich respektlosen Beitrag über die ausufernde Verbotswut Berliner Politiker, der plötzlich eine unerwartete Wende nahm und in eine schwarzhumorige Tirade gegen Hundebesitzer umschwenkte („…versuchen Sie mal, mit Leuten zu reden, die ihren kalbsgroßen Köter „Prinzessin“ nennen) und in der Forderung gipfelte: „Macht aus dem Leinenzwang ein landesweites Hundeverbot, bitte.“

Alles recht unterhaltsam und lustig, wenn auch vermutlich nicht ganz so ernst gemeint, wie es klingt. Außerdem war der Beitrag angenehm kurz – gerade mal drei Absätze lang – und flüssig geschrieben. Hut ab, lieber Kollegin Marlene Gürgen! Weiterlesen »

Why we need cognitive computers

21. Februar 2015

As we enter the age of Big Data, computers as we know them are simply no longer capable of crunching the numbers fast enough. This is do to the limitations imposed by what is known as the “Von Neuman model” or “Princton architecture”.

First described by John von Neumann in 1945, this means that the processor and the data are separated; the data are fed to the processor in sequence, namely bit by bit. This worked okay as long as we were dealing with relatively small amounts of data, but it creates what computer scientists call the “Von Neuman bottleneck” when called upon to handle enormous loads of information.

Even more important: Von Neuman machines (viz. all computers used today) use way too much energy in the process. Already, computers around the world use more 10 percent of all energy produced, and the rate will rise, perhaps exponentially, if we try to do Big Data with conventional computers. So we desperately need to move on to a completely new generation of computers that operate like the human brain – which, incidentally, is one of the most energy-efficient computing devices imaginable. Weiterlesen »

Das Arbeitspferd des Internets hat ausgedient

20. Februar 2015
Wenn Windows Server 2003 ein Auto wäre...

Wenn Windows Server 2003 ein Auto wäre…

Im Juli geht in der IT eine Ära zu Ende. Dann nämlich wird Microsoft die Wartung des Windows Server 2003 einstellen. Das „Arbeitspferd des Internet“, wie ihn ein IT-Journalist einmal nannte, wird aufs Altenteil verabschiedet. Und Hunderttausende von IT-Verantwortliche fragen sich: Was kommt danach?

Die Aufgabe, die vor ihnen steht, hat durchaus historische Dimensionen. Die „größte Migration in der Tech-Geschichte“, nannte es Barbara Walter, Macom-Chefin von Spiceworks gestern in einer Diskussionsrunde, zu der Intel und Microsoft ins Münchner Sofitel eingeladen hatten. Immerhin laufen ja alleine in Europa noch rund vier bis fünf Millionen der alten Dinger noch, allerdings mehr schlecht als recht.

Alte Server sind langsam und verbrauchen viel zu viel Strom. Und sie sind anfällig, was zu der an sich absurden Situation führt, dass die Budgets der IT-Abteilungen hierzulande zu 75 Prozent in Wartung und Unterhaltung bestehender Systeme fließen und nur zu 25 Prozent in Innovation. Das behauptet jedenfalls Thomas Kellerer, der bei Intel Deutschland für die Cloud Service Provider zuständig ist. Die Folge: Dringend benötigte Business-Anwendungen wie Social Media, Mobile und Collaboration bleiben liegen oder werden ausgebremst, weil die Server schlicht und einfach dafür nicht gebaut worden sind. Weiterlesen »

20 Jahre Cole-Blog: Mobiltelefon als Einbruchswerkzeug

20. Februar 2015

20 years of blogging.pngNachbarn meines Freundes Fritz Bräuninger in Oberschleißheim trauten sich neulich abends nicht aus dem Haus, weil angeblich Einbrecher in der Nähe lauerten. Die Hausfrau hatte einen fremden Mann gesehen, der verdächtig auf der Straße mit einem Handy telefoniert habe. Bestimmt hätte er seinen Komplizen durchgegeben, ob jemand zu Hause sei, meinte sie. Weiterlesen »

Why don’t Americans all speak German?

15. Februar 2015
Er war dagegen

Er war dagegen

On Quora, I was recently asked this anonymous question: “Why did they choose English as the official language when they formed the USA in 1776?”

That got me thinking, and a quick Google search turned up lots of very interesting information.

If there was an official language, turns out it might have been German, which was spoken by  many Americans. English, on the other hand, was the language of the hated former colonial masters.

On January 9, 1794, a group of German immigrants from Virginia actually submitted a petition to the House of Representatives demanding that laws be translated into German. The vote was 42 to 41 against, with the German-born, bilingual Speaker of the House, Frederick Augustus Conrad Muehlenberg, abstaining and thus dooming the measure to failure. Weiterlesen »

20 Jahre Cole-Blog: Handy am Steuer? Lieber nicht…

14. Februar 2015

20 years of bloggingAn der Frage, ob man überhaupt im Auto telefonieren soll oder nicht, scheiden sich die Geister. Das gilt vor allem für diejenigen, die lässig, Handy am Ohr und eine Hand am Steuer, mit zweihundert Sachen über die Autobahn brausen oder im dichten Stadtverkehr ihre Monaco-Grand-Prix-Nummer abziehen.

