How to Become a Leading Hotel

24. Oktober 2014

Ever wonder what it takes to become one of the world’s Leading Hotels? I did on the occasion of my stay at the Hotel Palace Berlin, which is a member of that elite and illustrious group, and truth be told I still don’t know the answer. For one, there are better or at least better known super-luxury hotels in the German capital, for instance the new Adlon or Sir Rocco Forte’s Hotel Rome where no expense was spared. Compared to them, the Palace seems a bit left behind, like an elderly Hollywood star scheduled for some overdue facelifting.

Okay, I suppose it helped back in the old days before German reunification if you were located in what was then the pulsing heart of (West) Berlin, right across from the famous Zoo and handy for the famous emporium KaDeWe, not to mention the (then) main rail terminus Bahnhof Zoo and a quarter of an hour’s taxi ride from Tegel airport. But seen from the outside, the Palace is hardly very imposing and kind of acts as an addendum to a rather shabby shopping mall. Yeah, the lobby is suitably posh in a slightly old-fashioned glitzy kind of way. And the rooms – or at least my room in the seventh, or “Club” floor – wasn’t particularly big not overly well-appointed: a double bed whose mattress hadn’t been turned for quite a while, and possibly hundreds or thousands of previous sleepers had left behind a distinct and frankly (again: for me) somewhat annoying hollow; a cramped little desk, two over-stuffed armchairs; a tiny mini bar containing, among other things, a bottle of sparkling water that another previous guest had drunk and refilled with tap water before carefully recapping it and putting it back in the fridge. I mean: You can pay 400 Euros for a hotel room, but you can’t afford a bottler of water? What a sorry creature… Weiterlesen »

The Digital Future is on display in Lisbon

22. Oktober 2014

Sonae FINCO 14

Next week I will be in Lisbon talking to a couple of hundred employees, partners and guests of Sonae, a multi-billion dollar corporation with roots in retailing and telecommunications. A highly innovative company, Sonae puts on its “FINCA” conference once a year, and I will be on stage with my old friend, the “Futurist” and author Gerd Leonhard. But first, I was asked to answer a list of questions for Sonae’s corporate magazine, and here is what I said in reply:

Are retailers prepared/able to embrace the latest technologies (like Google glass, e.g., adopt an all new approach in terms of retail/stock levels)?

Retailers would be wise to embrace the new technologies instead of ignoring or actively resisting them as many do today. In the networked economy, it is the customer alone who decides which channel and/or technology to use. If retailers do not offer their customers the full range of choices, then a certain number will simply take their business elsewhere. And customers are becoming more demanding every day. Amazon is being forced to invest in same-day delivery, not because they want to, but because customers demand it. The Internet is rapidly making the old supply-driven business model obsolete. Today, it’s all about customer empowerment.

Which are the main errors retailer make (or companies in general) when dealing with the customer 2.0? And which are the best practices?

Many retailers have adapted too slowly to the fundamental market changes brought about by digital technology. Retail today must be personal, authentic and open. Markets are conversations, as my friend Doc Searls wrote in the “Cluetrain Manifesto”. But many retailer are unable or unwilling to engage in a dialog of equals with their customers. Instead they still think that they control the message and can simply broadcast one to many like in the good old days. They don’t realize that the flow of information has turned completely around. Marketing communications and marketing departments have to function as inbound channels through which information about customers can be routed to R&D, Production and Sales Departments where they can be turned into products uniquely tailored to the wishes and needs of individual customers. “One-size-fits-all” doesn’t work any more. Weiterlesen »

Saulus, Paulus und die disruptive Wucht des Internets

12. Oktober 2014
Would the real Internet Guru please stand up?

Would the real Internet Guru please stand up?

