Technologie ist das Problem – aber ist es auch die Lösung?

Foto: Christopher Dombres/Flickr

Wenn GAFA & Co. die ganze Macht ihrer Entwicklungsabteilungen darauf konzentrierten – wären sie in der Lage, den ganzen Rattenschwanz an die Probleme, die sie uns beschert haben – Cyber-Mobbing, Kinderporno, Hass-Sprech, Fake News – mit Hilfe entsprechender Algorithmen und künstlicher Intelligenz zu lösen? Eigentlich müsste sich alles, was anstößig, unmoralisch, kriminell oder politisch unkorrekt ist, mit einem Mausklick verschwinden lassen können, oder?

Doch leider ist die Sache aber nicht so einfach. Erstens mal müssten wir uns einig werden, was anstößig oder inkorrekt ist. Andere Länder, andere Sitten, heißt es ja. Wessen Moralbegriff soll also beim Filtern von Online-Inhalten gelten?

Als Microsoft seine allererste Suchmaschine namens MSN Search 1998 einführte, reiste der damalige CEO Steve Balmer nach München zu einer Pressekonferenz, wo er den anwesenden Journalisten versicherte, dass Microsoft selbstverständlich keine anstößigen Suchergebnisse liefern würde. Es entspann sich eine interessante kulturelle Diskussion darüber, wie unterschiedlich man „anstößig“ dies- und jenseits des Atlantik definiere.  „Nacktheit und Sex“, meinte Balmer. „Das, was bei Euch in Deutschland im Spätabendprogramm läuft, würde in Amerika einen Polizeieinsatz verursachen“, meinte er. Gewaltszenen, gegen die in Deutschland vermutlich die Staatsanwaltschaft eingreifen würden, seien dagegen in Amerika gang und gäbe. Zum Schluss musste Balmer Farbe bekennen: Ein Journalist fragte, welche Maßstäbe bei MSN jetzt zu gelten hätten. „Na, unsere, natürlich“, sagte er mit entwaffnender Ehrlichkeit.

Vorstellbar, also, dass die großen Konzerne für jedes Land eigene Filteralgorithmen schreiben müssten. Doch noch ist es nicht so weit. Das liegt ganz einfach daran, dass die künstlich intelligenten Systeme heute doch nicht ganz so schlau sind, wie wir es ihnen alle irgendwie zutrauen. Weiterlesen

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Europe: the Web’s Last Hope?

This is an excerpt from the latest book I am writing, entitled: Wild Wild Web – what the history of the Wild West teaches us about the future of the Digital Society. Comments are welcome.

It’s not all bad news for the Web these days. In a dossier compiled in May for the Washington Post, authors Tony Romm, Craig Timberg and Michael Birnbaum voice their belief that “Europe, not the U.S., is now the most powerful regulator of Silicon Valley“, an impression that is rapidly solidifying.

  • In June 2018 the British government imposed a maximum fine of half a million Pounds on Facebook for failing to adequately protect its users’ data, thus allowing Cambridige Analytica to use information about 87 million Facebookers to create voter profiles which they sold to the Trump campaign.
  • In 2017, the EU Commission pronounced a penalty of 110 million Euros against Facebook for illegally combining their user data with those of their subsidiary WhatsApp and then lying about it.
  • The same year, it was Google’s turn. The search giant was forced to pay a recordbreaking fine of 2.42 billion Euros for abusing its market power to rank its own ads above those of competitors.
  • A few months later the EU Commission decreed that Amazon must pay 250 million Euros in back taxes because of an illegal deal they struck with authorities in Luxembourg.
  • Again in autumn 2017, the EU Commission took its member state, Ireland, to task for allowing Apple to save an estimated 13 billion Euros through a special tax loophole created for them. Ireland has appealed this sentence to the European High Court.

And it’s not just GAFA who must fear the might of Europeans which, after all, is the world’s second-largest economic zone with some 510 million inhabitants and a GDP of 17 billion Dollars. Uber, for instance, was recently sentenced to fines of 800,000 Euros each in France and Germany. And AirBnB faces a growing spate of legal actions by local authorities from Berlin to Barcelona and Mallorca, where owners are facing still fines if they are caught renting the apartments to tourists and other short-term occupants, given the scarcity of affordable housing in these popular places. Weiterlesen

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Europa: die Rettung fürs Internet?