Wer allerdings im Stau steht, obwohl er in fünf Minuten beim Kunden, beim Schneider, beim Scheidungsanwalt oder bei der Freundin sein sollte, der wird das Telefon im Auto nie wieder missen wollen. Wie immer gilt: Es kommt darauf an, wie man’s macht.

Wer das Unfallrisiko minimieren und den Nutzen seines Mobil-Telefons maximieren will, sollte sich für den Festeinbau mit Freisprecheinrichtung entscheiden. Die gibt es auch für Handys, so dass sich der geliebte Sprech-Knochen trotzdem mit in die Kneipe oder ins Hotel nehmen lässt. Weiterlesen »

20 Jahre Cole-Blog: Auf der Strasse

10. Februar 2015

20 years of bloggingDas Leben in unseren Innenstädten verlagert sich dank Fußgängerzonen, Straßencafés und fliegenden Händlern – vor allem im Sommer – immer mehr auf die Straße. Da gibt es keinen logischen Grund, weshalb man nicht auf der Straße telefonieren sollte (es sei denn, Sie überqueren gerade die Fahrbahn, aber wer so dämlich ist, dem wird auch dieses Buch nicht helfen können).

Moderne D-Netz-Handys stären Spaziergänger viel weniger als etwa ein Walkman, unter dessen Ohrknöpfen so ein metallenes Geklingel nach außen dringt. Ein mobiles Telefon, richtig eingestellt, ist da im Vergleich flüsterleise.

Ärger kann es hingegen geben, wenn sich ein Mobilfunker (um auch einmal die amtlich korrekte deutsche Bezeichnung für ein mobiles Telefon zu verwenden) im Pulk der Fußgänger unvermittelt in ein stehendes Verkehrshindernis verwandelt. Morgens am Hauptbahnhof oder samstags vor dem Kassenhäuschen am Fußballstadion laufen Sie Gefahr, von den Menschenmassen zertrampelt zu werden, wenn Sie plötzlich stehenbleiben, um ein Gespräch entgegenzunehmen. In einer solchen Situation ist es stets eine gute Idee, schnell in einen Hauseingang zu treten, sich auf eine Bank zu setzen oder sogar – warum nicht? – in ein Telefonhäuschen zu schlüpfen. Es wird Sie schon keiner wegen Missbrauchs von Posteigentum festnehmen. Weiterlesen »

20 Jahre Cole-Blog: Einkaufsbummel im D-Netz

06. Februar 2015

20 years of bloggingSie stehen mit Ihrem Einkaufswagen im Supermarkt und wissen absolut nicht mehr, was Ihre Frau Ihnen aufgetragen hat zu besorgen? Ein Dutzend Austern? Zwei Flaschen Spülmittel? Klopapier? Zehn Eier? Ein Griff zum Handy, und Ehefrieden und Abendessen sind gerettet. Lassen Sie sich übrigens nicht von den bösen Blicken der anderen Leute in der Kassenschlange irritieren. Die stehen alle um Wechselgeld fürs Telefon an…

Das Mobiltelefon ist auch ein nützlicher Begleiter beim Einkaufsbummel. Haben Sie die Konfektionsgröße Ihrer Ehefrau vergessen? Den Zettel mit den Vorhangmaßen? Die Parfümmarke von Fräulein Tochter? Ein Anruf hilft dem Gedächtnis auf die Sprünge. Das gilt übrigens auch bei Auslandsreisen. Sie stehen in London im Duty-free-Shop und wissen nicht mehr, welche Whiskymarke Ihr Schwiegervater bevorzugt? Anruf genügt!

Denken Sie aber daran, dass nicht jeder Ladenbesitzer begeistert ist, wenn Sie am Telefon über seine Preise sprechen. Gerade Discountläden oder Elektronik-Fachmärkte haben es nicht gerne, wenn die Konkurrenz über ihre Lockvogel-Angebote im Bilde ist. Ein Mobiltelefonierer vor dem Schnäppchen-Regal kommt schnell in den Verdacht, für die Gegenseite.

(aus: connect. D-Netz Knigge; Autor: Tim Cole; © 1994 by Motor-Presse Stuttgart)

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich am 6. Februar 1995 im Cole-Blog

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20 Jahre Cole-Blog: Handy-Knigge

04. Februar 2015

20 years of blogging

Ein Mensch müsste schon hinterm Mond leben oder die letzten Jahre auf einer einsamen Insel verbracht haben um nichts von der Revolution mitzubekommen, die das mobile Telefonieren ausgelöst hat. C- und D-Netz erleichtern vieles, schaffen aber eine Reihe neuer Probleme im ohnehin schon problematischen menschlichen Miteinander. Denn des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid.

Wer beispielsweise mit seinem Buchmacher telefoniert, während der Vertriebschef gerade die neuste Verkaufsstrategie erläutert, hat keine Manieren. Und bald auch keinen Job mehr. Weiterlesen »