Golf in Oberbayern: Viel Geld im Spiel

Auch wenn Fußballfans das vielleicht anders sehen: Für Golfer ist das Spiel mit der kleinen weißen Kugel die mit Abstand wichtigste Nebensache der Welt. Und sie neigen dazu, ihren Spass entsprechend ernst zu nehmen, wie folgender Golferwitz belegt: Tröstet ein Nichtgolfer seinen Freund, einen Golfspieler, der laut und anhaltend über die verhauenen Schläge auf seiner letzten Runde klagt: „Golf ist doch keine Sache von Leben und Tod!“, meint der Freund „Nein“, erwidert der Golfer, „ es ist viel, viel wichtiger als das…“

Da mag sogar etwas dran sein, denn beim Golf geht es ja nicht nur um Freizeitbeschäftigung, sondern auch um Geld – viel Geld. Allein die 648 Golfclubs in Deutschland erwirtschaften nach Branchenschätzungen einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Rechnet man den Markt für Golfausrüstung, Mode und Golftouristik hinzu, dürfte der Betrag um ein Vielfaches höher liegen. In den USA hat die Golfwirtschaft laut einer Studie des Forschungsinstituts SRI mit 62 Milliarden Dollar schon vor vier Jahren die Filmindustrie überholt, die „nur“ 58 Milliarden umsetzte.

Zwar liegen Welten zwischen Golf in Amerika, wo mehr als 3,6 Millionen Menschen den Golfschläger schwingen, und Deutschland mit offiziellen 500.000 Golfern, mehr als doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. International hat Deutschland die zweithöchste Wachstumsrate überhaupt. Laut einer Erhebung des Deutschen Golfverbands (DGV) haben 4,19 Millionen Deutsche Interesse an Golf, 2,5 Prozent der Bundesbevölkerung kann sich „ganz sicher“ oder „sehr wahrscheinlich“ vorstellen, innerhalb des nächsten Jahres einem Golfclub beizutreten. „Damit übertrifft Golf alle anderen Trendsportarten“, wie der Sportwissenschaftler Alexander Steinbrück in einer 2003 erschienenen Studie behauptet.

Und nirgendwo wird das deutlicher als in Bayern, das unter den Golfregionen Deutschlands mit Abstand den ersten Platz einnimmt. Von den zehn Landkreisen in Deutschland mit dem höchstem Golferanteil an der Gesamtbevölkerung liegen sieben in Bayern – und vier davon sogar in Oberbayern, das damit deutschlandweit an der Spitze liegt. „Bayern ist kein Frei- sondern ein Golf-Staat“, glaubt Egon Stengl, Chefredakteur des Online-Magazins Infocomma Golf Zeitung, „und Oberbayern ist die deutsche Golfregion schlechthin, mit München als Golf-Hauptstadt.“

Deutsche Landkreise mit der höchsten Golferdichte
% der Bevölk.
1 Passau 3,53
2 Bad Tölz-Wolfratshausen 3,16
3 Starnberg 3,13
4 Nordfriesland 2,79
5 Traunstein 2,74
6 Oberallgäu 2,67
7 Storman (bei Hamburg) 2,67
8 Kitzingen 2,67
9 Ebersberg 2,58
10 Lüneburg 2,45

Immerhin schwingen in Oberbayern über 60.000 Menschen mehr oder weniger häufig den Golfschläger. Mit 1,45 Prozent liegt der Anteil der registrierten Golfer an der Gesamtbevölkerung laut DGV um mehr als das Doppelte über dem Bundesdurchschnitt (0,6%). Und in den absoluten Golf-Hochburgen Oberbayerns wie die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Starnberg sind es sogar über mehr als drei Prozent. Nur der Landkreis Passau mit 3,53 Prozent besitzt eine größere Golferdichte.

Wie es scheint, funktioniert das Prinzip von Angebot und Nachfrage in diesem Fall besonders gut. Denn dort, wo viele Golfer sind, gibt es auch viele Golfplätze. Von den 164 bayerischen Golfplätzen befinden sich immerhin 67 in Oberbayern. In den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein und Rosenheim, gibt es jeweils sechs Stück, in Starnberg, Ebersberg, Weilheim und im Landkreis München je vier. Umgekehrt: Dort, wo die Golfplatzdichte besonders niedrig ist, wie in den Landkreisen Eichstätt und Landsberg/Lech, die jeweils nur einen einzigen Golfplatz aufweisen, liegt die Golferzahl sogar weit unter dem Bundesdurchschnitt (siehe Tabelle).

Lange galt Golf hierzulande als „Luxussport“, doch solche Vorurteile sind schwer zu halten angesichts der seit Jahren anhaltenden Popularisierung . Rund 110.000 registrierte Golfer zählt der Bayerische Golfverband, davon etwa 47.000 allein in Oberbayern. Besonders erfreulich aus Sicht der Golf-Oberen: Die Zahl der Jugendlichen in Bayern, die Golf spielen, ist inzwischen auf über 5.000 gestiegen.

