Vergesst den Datenschutz – nur das Wettbewerbsrecht kann GAFA Ketten anlegen!

Das deutsche Bundeskartellamt hat Facebook die Datensammlung außerhalb des Onlinenetzwerks zum Beispiel mit dem „Like“-Button untersagt, weil es darin unfairen Wettbewerb sieht. Das melden heute mehrere Agenturen übereinstimmend.

Aber halt: Ist das nicht die Aufgabe der Datenschutzbehörden? Seit wann sind die Wettbewerbshüter für Daten zuständig?

Genau so argumentieren die Anwälte von Facebook übrigens in ihrer Replik auf das Mandat aus Bonn. Und sie werden deshalb ziemlich sicher Beschwerde gegen die Entscheidung des Kartellamts beim zuständigen Oberlandesgericht Düsseldorf einlegen.

Tatsächlich ist die Verknüpfung von Datenschutz und Wettbewerbsaufsicht weltweit ein ziemlich einmaliger Fall – und somit wegweisend. Niemand außer Facebook selbst bestreitet, dass der Soziale Mediendienst eine marktbeherrschende Stellung besitzt. Nur bezieht sich diese auf Daten – und die waren bisher nach gängiger Rechtsauffassung weder Fisch noch Fleisch. In einem Aufsatz in der Handelszeitung vom 16. September 2016 schrieb Martin Eckert: „Erstaunlicherweise ist für Juristen nicht klar, wie digitale Daten rechtlich einzuordnen sind und ob es daran Besitz und Eigentum gibt.“

Ist von Daten die Rede, dann denkt der Normalsterbliche instinktiv an Personendaten – und für die sind in der Tat allein der Datenschutzbehörden zuständig.  Aber damit Daten als Wirtschaftsgut von Maschinen bearbeitet werden können, müssen sie codiert und gespeichert – sprich: aufbewahrt werden. Damit sind Daten unselbständig., also eine Sache. Leider existiert aber bis heute im deutschen Zivilrecht keine solche Definition. Das ist es auch, was der ehemalige EU-Digitalkommissar Günter Oettinger einmal in einem Interview mit mir als den „rechtsfreien Raum“ bezeichnet hat, das dringend durch ein europäisches BGB, oder wie er es nannte, ein „European Civil Code“ gestopft werden müsse. Weiterlesen

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Der Tod und das Bäuerchen

Ich bin ein großer Fan von Geschichte und von Podcasts, und so stolperte ich neulich über Stuff you missed in history class, das von zwei netten jungen Damen, Tracy Wilson und Holly Frey, produziert wird, die sich gerne mit wenig bekannten und oft recht skurrilen Ereignissen in der Geschichte beschäftigen. Das machen sie in einem recht flotten und witzigen Dialog, und sie recherchieren ihre Themen sehr genau. Diese reichen von Kosmetika im alten Ägypten bis zu einer Episode über den “Vater der plastischen Chirurgie“.

Die Folge, um die es hier geht, hieß Not Dead Yet – Safety Coffins and Waiting Mortuaries, und es drehte sich alles um die Angst der Menschen, bei lebendigem Leib beerdigt zu werden, weil man sie für tot hielt, obwohl sie in Wirklichkeit nur in eine totenähnlichen Starrezustand verfallen waren. Ausgelöst wurde diese im 19ten und frühen 20sten Jahrhundert weitverbreitete Hysterie angeblich vom Buch Dissertation sur l’incertitude des signes de la mort („Abhandlung über die Unsicherheit von Todeszeichen“) von Jean-Jacques Bruhier, das 1748 in Paris erschien und für viel Furore sorgte.

In dem Buch gab Bruhier eine Reihe von Tipps, um sicherzustellen, dass der Mensch wirklich tot ist, wie zum Beispiel Pfeffer in die Nase blasen, die Fußsohlen mit einem Rasiermesser aufschlitzen oder dem lieben Verblichenen ein rotglühendes Schüreisen in den Anus schieben. Immer noch besser als bei lebendigem Leibe begraben werden, meinte er.

