Wie Amazon das Monopol zum Kopfstand zwingt

Irgendwie hält sich hartnäckig die Vorstellung bei manchen, dass Amazon der Erfinder des Onlinehandels ist, wenn nicht gar der ganzen Idee von Distanzhandel an sich. Okay, laut einer Studie des Handelsverbandes Deutschland (HDE) macht Amazon tatsächlich fast die Hälfte des gesamten E-Commerce in Deutschland aus, nämlich 46 Prozent in 2017. Allerdings stammen 25 Prozent aus den Geschäften anderer Anbieter im so genannten Amazon Marketplace, wo Amazon allerdings eine Provision von 15 Prozent von jedem verkauften Artikel einbehält.

Um eine Parallele zwischen Amazon und dem Wilden Westen zu finden muss man bis ins Jahr 1886 zurückzublicken. Damals fiel einem Eisenbahnagenten namens Richard Warren Sears eine größere Ladung billiger Uhren auf, die am Bahnhof von North Redwood angeliefert und nicht abgeholt worden waren. Er kaufte sie für billiges Geld und vertickte sie über Annoncen in verschiedenen Tageszeitzungen und Magazinen per Postversand an Kunden im ganzen Mittleren Westen. Seine kleine Firma nannte er R.W: Sears Watch Company. Ein Jahr später lernte er einen Uhrenfachmann namens Alvah Roebuck kennen, der die Dinger bei Bedarf auch reparieren konnte. Sears ließ im gleichen Jahr seinen ersten Versandkatalog drucken, in dem er neben Uhren auch Diamanten und Schmuck feilbot. 1889 zog er mit Roebuck nach Chicago, wo sie die Firma Sears, Roebuck & Company gründeten. Eine amerikanische Handelslegende war geboren.

Der Wilde Westen war zu diesem Zeitpunkt schon recht zahm geworden: Die weiten Ebenen der Great Plains waren von unzähligen Farmern besiedelt, die ein- oder zweimal in der Woche in die nächste Stadt fuhren, um im „General Store“ alles zu kaufen, was sie so benötigen. Das Angebot dieser Kramläden war meistens begrenzt, die Preise hoch.

Sears Roebuck hingegen war billiger und bot den Menschen im Westen ein breites Sortiment zu festen Preisen an. Das Geschäft lief blendend, die beiden Versandhändler nahmen immer neue Waren in den Katalog auf, der 1895 auf stattliche 532 Seiten angewachsen war. Es gab fast alles: Spielpuppen, Nähmaschinen, Fahrräder, Sportartikel und später sogar Autos, die extra für Sears von den Lincoln Motor Car Works in Chicago hergestellt wurden 1896 kamen Herde und Lebensmittel (so genannte dry goods) hinzu. Weiterlesen

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Apple, das Standard Oil des 21sten Jahrhunderts

Apple, der unersättliche Gigant

Die Parallelen zwischen Apple und dem zerschlagenen US-Ölgiganten Standard Oil sind so offensichtlich, dass es keines langen Nachdenkens bedarf, um sie zu ziehen. Beide waren oder sind die wertvollsten Unternehmen ihrer Zeit. Beide haben ihre Vormachtstellung skrupellos missbraucht. Beide haben die Preise für ihr Kernprodukt nach Gutdünken erhöht – weil sie es konnten.

Standard Oil wurde dafür von den Monopolschützern zerschlagen. Bei Apple steht uns das vielleicht noch bevor.

Apple ist das älteste unter den GAFAs und das einzige Unternehmen, das kein rein digitales ist. Es verstand und versteht es dafür am besten von allen, wie man Kunden an eine digitale Plattform fesselt, und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. So wie Standard Oil in China kostenlose Öllampen verteilen ließ, um die Leute zu zwingen, ihr Öl zu kaufen, sind iPhone und iPad nichts anderes als digitale Öllampen, mit denen die Nutzer an den Tropf der digitalen Produkte mit dem Apfel-Logo gefesselt werden. Ausbüchsen ist sinnlos!

