COVID-19: Was uns die Zahlen sagen

In der heutigen Ausgabe der New York Times hat John Allen Paulos, Mathematikprofessor an der  Temple University, einen Beitrag geschrieben, der es verdient möglichst breit gestreut zu werden. Die Überschrift lautete „We’re Reading the Coronavirus Numbers Wrong”, und darin versucht er, die öffentliche Wahrnehmung der COVID-19 Pandemie – denn das ist sie inzwischen – zu relativieren. Kurz gesagt: Die Lage ist ernst, aber nicht so ernst, wie viele meinen – und wie die Medien berichten.

Nun muss ich meine Journalistenkollegen natürlich in Schutz nehmen: Sie sind keine Mediziner, und die Äußerungen der Behörden nicht nur in China laden geradezu ein zur Sensationsmache. Tatsache ist aber, dass die absolute Zahl der Erkrankungen sowie die Sterberate wesentlich niedriger sind als bei anderen Fällen von Coronavirus. Die Wahrscheinlichkeit, dass Erkrankte an COVID-19 sterben, ist zwar 20mal höher als bei einer gewöhnlichen Grippe, aber viermal niedriger als bei SARS, 15mal niedriger als bei MERS und bis zu 36mal niedriger als bei Ebola – alles Erkrankungen, die ebenfalls durch Coronaviren verursacht werden.

Die eigentliche Gefahr von COVID-19 ist, dass wir so wenig über sie wissen, beispielsweise wie lange die Inkubationszeit ist. Und wir wissen auch nicht, wie hoch die Erkrankungszahlen wirklich sind, besonders in China, wo die Behörden offenbar ihre Statistiken mehr oder weniger je nach Situation anpassen und verändern.

Was wir wissen, ist dass die Altergruppe 80+ bei weitem die höchste Sterblichkeit aufgrund von COVID-19 aufweist. Und die Experten sind sich ziemlich sicher, dass es frühestens in ein paar Monaten einen wirkungsvollen Impfschutz gegen das Virus geben wird. Das einzige, das wir tun können, ist große Menschenansammlungen meiden und häufiger die Hände waschen. Was Ersteres angeht: Morgen ist ja Aschermittwoch, aber es ist bestimmt nicht mit uns vorbei….

Aber lesen Sie selbst, was der gute Professor zu sagen hat. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Griechisches Essen ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Küche, nicht so sehr.

Kretischer Salat – einfach, aber köstlich!

Jemand auf Quora fragte kürzlich, warum griechische Restaurants ein so schlechtes Bild der griechischen Küche (Suvlaki, Musakas und Gyros) vermitteln. „Ist die griechische Küche wirklich so schlecht?“, fragte er.

Nun, es stimmt: Die griechische ist nicht die beste mediterrane Küche. Die Griechen waren jahrhundertelang arm und unterdrückt, so dass sie weder die Zeit noch den Luxus hatten, eine Esskultur zu entwickeln, wie beispielsweise in Frankreich oder Italien. Ihre ist eine Mischung aus zusammengeworfenen regionalen Stilen und lokalen Produkten, die normalerweise von Menschen zubereitet werden, die nie als Köche ausgebildet wurden. Auf diese Weise ähnelt es der chinesischen Küche im Westen, die normalerweise nichts mit der chinesischen Haute Cuisine zu tun hat.

Ich habe mal tagelang in Athen nach authentischen lokalen Speisen von hohem Niveau gesucht – aber kein Glück! Dafür verbrachten wir früher unsere Ferien in der Region Sfakia auf Kreta, dem „Wilden Süden“, wo der Fisch frisch gefangen wurde, die Lämmer am Berghang leben, wo sie wilde Kräuter essen, und unsere wunderbare Gastgeberin pflegte ihren eigenen Joghurt herzustellen, den wir jeden Morgen mit einheimischem Thymianhonig genossen. Es war alles sehr gut, aber es war nicht wirklich toll.