Die beiden jungen Podcasterinnen nahmen diese Folge in einem Theater in Seattle vor einem ziemlich großen Publikum auf, und ihr Dialog wird immer wieder von Lachsalven unterbrochen, denn was sie zu erzählen haben, ist zwar morbid, aber oft auch schreiend komisch. So soll ein deutscher Adliger darauf bestanden haben, mit den Schlüsseln zu seiner Familiengruft beerdigt zu werden, damit, sollte er aufwachen, er auch wieder rauskommen könnte. Andere erfanden Särge mit Löchern, durch die eine Schnur geführt werden konnte, die mit einer Klingel verbunden war. Sollte sich die Leiche als lebendig entpuppen, würde ein kleiner Zug an der Schnur genügen, um Hilfe zu holen. Einer kam sogar auf die Idee, einen Sarg zu bauen, der über ein etwa zehn Zentimeter dickes Rohr mit der Oberfläche verbunden war, durch das man einem verfrüht Beerdigten  notfalls Nahrung hätte zukommen lassen, damit er nicht everhungere, bis man ihn wieder ausgebuddeln konnte. Weiterlesen

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The best kept secret in winedom

The Celts were making wine in what the Romans later called Pannonia more than 2,500 years ago. In fact, the wines were so good that Italian wine merchants successfully petitioned Emperor Domitian (51-96) to prohibit them from being imported to Rome.

During the war that led to the collapse and disintegration of Yugoslavia, Slovenia was the first independent nation state to emerge, but the economy including the wine industry was badly hurt, and it took years to recover. Since Slovenes are huge wine drinkers, the focus was initially on cheap table wines which still make up most of the wines produced there, but thanks especially to a new generation of talented, well-educated and above all highly motivated wine growers, Slovenia now produces a few wines that can be ranked among some of Europe’s finest.

There are three major wine growing areas, each with its distinct character.

In the East in Podravje, where Slovenia shares a border with Austria, white wines similar to those from Styria are grown. The main varieties are Welschriesling and Furmint, known in Hungary as Tokay. Furmit produces a very sweet desert wine with fine herbal notes, but some young vintners, most notably Dveri-Pax in Jarenina or the Puklavec family in Ormož have received the highest accolades from Falstaff’s wine guide.

BTW: The Italians will tell you that Furmint was originally from Friuli, the region that borders on Slovenia, but that the Hungarians highjacked it and renamed it Tokay, causing them to switch to „Friulano“; go figure…

In the far West along the Adriatic coast, the so-called Primoska, consists mainly of the hilly regions Brda, Vipava, Kras und Koper, which are essentially an extention of the Collio and Carso wine regions of Friuli in Italy, and they make very similar wines, mostly Chardonnay, Sauvignon Blanc, Pinot Gris, and the mighty Rébulas and Malvasias of very high quality. I love the wines from Goriška Brda, but you can find excellent and reasonably priced Posavje whites almost everywhere. In recent years attempts have been made here to produce reds like Cabernet Sauvignon, Merlot or Pinot Noir, but mainly what you get is a rather thin and acidic Teran made from Refosco grapes like in next-door Friuli – not my favorites, personally.

The third region, the Save Valley in southern Slovenia called Posavje, which borders on Croatia, is mostly known for cheap plonk.

Someone once called Slovenia the „best wine region you’ve never heard of“, and I fully agree. The only problem is laying your hands on them, but a Google search is worth the effort. Of course, that means you’ll be paying a premium, so the best thing it to go there yourself, which is easy for me to say because I live an hour’s drive north of Slovenia’s capital city, Ljubljana, or Laibach, as it was known when the region was part of the Austria-Hungarian Empire


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IoT is going to the dogs

According to a new research report from the IoT analyst firm Berg Insight, the market for GPS pet trackers and services in Europe and North America is forecasted to grow from € 60 million in 2017 to reach about € 340 million in 2022.