Allerdings taucht in der Verbandsstatistik mittlerweile nur etwa jeder zweite Golfer auf, schätzt Thomas Hasak, Geschäftsführer des in Zorneding bei München ansässigen Bundesverbands Golfanlagen e.V., das die Interessen von etwa 100 kommerziell Golfplatzunternehmen in Deutschland vertritt. „Die Vereine sprechen gerne vom Golf-Boom, weil sie letztes Jahr 25.000 neue Mitglieder gewonnen haben. Geteilt durch fast 700 Clubs sind das gerade eben 35 Neuzugänge – fast so viele, wie wegsterben oder wegziehen.“ Der wahre Golf-Boom findet seiner Meinung nach ganz woanders statt, nämlich bei den nichtorganisierten Golfern, beispielsweise der 1993 gegründeten Vereinigung clubfreier Golfer (VcG), deren Mitglieder gegen eine Jahresgebühr von 400 Euro das Recht erkaufen, bei den meisten Mitgliedsvereinen des Deutschen Golfverbands sowie bei den etwa 270 öffentlichen Golfplätzen Deutschland abschlagen dürfen. Daneben bieten inzwischen Unternehmen wie der Kaffeeröster Tchibo oder der Billigflieger dba die Möglichkeit, ohne teuere Jahresgebühr auf ausgesuchten Golfplätzen zu spielen.

„Neugolfer sind beruflich und privat viel mobiler als Altgolfer und wollen sich nicht mehr langfristig binden“, glaubt Hasak. Der Zwang, sich über eine oft fünfstellige Aufnahmegebühr oder einen „Clubhaus-Baustein“ – im Endeffekt ein zinsloses Darlehen – lebenslang an einen Verein zu binden, schreckt viele ab. Golfanlagen wie die Driving Range in Brunnthal bei München oder die Kurzplatzanlage im Oval der Galopprennbahn in München-Riem gelten deshalb als Pioniere einer neuen Form des Golfsports in Deutschland: „Pay and play“.

Auch die ersten Traditionsclubs haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten dem Golfer Alternativen zur langfristigen Verpflichtung. „Wir haben die Aufnahmegebühren drastisch gesenkt und wollen mittelfristig ganz davon weg“, sagt Hans Stich, Manager der Golfanlage Holledau im Landkreis Freising. Dafür sei der Golfer gerne bereit, eine etwas höhere Spielgebühr, die so genannte Greenfee, zu akzeptieren. Der Platz in Holledau, der vor einigen Jahren kurz vor dem Konkurs stand, ist inzwischen in Privatbesitz, die Investoren haben die Anlage von 18 auf 27 Löcher erweitert, und Stich versucht, mit publikumswirksamen Angeboten wie vorgabewirksame „Mittwochs-Turniere“ sowie fast durchgehenden Winterspielbetrieb massenweise Golfspieler anzulocken – mit Erfolg. Stich: „Wir schreiben wieder schwarze Zahlen.“

Dass Golf als Wirtschaftsfaktor zunehmend Einfluss auf Wachstum und Wohlstand ganzer Regionen haben kann, ist unter Fachleuten heute unbestritten. „Ein Golfplatz ist ein mittelständiges Wirtschaftsunternehmen wie jedes andere“, so Dr. Robert Obermeier, Leiter Standortmarketing der IHK München und Oberbayern. Ein nornamler Golfplatz beschäftigt meist zwischen acht bis zehn Mitarbeiter, beispielsweise Greenkeeper und Bürokräfte im Sekretariat, und setzt erfahrungsgemäß zwischen 0,5 und zwei Millionen Euro im Jahr um in Form von Mitgliedsbeiträgen, Aufnahmegebühren und Greenfees um. Dazu kommt in der Regel ein gastronomischer Betrieb und ein Pro-Shop. Häufig befinden sich zudem ein oder mehrere Hotels auf dem Golfplatz oder in unmittelbarer Nähe.

„Sportarten wie Golf bedeuten Nachfrage nach Konsumgütern, Investitionen und Dienstleistungen“, schreibt Studienautor Steinbrück, wobei eine Vielzahl harter und weicher Faktoren mit zu berücksichtigen seien. „Wenn es gelingt, durch Tourismusangebote oder publikumswirksame Meisterschaften zusätzliche Nachfrager in die Region zu locken, durchwandert jeder Euro, den der zusätzliche Golfer beim Kauf einer Spielgebühr auf dem Golfplatz ausgibt, die gesamte Wirtschaft und erzeugt dabei Wachstum im lokalen und regionalen Output und in der Beschäftigung: der Club bezahlt Löhne und Steuern, der Club bezahlt Lieferanten und zieht neue Kunden in die Region, die dort weiter Einkommen und Beschäftigung schaffen.“ Außerdem koste der Bau eines Golfplatzes zwischen drei und fünf Millionen Euro, die ebenfalls weitgehend regionale Unternehmer wie Baufirmen, Gärtnereien und Spediteuren zufließt.

Dazu kommen laut IHK-Experte Obermeier indirekte Auswirkungen auf Gebieten wie Gesundheit oder Beschäftigung. „Golfer bewegen sich viel an der frischen Luft und sind deshalb vermutlich seltener krank“, glaubt er. Und ein regionales Unternehmen könne sich leichter gerade bei der Rekrutierung von höherqualifizierten Mitarbeitern tun, da diese in einem Golfplatz ein oft entscheidendes Stück zusätzlicher Lebensqualität erkennen und sich zudem über die Mitgliedschaft im örtlichen Golfclub vielleicht auch längerfristig an die Region und damit an das eigene Unternehmen binden. „Golf ist ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor“, behauptet Obermeier.

Dass Golf aber auch ein Tourismusmagnet sein kann, beweist das Beispiel das einst völlig unbekannte Städtchen Griesbach im Rottal, etwa 30 Kilometer von Passau. Nach der Erhebung zum Kurbad 1972 kam der Hotelunternehmer Alois Hartl auf die Idee, dort ein Golfzentrum der Superlative zu errichten. Heute ist Bad Griesbach das größte zusammenhängende Golf Resort Europas mit insgesamt zehn Golfplätzen, darunter ein 6-Loch-Kindergolfplatz,  und einem einzigartigen „Golfodrom“ mit 109 überdachten Abschlagplätzen, davon 21 beheizbar für das Wintertraining. Mittlerweile zählt Bad Griesbach jährlich 1,2 Millionen Gästeübernachtungen, ein Großteil davon Golfer die in einem der rund ein Dutzend Golfhotels.