Dass Steve Jobs, der den Laden 1990 mit seinem Kumpel Steve Wozniak gründete, ein Genie war, bestreitet keiner. Er war nur halt ein ziemlich unangenehmer Zeitgenosse – zerfressen von Ehrgeiz und Machtgelüsten, ein rücksichtsloser Leuteschinder gegenüber seinen Mitarbeitern und ein Tyrann gegenüber seinen Kunden. Als das amerikanische Wirtschaftsmagazin Fortune einen wenig schmeichelhaften Artikel über ihn ankündigte, rief er den Redakteur an und blaffte: „Okay, Sie haben herausgefunden, dass ich ein Arschloch bin. Was gibt’s sonst Neues?“ Weiterlesen

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Wild Wild Web

What the history of the Wild West teaches us about the future of the Digital Society

When we think about the short, exciting history of the Internet, it helps to first think back to the events that shaped what we like to call the American “Wild West”. Then and now, a new world was formed, and in the beginning the only law was that of strength and willpower; that is, if there were any laws at all. But over time, the land was settled, cultivated and, finally, civilized (although Donald Trump makes one pause for a moment and consider just how far this process of civilization has come in my native country).

In any case, this all happened much faster than most people think today. The Wild West we celebrate on the silver screen, in songs and Western novels, only lasted for about 65 years and that was it! Weiterlesen

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Facebook – der angezählte Riese des Social Web

Facebook – ein Altersheim für Digisaurier?

Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob Facebook ein Fluch oder ein Segen für die Menschheit bedeutet. Unstrittig ist, dass es die Menschen verbindet. Wäre Facebook ein Land, dann wäre es das drittgrößte der Erde nach China und Indien, denn es wird von mindestens zwei Milliarden Menschen aktiv, also mindestens einmal im Monat benutzt.

Um die Tragweite des Unternehmens zu erkennen, das 2004 von Mark Zuckerberg, einem abgebrochenen Informatikstudenten an der Cambridge-Universität im US-Bundesstaat Massachusetts gegründet wurde, „um den Menschen in deinem Leben zu ermöglichen, in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen“, so das Firmenmotto, muss man gleich eine ganze Reihe von Vergleichen bemühen, die zusammen zum Entstehen des ersten Sozialen Netzwerks der USA führten: die Fertigstellung der ersten transkontinentalen Telegraphenverbindung, und die Erfindung des Telefons.

Im Wilden Westen war es ziemlich einsam: Die Siedler lebten irgendwo draußen auf ihren Farmen und fuhren vielleicht einmal in der Woche zum Gottesdienst oder zum Einkaufen in die nächste Kleinstadt, wo sie auf andere Menschen trafen und sich mit ihnen austauschen konnten. Während des Goldrauschs von 1848 brauchte ein Brief von New York nach San Francisco auf dem Seeweg um Kap Horn mindestens 90 Tage.

Am 27. Januar 2006 ging, wie die Autoren der Website American Legends schrieben, ein Stück des „Old West“ verloren. An diesem Tag sandte Western Union das letzte Telegramm über die Drähte – 145 Jahre, nachdem die erste durchgehende Telegraphenleitung Ost- und Westküste verband.

Der Telegraph veränderte Amerika: Das Land rückte zusammen. Nachrichten konnten in wenigen Stunden von einem Ende des riesigen Landes ans andere geschickt werden. Möglich gemacht hatte das der Tüftler Samuel Morse. Eigentlich war Morse Maler, und als Student verdiente er sein Geld noch mit Miniaturportraits, die er für fünf Dollar das Stück verkaufte. Ende 1811 wurde er sogar an die Royal Academy in London aufgenommen, und nichts deutete darauf hin, dass er seine größten Erfolge in der Telekommunikationstechnik feiern würde. In seiner Freizeit tüftelte er mit primitiven Batterien und Magneten, und seinen ersten funktionierenden Telegraphen konstruierte er, wie es sich für einen Maler gehört, an seiner Staffelei. Am Rahmen war ein elektrisch betriebener Pendel mit Stift angebracht, der einen Strich auf einem Papierstreifen zog, wenn der Stromkreis geschlossen wurde. Er entwickelte den nach ihm benannten „Morse Code“ (ein Alphabet aus Strichen und Punkten), mit dem es möglich war, Nachrichten über die Leitung zu senden. Am 24. Mai 1844 schickte Samuel Morse zum ersten Mal einen Nachricht als Telegramm über eine Distanz von etwa 100 Kilometern von Washington nach Baltimore. Den Text, „What Hath God Wrought!“ („Was hat Gott erschaffen?“), holte sich der tiefgläubige Morse aus dem vierten Buch Mose. Weiterlesen

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Why did the Nazis respect Switzerland’s neutrality during WWII?