The European market is slightly larger than the North American market. At the end of 2017, there were around 270,000 active pet tracking devices in Europe and 240,000 devices in North America.

The number of active pet trackers is estimated to grow at a compound average growth rate (CAGR) of 48 percent in Europe and 52 percent in North America, to reach around 1.9 million active units in each region at the end of the forecast period. Annual shipments of pet trackers are estimated to grow from 180,000 units to 730,000 units in Europe and from 150,000 units to 820,000 units in North America between 2017–2022.

Pet locator devices address two major concerns for pet owners – preventing the pet from getting lost and helping the pet stay healthy. A recurring problem for pet owners is that pets sometimes run away. By using a pet tracking device based on GPS and cellular technology, combined with a web application or smartphone app, the pet can be located and brought back to the owner’s home. Several pet trackers now also include sensors for activity monitoring to provide health data and information on the pet’s wellbeing. The information can also be used to create an individual diet and nutrition plan.

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Der Professor mit den toten Ohren

Google weiß angeblich alles über mich. Wenn also eine Produktanzeige unter den Suchergebnissen auftaucht, muss sie für mich ja relevant sein, oder? Und wenn es sich um Werbung für ein Produkt handelt, dass angeblich den Prozess des Hörverlusts umkehren kann, dann denkt sich Google sicher etwas dabei, oder?

Und es stimmt ja, dass mein Großvater die letzten 20 Jahre seines Lebens ein Hörgerät tragen musste. Woher Google das weiß ist mir zwar ein Rätsel, denn da gab es Google noch gar nicht, aber ich habe tatsächlich vor fünf oder sechs Jahren einmal nach einem Online-Hörtest gesucht und ihn auch gemacht (der mir übrigens perfektes Hörvermögen bestätigte).

Wie auch immer: Ich habe auf die Werbung geklickt, woraufhin mich ein freundlicher junger Mann angelächelt hat, der sich im Text als Prof. Karl Auer, Mikrobiologe am Central Hearing Institute vorstellte und bat, mit mir über das, was er als „die größte Errungenschaft meines Lebens“ beschrieb, etwas erzählen zu dürfen. Er habe eine Methode entwickelt, die es jedem ermögliche, in nur 28 Tagen, auf natürliche und einfache Weise das funktionelle Hören wiederzuerlangen – und zwar ganz ohne Hörgerät! Ich würde wieder hören, was andere zu mir sagen, endlich wieder problemlos Nachrichten im Radio hören oder Fernsehprogramme sehen können und mich wieder an dem Gesang von Vögeln oder Rauschen der Bäume ergötzen können; kurzum, ich würde mich wieder am Leben erfreuen können.

Na ja, ich höre wie gesagt ganz gut, und ich freue mich nach wie vor meines Lebens, aber man weiß ja nie, was kommt. Also las ich weiter und lernte alles Mögliche über den Dezibel, der laut Prof. Auer ein „kraftvoller Hammer“ ist, der meine Hörzellen mit der Zeit totschlägt, über Ohrensausen und verstopfte Gehörgänge. Und ich lernte seine Mutter kennen, eine freundlich lächelnde Frau mit strohblond gefärbtem Bubikopf, die an fortschreitender Gehörlosigkeit litt, wie sie selbst sagte, die deshalb nichts mehr verstand und die sich darüber beklagte, dass man sie im Geschäft betrogen habe, weil sie den Preis, den ihr die Kassiererin sagte, schlecht hörte. Weiterlesen

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Google Rethinks its Ethics

Kent Walker, Senior VP of Global Affairs at Google

The development of AI is creating new opportunities to improve the lives of people around the world, from business to healthcare to education. It is also raising new questions about the best way to build fairness, interpretability, privacy, and security into these systems.
Googler recently updated its AI Principles, a document created in July 2019 as a guide the ethical development and use of AI in our research and products. At the end of 2018, a new document entitled Responsible AI Practices set out a list of technical recommendations to be updated quarterly and giving results to share with the wider AI ecosystem.
To encourage teams throughout Google to consider how and whether the company’s AI Principles affect their projects, several projects were launched:

• Trainings based on the “Ethics in Technology Practice” project developed at the Markkula Center for Applied Ethics at Santa Clara University, with additional materials tailored to the AI Principles. The content is designed to help technical and non-technical Googlers address the multifaceted ethical issues that arise in their work.
• AI Ethics Speaker Series with external experts across different countries, regions, and professional disciplines. So far, we’ve had eight sessions with 11 speakers, covering topics from bias in natural language processing (NLP) to the use of AI in criminal justice.