Bildergebnis für Europe vs US digital

Quelle: Nikki Shaner-Bradford / BWOG Columbia Studnet News

Europäer blicken üblicherweise neidisch nach Amerika, das es ja angeblich besser hat. Aber ist das wirklich so? Ja, es gibt kein europäisches Unternehmen, dass in der gleichen Liga spielt wie Google, Amazon, Facebook oder Apple – aber ist das so schlimm? Tägliche Meldungen über Datenklau, Datenmanipulation und Datenmißbrauch lassen Zweifel aufkommen.

Aber vielleicht wird ja umgekehrt ein Schuh draus. Es sieht in letzter Zeit nämlich eher so aus, als ob uns die Amerikaner beneiden würden. In einem Dossier für die Washington Post behaupten die Autoren Tony Romm, Craig Timberg und Michael Birnbaum im Mai 2018: „Europe, nicht die USA, sind heute die mächtigsten Regulatoren des Silicon Valley.“ Ein Eindruck, der sich immer mehr zu verdichten scheint: Weiterlesen

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Eurowings hält uns Kunden wohl für doof!

Warum ich Eurowings für die mieseste Fluggesellschaft Deutschlands halte, nachdem AirBerlin nicht mehr im Rennen ist? Ganz einfach:

Ich habe mir heute den Wecker auf 4 Uhr gestellt, um meine Frau nach Klagenfurt zum Flieger nach Irland zu den Kids zu bringen. Als Allererstes fand ich eine Mail, in der mir mitgeteilt wurde, dass der Flug (der um 8 Uhr starten sollte) annulliert sei.

Das Gleiche ist mir vor ein paar Monaten mit der gleichen „Airline“ in Düsseldorf passiert, wo ich eigentlich den Spätflieger nach Zürich hätte bekommen sollen, wo meine Frau wartete, denn wir wollten am nächsten Morgen nach New York weiter. Ich war gezwungen, einen Mietwagen zu nehmen und die Nacht hindurch in die Schweiz zu fahren.

Diesmal hat man mir wenigstens nach einem Anruf beim Call Center den Flugpreis gleich zurückerstattet. Aber was denn mit der gesetzlichen Entschädigung sei, fragte ich die Dame. „Davon weiß ich nichts“, meinte sie.

Was? Eine Mitarbeiterin in der Flugbuchung soll nie etwas von Verordnung (EG) 261/2004 gehört haben? Die kennt doch jedes Kind: Bei Flugausfall innerhalb der EU sind sofort €250 fällig; keine Diskussion! Weiterlesen

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Mom’s Fourth of July

Als meine Mutter 2003 freiwillig aus dem Leben schied, habe ich versucht, ihr im Internet ein Denkmal zu setzen. Meine HTML-Kenntnisse waren begrenzt, und das Ergebnis ist deshalb reichlich primitiv geworden. Aber da sie heute 90 Jahre alt geworden wäre, habe ich die Seite wieder ausgegraben und stelle sie hier als Link zur Verfügung.

Um den Geburtstag meiner Mutter rankt sich eine nette kleine Geschichte, die sie immer wieder gerne erzählt hat. Sie hatte in den letzten Kriegsmonaten meinen Vater, einen amerikanischen Luftwaffenoffizier, im bereits besetzten Schwetzingen kennengelernt, wo er – ein Militärpfarrer – ausgerechnet die Moschee im Schwetzinger Schloßgarten in eine Kirche für US-Soldaten umfunktioniert hatte (aber das ist eine andere Geschichte). 1947 durfte sie als eine der allerersten „German Frauleins“ ausreisen und heiratete ihn in Oklahoma City.

1949 sollte sie die US-Staatsbürgerschaft bekommen, musste sich dazu aber einer Prüfung unterziehen. Dazu musste sie vor einem leibhaftigen Bundesrichter erscheinen, eine respekteinflössende Figur in schwarzer Robe, der hinter einem hohen Richtertisch thronte. Er stellte ihr eine Reihe von Fragen zur US-Geschichte und schließlich dann diese: „Was feiern wir am 4ten Juli?“ Worauf Mütterchen wahrheitsgemäß sagte: „Meinen Geburtstag!“

Der Richter zog die Stirn in Falten und schaute dann in seine Akten. Ohne seinen Gesichtsausdruck zu verändern, schob er die nächste Frage nach: „Und was feiern wir am 25sten Dezember?“ Woraufhin Mütterchen etwas verwirrt antwortete: „Weihnachten?“

„Nein“, sprach das hohe Gericht – „meinen Geburtstag!“ Und Mütterchen war ab dem Moment Amerikanerin…

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„Jeder Kunde ist eine Zielgruppe!“

Das ist Service!