Es gibt gewisse Ähnlichkeiten zwischen Jaron Lanier, der heute in Frankfurt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels entgegen nimmt, und meinem kürzlich verstorbenen Freund und Coautoren Ossi Urchs. Ja, die Dreads – aber da hört die Ähnlichkeit nicht auf. Beide kannten sich gut, und ich habe sie in San Francisco bei einer Konferenz von Silicon Graphics zusammen erlebt, als wir uns nach einem Vortrag Jarons über die Zukunft von Virtual Reality auf ein Kaffee und ein Ratsch hingesetzt haben und uns völlig einig waren, dass die damals noch recht primitiven VR-Computer eines Tages unsere Sicht der Welt verändern würden. “Irgendwann wirst du gar nicht mehr sehen können, ob du dich in der Wirklichkeit oder in der virtuellen Realität befindest”, schwärmte Jaron damals. Und er hat ja Recht behalten, wie Ossi und ich in “Digitale Aufklärung” geschrieben haben. Nur, dass man dazu keine zentnerschweren Indy Workstations mehr braucht: Du setzt dir einfach ein Google Glass auf, und schon verschwimmen Realität und Virtualität zu einer neuen Dimension der Wahrnehmung.

Ossi und Jaron haben sich in den letzten paar Jahren aber weit auseinander entwickelt. Ossi, der Netzwerker und Vordenker, blieb davon überzeugt, dass wir dank Internet bessere Menschen und damit Teile einer besseren Gesellschaft sein werden. Jaron sah und sieht das anders. Er glaubt im Gegensatz zu uns nicht an den Netzwerkeffekt, nämlich dass das Ergebnis größer ist als die Summe der Teile. Für ihn ist das Kollektivismus und damit nichts anderes als eine Art von Digitalem Maoismus, wie er in “You Are Not A Gadget” schrieb. Wikipedia und die Open Source-Bewegung zerstören angeblich die Möglichkeiten für die Mittelklasse, die Erzeugung von Inhalten zu finanzieren. Und er hat Angst vor digitalen Massenbewegungen, weil sie seiner Meinung nach direkt in die “digitale Barbarei” führen.

Es konnten also keine zwei gegensätzlicheren Menschen unter den roten Mähnen stecken. Weiterlesen »

Kohls Volkshochschulhirn

11. Oktober 2014
5.0.3

Mütterchen war eine Dame. Aber Kohl war kein Herr.

Der Verbalausfall von Altkanzler Helmut Kohl gegen den ehemaligen SPD-Vize und Bundestagspräsident Wolfgang Thierse („Volkshochschulhirn“), der in dem umstrittenen Enthüllungs Buch von Heribert Schwan und Tilman Jens, „Die Kohl-Protokolle“ öffentlich wurde, hat in mir längst verschüttete Erinnerungen wachgerüttelt.

Ich bin Kohl als junger Mann begegnet, aber was noch viel wichtiger ist: Er ist meiner Mutter begegnet. Es muss irgendwann mitte der 80er gewesen sein. Kohl stand auf dem Zenit seiner Macht. Meine Mutter war Chefin der Lehrmittelabteilung der University of Maryland in Heidelberg und dort für den Einkauf von Büchern für Studenten zuständig, die (wie ich übrigens auch) an der University College studierten. Das war ein vom US-Verteidigungsministerium unterstützter Service für GIs und ihre Angehörigen, die gerne parallel zum Wehrdienst ihr unterbrochenes Studium fortsetzen wollten. In Spitzenzeiten waren es mehr als 20.000 pro Trimester, und meine Mutter verfügte über ein Millionenbudget.

Die „U of M“ war trotzdem ein ziemlich familärer Betrieb: Der Verwaltungskopf bestand aus vielleicht drei Dutzend Angestellten, die Professoren waren meist junge Amerikaner, die nach dem eigenen Studium ein oder zwei Jahre in Europa dranhängen wollten. Und einmal im Jahr gab es eine richtige zünftige Abschlußfeier, die „Commencement Ceremony“, komplett mit Talare und Mortarboard-Hüten. Sie fand in der Audimax der altehrwürdigen Heidelberger Universität statt. Die Mitarbeiter organisierten die Festivität selbst, und meine Mutter war in dem fraglichen Jahr für die Betreuung der Ehrengäste eingeteilt worden. Weiterlesen »

Grabrede für meinen besten Freund

11. Oktober 2014
Thanks for everything, dude: om namo narayan!

Thanks for everything, dude: om namo narayan!

Ossi war mein bester Freund. Ich weiß nicht, ob ich sein bester Freund war. Das mit den Freunden ist im Zeitalter von Facebook ja etwas schwierig geworden. Ein Freund ist heute jemand, der mir wichtig ist – egal ob ich ihm jemals leibhaftig gegenüber gesessen bin oder nicht. Ich habe aktuell 758 Freunde auf Facebook. Das heißt, eigentlich sind es ja jetzt 757. Aber ich zähle Ossi immer noch mit, denn er ist dort ja immer noch sehr, sehr präsent.