“Along with these efforts to engage Googlers, we’ve established a formal review structure to assess new projects, products and deals”, writes Kent Walker, Senior VP of Global Affairs at Google, in a blog post. Thoughtful decisions, he maintains, require a careful and nuanced consideration of how the AI Principles (which are intentionally high-level to allow flexibility as technology and circumstances evolve) should apply, how to make tradeoffs when principles come into conflict, and how to mitigate risks for a given circumstance.
“The variety and scope of the cases considered so far are helping us build a framework for scaling this process across Google products and technologies”, he writes. This framework is intended to include the creation of an external advisory group, comprised of experts from a variety of disciplines, to complement the internal governance and processes.

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Digitaler Placebo-Effekt

„Im Alter schläft man eigentlich nicht. Der Schlaf zieht sich nur über die Gegenstände des Tages wie eine Art von Flor und läßt sie durchscheinen.“ Ja, der alte Goethe hat es erfasst! Aber vielleicht fehlte ihm auch nur ein Smartphone.

Auch mir fällt es mit zunehmendem Alter immer schwerer zu schlafen. So richtig 8 Stunden durchschnarchen, das ist mir schon seit Jahren nicht mehr gelungen. Bei uns älteren Herren drückt ja die Blase oft mehrmals in der Nacht, und mir kommt es so vor, als ob ich danach stundenlang mich hin- und herwälzen würde auf der Jagd nach dem flüchtigen Morpheus, Sohn des Hypnos.

Das stimmt aber offenbar gar nicht. Ich trage seit ein paar Tagen ein Smartband von Sony, das mir laufend Daten über meinen Körper liefert. Eigentlich trage ich es, um mein Puls beim Training zu messen, aber ich erfahre allerlei andere Dinge, die ich gar nicht wissen wollte, zum Beispiel, wieviel Schritte ich gegangen bin.

Vor allem aber: Mein Armband sagt mir morgens, wie lange und wie tief ich geschlafen habe. Und da stellt sich für mich Erstaunliches heraus: Wenn ich das Gefühl habe, die halbe Nacht wachgelegen zu sein, sagt es mir beispielsweise, ich hätte 6,49 Stunden schlafend zugebracht, davon 62% im Tiefschlaf und 38% im Leichtschlaf. Eigentlich perfekt. Kein Mensch braucht acht Stunden pro Nacht, und sechseinhalb ist mehr als genug – vor allem, wenn fast zwei Dritten davon in der Tiefschlaf- oder REM-Phase verbracht wird, wo die wirkliche Erholung stattfindet.

Das Ergebnis: Ich fühle mich, seit ich dieses Ding trage, tagsüber ausgeschlafen und munter. Will heißen: Allein diese Information hat konkrete Auswirkungen auf mein physisches Wohlbefinden.

Nun habe ich natürlich keine Ahnung, ob das Gerät mir auch die Wahrheit sagt. Ist aber auch egal: Es wirkt auf mich wie ein digitales Placebo. Und der Placebo-Effekt ist ja nachweislich für mindestens ein Drittel aller medizinischen Heilungserfolge verantwortlich, wie viele Studien bewiesen haben.

Irgendwann muss ich mal die Gegenprobe machen und das Armband mal abends ausziehen, bevor ich ins Bett gehe. Mal sehen, wie ich mich am nächsten Morgen fühle. Wahrscheinlich hundmüde…

Schade, dass Goethe das nicht mehr erleben durfte.