In München wohnten wir neben dem besten griechischen Restaurant der Stadt, das Paros in der Kirchenstraße, wo das Essen fantastisch ist! Aber es ist nicht alles authentisch griechisch. Ich kenne den Chefkoch, und er hat mir erzählt, dass er regelmäßig französische und italienische Restaurants besucht, um die Rezepte aufzumotzen, die er von seiner Mutter gelernt hat, die von Larissa ist. Für einen Italiener ist die Fähigkeit, wie seine Mutter zu kochen, das kulinarische Äquivalent zum Marathonsieg, aber für die Griechen ist das feine Essen einfach nicht so wichtig; wenn es gut und sättigend ist, ist das gut genug. Finesse ist einfach nicht ihre Stärke.

Und bevor Sie alle anfangen, mich wegen der köstlichen Moussaka niederbrüllem, die Sie letztes Jahr auf Santorin gegessen haben: Ich weiß! Die griechische Küche ist in ihrer höchsten Vollendung eine Freude. Aber es geht dabei halt nicht so sehr um das Essen selbst, sondern um die Erfahrung des Essens. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Essen & Trinken | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

No such thing as a „strongest Cognac“

What is the strongest Cognac, someone asked me on Quora the other day. Cognac happens to be a subject I know lots about: As a young reporter for auto motor und sport I was tasked with writing a major piece for our travel section about Cognac, and I spent almost a week being touted around the region by the authorities and visiting a dozen or so producers large and small. SInce then I have spent 40 years sampling some of the finest Cognacs I could lay hands on, so I guess I know what I’m talking about.

For instance, I know that the French take their Cognac very seriously indeed, so almost every aspect of it’s production is strictly governed by law. Only Cognacs from the Cognacais and the surrounding Charente and Charente-Maritime regions are allowed to bear the name. In this area, the Ugni Blanc grape, also known as Trebbiano, predominates, but produces a thin, acidic wine that is literally undrinkable. The alcohol content of the vin viné (fortified wine) used to make Cognac is roughly 8 percent by volume, or 16 proof.

During the winter months, the wine is twice distilled in traditional pot stills known as alambic charentais, which may not contain more than 30 hectoliters, or about 800 gallons. During the second distilling process, only the bonne chauffe, or „heart“ is kept; the rest is turned over to be made into industrial alcohol. The resulting fine distillate usually contains 60 to 72 percent alcohol (144 proof). That, in fact, is the big difference between Cognac and most other brandies, which in Europe can legally contain up to 50 percent much stronger raw wine spirit. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Cognac, Wein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der König ist tot – es lebe Crémant!

Bild: Wiener Staatsoper

Da der Champagner zu einem massenhaft produzierten und maaslos überteuerten Statussymbol geworden ist, sollten wir uns wahrscheinlich am besten nach Alternativen umsehen, auch wenn der Handelskrieg von Trump verpufft. Der will ja Strafzölle darauf erheben, was den Preis des „Königs aller Weine“ ja nur weiter in die Höhe schrauben  kann.

Die großen Chais haben die Produktionskosten gesenkt und produzieren viel mittelmäßiges Zeug, das sich zu unverschämten Preisen verkauft. Stattdessen stecken sie ihr Geld in die Vermarktung. Um einen wirklich anständigen Champagner zu bekommen, muss man sich heutzutage an die kleineren Häuser wie Bollinger oder Pol-Roger wenden, die immer noch von ihren Gründerfamilien geführt werden. Oder noch besser, machen Sie eine gemächliche Fahrt durch die Hügel zwischen Reims und Châlons-en-Champagne und probieren Sie die wunderbaren Dinge, die die kleinen lokalen Produzenten herstellen. Bestehen Sie auf der „ersten Pressung“, die diese Leute ohnehin verwenden; sie gehen mit ihrer zweiten und dritten Pressung an die großen Markenhäuser, die sie zum zwei- oder dreifachen Preis verkaufen, den man einem kleinen Kerl für seinen besten Wein zahlt.