Bei aller Wertschätzung für die so genannten Sozialen Medien würde ich aber meine Freundschaft mit Ossi ungern auf die gleiche Stufe stellen. Erstens haben wir uns schon lange gekannt, bevor es Facebook gab. Und zweitens waren es gerade die realen Begegnungen, die langen, langen Gespräche mit ihm, die mir in Erinnerung bleiben und die mir so sehr fehlen werden. „F2F“ heißt das in der seltsamen Kürzelsprache des alten Internet, zu dem Ossi und ich ja beide als „Urgesteine“ gehören. Und das ist nicht zu ersetzen, nicht durch alle E-Mails, alle Tweets, Postings, Likes oder eben alle Facebookfreundschaften der Welt. Weiterlesen »

Jeeves lebt!

11. Oktober 2014

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Dass ich das noch erleben durfte: Nach 40 Jahren feiert Jeeves, der Butler aller Butler, Auferstehung. Bertie Wooster kommt doch noch unter die Haube. Und alle Fans von PG Wodehouse (alias: Sir Pelham Grenville Wodehouse) können sich auf ein neues Landhaus-Abenteuer freuen zwischen Cocktailshakern und Gurkensandwichs, Rasentennis und Cricketfeld. Der gute alte Zweisitzer setzt sich wieder in Bewegung, und wir dürfen Wiedersehen feiern mit Tante Agatha, Harold „Stinker“ Pinker, Madeline Basset, Claude „Catsmeat“ Potter-Pirbright und vielen anderen unvergänglichen Figuren aus den insgesamt 11 bisherigen Jeeves-Romanen.

Nein, Wodehouse ist nicht von den Toten auferstanden und hat sich an die alte mechanische Schreibmaschine gesetzt. Und es ist auch kein unveröffentlichtes Manuskript beim Ausmisten seines Dachstuhls aufgetaucht. Statt dessen hat sich ein Brite namens Sebastian Faulks hingesetzt und versucht, das eigentlich Unmögliche möglich zu machen, nämlich ein Buch zu schreiben, das so genau den unverwechselbaren Tonfall des Meisters trifft, als wäre es wirklich ein Stück vom ihm. Weiterlesen »

Ein Spionagethriller als Tatsachenroman

06. Oktober 2014
Gänsehaut gratis

Gänsehaut gratis

Spätestens seit Edward Snowdon und seinen NSA-Enthüllungen dürfte auch dem Letzten klar sein, dass in der vernetzten Welt neuartige Gefahren lauern. Dass man unsere Handys abhört oder uns beim Surfen über die Schulter schaut, wussten wir eigentlich schon vorher. Aber getan haben wir nichts, außer den Kopf in den Sand setzen.

Ich habe an anderer Stelle schon meine Sicht der Dinge in Sachen Big Data dargestellt: Solange ein Wirtschaftsunternehmen Informationen über mich sammelt, um mich besser bedienen zu können, finde ich das in Ordnung. Mit Dingen erfreut werden, die ich sowieso will und mich nicht mehr mit Angeboten zu belästigen, die ich nicht haben will, ist prinzipiell in Ordnung. Das ist nicht Big Brother, das ist allenfalls Little Brother, wie der „Economist“ unlängst schrieb. Oder anders ausgedrückt: Es ist das, was ein Tante Emma-Laden früher so erfolgreich machte: Die Ladenbesitzerin kannte mich und wusste, wann ich was will. Sie konnte mir aber auch sagen: „Lieber Herr Cole, wir haben etwas Neues hereinbekommen, und das wird Ihnen schmecken!“

Marktwirtschaft ist die beste Form des Datenschutzes, denn wenn ein Unternehmen meine Daten so verwendet, dass mir ein Schaden daraus entsteht, habe ich als Kunde ein Machtmittel in der Hand: Der Entzug der Kundenbeziehung. Und das tut richtig weh… Weiterlesen »

Was ich den Verlegern gerne gesagt hätte

03. Oktober 2014

Gestern kam eine Anfrage rein für einen Vortrag in Hamburg vor Verlegern (Print und Online). und zwar von einer Firma, die hier nicht genannt werden soll, die aber recht bekannt ist im Bereich des Cross Media Publishing. Die Dame, die mir die Mail schrieb, hatte auch ganz konkrete Vorstellungen über das, worüber ich reden sollte, nämlich: “Es soll sich ums Publishing, um die Prozesse drehen. Gern auch einen Ausblick in die Zukunft. Wie entwickelt sich das Leseverhalten? Wie konsumieren die Menschen Informationen? Welchen Einfluss hat die Technik? Wie können Publisher auf diese Entwicklung reagieren? etc.”