Auch in Oberbayern gibt es inzwischen Vorzeigeprojekte, etwa der Edel-Golfplatz Eichenried bei Erding, in dem jedes Jahr die „BMW International Open“ Besucher und Spieler aus der ganzen Welt anlockt. „Die touristische Anziehungskraft von Golf ist messbar“, behauptet Peter Hübner, Coautor der Studie „Golfmarkt 2005“, die der Deutsche Golfverband (DGV) zusammen mit der Hamburger Forschungsteam Golf  & Tourism Consulting (GTC) herausgab. Demnach haben 47,7 Prozent aller deutschen Golfer bereits Golfurlaub in Deutschland gemacht. Umgerechnet seien das rund 230.000 Übernachtungen, sagt Hübner.  Bayern ist nach seiner Erkenntnis die beliebteste Destination deutscher Golfer: 48,7 Prozent der Befragten gaben an, gerne Golfurlaub unter weißblauem Himmel machen zu wollen, im weitem Abstand gefolgt von Baden-Württemberg (17 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (14,8 Prozent).  62 Prozent gaben dabei an, schon einmal im Raum München Golf gespielt zu haben, ebenso viele wie an Schleswig-Holsteins „Golfküste“ und in der Lüneburger Heide.

Golfurlauber lassen vor Ort kräftig Geld in die Kassen fließen, wie die DGV/GTC-Studie beweist. Zwei Drittel aller Golfer machen mindestens einmal im Jahr einen Tagesausflug zu einem fremden Golfplatz und geben im Durchschnitt knapp 104 Euro aus, darunter 49 Euro für Greenfees, 25 Euro für Gastronomiebesuche, 17 Euro für Golfausrüstung und 8 Euro für sonstige Einkäufe. Ebenfalls zwei Drittel geben an, mindestens einmal einen mehrtägigen Golfurlaub zu machen und dabei alleine für Unterkunft und Verpflegung im Schnitt 553 Euro auszugeben.

Eine Marotte der meisten Golfer kommt zudem dem stationären Handel zugute: Sie brauchen ständig neue Ausrüstungsgegenstände. Klappt es nicht beim Einlochen nicht, muss ein neuer Putter her, und gerade Golferinnen begreifen die Platzrunde oft als eine Art Modenschau im Grünen. Entsprechend hoch sind die Ausgaben, freut sich Udo Griesmann, Golf-Abteilungsleiter beim Kaufhaus Karstadt Oberpollinger Sport in Münchens nobler Einkaufsmeile Neuhauser Strasse. Mit mehr als 750 Quadratmetern nimmt die Münchner Karstadt-Filiale für sich in Anspruch, der größte deutsche Golf-Einzelhändler zu sein. Einen beträchtlichen Anteil des Jahresumsatzes macht Karstadt zudem auf dem Münchner BMW-Turnier, wo man seit Jahren als einer der Hauptsponsor mit einem 400 Quadratmeter großen Verkaufszelt auftritt. „Wir ziehen nicht während der BMW Open mit Sack und Pack nach Eichenried, sondern wir haben extra für solche Veranstaltungen eine eigen Crew von etwa 20 Leuten aufgebaut“, sagt Griesmann. Offenbar lohnt sich der Aufwand: „Wir sind hochprofitabel“, gesteht er süffisant.

Branchenzweiter Golf House, dessen Münchner Filiale wenige Meter entfernt am Lenbachplatz steht, gehörte früher ebenfalls Karstadt, wurde aber inzwischen mehrheitlich vom Starnberger Sanierungsspezialisten Arques Industries AG übernommen. „Als eher mittelständisch organisiertes Unternehmen passten wir einfach nicht in die Konzernstrukturen“, glaubt Geschäftsführer Frank Ewers, der die neue Eigenständigkeit vor allem zur Schärfung des eigenen Markenprofils nutzen will. Allerdings sein die Situation für den stationären Golfhandel schwierig: Trotz wachsender Nachfrage durch Neugolfer leide die Branche an starkem Preis- und Margenverfall, vor allem aufgrund des blühenden Internet-Handels mit gebrauchtem Golfgerät sowie Billigimporten aus Fernost. „Früher kaufte sich der Golfer alle paar Jahre eine neue Ausrüstung und stellte die alte auf den Speicher“, sagt Ewers. „Heute verkloppt er sie bei eBay, und der Handel hat das Nachsehen.“ Am härtesten treffe dieser Trend jedoch die Pro Shops auf den Golfplätzen, die meist erheblich teurer seien als die großen Golf-Outlets oder der Versandhandel. Ewers: „Im Preiskampf sind die Pro Shops in der Regel zweiter Sieger.“

Golfer sind nicht nur besonders konsumfreudig: Sie sind auch bestens informiert. 91 Prozent aller registrierten Golfer lesen laut DGV/GTC-Studie regelmäßig mindestens eine Golfzeitschrift. Die Auswahl ist groß, vor allem an kostenlos in den Clubhäusern ausliegenden Publikationen, die allerdings meist stark werblichen Charakter haben wie „Golf aktuell“, das vom Münchner Benzel-Verlag produziert wird. Bei den Kaufzeitschriften liefern sich die Hamburger Springer-Tochter Top-Special-Verlag und der Münchner Verleger Hajo Artopé (Atlas-Verlag) seit Jahren ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. „München ist heute die Hauptstadt der deutschen Golf-Publizistik“, behauptet Artopé selbstbewusst. Kann er auch: Sein „Golf-Journal“ hat im vergangenen Jahr den ewigen Konkurrenten „Golf-Magazin“ in der verkauften Auflage überholt und lag im dritten Quartal 2005 bei 41.893. Insgesamt, schätzt Artopé, geben deutsche Firmen jedes Jahr rund zehn Millionen Euro für Anzeigen in den Golfmedien aus, mit kräftiger Wachstumstendenz.