Wenn nicht, wird ein guter Crémant sehr gut passen. So werden alle anderen Schaumweine in Europa außer Champagner genannt, wenn sie nach der Champagner-Methode hergestellt werden – nur dürfen sie ihn nicht so nennen, so sagt man Méthode Traditionelle. In Frankreich gibt es acht Regionen, in denen Crémant hergestellt werden darf: Elsass, Bordeaux, Bourgogne, Die, Limoux, Jura, Loire und Savoyen. Mir persönlich gefallen die Crémants de Alsace am besten, die ich direkt beim Winzer kaufe. Und haben Sie schon einmal einen guten Winzersekt probiert, was das Gleiche ist, nur in deutscher Sprache. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Das Leben an sich, Wein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Leben und Sterben in Trumpland

Immer mehr Amerikaner sterben immer früher!

Dank Fortschritte in der modernen Medizin, verbesserte Autosicherheit, gesündere Ernährung und höhere Lebensstandards werden die Menschen immer älter, nicht wahr?

Falsch – jedenfalls in den USA. Dort steigt die Sterblichkeitsrate seit Jahren, in den letzten drei Jahren alleine von 8,580 Todesfälle pro Tausend Einwohner auf 8.800, also um mehr als ein Prozent im Jahr. Besonders erschreckend ist die Zunahme in der Altersgruppe der 25- bis 34jährigen. Dort ist die Sterberate zwischen 2010 und 2017 um sage und schreibe 29 Prozent gestiegen!

Damit sind die Vereinigten Staaten das einzige Industrieland, bei dem die Lebenserwartung von Menschen zwischen 25 und 64, also diejenigen, die sozusagen mitten im Leben stehen sollten, spürbar abnimmt. Insgesamt liegt die durchschnittliche Lebenserwartung eines Amerikaners bei 78,69 Jahren, wie die Weltbank sagt. In Deutschland beträgt sie 80,64, in Frankreich sogar 82,27. Weltweit leben die Japaner am längsten, nämlich 83,98 Jahre.

Und es wird noch schlimmer kommen, sagen die Vereinigten Nationen. Die Sterberate in den USA wird nach ihren Prognosen in den kommenden Jahren steil ansteigen und bis 2053 sogar 10.591 erreichen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die schreckliche deutsche Right-Write Reform

Schafft zwei, drei, viele Rechtschreiberegeln!

Im Jahr 1996 beschloss der Deutsche Bundestag in seinem unerforschlichen Ratschluß, die deutsche Rechtschreibung rechtskräftig zu verändern, oder zu „reformieren“, wie sie es damals nannten. Daran erinnerte mich jetzt eine Frage auf Quora, nämlich „Was sind Regeln der deutschen Sprache, die unlogisch sind„. Ich habe damals für das Feuilleton der Süddeutschen Zeitung ein Essay geschrieben, das viel Beachtung fand und mir unter anderem eine Einladung zu einer Diskussion im Bayerischen Rundfunk mit Deutschlands oberster Deutschlehrerin, der Chefin des Philologenverbands, einbrachte. Ich denke, es ist auch heute noch wert, gelesen zu werden.

Als in Deutschland lebender Amerikaner frage ich mich ja schon ob es nötig ist, dass alle recht schreiben? Der amerikanische Autor Mark Twain beschrieb seinen Lesern einmal die deutsche Sprache als ein linguistisches Schreckgespenst, nämlich als „the awful German language“. Würde er heute noch im Zeitalter der Rechtschreibreform leben, dann würde er sicher ebenso lustvoll über „the awful German right-write rform“ lästern.

Aus Sicht eines Mitglieds der angelsächsischen Sprachfamilie kann man ja auch nur den Kopf schütteln über das, was sich die Deutschen heute an Diskussion über ein Thema leisten, das im Grunde gar keines ist. Rechtschreibung ist keine staatliche Hoheitsaufgabe, sondern ein evolutorischen Prozess. Er lässt sich nicht vorschreiben, und der Versuch es dennoch zu tun entbehrt nicht einer gewissen Tragikomik. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die gute, alte Postmappe lebt noch!