Ich setze mich hin und schrieb eine Antwort, und weil mich das Thema wirklich interessiert, fiel die Antwort etwas länger und auch etwas kontroverser aus, als ich gedacht hatte. Mir war aber auch klar, dass ich die Dame womöglich so erschrecken könnte, dass ich nie wieder etwas von ihr höre – dann ist der Auftrag futsch.

Aber wenn schon, so dachte ich, dann wäre die Antwort wenigstens ein schöner Blogpost, also hier isser. Vielleicht gefällt er wenigstens Euch/Ihnen:

Danke, dass Sie an mich gedacht haben. Ich sehe auch kein Problem mit dem Termin: Von Hamburg nach Salzburg gibt es mehrmals am Tag Flüge.

Schwieriger ist es mit dem Thema. Dazu muss ich vorausschicken, dass ich Vollblutjournalist bin, und das seit mehr als 40 Jahren. Ich habe das Zeitungsmachen „im Blei“  gelernt, habe den Übergang zu Lichtsatz und Desktop Publishing mitgemacht und bin dann Anfang der 90er ins Online-Fach gewechselt, wo ich einer der ersten, wenn nicht der allererste Blogger in Deutschland geworden bin.

Ich habe fassungslos mit zusehen müssen, wie die deutschen Verleger das Internet anfangs ignoriert haben, dann viel zu spät auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind und bis heute eigentlich nicht wirklich verstanden haben, wie Online funktioniert. Sie haben ihre Inhalte verschenkt und sich ohne Not die Cash Cow Kleinanzeige von Startups wie Monster oder Scout24 wegschnappen lassen. Sie haben sich geärgert, weil Google mit Links zu ihren Inhalten viel Geld verdient hat, aber als Google aufhörte, Links zu ihnen zu setzen, haben sie laut „Erpressung“ geschrien. Das von den Verlegern durchgesetzte „Leistungsschutzrecht“ soll das Zeitungssterben stoppen und wird es in Wirklichkeit nur beschleunigen.

Ich weiß nicht, ob Ihre Verleger das hören wollen. Auch nicht, dass sie die Zukunft des „Qualitätsjournalismus“ totsparen (wie die „FAZ“, die gerade wieder 40 Qualitätsjournalisten entlässt).

Andererseits sind die Themen, die Sie ansprechen, wahnsinnig spannend. Wir erleben im Grunde eine Umkehrung der Nachrichtenströme (Stichwort: „Leserreporter“) und eine Demokratisierung der Informationsverbreitung. Man kann es auch so beschreiben, wie ich es in einem meiner Bücher getan habe, als ein Machtwechsel zugunsten des Kunden/Lesers. Kommunikation ist im „Mitmach-Internet“ Trumpf, und Märkte (auch die für Nachrichten) sind heute Unterhaltungen, wie mein Freund Doc Searls es im „Cluetrain-Manifest“ treffend beschrieben hat.

Das klassische Geschäftsmodell des Verlegers ist im Online-Zeitalter ebenso von so genannten „disruptiven“ Technologietrends bedroht wie der des Buchhändlers (Amazon), des Hoteliers (Airbnb), des Taxiunternehmers (Uber) oder der Banken (Paypal, Transferwise), und sie werden entweder reagieren müssen oder untergehen. In dieser Welt bestimmt der Kunde – und nur der Kunde – welchen Kanal er wofür verwenden will. Die Nachrichten- und Meinungshoheit hat die Seite gewechselt: Nicht die Medienmacher, sondern die Mediennutzer haben heute das Sagen. Dieser Trend ist für die Verlagsbranche schmerzlich, aber unumkehrbar.