Als Newcomer und „Wadlbeißer der beiden Großen“ sieht sich dagegen der Münchner Oskar Brunnthaler. Sein Magazin „Golf Time“, das früher kostenlos verteilt wurde, versucht seit etwa drei Jahren sein Glück auch am Kiosk und ist eine Vertriebs- und Marketingkooperation mit Hubert Burdas „Focus“ eingegangen. Im Gegensatz zu den etablierten Wettbewerbern, die er „mehr als Lifestyle-Magazine“ sieht, setzt Brunnthaler – offenbar in Anlehnung an Focus-Chef  Helmut Markwort („Fakten, Fakten, Fakten“) in einer hohen Informationsdichte und journalistischer Distanz. Offenbar mit Erfolg: Die Abozahl stieg letztes Jahr auf rund 35.000.

Doch auch wenn Golfer gerne lesen – noch lieber schlagen sie selbst zu. Weshalb Sohn und Mitverleger Philip-A. Artopé inzwischen ein blühendes Geschäft mit dem Organisieren von Golf-Turnieren aufgebaut hat. „Wir veranstalten etwa 100 Business-Turniere im Jahr für Kunden wie Peugeot, Bang & Olufsen oder Nikon“, sagt er. Die Atlas-Gruppe sei auf diesem Gebiet inzwischen sogar Marktführer.

Und die Nachfrage boomt. Immer mehr Unternehmen wollen das positive Image von Golf für sich nutzen und laden deshalb Geschäftspartner oder Kunden zu einer geselligen Runde ein. „Keine Sportart passt so gut zur Wirtschaft wie Golf“, titelte vergangenes Jahr das Handelsblatt in einem Artikel über Firmenturniere. Andere treten auf regionalen oder überregionalen Turnieren als Sponsor auf und hoffen, dass ihr Firmenlogo so bei der golfenden Bevölkerung in Erinnerung bleibt.

„Wir sind eigentlich kein Sponsor, sondern ein Veranstalter“, klärt BMW-Sprecherin Nicole Stempinsky auf, „denn nur so können wir sicherstellen, dass alles in unserer gewohnten Qualität dargestellt wird.“ Im Rahmen der „Drei-Säulen-Strategie“ engagiert sich der Münchner Konzern in den drei Bereichen Motorsport, Segeln und Golf, und das schon seit mehr als 20 Jahren. Neben dem „BMW International Open“ in Eichenried, dem größten Golfturnier in Oberbayern und dem zweitgrößten in Deutschland, richten die Autobauer auch das Profi-Turnier „BMW Asian Open“ aus und sind seit 2005 Namensgeber eines der hochkarätigsten Turniere Europas im englischen Wentworth Club bei London, der „BMW Championship“. Neben rund zwei Millionen Euro in Preisgelder lässt sich BMW den Golfsport jedes Jahr eine namhafte Summe kosten, über dessen Höhe sich das Unternehmen allerdings ausschweigt. Kenner schätzen ihn auf zwischen zehn und 15 Millionen Euro.

Damit nicht nur Golf-Profis, sondern auch Otto-Normalgolfer BMWs Vorliebe für diese Sportart am eigenen Leib erfahren können, veranstaltet das Unternehmen außerdem jedes Jahr den „BMW Golf Cup International“, eine der weltgrößten Turnierserien für Amateure, an der rund 100.000 Golfer aus 40 Ländern teilnehmen. Zum deutschen Regionalfinale trafen sich die Sieger aus 120 Qualifikationsturnieren, die aufgrund der großen Teilnehmerzahl gleichzeitig auf den Anlagen der Golfclubs München Nord-Eichenried, Landshut, Ebersberg und Gut Thailing spielen mussten. Beim „Welt-Finale“ im thailändischen Pukhet gewann 2005 ein Golfer aus den USA.

Auch der zweite große Autohersteller in Oberbayern, der Audi-Konzern, lässt sich den Golfsport einiges kosten. Marketingchef Ralf Niggemann: „Technik, Design und Sportlichkeit sind Werte, die jedes Audi Fahrzeug prägen und ebenso die besondere Faszination des Golfsports widerspiegeln. Audi und Golfsport – das ist Eleganz, die sich ergänzt!“ Im Mittelpunkt steht für die Ingolstädter der „Audi quattro Cup“, der schon zum 16. Mal ausgetragen wurde. 2004 meldeten sich mehr als 75.000 Hobbygolfer an. Außerdem ist Audi Hauptsponsor beim Süddeutsche Zeitung Business Golfcup und so genannter Presenting Partner bei der Golfsendung „Abschlag“ im Nachrichtensender n-tv.

Doch nicht nur Großkonzerne haben Geschmack gefunden an dem Spiel mit dem kleinen Ball. „Auch wenn ein Autohaus zu einer Runde auf dem örtlichen Golfplatz einlädt und die neuesten Modelle vor dem Clubhaus parkt, dann ist das genauso ein Kundenturnier“, sagt Günter O. Reiter, Chefredakteur des ebenfalls im Atlas-Verlag erscheinenden Branchendienstes „Golf inside“. Auf Deutschlands Golfplätzen werden laut DGV im Sommer Woche für Woche rund 200 Firmenturniere gespielt – nicht selten zum Leidwesen der Clubmitglieder, die dann vielstündige Platzsperren erdulden müssen. Da aber andererseits viele Golfclubs mit den Einnahmen ihre Finanzen aufpolieren, hält sich das Murren meist in Grenzen.