Meine Hamburger Journalistenkollegin Tatjana Pokorny von Tati Text hat den Auftrag bekommen, mich für die Kundenzeitschrift einer großen Telco zu interviewen. Die erste Fassung hat dem Auftraggeber nicht so gut gefallen, weil wir das Thema Telefonieren ausgelassen haben, also haben wir es nochmal probiert. Ich fand die erste Version aber eigentlich ganz gut, also dürfen die Leser des Cole-Blogs ihn hier lesen – sogar exklusiv!

Welche Ansprüche haben „im Internet aufgewachsene“ Kunden und Mitarbeiter heute an guten Service?

Höhere, jedenfalls, als je zuvor. Er will schneller und besser, vor allem aber persönlicher bedient werden. Wer immer noch glaubt, Kunden in „Zielgruppen“ zusammenzufassen und sozusagen nach dem Gießkannenprinzip behandeln zu können, wird nicht überleben. Jeder Kunde ist heute eine eigene Zielgruppe, und Personalisierung ist Trumpf, im Service und sogar in der Fertigung. Adidas stellt Laufschuhe mit dem 3D-Drucker her, die exakt auf den Fuß des Kunden angepasst sind. Der Kunde kann sogar das Design bestimmen. Das ist moderner Kundenservice! Weiterlesen

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Alle ganz schnell wegschauen!

Virtual Reality wartet noch auf den Durchbruch, schreibt der IT-Branchenverband BITKOM heute in einer Pressemitteilung. VR werde als das „Next Big Thing“ in der Technologie-Branche gehandelt. Jeder Sechste habe es schon mal ausprobiert, etwa bei Freunden, auf einer Messe oder in einem Museum. Aber nicht einmal acht Prozent besitzen tatsächlich so ein Ding, sei es eine VR-Brille oder ein Headset. Die Werte lägen „leicht über Niveau des Vorjahrs“, textet BITKOM hoffnungsfroh.

Vielleicht hätten sie sich mal mit meinem alten Freund Jaron Lanier unterhalten sollen. 1992 traf ich ihn, als ich mit meinem noch viel älteren Freund Ossi Urchs, mit dem er die Vorliebe für rotblonde Dreadlocks teilte, auf der CES in Las Vegas weilte, und er schwärmte nur so von VR. Das werde unsere Wahrnehmung der Realität und damit die Welt verändern, war er überzeugt.

Nun, ein Jahr später ging der gute Jaron mit seiner Firma VPL Research pleite, und seitdem ist er auf das ganze Silikon-Tal sauer und schreibt Bücher mit lustigen Titeln wie Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst oder Digital Junkies, in denen er sogar vor VR warnt! Die Manipulation der Massen durch Techkonzerne könnte mit Virtual Reality eine neue Dimension erreichen. Weiterlesen

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Wie Amazon das Monopol zum Kopfstand zwingt

Irgendwie hält sich hartnäckig die Vorstellung bei manchen, dass Amazon der Erfinder des Onlinehandels ist, wenn nicht gar der ganzen Idee von Distanzhandel an sich. Okay, laut einer Studie des Handelsverbandes Deutschland (HDE) macht Amazon tatsächlich fast die Hälfte des gesamten E-Commerce in Deutschland aus, nämlich 46 Prozent in 2017. Allerdings stammen 25 Prozent aus den Geschäften anderer Anbieter im so genannten Amazon Marketplace, wo Amazon allerdings eine Provision von 15 Prozent von jedem verkauften Artikel einbehält.