Mein Blogpost von gestern über die Titelgeschichte im aktuellen Economist und die neuen CEOs hat bei mir eine Erinnerung getriggert an einen Text, den ich 2010 geschrieben habe. Er ist (leider) heute genauso aktuell wie damals. Nur Feri Clayton bezieht wie ich befreits Rente.

Tatsächlich hat sich der Büroalltag in vielen Firmen trotz PC und Internet in vielen entscheidenden Details nicht wirklich verändert. Noch immer wandern Papierdokumente von Schreibtisch zu Schreibtisch, werden E-Mails ausgedruckt und dem Chef in der Postmappe vorgelegt, suchen hoch qualifizierte Mitarbeiter oft stundenlang im Keller nach einem falsch abgelegten Vermerk oder einem wichtigen Vertrag, öffnen selber ihre Briefe und stellen sich am Kopierer hinten an – alles Dinge, die eigentlich längst der Vergangenheit angehören müssten, wenn Unternehmen „ihre Hausaufgaben gemacht und rechtzeitig in ECM investiert hätten.“

Die drei Buchstaben ECM stehen für „Enterprise Content Management“, zu Deutsch „unternehmensweites Dokumentenmanagement“, und sie beschreiben eine Welt, die seit Jahren zwar beschworen, aber nie wirklich ernsthaft in Angriff genommen worden ist, nämlich das (weitgehend) papierlose Büro. Nicht, dass jemand ernsthaft glaubt, dass Papier ganz aus dem Arbeitsalltag verschwinden wird. Aber wenn man konsequent versuchen würde, Papier überall dort durch Digitaltechnik zu ersetzen, wo es Sinn macht, könnte die Wirtschaft jedes Jahr Milliarden sparen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter Arbeiten 4.0, Der Digitale Chef, Digitale Transformation, Intelligent Business | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der digitale Chef

 Führungskultur im Zeitalter von IoT und KI

Wie viele Blog-Besucher wissen bin ich als Vortragsredner in den letzten Jahren vor allem mit dem Thema „Digitale Transformation“ erfolgreich durch die Lande gezogen.

Aber im Gegensatz zu einigen anderen, die mehr aus der Computerecke kommen, habe ich das Thema immer als eine Mischung von Technik und Managementaufgabe verstanden. Und so wissen diejenigen von Euch, die mich schon mal gehört haben, dass es mir immer auch um Dinge geht wie Hierarchieabbau, Vernetzung und Führungskultur (Stichwort: „Leadership 4.0“, wie der Titel eines ebenfalls sehr beliebten Vortrags von mir heißt).

Ich habe mich deshalb sehr gefreut, die Titelgeschichte in der aktuellen Ausgabe des Economist zu lesen (meines Erachtens das beste Wirtschaftsmagazin der Welt) – denn sie wiederholt und bestätigt einige meiner Kernthesen.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter Arbeiten 4.0, Der Digitale Chef, Intelligent Business, Internet & Co. | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Wer hätte das gedacht: Die Bahn als Innovations-Dampflok!

© Foto: Ludmilla Parsyak, Fraunhofer IAO

Ich habe neulich einen klugen Vortrag gehört von einem, von dem ich es, ehrlich gesagt, nicht erwartet hätte. Ort der Handlung war das Zukunftsforum des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) in Stuttgart, und derjenige, der ihn hielt, heißt Martin Seiler und ist seines Zeichens Vorstand Personal und Recht bei der Deutschen Bahn AG. Nichts gegen Herrn Seiler persönlich, aber das Unternehmen, das er vertritt, gilt nicht gerade als Innovations-Lokomotive.

Zu ihn hat man auf dem Podium auch noch drei Vorzeige-Startups gesetzt: Lasse Rheingans, Geschäftsführer der Rheingans GmbH in Bielefeld, die sich selbst als „Digital Enabler“ beschreibt, Anna Kaiser, Geschäftsführerin von Tandemploy, ein typisches Gewächs aus dem Berliner Gründer-Treibhaus, und Dr. Steffi Burkhart, selbsternanntes „Sprachrohr der Generation Y“ aus Köln. Ich habe mir das vorher so vorgestellt, als ob ein Vogel Strauß mit drei Spatzen ums Futter streiten will – aber von wegen!