Dass sich ein derartiges Engagement auch für ein mittelständisches Unternehmen am Ende lohnt, davon ist Reiter überzeugt. Darauf lässt auch eine Untersuchung der Deutschen Golf Sport GmbH schließen, einer Tochter des Deutschen Golfverbands. Laut ihrer Umfrage würden 46 Prozent aller Golfer Produkte von Golfsponsoren gleichwertigen Produkten anderer Hersteller vorziehen.

Und Golfer können sich leisten, wählerisch zu sein. Mehr als 54 Prozent der Clubgolfer und VcG-Mitglieder erreichen laut GTC-Studie ein Haushaltnettoeinkommen von über 2.500 Euro – in der Gesamtbevölkerung sind es nur 23 Prozent. So gesehen ist es vielleicht kein Zufall, dass Oberbayern Deutschlands Golfregion Nummer eins geworden ist. „Golf ist zwar kein Sport für Reiche mehr, aber natürlich hat Golf auch mit Kaufkraft zu tun“, sagt Markus Schwaiger, Geschäftsführer der Golfanlage München-West in Odelzhausen. Doch wer Geld hat, der kann auch Ansprüche stellen. Das hätten allerdings viele traditionelle Golfclubs noch nicht erkannt, meint er: „Sie wirtschaften einfach so weiter wie immer und wundern sich, wenn sie eines Tages pleite sind.“

Schwaiger weiß, wovon er spricht: Die Odelzhausener Anlage stand im Juni 2004 kurz vor der Insolvenz. Gründe: zu hohe Kosten, zu wenige (zahlende) Mitglieder. Man entschloss sich daraufhin zur Radikalsanierung: Der Golfplatz wurde vom Club getrennt und in eine selbständige KG überführt. Um die zusätzlich benötigten 800.000 Euro aufzutreiben, wurden die Clubmitglieder aufgefordert, KG-Anteile von 2500 Euro zu zeichnen. „Etwa zwei Drittel haben mitgemacht“, sagt Schweiger. Das genügte.

Gleichzeitig ging der Golf-Profi dran, das Angebot seiner Anlage auch für Gastgolfer zu verbessern. Heute gilt der 18-Loch-Platz auf halbem Weg zwischen München und Augsburg als eine der bestgepflegtesten in Oberbayern. „Wir haben begonnen, die Spieler als Kunden zu betrachten und haben sie konsequent in den Mittelpunkt gestellt“, sagt er. So gibt es zum Beispiel einen fahrbaren Getränkedienst auf dem Platz, bei dem durstige Golfer auf einer heißen Runde unterwegs eiskalte Getränke kaufen können – ein im Raum München fast einmaliger Service.

„Die Golfclubs müssen erheblich professioneller werden, wenn sie eine Zukunft haben wollen“, beschwört Schweiger die Kollegen. Service und Kundenorientierung seien dazu der beste Weg. Gleichzeitig müssten die Betreiber ihre Geschäftsmodelle überdenken und vor allem kundenfreundlichere Angebote schaffen. „Es wird zwar immer ein paar Golfclubs geben, die sich abschotten und nur von ihren reichen Mitgliedern leben können, aber alle anderen müssen sich etwas einfallen lassen.

Das glaubt auch Thomas Hasak vom BVGA. „Manche machen es richtig, aber viele machen falsch“, behauptet er. Er fordert auch im Raum Oberbayern mehr öffentliche Golfanlagen, auf denen Spieler auch ohne Clubbindung und Mitgliedszwang dann ihren Sport frönen können, wenn sie es wollen. Dazu gehören seiner Meinung nach auch flexiblere Beitragsmodelle. „Wenn einer nur Montags Golf spielen will, dann sollte es auch Montagsmitgliedschaften geben“, sagt er. „Die Golfplatzbetreiber müssen nicht so viel über Kundengewinnung reden sondern mehr über Kundenbindung.“

Einen Vorstoß dazu will der BVGA unternehmen: Der Verband arbeitet an einem Klassifizierungssystem für Golfplätze, ähnlich demjenigen, das heute für Hotels und Restaurants verwendet wird. Um sich als Fünfsterne-Anlage rühmen zu können, müsste eine Golfanlage demnach ein täglich geöffnetes Clubhaus und eine Driving Range mit überdachten Abschlagplätzen nachweisen. Die Greens müssten sechsmal pro Woche gemäht werden, ein Start-Marshall an fünf Tagen in der Woche vor Ort Dienst schieben. Hasak: „Ein solches System bietet dem Golfspieler Transparenz und ist eine starke Werbung für die Anlagen, die sich wirklich um den Gast bemühen.“

Noch ist das Sterne-System nicht fertig, und die Einführung kann sich über Jahre erstrecken. Aber für Hasak steht heute schon fest: „Eines der ersten Fünfsterne-Golfplätze steht ganz bestimmt in Oberbayern.“

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Banking On Open Standards

Information drives business, so the more the better, one would think. But when it comes to financial information, communication between companies and their banks normally provide too little too late. But a new industry group hopes to give the quest for end-to-end financial supply chain integration a new twist.

“When I’m dead and gone, you’ll find the words ‘manual reconciliation’ carved into my heart”, the CFO of a large multinational company recently told me.

In fact, treasury departments in companies around the world all share the same problem: Every time money is transferred, a break occurs in the information flow that today marks most successful business systems.