And you think Hitler was afraid of these guys? To that I say: ha, ha, ha!

Good question on Quora, given that Nazi Germany overran every single neighboring country except Switzerland. Ask the Swiss, and they’ll say Hitler was afraid of the “Alpine Fortress” and the fighting strength of their citizen Army in which all male Swiss adults had (and still have) to serve. In fact, they keep their rifles at home under their beds so that they can join their units within days or even hours.

This is bull, of course. The fact that Switzerland did not lie on an important attack route like Holland, Belgium, or Denmark and was therefore strategically far less significant was the real reason. But more important, Hitler wasn’t crazy enough to attack his own bankers, as the famous Swiss sociologist Jean Ziegler once said. Although Switzerland was nominally neutral, it was heavily involved in financing the German war effort, and local arms manufacturers exported more weapons to Germany and Italy than to any other country including the allies.

But even more important was the fact that the Swiss were willing to fence for the Germans: stolen artworks, bonds, securities, and above all gold were all passed over the border and deposited in secret numbered accounts, where lots of the loot remains to this day. There are estimates that up to one-fifth of all German gold reserves were converted into Swiss francs at one point or another. This allowed Germany to purchase huge amounts of scarce raw materials from countries like Spain and Portugal. In 1941, in order to finance Operation Barbarossa, the attack on Soviet Russia, Hitler asked for and received a war loan of a billion francs.

Besides, there was great popular support for Hitler among right-wing Swiss, who were at least as scared of Communists and Jews as the Germans. This did not mean that they were demanding an “Anschluss” like Austria, and ultra-nationalist parties never succeeded in gathering more than 10 percent of the vote. But Swiss authorities were more than happy to fall in with Nazi demands to close their borders to refuges. The parliament, or Bundesrat, even acquiesced to stamping Jewish passports with a big letter “J”.

This entire subject is largely hushed up in Switzerland today, where they prefer to believe the myth of a nation of modern-day William Tells, the “heroic community destined to resist”, as Swiss propagandists have claimed then and since.

 

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Telefon vs. Telegramm: Das Bessere ist immer der Feind des Guten!

©Bloomberg Businessweek

Facebook steht mächtig in der Kritik, und mancher fragt sich: Werden die das überleben? Es klingt zwar gewagt zu glauben, dass ein solcher Moloch sich vielleicht wirklich überreizt und eines Tages das Schicksal solcher Digisaurier wie Nokia, Blackberry, AOL oder Kodak teilen könnte – aber warum nicht?

Und wie immer hilft ein Blick zurück in die Geschichte um zu verstehen, was gerade abgeht und wo es vielleicht hinführen wird.

Telegramm und Telefon haben in der Zeit des Wilden Westens, also in der zweiten Hälfte des 19ten Jahrhunderts, die Welt ähnlich grundlegend verändert wie die Sozialen Medien unserer Zeit. Sie haben die Welt schrumpfen lassen und die Menschen in Verbindung gebracht, das Kommunikationsverhalten verändert und das Leben ihrer Benutzer bereichert.

Aber das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten, und das Telegramm musste dem Telefon weichen

Das war 100 Jahre später wieder genauso, als das Bessere – Facebook – das Gute verdrängte, nämlich einen heute völlig unbedeutenden Social Media-Pionier namens MySpace. Weiterlesen

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Datenschutzerklärung

Foto: @ErnstvAll / Twitter/w&v

Jede gute Website braucht eine Datenschutzerklärung? Weil ich aber zu faul bin, selber eine zu schreiben und es ohnehin nicht besser könnte, habe ich einfach schamlos bei Andy Ditze abgekupfert. Er hat mir das ja auch erlaubt (siehe unten).

Präambel

Artikel 12 der EU-Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) fordert, dass ich Ihnen „in präziser, transparenter, verständlicher und leicht zugänglicher Form [und] in einer klaren und einfachen Sprache“ erkläre, was hier auf dieser Webseite geschieht. Da ich dabei nicht davon ausgehen darf, dass Sie fünf Jahre Informatik, Jura oder Raketeningenieurwesen studiert haben, soll ich hier also Klartext schreiben. Das mache ich doch gerne. Weiterlesen

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Google – der Dampflok des World Wide Web

So wie die erste Eisenbahnverbindung zwischen Ost- und Westküste praktisch das Ende der ersten Entwicklungsphase des Wilden Westens markierte, war die Gründung von Google ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der digitalen Gesellschaft. Beide läuteten eine neue Ära der Mobilität ein – von Menschen, die eine, von Informationen, die andere.