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Kirchenschwein verurteilt – aber sagen Sie’s nicht weiter!

In Australien ist ein Kardinal wegen Kindesmissbrauchs schuldig gesprochen worden – und kein Wort darüber steht in den Zeitungen!

Wie das geht? Ganz einfach: Das Gericht in Melbourne hat eine so genannte „Gag Order“ ausgesprochen, die Journalisten mit langjährigen Haftstrafen bedroht, die die Wahrheit schreiben. Weil die gleiche Drecksau im Priestergewand in einem weiteren Fall auf seinen Prozess wartet, hat das Gericht jegliche Berichterstattung über den Ausgang des ersten Falls verboten, damit die Geschworenen im zweiten Fall nicht „beeinflusst“ werden.

Ja, in Australien wird damit die Pressefreiheit mit Füssen getreten. Die gute Nachricht ist: Es nützt nix! Während die New York Times, die Associated Press und Reuters sowie viele andere internationale Medien sich an die Order gehalten und geschwiegen haben, weil sie ihre eigenen Mitarbeiter in Australien schützen wollten, lässt sich dem weltweiten Internet leider kein Maulkorb auszwingen, aber das haben die Herren Richter im Down Under, das sich in diesem Fall tatsächlich als eine Art Unterwelt erwiesen hat, nicht verstanden.

Sogar katholische Online-Publikationen wie Crux berichteten gestern in epischer Breite und mit Nennung des vollen Namens über den Fall, der den Kindersex-Skandal der Kirsche damit in die höchste Ebene gehievt hat. Ein leibhaftiger Kardinal als Kinderficker – schlimmer ginge es nur noch, wenn jemanden den Papst beschuldigen würde, sich an Ministranten vergriffen zu haben.

Dass die katholische Kirche insgesamt ihre Glaubwürdigkeit und ihren Moralanspruch verloren hat, weil sie diese Schweinereien jahrzehntelang verdeckt und verschwiegen und Missetäter beschützt hat, ist natürlich der eigentliche Skandal. Aber dass sich ein Gericht in einem angeblich liberaldemokratischen Staat mitversündigt, indem es die Berichterstattung und damit die öffentliche Diskussion dieser Vorfälle einschränkt, ist nicht weniger skandalös.

Und so habe ich mich ebenfalls entschlossen, mich über den Maulkorberlass von Melbourne hinwegzusetzen, auch wenn das bedeutet, dass ich in nächster Zeit besser keinen Fuß auf australischen Boden setzen sollte.

Hier nochmal zum Nachlesen, hohes Gericht: Sie und ihre Geschworenen haben Kurienkardinal George Pell, der bis vor kurzem noch als Präfekt des Wirtschaftssekretariats der Römischen Kurie diente, einstimmig für schuldig befunden, zwei Chorknaben in den 90er Jahren systematisch missbraucht und vergewaltigt zu haben. Damit ist er der höchstrangige Kirchenvertreter, der in Kampf gegen den sich rasch ausbreitenden katholischen Kirchensumpf zur Strecke gebracht worden ist.

Der Vatikan hat dieses Schwein natürlich „beurlaubt“, um sich die Hände nicht noch dreckiger zu machen, und wahrscheinlich hat der Maulkorberlass auch ein großes Aufatmen durch die Reihen der Kirchenfürsten gehen lassen, bei denen wer weiß was noch unter den Talaren steckt. Aber das wird ihnen nichts nützen – denn dafür hat der liebe Gott ja schließlich das Internet erschaffen.

Amen!

 

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Das schöne Gefühl, digital unsichtbar zu sein!