The reason, simply put, is that computer software in companies and banks do not really understand each other. This is hardly strange, given that they were built for completely different purposes.

On the corporate side, systems such as ERP (enterprise resource planning) and TMS (treasury management systems) are meant to supercharge business processes and boost productivity. As a result, they have expanded outwards to include branch offices, subsidiaries, suppliers, service providers and customers. The amount of information transported over these networks is huge. Openness and interoperability are crucial, hence the rapid development of standardization initiatives driven by large companies and industry associations.

Banks, on the other hand, have focussed traditionally on centralising their settlement operations, credit management and trade execution. Essentially, their systems are meant to hook up to those of a limited number of other financial institutions such as clearing houses or other banks. The automation and standardization initiatives developed by banks for their own use usually do not take into account the corporate-to-bank communication requirements.

When the two worlds meet, the results can be traumatic. For instance, most software systems used by clearing houses in the United Kingdom to process payments offer space for only 18 characters in which to describe a transaction – hardyl enough space to convey the complex information financial departments need to match individual payments to a mass of invoice numbers, purchasing orders, credit notes and cash discounts.

Without this information, costly manual operations are required to investigate, identify and match the payment and the invoices. Also, customers forced to wait for their money are naturally not very happy. Similar inefficiencies occur in the presales and the sales processes, where the handling of purchase orders, acceptances, orders, delivery notes, and invoices are still manual and thus costly and prone to errors.

Which is where TWIST comes in. TWIST is a non-profit industry group set up by Royal Dutch Shell and sponsored by major corporations such as General Electric, Cable & Wireless and HP. They have been joined by financial service providers such as Citigroup, JP Morgan Chase, ABN Amro, Standard Chartered Bank and Voca, one of the world’s largest automated clearing house.

TWIST’s goal is to enable effective straight through processing (STP) from end to end of the financial supply chain, irrespective of the way the processes are transacted, the service providers that are involved and the system infrastructure that is used. To achieve that, TWIST has developed a set of non-proprietary XML-based standards in three significant, interlinked, financial processes, namely

•    wholesale financial market transaction processing
•    commercial payments & collections, e-invoicing and working capital finance
•    cash management

“For many years corporate treasurers had to wait for their relationship banks and bank-controlled providers to offer services that would enable them to execute their core activities efficiently”, says Tom Buschman, chairman of TWIST. “Most operational treasury activities such as payment processing, supply chain financing and credit management are traditionally delivered by the finance industry via proprietary solutions of individual banks”, he says. Big companies who deal with many banks have to struggle with a myriad similar, but incompatible solutions.

“TWIST, in effect, is a good catalyst to address the problem”, says Sarah Jones, EMEA Corporate Treasurer of HP. By providing a set of open standards for both businesses and banks to work with, it is laying the groundwork for instance for standardized remittance information to be transferred from the payer to the recipient, either within the existing financial networks or separately over the Internet, SWIFT or via a clearing house’s network. This information can then be used to automatically reconcile bank statement data with the additional information companies need to keep their books in order and to comply with ever stricter auditing rules.

For over a year HP, Voca and UK-based Burns e-Commerce have been actively developing and endorsing the TWIST standard together with corporate peers and financial institutions such as Office Depot, Westcoast, RBS, HSBC, Citigroup, Credit Suisse, JPMC, Barclays and Mizuho.

Initial results are promising. For companies, the benefits include cost reduction, cash allocation improvement, increased customer experience. And banks, by offering a common exchange platform, can now offer new value added services to corporate customers, such as account receivable reconciliation, account payable securitization and invoice discounting.

Besides the business need for straight through processing, another major driver in this area is SEPA, the “Single Euro Payment Area” initiative by the European Commission and the European Central Bank, which aims at harmonizing payment services and wholesale transaction processes within Europe over the next two to three years.

To help achieve this goal, TWIST and its bank-owned counterpart SWIFT have jointly developed a standard called the ISTH Payment Kernel as the core for corporate-to-bank implementation of SEPA. “Leading banks are now realizing that open standards and open market can be an opportunity for them to grow and to reduce their cost base”, says Sarah Jones. Corporations, on the other hand, can now approach their banks with a clear set of requirements for automated services, based on open standards.

Hopefully, that will give them all the information they need to succeed in an increasingly networked world, thus taking a load off the heart of both corporate treasurers and IT professionals.

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Think global, buy local

Drei, zwei, eins – meins! Bei eBay fand ich neulich genau das, was ich suchte: ein Doppelbett aus Holz mit vier Schubläden auf Rollen, um den ungenützten Platz unter dem Bett als Stauraum nutzen zu können. Ich saß also pünktlich um 19:30 am Computer und gab im richtigen Augenblick das richtige Gebot ab. Prompt kam die Bestätigung: „Sie haben den Artikel erworben.“

Als ich aber den Verkäufer per E-Mail fragte, wo ich das Bett abholen könne, gab es eine Riesenüberraschung: Der Besitzer wohnt keine 200 Meter von mir entfernt im Münchner Stadtteil Haidhausen. Ich ging also kurz rüber, bezahlte das Bett gleich bar und holte es zu Fuß mit einem Leiterwagen ab. Soviel zum Thema globales Netzwerk! Aber schlafen tue ich seitdem besser denn je…

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Nie wieder Schule schwänzen

Ich gestehe: Auch ich hatte manchmal keine Lust, in die Schule zu gehen und habe mich lieber in der Stadt herumgetrieben. Aber damals hatten unsere Eltern zum Glück auch keine Mobiltelefone.Die heutige Schülergeneration hat es da viel schwerer, zumindest in der Cittá Eterna. In Rom werden nämlich die Eltern von Schülern, die  nicht zum Unterricht erscheinen, per SMS benachrichtigt.