Um eine Parallele zwischen Amazon und dem Wilden Westen zu finden muss man bis ins Jahr 1886 zurückzublicken. Damals fiel einem Eisenbahnagenten namens Richard Warren Sears eine größere Ladung billiger Uhren auf, die am Bahnhof von North Redwood angeliefert und nicht abgeholt worden waren. Er kaufte sie für billiges Geld und vertickte sie über Annoncen in verschiedenen Tageszeitzungen und Magazinen per Postversand an Kunden im ganzen Mittleren Westen. Seine kleine Firma nannte er R.W: Sears Watch Company. Ein Jahr später lernte er einen Uhrenfachmann namens Alvah Roebuck kennen, der die Dinger bei Bedarf auch reparieren konnte. Sears ließ im gleichen Jahr seinen ersten Versandkatalog drucken, in dem er neben Uhren auch Diamanten und Schmuck feilbot. 1889 zog er mit Roebuck nach Chicago, wo sie die Firma Sears, Roebuck & Company gründeten. Eine amerikanische Handelslegende war geboren.

Der Wilde Westen war zu diesem Zeitpunkt schon recht zahm geworden: Die weiten Ebenen der Great Plains waren von unzähligen Farmern besiedelt, die ein- oder zweimal in der Woche in die nächste Stadt fuhren, um im „General Store“ alles zu kaufen, was sie so benötigen. Das Angebot dieser Kramläden war meistens begrenzt, die Preise hoch.

Sears Roebuck hingegen war billiger und bot den Menschen im Westen ein breites Sortiment zu festen Preisen an. Das Geschäft lief blendend, die beiden Versandhändler nahmen immer neue Waren in den Katalog auf, der 1895 auf stattliche 532 Seiten angewachsen war. Es gab fast alles: Spielpuppen, Nähmaschinen, Fahrräder, Sportartikel und später sogar Autos, die extra für Sears von den Lincoln Motor Car Works in Chicago hergestellt wurden 1896 kamen Herde und Lebensmittel (so genannte dry goods) hinzu. Weiterlesen

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Apple, das Standard Oil des 21sten Jahrhunderts

Apple, der unersättliche Gigant

Die Parallelen zwischen Apple und dem zerschlagenen US-Ölgiganten Standard Oil sind so offensichtlich, dass es keines langen Nachdenkens bedarf, um sie zu ziehen. Beide waren oder sind die wertvollsten Unternehmen ihrer Zeit. Beide haben ihre Vormachtstellung skrupellos missbraucht. Beide haben die Preise für ihr Kernprodukt nach Gutdünken erhöht – weil sie es konnten.

Standard Oil wurde dafür von den Monopolschützern zerschlagen. Bei Apple steht uns das vielleicht noch bevor.

Apple ist das älteste unter den GAFAs und das einzige Unternehmen, das kein rein digitales ist. Es verstand und versteht es dafür am besten von allen, wie man Kunden an eine digitale Plattform fesselt, und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. So wie Standard Oil in China kostenlose Öllampen verteilen ließ, um die Leute zu zwingen, ihr Öl zu kaufen, sind iPhone und iPad nichts anderes als digitale Öllampen, mit denen die Nutzer an den Tropf der digitalen Produkte mit dem Apfel-Logo gefesselt werden. Ausbüchsen ist sinnlos!

Dass Steve Jobs, der den Laden 1990 mit seinem Kumpel Steve Wozniak gründete, ein Genie war, bestreitet keiner. Er war nur halt ein ziemlich unangenehmer Zeitgenosse – zerfressen von Ehrgeiz und Machtgelüsten, ein rücksichtsloser Leuteschinder gegenüber seinen Mitarbeitern und ein Tyrann gegenüber seinen Kunden. Als das amerikanische Wirtschaftsmagazin Fortune einen wenig schmeichelhaften Artikel über ihn ankündigte, rief er den Redakteur an und blaffte: „Okay, Sie haben herausgefunden, dass ich ein Arschloch bin. Was gibt’s sonst Neues?“ Weiterlesen

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Wild Wild Web

What the history of the Wild West teaches us about the future of the Digital Society

When we think about the short, exciting history of the Internet, it helps to first think back to the events that shaped what we like to call the American “Wild West”. Then and now, a new world was formed, and in the beginning the only law was that of strength and willpower; that is, if there were any laws at all. But over time, the land was settled, cultivated and, finally, civilized (although Donald Trump makes one pause for a moment and consider just how far this process of civilization has come in my native country).

In any case, this all happened much faster than most people think today. The Wild West we celebrate on the silver screen, in songs and Western novels, only lasted for about 65 years and that was it! Weiterlesen

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