„Google weiß alles“, lautet ein alter Spruch vor allem in Deutschland, wo die Suchmaschine so beliebt ist, dass der Name es geschafft hat, zum Verb zu werden: „googlen“. Die Statistiker von Smart Insights schätzen, dass Google jeden Tag etwa 1,3 Milliarden Suchanfragen beantwortet, also aufs Jahr hochgerechnet etwa 1,2 Billionen! Sie tut das kostenlos zum Wohl der Menschheit. Das, jedenfalls, behaupten sie. Und überhaupt hat dieses von zwei Studenten der Stanford-Universität 1998 gegründete Unternehmen sich bis heute das Image einer alternativ angehauchten Gutmenschen-Vereinigung erhalten – auch wenn das reichlich blauäugig klingende Gründungsmotto „don’t be evil!“ Steve Jobs, der Apple-Chef und ein erbitterter Google-Kritiker, nannte den Slogan einmal kurz und bündig „bullshit!“ Das dachten sich wohl auch Google. Schließlich war aus dem simplen Suchmaschinen-Betreiber längst ein riesiger Konzern geworden, der auf so ziemlich jeder digitalen Hochzeit tanzt und dabei 2017 einen Umsatz von sage und schreibe 110 Milliarden Dollar macht. Das war auch der Grund, weshalb man sich im Juli 2015 beschloss, eine Holdinggesellschaft namens Alphabet zu gründen, unter deren Dach Google nur eine von mehreren Unternehmen ist.

Zum neuen Konzern gehören zum Beispiel Calico, ein Biotech- Unternehmen, das daran forscht, den menschlichen Alterungsprozess zu verlangsamen oder ganz zu stoppen, Nest Labs, die einen selbstlernenden Heizungsregler entwickelt haben, der die die Raumtemperatur an die Außentemperatur und an Gewohnheiten der Bewohner anpasst, Waymo, ein Pionier auf dem Gebiet selbstfahrender Autos ist, und DeepMind, ein Spezialist für die Anwendung von Künstlicher Intelligenz (KI) und der Schöpfer von AlphaGo, ein Computerprogramm, das nur zu einem einzigen Zweck geschaffen wurde: den besten menschlichen Spieler des chinesischen Brettspiels Go zu schlagen. Wozu, fragt sich der geneigte Leser vielleicht? Immerhin hat IBMs Deep Blue ja schon 1996 den amtierenden Schachweltmeister Garri Kasparow eine historische Niederlage zugefügt: „Ein Computer, der schlauer ist als der Mensch“, titelte damals die Weltpresse. Es ist aber nun einmal so, dass Go, das Lieblingsspiel einer Milliarde Chinesen, ungefähr hunderttausend Mal komplizierter ist als Schach.

Das Besondere an AlphaGo war auch nicht, dass er es geschafft hat, sondern wie er es geschafft hat! Niemand hat nämlich dem Programm beigebracht, wie man Go spielt. Die Regeln und die Gewinnstrategie hat sich der Algorithmus selbst beigebracht – und ist dabei auf Zugfolgen gestoßen, die kein Mensch bisher eingefallen sind. Kenner schnalzen immer noch mit der Zunge, wenn sie an Zug 37 im zweiten Match denken, das mit jahrhundertelang überlieferten Go-Traditionen brach und den menschlichen Gegner, den 18fachen Weltmeister Lee Sedol, komplett überrumpelte. Weiterlesen

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Der Computer, der den Web gewann

64K waren genug: So fing alles mal an!

Eine interessante Parallele zwischen Wildem Westen und World Wide Web ist der Vergleich zwischen Colt und Computer. Beide haben die Anfangsjahre ihrer Epoche geprägt, sie waren allgegenwärtig, niemand kam ohne sie aus.  Beide dienten im Grunde friedliche Zwecke – nicht umsonst hieß der Colt im Jargon des Wilden Westens der „Peacemaker“ – und stifteten viel Gutes; aber beide wurden zu ganz und gar unfriedlichen Zwecken mißbraucht und haben viel Leid und Schaden über die Menschen gebracht.