Ein Grundübel unserer digitalen Zeit ist, dass wir ständig das Gefühl haben, verfolgt zu werden. Unsere Smartphones, so sagt man, sind vollgestopft mit Sensoren die ständig unsere Bewegungen aufzeichnen und daraus Bewegungsprofile von uns erstellen. Was genau mit diesen Profilen passiert, weiß eigentlich niemand so recht, aber es erzeugt jedenfalls bei mir ein leichtes Gefühl des Unwohlseins. Vielleicht sind es nur Werber, die wissen wollen, wo ich gerne einkaufe. Und wenn ich ein Verbrechen begehen würde, könnte mich die Polizei über mein Smartphone ziemlich schnell dingfest machen. Da ich aber eher ein ehrlicher Mensch bin, macht mir das weniger Sorgen. Dafür wäre ich ganz froh, wenn man mich im Falle eines Unfalls dank Smartphone-Ortung schneller finden und Hilfe holen könnte. Also habe ich ein eher zweigespaltenes Verhältnis zum Thema Tracking.

Allerdings hätte ich schon gerne die Kontrolle darüber, wer mir so alles digital hinterherläuft, und so habe ich mich sehr über den Beitrag von Jennifer Valentino und Natscha Singer in den New York Times gefreut mit der Headline: „Wie Sie Apps daran hindern können, Ihren Standort zu verfolgen„. Sie geben darin nämlich Tipps, die so einfach sind, dass selbst ich sie verstehe.

Zuerst, sagen Sie, geht man in die Einstellungen und sucht nach dem Punkt „Privacy“ oder „Datenschutz“. Beim Apple iOS, das ich verwende, ist das Symbol dafür eine weiße Handfläche auf blauem Grund. Weiterlesen

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Welche Ehre!

…and the winner is!

Mein alter Freund und Mit-Pionier des deutschen Internets, Harald Summa vom eco Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V., hat mich am Donnerstagabend d für mein „Lebenswerk“ ausgezeichnet. Ein bisschen früh, finde ich – ich denke, mein Lebenswerk ist noch längst nicht abgeschlossen. Aber es hat halt gerade so schön gepasst, weil ohnehin die eco awards 2018 vergeben wurden, und das in festlichem Rahmen in der Kölner Wolkenburg mit fürstlichem Menü, Tanzeinlagen und Gewinnern in insgesamt sieben Kategorien. Anschließend wurde bis in die Puppen getanzt, aber vorher hat man mich gebeten, ein paar ernste Worte zu sagen. Hier sind sie:

Uns kommt es heute manchmal vor, als würde es das World Wide Web schon ewig geben, aber das stimmt nicht. Als ich 1993 meine erste Visitenkarte drucken ließ, auf dem „Internet Journalist“ stand, hatte noch niemand etwas davon gehört. Ein Jahr später wurde am KMU in München der erste Web-Server installiert, und mein Freund Sabastian von Bomhard von Spacenet  räumte mir einen Platz darauf frei, auf dem ich meine erste Homepage baute – ich musste dazu erst einmal HTML lernen – und wo zwei Jahre später mein „Cole-Blog“ erschien. Nur hieß er nicht so, weil das Wort „Blog“ noch nicht erfunden war.

Ich habe das Web von Anfang an erlebt, und ich bin heute sehr besorgt über die Richtung, die es genommen hat. Und deshalb habe ich mein neues Buch geschrieben, „Wild Wild Web – Was uns die Geschichte des Wilden Westens über die Zukunft der Digitalen Gesellschaft lehrt“.

Es gibt, wenn man genau hinschaut, viele Parallelen zwischen zwischen dem Wilden Westen und dem World Wide Web, das heute ja zumindest historischen noch in den Kinderschuhen steckt.

George Santayana, ein Spanier, der nach Amerika auswanderte – das ging damals noch – und dort zu einem der wichtigsten Philosophen des 20sten Jahrhunderts wurde, sagte bekanntlich: „Wer nicht bereit ist, aus der Geschichte zu lernen, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“

Das Hauptproblem heute lässt sich mit einem einzigen Wort beschreiben: GAFA – Google, Apple, Facebook and Amazon – die mächtigsten Monopole der Weltgeschichte, die völlig außer Kontrolle geraten sind und die es jetzt einzubremsen gilt, wenn wir noch mitreden wollen wenn es um unsere eigene digitale Zukunft geht!

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