„Wir erhoffen uns davon eine gewisse abschreckende Wirkung“, sagt Ornella Bergamini von der Schulbehörde. In Italien sind Lehrer verpflichtet, notorische Schulschwänzer zu melden. Allerdings hat die Lehrergewerkschaft Gilda bereits Bedenken angemeldet. „Nicht die Lehrer, sondern die Eltern sind dafür verantwortlich, dass die Kinder zur Schule gehen“, sagte ein Gilda-Sprecher laut einem Bericht der „New York Times“.

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Vom Pharmen und Phishen

Die Deutschen sind Weltmeister im Online-Banking: 86,6 Prozent von ihnen greifen zumindest einmal pro Monat über das Internet auf ihr Konto zu – in den USA liegt dieser Wert nur bei 59 Prozent. Aber sie tun es wie ich mit einem mulmigen Gefühl.

72 Prozent haben nämlich Bedenken, dass jemand ihre Daten missbrauchen könnte und sich so unberechtigten Zugriff zu ihrer Bankverbindung verschafft. Das hat die Firma Entrust in einer Online-Befragung von mehr als 1500 Internet-Nutzern herausgefunden.

Vor allem das so genannte „Phishing“ macht den Menschen Sorgen: Gauner versenden geschickt getarnte E-Mails und verleiten Bankenkunden dazu, ihre Zugangsdaten zu verraten. Nun ist natürlich jemand, der auf so plumpe Tricks hereinfällt und seine PIN-Nummer verrät, irgendwo auch selber schuld. Aber was ist, wenn die Betrüger noch geschickter vorgehen?

Beim „Pharming“ grasen Gauner ganze Computer mit Hilfe eingeschleuster Software-Spione, so genannte „Trojanische Pferde“, nach Passwörtern ab. Oder sie installieren kleine Lausch-Programme, die jede Tastaturbewegung registrieren und an die finsteren Auftraggeber melden, die mir dann sozusagen beim Eintippen meiner Zugangskennung virtuell über die Schulter schauen können. Regelmäßige Virusprüfung hilft – aber wer macht das schon? Außerdem müsste man seine Anti-Virus-Software ständig auf den neuesten Stand halten.

Solange der Zugang zum Online-Bankkonto über ein so simples System wie Benutzername und Passwort möglich ist, so lange wird es auch für böse Menschen Möglichkeiten geben, sich das System zu überlisten.

Dabei gibt es längst bombensichere Zugangsmethoden, zum Beispiel Zwei-Faktor-Authentisierung, die einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor neben dem Passwort, nutzen würden. Das Spektrum der Verfahren reicht dabei von der Fingerabdruckidentifikation über den Einsatz von Smart Cards und USB Tokens bis hin zu einfacheren und kostengünstigeren Methoden – zum Beispiel Zugangscodes, die, ähnlich wie beim Bingo, zufällig von einer Zahlenkarte abgefragt werden, wie die Entrust-Studie zeigt. Mehr Sicherheit würde sogar die notorischen Zweifler überzeugen: 72 Prozent der befragten Deutschen, die derzeit nicht aktiv Online-Banking betreiben, wären prinzipiell bereit, ihre Bankgeschäfte online abzuwickeln – wenn die Sicherheit erhöht wird.

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Technik verbindet

Seit ein paar Wochen bin ich stolzer Besitzer eines neuen „Bluetooth“-Handy. Das ist ein neuer Standard, das alle meine elektronischen Geräte in die Lage versetzen soll, sich drahtlos miteinander zu verbinden. Und manchmal kommen sich damit auch Menschen näher.

Ich saß jedenfalls  neulich im Zug, da gab mein Mobiltelefon plötzlich einen Warnton von sich. Auf dem Display las ich: „Kopfhörer angeschlossen.“ Nur: Ich habe keinen Kopfhörer. Ein Blick zum Nachbarn klärte das Rätsel auf: Der junge Mann hatte einen Knopf im Ohr, umfreihändig telefonieren zu können – und der hatte sich dank Bluetooth mein Handy als Basisstation ausgesucht, statt sich ordnungsgemäß beim Telefon seines Besitzers „einzuloggen“, wie das jetzt auf Neudeutsch heißt.

Hätte mich in diesem Moment jemand angerufen, wäre das Gespräch also auf dem Kopfhörer des Nebensitzers gelandet. Statt dessen haben wir uns bis Frankfurt sehr nett über alles Mögliche unterhalten, über Bluetooth-Technik, über Blues-Musiker und über den Blauen Reiter von Kandinsky. Merke: Technik verbindet!

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Der kleine Spam-Fresser

Spam ist eine geradezu biblische Plage geworden, zumindest für diejenigen, die auf das Internet angewiesen sind. Mehr als die Hälfte aller Mails, die heute weltweit durchs Netz fließen, sind unerwünschte Werbung von mehr oder (meistens) weniger seriösen Unternehmen, von Sexanbietern, nigerianischen Finanzbetrügern oder einfach nur von Spinnern.

Irgendwie lebt man damit, aber ärgerlich war es schon immer. Als ich aber zum ersten Mal mehr als 100 solcher elektronischer Postwurfsendungen an einem einzigen Tag in meiner Mailbox vorfand, war es Zeit zu handeln: Eine Anti-Spam-Software musste her. Nach mehreren Anläufen habe ich für mich die richtige Lösung gefunden bei der kleinen US-Firma Sunbelt (www.sunbelt-software.com), Anbieter eines Programms namens „iHateSpam“.