1836 erhielt der Großwildjäger und Waffenbastler Samuel Colt einen Patent für eine Handfeuerwaffe, bei der die Patronen in einer drehbaren Trommel kreisförmig angeordnet waren. Dadurch war es möglich, fünf bis sechs Schuss (je nach Modell) rasch hintereinander abzufeuern. Colts Erfindung war den damals meist nur einschüssigen Waffen natürlich haushoch überlegen. Der „Sixshooter“, wie er auch genannt wurde, geriet zum Symbol der Epoche. 1955 drehte der Regisseur William Castle den Film „The Gun That Won the West“, in dem der Colt neben dem Winchester Repetiergewehr die Hauptrolle spielte.

Der Computer, der den Web gewann, um im Bild zu bleiben, war der WinTel-PC, dessen Dominanz Anfang der 90er Jahre einzigartig war. Natürlich hatte es vorher schon „persönliche“ Computer für den Hausgebrauch gegeben. Sie wurden von Herstellern wie Atari, Sinclair, Commodore und später auch von Apple angeboten. „Richtige“ Computer, wie sie in Unternehmen eingesetzt wurden, wogen oft mehrere Zentner und waren für Otto Normalverbraucher unerschwinglich.

1981 beschloss IBM, eine kompaktes, handliches Modell auf den Markt zu bringen, der auf den Namen „Personal Computer“ hörte. Nur leider kannte sich bei IBM damals keiner mit den Betriebssystemen für solche Kleinrechner aus, und so wandte man sich an zwei junge Studienabbrecher aus dem Nordwesten der USA, Bill Gates und Steve Allan, die 1975 eine winzige Firma namens Microsoft gegründet hatten, das BASIC-Interpreter für die neuen Minicomputer entwickelte und vertrieb. Weiterlesen

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Die Welt mit anderen Augen sehen

Ich seh was, was du nicht siehst!

Ich seh was, was du nicht siehst!

Um das World Wide Web nutzen zu können, benötigen wir einen Computer. Das heißt: früher war das so. Heute verwenden laut einer Umfrage des IT-Branchenverbands BITKOM fast 90 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 16 ein Smartphone. Bei den 10 bis 11jährigen sind es schon 44 Prozent.

Kids brauchen keine klobigen Desktops oder kantigen Laptops. Sogar die schnittigen Tablets vom Schlag eines iPad oder Galaxy Tab verschmähen sie. Der Smartphone passt bequem in die Hosentasche, und der Bildschirm ist groß genug, um die ganze bunte Welt des World Wide Web samt Apps, Chats und Spiele ausreichend abzubilden. Was will der Mensch mehr?

Selbstverständlich ist das Smartphone auch nur ein Zwischenschritt, wie die anderen auch. Google hat und mit „Google Glas“ gezeigt, wohin die Reise gehen wird. Auch wenn die erste Version der Internet-Brille nicht ausgereift war und deshalb zurückgezogen wurde, geht die Entwicklung weiter, und gehört nicht viel Fantasie dazu, sich einen nicht allzu fernen Tag vorzustellen, wenn wir alle mit Kontaktlinsen (oder vielleicht sogar Linsen-Implantate“ herumlaufen werden, die wie Google Glas in der Lage sind, uns digitale Inhalte vor das Bild unserer (realen) Umgebung zu projizieren. Beim Blick in den Kühlschrank sehen wir gleich, wann die Milch ablaufen wird oder bekommen passende Rezeptvorschläge präsentiert.

Was passiert aber, wenn wir dauernd mit einer Mischung aus Realität und Virtualität konfrontiert werden? Die beiden beginnen zu verschwimmen, bis wir den Unterschied gar nicht mehr erkennen. Unsere Wahrnehmung der Realität verändert sich unter dem Einfluss von Digitaltechnik und Vernetzung: Wir sehen die Welt im Wortsinn mit ganz anderen Augen! Viel fundamentaler kann Veränderung nicht sein. Und wenn wir es einmal satthaben, dann gibt es ja den Ausschaltknopf. Den gibt es übrigens auch am Fernseher: Wir könnten, wenn wir wollten, den Ton abdrehen und, wie unsere Großeltern Stummfilme genießen. Die fanden das ja damals ganz unterhaltend. Aber uns würde heute vielleicht etwas fehlen – eine komplette Dimension, sozusagen. So wird es mit den digitalen Inhalten sein, die vor unseren Augen zu schweben sein – wir werden sie eines Tages gar nicht mehr missen wollen. Weiterlesen

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