Natürlich haben die drei Jungspunde alle Register aus der Welt von Arbeiten 4.0 gezogen: nonterritoriale Workspaces, Jobsharing, freie Wahl von Arbeitszeit und -ort, Couch und Wellnessbereich, um die lieben Kollegen ab und zu doch noch ins Büro zu locken, und was nicht sonst alles wohlfeil angeboten wird von den Gurumanen. Seiler schien bereits auf dem Abstellgleis gelandet zu sein. „Ein Lokführer kann sich nicht aussuchen, wann und wo er arbeiten will“, war sein eher hilflos wirkender Einwurf.

Doch am Ende holte der Vertreter der ersten Industriellen Revolution aus – und zeigte den digital Transformierten mal so richtig, wo in der Arbeitswelt von Hier und Heute die Harke hängt! Weiterlesen

Veröffentlicht unter Arbeiten 4.0, Digitale Aufklärung, Digitale Revolution, Digitale Transformation, Intelligent Business | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Klimakiller KI

Quelle: On Global Electricity Usage of Communication Technology: Trends to 2030, Anders S. G. Andrae und Tomas Edler, Huawei Technologies Sweden AB

KI braucht zwei Dinge: ein Art Denkmaschine und eine Möglichkeit, ihr Umfeld wahrzunehmen und mit ihr zu interagieren. Sensoren erfüllen diese Aufgabe, und sie werden immer mehr, immer kleiner, sparsamer und intelligenter. Laut dem Marktforschungsunternehmen Mordor Intelligence wird sich der Weltmarkt für industrielle Sensorik, der 2018 knapp 10 Mrd. US- Dollar groß war, bis 2024 mehr als verdreifachen. Allein in der Automobilindustrie werden Expertenschätzungen zufolge bis 2020 mehr als 22 Mrd. Sensoren pro Jahr benötigt – pro Fahrzeug bis zu 200!

Osram hat Opto-Sensoren entwickelt, die Landwirten erlauben, Getreide- oder Gemüsefelder per Smartphone zu scannen und an ein KI-System zu übermitteln, dass Zucker-, Wasser- und Fettgehalt analysiert und so den idealen Erntezeitpunkt bestimmt. Forscher von der RTWH Aachen haben gemeinsam mit Kollegen von der Königlich Technischen Hochschule (KTH) Stockholm Bewegungssensoren aus dem bienenwabenförmigen Werkstoff Graphen entwickelt, die gerade so dick sind wie ein einzelnes Atom. Sie können Beschleunigungen in Smartphones, in Schrittmessern oder in Herzschrittmachern messen.
Energie aus der Luft

Das größte Problem von Sensoren waren bisher Kosten und Energiebedarf. In den letzten Jahren sind die Preise für Industriessensoren dramatisch gefallen. Goldman Sachs und BI Intelligence haben in einer Studie festgestellt, dass der Durchschnittspreis für einen typischen Industriesensor zwischen 2004 und 2014 von $1,30 auf $0,60 halbiert haben, und sie erwarten, dass sich die Preise bis 2020 um weitere 37 Prozent auf $0,38 gesunken sein werden.

Ein Grund für den Preisschwund ist die wachsende Zahl der Anbieter. Allein in den USA teilten sich 2017 mehr als 3.000 Hersteller den boomenden Markt. Angetrieben durch den hohen Innovationsdruck fangen erste Anbieter an, Halbleiterchips herzustellen, die über eine eingebaute KI verfügen. Intel stellte im August 2019 seinen ersten Smart Chip vor, den Nervana Neural Network Processor (NPP), der zum vollautomaischen Trainieren von neuralen Netzwerken geschaffen worden ist. Google, Nvidia und Amazon AWS haben ähnliche Produkte angekündigt oder vorgestellt. Weiterlesen

Veröffentlicht unter artificial intelligence, Cloud Computing, Intelligent Business, Künstliche Intelligenz | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | 1 Kommentar