Reine Printverleger werden entweder zu Cross-Media-Publisher mutieren oder eingehen. Sie werden auf das veränderten Medienverhalten junger Menschen – Kids lesen keine Zeitung – reagieren und diejenigen Formate besetzen müssen, die tatsächlich ankommen und genutzt werden. Journalisten werden von Nachrichtensammlern zu Navigationshelfern in der Informationsflut, die ihren Lesern/Hörern/Zuschauern über viele Kanäle entgegenkommen und vor allem eines bieten: Kontext, also eine Erklärung dessen, was ständig auf uns einprasselt.

Oh je, jetzt haben Sie mich aber so richtig in Fahrt gebracht mit Ihrer Anfrage. Tut mir leid, aber Sie sehen, wie mich das Thema treibt.

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Der “Ossi-Effekt”

30. September 2014
Allzeit-Hoch

Rekordquote

Noch ein Gradmesser für die Wertschätzung, die man Ossi entgegengebracht hat, ist die Statistik auf meinem Blog “www.cole.de”: Am Tag, als die Nachricht von seinem Tod samt Nachruf hier gepostet wurde, haben 1200 Leute reingeschaut  – mehr als je zuvor.

Da fehlen die Worte

30. September 2014
Bitte kurz fassen!

Bitte fassen Sie sich kurz!

Es geht in dieser IT-Branche wirklich keiner verloren. Mein alter Freund Michael Frenzel war jahrelang Pressesprecher bei 1&1 in Montabaur, aber dann war er plötzlich weg und wir haben uns aus den Augen verloren. Aber jetzt ist er wieder aufgetaucht: In einer E-Mail sagte er mir, dass er jetzt für die WorldHostingDays zuständig ist, die weltweit größte Serie von Events für die Cloud und Hosting Industrie. Die findet am Freitag, 7. Oktober im Hotel Bayerpost am Münchner Hauptbahnhof statt und gehört zur Veranstaltungsreihe „WHD.local“, die auch in Amsterdam, London, Moskau, Istanbul und Madrid stattfindet.

Abgesehen davon, dass ich die dort behandelten Themen spannend finde wie „Digital Disruption“, „Any Data, Any Where?“ oder „Qualified Trust Services in the Cloud“, ist es vor allem das Format, das mich fasziniert. Die Veranstalter wollen doch tatsächlich 21 Sprecher in einem Tag über eine einzige Bühne jagen, was ungefähr eine Redezeit von 15 Minuten pro Speaker bedeutet. Ich lebe ja selbst von meiner Fähigkeit, die Aufmerksamkeit des Publikum auf mich zu ziehen, und man gibt mir dazu normalerweise irgendwo zwischen 45 und 60 Minuten Zeit. Einmal durfte ich sogar zwei Stunden reden, und das gleich 25 Mal, nämlich bei allen Direktmarketing-Centers der Deutschen Post AG. Das war selbst mir zu viel, jedenfalls am Stück, und so habe ich den Veranstalter davon überzeugt, dass es besser wäre, eine Pinkelpause dazwischen einzulegen.

Ich habe also volle Hochachtung vor einem Sprecher, der in 15 Minuten fertig wird. Ich bezweifele allerdings, dass es jedem gelingt.  Ich werde auch oft als Moderator solcher Konferenzen angefordert, und ich schwitze jedes Mal Blut und Wasser, wenn einer kurz vor Ablauf seiner Redezeit erst auf Nummero 10 von 30 mitgebrachten Slides angelangt ist. An der Uni ist das viel einfacher: Da gibt es oft bei wissenschaftlichen Symposia eine Stoppuhr, die rot aufleuchtet, wenn die Redezeit vorbei ist, und dann muss der Herr Professor schlimmstenfalls mitten im Satz seinen Redefluss beenden und Platz machen für den nächsten, der unbedingt mit seinem Text in dem Berichtsband der Tagung auftauchen will.

Allerdings kann auch ich mal anders. So geschehen am Samstag auf dem „DGFP lab“ der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. im Radialsystem-Gebäude in Berlin. Dort durfte ich auf Vermittlung der Econ-Referentenagentur als Keynotesprecher auftreten, um vor 400 aufgeweckten jungen Personalern über das Thema zu reden: „Erfolgsfaktor Netzwerk: Können Unternehmen in Zukunft ohne Partizipation überleben?Weiterlesen »