Der kleine Spam-Hasser arbeitet eng mit meinem Mailprogramm zusammen, und das schönste ist: Er ist lernfähig! Anfangs muss man Spams noch relativ häufig von Hand löschen, mit der Zeit aber immer seltener, weil das Programm erkennt, was sein Herrchen mag und was nicht. Die verdächtigen Mails kommen in einen eigenen Ordner, der „Spam-Quarantäne“ heißt, damit man sie vor dem endgültigen Löschen noch mal überfliegen kann, denn ab und zu landet auch eine Mail dort, die ich eigentlich lesen wollte. Insgesamt bilde ich mir ein, dass mein Spam-Problem heute kleiner geworden ist. Ganz verschwinden wird er wohl nie – das ist der Preis, den wir im Online-Zeitalter zahlen müssen.

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Der Spam-Killer kommt

Spam ist eine geradezu biblische Plage geworden, zumindest für diejenigen, die auf das Internet angewiesen sind. Mehr als die Hälfte aller Mails, die heute weltweit durchs Netz fließen, sind unerwünschte Werbung von mehr oder (meistens) weniger seriösen Unternehmen, von Sexanbietern, nigerianischen Finanzbetrügern oder einfach nur von Spinnern. Irgendwie lebt man damit, aber ärgerlich war es schon immer.

Als ich aber zum ersten Mal mehr als 100 solcher elektronischer Postwurfsendungen an einem einzigen Tag in meiner Mailbox vorfand, war es Zeit zu handeln: Eine Anti-Spam-Software musste her. Nach mehreren Anläufen habe ich für mich die richtige Lösung gefunden bei der kleinen US-Firma Sunbelt (www.sunbelt-software.com), Anbieter eines Programms namens „iHateSpam“.

Der kleine Spam-Killer arbeitet eng mit meinem Mailprogramm zusammen, und das schönste ist: Er ist lernfähig! Anfangs muss man Spams noch relativ häufig von Hand löschen, mit der Zeit aber immer seltener, weil das Programm erkennt, was sein Herrchen mag und was nicht. Die verdächtigen Mails kommen in einen eigenen Ordner, der „Spam-Quarantäne“ heißt, damit man sie vor dem endgültigen Löschen noch mal überfliegen kann, denn ab und zu landet auch eine Mail dort, die ich eigentlich lesen wollte.

Insgesamt bilde ich mir ein, dass mein Spam-Problem heute kleiner geworden ist. Ganz verschwinden wird er wohl nie – das ist der Preis, den wir im Online-Zeitalter zahlen müssen.

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E-Mail vor dem Aus

Ich mache mir langsam richtige Sorgen um die Zukunft von E-Mail. Der Grund ist natürlich Spam, also die Flut von unverlangten und unerwünschten Werbe-Mails, die nach einer neuen Gartner-Studie inzwischen mehr als die Hälfte aller elektronischer Postsendungen im Internet ausmachen.

Mir geht es aber nicht einmal so sehr darum, dass ich mich ärgere, wenn ich morgens erst mals ein halbes Hundert Angebote für Viagra, Penisverlängerung oder Pornosites löschen muss. Viel schlimmer ist, dass ich mich nicht mehr darauf verlassen kann, dass meine Post beim Empäfnger ankommt, beziehungsweise dass ich alle wichtigen Sendungen erhalte, die an mich gerichtet sind.

Wie viele andere nehme ich inzwischen einen externen Anti-Spam-Dienst in Anspruch, der meine Mail sozusagen vorsortiert, offensichtliche Spams löscht und nur die „Guten“ durchlässt. Große Firmen haben längst selbst solche Spam-Filter installiert – aber er garantiert, dass sie nicht zu scharf eingestellt sind?

Jedenfalls häufen sich bei mir die Fälle, in denen wichtige Post irgendwo im Cyberspace auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Damit sinkt für mich aber der Wert des Internet als Kommunikationsmedium. Wir müssen aufpassen, dass wir in Sachen Spam nicht überreagieren – und damit das Kind mit dem Bade ausschütten.

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Virtuelle Weinprobe

Im Internet schmeckt ein Bier zwar recht trocken, aber das muss einen Gastwirt nicht davon abhalten, damit sehr erfolgreich zu sein. Das lernte ich jedenfalls auf dem jüngst in München stattgefundenen Kongress „Bayern Online“, und zwar von Peter Wieser, seines Zeichens Wirt des hiesigen Ratskellers. Der schwärmt vom neuen Medium, denn seit er „drin“ ist, brummt sein Laden noch mehr als vorher.

Vor allem ausländische Gäste, die per Internet ihren München-Besuch planen, reservieren gleich online einen Tisch bei ihm. Aber nicht nur die: Aus Einheimische tauchen häufiger auf, und zwar solche wie ich, die – ehrlich gesagt – das Ratskeller immer für ein eher dumpfes, dunkles Kellerlokal gehalten haben und jetzt ganz überrascht sehen, wie hell, freundlich und modern es zugeht.

Wieser hat nach eigenen Angaben nur 20.000 Euro in seinen Web-Auftritt gesteckt, aber schon ein Vielfaches davon über Mehrumsatz zurückbekommen. Jetzt denkt er weiter: Speisekarten in Ukrainisch, Japanisch und Chinesisch, persönliche Ansichtskarten, im Lokal mit der Webcam aufgenommen und von den Gästen gleich per E-Mail an Freunde und Bekannte in aller Welt verschickt, sowie eine „virtuelle Weinprobe“ – denn er ist spezialisiert auf feine Frankenweine, die er auch verschickt, und damit ließe sich ja vielleicht auch dieses Geschäft weiter ankurbeln.

Merke: Ideen muss man haben, gerade im Internet.

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